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KurdWatch, 31. Dezember 2015 – Am 23. Dezember 2015 haben türkische Soldaten einen Hügel nahe der türkisch‑syrischen Grenze bei Sarmisakh (zehn Kilometer westlich von al Malikiya [Dêrik]) besetzt. Auch bei al‑Latifia (drei Kilometer östlich von al‑Qamischli) drang die türkische Armee auf syrisches Territorium vor. Am 24. und 25. Dezember protestierten jeweils einige Dutzend Personen bei Samirsakh gegen den türkischen Einmarsch.

Der Kurdische Nationalrat forderte in einer Presseerklärung vom 24. Dezember von der türkischen Regierung den Rückzug ihrer Truppen sowie die Aufnahme von Friedensverhandlungen mit der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) in  der Türkei. In einer Erklärung der Kurdischen Zukunftsbewegung in Syrien von Siamand Hadscho vom 26. Dezember wird neben dem Abzug der türkischen Truppen auch gefordert, dass die PKK sich aus Syrien zurückzieht. Der Einmarsch der Türkei wird als logische Konsequenz der Präsenz der Partei der Demokratischen Union (PYD) in Syrien interpretiert. Am 27. Dezember verurteilte der kürzlich gegründete, PYD-dominierte Rat für ein Demokratisches Syrien [weitere Informationen] die türkische Intervention und kritisierte die Verletzung syrischen Territoriums.

Am 26. Dezember 2015 zog die Türkei einen Teil ihrer Soldaten aus Sarmisakh ab.

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KurdWatch, 31. Dezember 2015 – Am 28. Dezember 2015 hat das Volksgericht der Partei der Demokratischen Union (PYD) in al‑Qamischli entschieden, den Journalisten Faraidun Qitscho (geb. 1982, verheiratet, zwei Kinder) aus dem Gefängnis zu entlassen. Mitarbeiter des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der PYD, hatten Qitscho am 26. Dezember an seinem Arbeitsplatz in ʿAmuda entführt. Er arbeitet für die Website Yekîtî Media der Kurdischen Einheitspartei in Syrien (Yekîtî). Qitscho wurde von ʿAmuda nach al‑Qamischli überstellt, vor seiner Entlassung saß er insgesamt vierundzwanzig Stunden in Einzelhaft. Unklar ist bislang, ob die Entführung mit dem Hackerangriff auf Yekîtî Media zu tun hat [weitere Informationen].

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KurdWatch, 30. Dezember 2015 – Am 27. Dezember 2015 haben die PYD‑nahen Demokratischen Kräfte Syriens Kämpfer des Islamischen Staats (IS) aus dem Gebiet um den strategisch wichtigen Tischrin‑Staudamm (sechzig Kilometer südlich von ʿAin al‑ʿArab [Kobanî]) vertrieben. PYD‑nahe Kräfte konnten somit erstmals Gebiete am Westufer des Euphrats erobern.   

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KurdWatch, 30. Dezember 2015 – Am 15. und 17. Dezember 2015 konnte die Baʿthpartei von Präsident Baschar al‑Assad in den von der Partei der Demokratischen Union (PYD) kontrollierten Städten al‑Malikiya (Dêrik), Rumailan, al‑Qamischli und Raʾs al‑ʿAin (Serê Kaniyê) Konferenzen ihrer örtlichen Sektionen abhalten. Die Versammelten forderten eine Verbesserung der Lebenssituation in den jeweiligen Städten und begrüßten die Unterstüzung der syrischen Armee durch die Bevölkerung der Provinz al‑Hasaka.

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KurdWatch, 29. Dezember 2015 – Am 8. Dezember 2015 haben Mitarbeiter des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der Partei der Demokratischen Union (PYD), Büroräume und Einsatzorte der Hilfsorganisation Bihar in ʿAfrin gestürmt. Angaben der Hilfsorganisation zufolge wurden dabei fünfzehn Mitarbeiter von Bihar sowie vier Aktivisten, die nicht bei der Organisation angestellt sind, vom Asayiş gefangen genommen. Zudem sollen Laptops, Kameras und Papiere mitgenommen worden sein. Am Folgetag wurde vom Asayiş ein Arzt entführt, der Besitzer eines von Bihar betriebenen Krankenhauses in ʿAfrin ist. Am 16. Dezember erklärte die Hilfsorganisation, die letzten der insgesamt zwanzig festgehaltenen Personen seien wieder freigelassen worden. Anderen Quellen zufolge sollen insgesamt zweiundzwanzig Personen entführt worden sein, von denen sich eine, der Oppositionelle Barkhwadan Mustafa, nach wie vor in der Gewalt des Asayiş befinden soll. In einer Erklärung der von der PYD eingesetzten Verwaltung des Kantons ʿAfrin wurden unter anderem »der Kontakt zu Gruppen, die mit der Autonomen Verwaltung verfeindet sind, die Verbreitung von Lügen über die Verwaltung sowie der Schmuggel und Weiterverkauf von Hilfsgütern« als Grund für die Entführungen genannt. Die Hilfsorganisation hat auf ihrer Website bekannt gegeben, dass ihre Büros und Gesundheitsstationen in ʿAfrin aus Sicherheitsgründen bis auf Weiteres geschlossen bleiben und alle Hilfsprogramme vorübergehend gestoppt seien.

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KurdWatch, 29. Dezember 2015 – Am 16. Dezember 2015 hat die irakischkurdische Hilfsorganisation Barzani Charity Foundation in verschiedenen Städten der kurdischen Gebiete Hilfsgüter mithilfe des Kurdischen Nationalrats an Bedürftige verteilt. In Tall Tamr wurde die Verteilung zunächst durch die Partei der Demokratischen Union (PYD) untersagt. Vier Mitglieder des Volkshauses der PYD forderten den Kurdischen Nationalrat auf, die an ihrem Transporter angebrachten Fotos von Mulla Mustafa Barzani zu entfernen sowie eine Liste mit den Namen derjenigen Familien vorzulegen, die die Hilfsgüter erhalten sollten. Der Kurdische Nationalrat musste den Transporter zunächst nach al‑Qamischli zurückschicken. Einige Tage später konnten die Hilfsgüter in Tall Tamr verteilt werden, ohne dass der Kurdische Nationalrat den Forderungen der PYD nachgekommen wäre.

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KurdWatch, 28. Dezember 2015 – Am 21. Dezember 2015 hat der Legislativrat der von der Partei der Demokratischen Union (PYD) für den Kanton Dschazira eingesetzten Übergangsverwaltung den Entwurf für ein Mediengesetz veröffentlicht. Der Gesetzesentwurf ermöglicht die flächendeckende Kontrolle von Printmedien, digitalen Medien, Audiomedien sowie audiovisuellen Medien in der Dschazira. Vorgesehen ist die Gründung eines »Medienrats«, der über weitreichende Kompetenzen verfügt. Der Medienrat kann Journalisten nicht nur jederzeit zum Gespräch vorladen, sondern hat zudem das Recht, sie zur Nennung ihrer Quellen zu verpflichten. Sofern der Medienrat journalistische Äußerungen als »Falschmeldungen« qualifiziert, kann er deren Urheber zu hohen Geldstrafen verurteilen, Arbeitsverbote verhängen und das Medium, in dem die Meldung veröffentlicht wurde, befristet oder unbefristet einstellen lassen. Ein unabhängiges Gericht ist dabei nicht involviert. Weiterhin sieht das Gesetz vor, dass sämtliche Medien, Facebookseiten eingeschlossen, beim Medienrat registriert werden müssen.

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KurdWatch, 24. Dezember 2015 – Seit dem frühen Nachmittag des 22. Dezember 2015 wird Amir Murad, Redaktionsleiter des unabhängigen Radios »Hêvî« in al-Qamischli, vom Asayiş, dem Sicherheitsdienst der Partei der Demokratischen Union (PYD) festgehalten. Murad hatte sich zum Asayiş begeben, nachdem Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes in seiner Abwesenheit an seinem Arbeitsplatz erschienen waren, um ihn mitzunehmen. Zunächst hieß es, Murad werde nur eine Stunde lang befragt, dann, er käme nach achtundvierzig Stunden frei.

Aktivisten vor Ort gehen davon aus, dass durch die Entführung die Mitarbeiter von »Hêvî« eingeschüchtert werden sollen. Ein Aktivist begründete diese Vermutung gegenüber KurdWatch wie folgt: »Am 12. Dezember erschien plötzlich eine Falschmeldung auf der Radiowebseite von Hêvî. Es hieß, der Leiter des Asayiş, Dschiwan Ibrahim, sei gestorben. Das Team von Hêvî hat die Nachricht sofort entfernt und mitgeteilt, dass ihre Seite gehackt wurde und sie nicht für die Nachricht verantworlich sind. Trotzdem hat die PYD angekündigt, Hevî vor Gericht zur Verantwortung zu ziehen. Das Verrückte an dem Vorfall ist, dass mit der Webseite von Yekîtî-Media, einer Seite, die die PYD immer wieder kritisiert, dasselbe passiert ist. Auch diese wurde gehackt, auch hier wurde dieselbe Falschmeldung veröffentlicht, auch hier soll ein Gerichtsverfahren anstehen. Ich denke, die PYD selbst hat die Seiten gehackt und die Falschmeldungen veröffentlicht, um so einen Vorwand zu schaffen, gegen Yekîtî-Media und Hêvî vorzugehen. Es geht um Einschüchterung, um sonst nichts.«

Radio Hêvî hat derzeit keine Kontrolle mehr über ihre Webseite, diese wurde von dem Hacker übernommen.

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KurdWatch, 23. Dezember 2015 – Am 16. Dezember 2015 hat Mansur as-Salum, Kovorsitzender der von der Partei der Demokratischen Union (PYD) eingesetzten Demokratischen Autonomen Verwaltung, sich für den Angriff der Volksverteidigungseinheiten (YPG) der PYD auf einen Kontrollpunkt der Brigade Thuwwar ar‑Raqqa, die der Freien Syrischen Armee (FSA) angehört, entschuldigt [weitere Informationen]. Er bezeichnete den Vorfall als Missverständnis. As-Salum wies zudem den Vorwurf zurück, dass Tall Abiad von Türken, Irakern und Iraner verwaltet werde.

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KurdWatch, 23. Dezember 2015 – Am 17. Dezember 2015 hat der Kurdische Nationalrat in al-Maʿbada (Girkê Legê) aus Anlass des »Tags der kurdischen Flagge« eine Kundgebung organisiert, an der etwa tausend Personen teilnahmen. Mitarbeiter des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der Partei der Demokratischen Union (PYD), versuchten erfolglos, die Demonstration mit Wasserwerfern aufzulösen. Im Anschluss an die Kundgebung entführten sie mehrere Organisatoren der Veranstaltung, darunter Khalil Ose, Vorsitzender des Regionalkomitees des Kurdischen Nationalrats in al-Maʿbada. Präsident Masʿud Barzani verurteilte den Angriff in einem Brief an den Kurdischen Nationalrat .

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KurdWatch, 22. Dezember 2015 – Am 19. November 2015 haben die Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) und das Operationszentrum zur Befreiung von Aleppo, ein Zusammenschluss aus Freier Syrischer Armee (FSA) und islamistischen Oppositionsgruppen mit Ausnahme des Islamischen Staats (IS), ein Abkommen zu den umkämpften Gebieten in Aleppo und ʿAfrin unterschrieben. Die Parteien verpflichten sich, sämtliche Kampfhandlungen einzustellen und den Verkehr von Zivilisten und Milizen zwischen Schaikh Maqsud und ʿAfrin zu ermöglichen. Ferner sollen sich die Kämpfer beider Parteien in ihre Gebiete zurückziehen. Die YPG kontrolliert somit weiterhin Schaikh Maqsud. Die Volksverteidigungseinheiten verpflichten sich zudem, einen Übergang zwischen Schaikh Maqsud und regimekontrolliertem Gebiet zu schließen. Ein gemeinsamer Ausschuss soll die Schließung kontrollieren. Außerdem soll es den Milizen des Operationszentrum zur Befreiung von Aleppo wieder erlaubt sein, den östlichen Teil von Schaikh Maqsud zu betreten. Es soll zudem mindestens ein gemeinsamer Kontrollpunkt eingerichtet werden. Ein ähnliches Abkommen war bereits am 3. Dezember unterzeichnet worden [weitere Informationen].

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KurdWatch, 22. Dezember 2015 – Am 13. Dezember 2015 haben Mitarbeiter des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der Partei der Demokratischen Union (PYD), in dem rund dreißig Kilometer östlich von al‑Dschawadiya (Çil Axa) gelegenen Dorf as‑Suwaidiya (Siwêdîkê) zahlreiche Häuser gestürmt und neun junge Männer für die Volksverteidigungseinheiten (YPG) der PYD zwangsrekrutiert. Wenige Stunden später versammelten sich zahlreiche Angehörige vor der Wache des Asayiş und forderten die Freilassung der Entführten. Als der Asayiş der Forderung nicht nachkam, stürmten die Angehörigen die Wache und befreiten alle neun Männer. Die PYD kappte daraufhin die Strom- und Wasserversorgung des Dorfes und riegelte es ab. Am frühen Morgen des 14. Dezember entführte der Asayiş erneut mindestens acht Dorfbewohner. Es handelt sich um Bahzad Rascho, Khaschman Dscharullah, Dschamil Husam, Salih Badir, Salih Dschundi, Khalid Hasan, Salih Ahmad Sulaiman und Ahmad Dscharullah. Der Asayiş berichtete auf seiner Facebookseite über den Vorfall und veröffentlichte Fotos mit Waffen, Munition und Medikamenten, die in as‑Suwaidiya beschlagnahmt worden sein sollen.

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KurdWatch, 20. Dezember 2015 – Am 14. Dezember 2015 ist Mustafa al‑Habbal, Kämpfer der Brigade Thuwwar ar‑Raqqa, die der Freien Syrischen Armee (FSA) angehört, an einem Kontrollpunkt seiner Brigade in der Nähe des zehn Kilometer südlich von Tall Abyad liegenden Dorfes ʿAntar erschossen worden. Zwei weitere Kämpfer wurden verletzt. Bei den Tätern soll es sich um zwei Kämpfer der Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) handeln, die den Kontrollpunkt auf einem Motorrad passierten und auf die Wachposten schossen. Die Versammlung der Stämme von ar‑Raqqa veröffentlichte daraufhin am 15. Dezember 2015 eine Erklärung, in der sie die Auslieferung der Täter binnen achtundvierzig Stunden verlangt. Darüber hinaus wird die YPG erneut aufgefordert, ihre Gebiete zu verlassen [weitere Informationen]. Die Versammlung wirft der YPG die systematische Vertreibung arabischer Bewohner aus den Dörfern um Suluk und Tall Abyad vor und fordet sie auf, die Verwaltung von Tall Abyad an die Bewohner zu übergeben. Tall Abyad werde derzeit nicht von Syrern kontrolliert, sondern von Kurden, die aus der Türkei, dem Irak und dem Iran stammten. In der Erklärung wird eine systematische Untersuchung der Menschenrechtsverletzungen der YPG durch internationale Akteure wie Amnesty International und die Vereinten Nationen gefordert. Schließlich kündigt die Versammlung an, die Stämme von ar‑Raqqa würden der Vertreibungspolitik der YPG nicht tatenlos zusehen.

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KurdWatch, 18. Dezember 2015 – Am 5. Dezember 2015 hat die die Versammlung der Stämme von ar‑Raqqa in Suluk eine Kundgebung gegen die Politik der Partei der Demokratischen Union (PYD) organisiert, an der etwa dreihundert Männer teilnahmen. In einer Erklärung forderten die Versammelten die Volksverteidigungseinheiten (YPG) der PYD auf, sich aus ihren Gebieten fernzuhalten sowie die »Verbrecher, die für die [nicht näher erläuterten] Übergriffe verantwortlich sind«, innerhalb von achtundvierzig Stunden zu übergeben. Weiter heißt es, dass die »Söhne der [arabischen] Stämme in ar-Raqqa der systematischen Vertreibung aus Suluk und Tall Abyad nicht zusehen werden«.

Die YPG hat im Juni 2015 die Stadt Tall Abyad und ihre Umgebung eingenommen [weitere Informationen], seither werden ihr, unter anderem von Amnesty International, schwere Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen.

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KurdWatch, 18. Dezember 2015 – Am 3. Dezember 2015 hat der Asayiş, der Sicherheitsdienst der Partei der Demokratischen Union (PYD), Siwar Khalaf Biro, Mitglied der Kurdischen Einheitspartei in Syrien (Yekîtî), nach zwei Wochen freigelassen. Biro war am 22. November 2015 an seinem Arbeitsplatz in al‑Qamischli von Mitarbeitern des Asayiş entführt worden. Er wurde zunächst in einem Gefängnis in ad‑Darbasiya festgehalten, wo er mit sechs weiteren Aktivisten in den Hugerstreik trat. Es handelt sich um Haitham Haso, Muhammad Hasan, Sarbast Fahim, Kazim Ahmad, ʿIzzuddin Mulla und Farhad Kamal. Ebenfalls am Hungerstreik beteiligt waren der nierenkranke Kamiran Schaikhu und ʿAbdulghani Qari. Am 2. Dezember wurde Biro nach al‑Qamischli verlegt. Der Streik gehe auch nach seiner Freilassung weiter, so Biro gegenüber KurdWatch. Er erklärte weiterhin, in den beiden Gefängnissen insgesamt elf Personen getroffen zu haben, die während der Demonstrationen des Kurdischen Nationalrats in den letzten vier Wochen vom Asayiş entführt worden seien.

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KurdWatch, 16. Dezember 2015 – Augenzeugenberichten zufolge haben zwei Flugzeuge russischen Fabrikats in der Nach vom 2. auf den 3. Dezember 2015 fünf bis zehn Pakete über dem von den Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) kontrollierten Alleppiner Stadtviertel Schaikh Maqsud abgeworfen. Zwischen dem 27. November und dem 2. Dezember war es zu Kampfhandlungen zwischen der YPG und islamistischen Gruppierungen gekommen [weitere Informationen]. Unklar ist, ob die Flugzeugen der syrischen oder der russischen Luftwaffe angehörten. Es wird vermutet, dass es sich bei den abgeworfenen Gütern um Waffen und Munition gehandelt hat.

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KurdWatch, 16. Dezember 2015 – Am 8. und 9. Dezember 2015 hat die Partei der Demokratischen Union (PYD) in al‑Malikiya (Dêrik) eine Veranstaltung durchgeführt, in deren Rahmen ein neues syrisches Oppositionsbündnis, der »Rat für ein Demokratisches Syrien« gegründet wurde. Insgesamt 103 Delegierte, überwiegend aus PYD‑nahen Organisationen, nahmen an der Zusammenkunft teil. Der Rat, der auch die vor kurzem gegründeten  Demokratischen Kräfte Syriens [weitere Informationen] vertreten wird, besteht aus zweiundvierzig Personen. Haitham Mannaʿ, ehemaliges Führungsmitglied des Nationalen Zusammenschlusses der Kräfte des Demokratischen Wandels [weitere Informationen], und Ilham Ahmad wurden am 12. Dezember zu Kovorsitzenden des Rats gewählt.

Zeitgleich fand in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad ein Treffen syrischer Oppositionsgruppen statt. Die PYD war zu dieser Veranstaltung nicht eingeladen worden, wohl aber der Nationale Zusammenschluss der Kräfte des Demokratischen Wandels, dessen Mitgliedsorganiation die PYD ist. Dem Zusammenschluss standen insgesamt sechs Delegiertenplätze zur Verfügung, von denen die PYD allerdings keinen erhielt.

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KurdWatch, 14. Dezember 2015 – Am 10. Dezember 2015 hat der Kurdische Nationalrat in al-Qamischli aus Anlass des Internationalen Tags der Menschenrechte eine Kundgebung gegen die Politik der Partei der Demokratischen Union (PYD) organisiert. Etwa achthundert Personen nahmen an der Veranstaltung teil. Die Redner wandten sich gegen die Schulpolitik der PYD sowie gegen Zwangrekrutierungen und forderten die Freilassung der politischen Gefangenen.

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KurdWatch, 13. Dezember 2015 – Im November 2015 haben Mitarbeiter des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der Partei der Demokratischen Union (PYD), in der Stadt ʿAfrin zahlreiche junge Männer willkürlich auf der Straße zwangsrekrutiert. Darüber hinaus wurden junge Männer aus ihren Häusern und Wohnungen entführt, beispielsweise in Schadiya, dreißig Kilometer nordwestlich von ʿAfrin. Am 3. Dezember wurden mindestens vier Männer in dem zehn Kilometer nördlich von ʿAfrin liegenden Dorf Saghnak zwangsrekrutiert.

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KurdWatch, 13. Dezember 2015 – Am 27. November 2015 haben Kämpfer der islamistischen Gruppierungen Harakat Ahrar asch‑Scham al‑Islamiya und Ahrar Suriya der Partei der Demokratischen Union (PYD) eine Frist von vierundzwanzig Stunden gesetzt, das von ihrer Miliz, den Volksverteidigungseinheiten (YPG), kontrollierte Allepiner Stadtviertel Schaikh Maqsud zu verlassen. Zwischen dem 28. November und dem 3. Dezember 2015 wurde das Viertel mit Boden‑Boden-Raketen beschossen. Nach YPG-Angaben sollen bei den Angriffen vier Zivilisten getötet und Dutzende verletzt worden sein. Am 3. Dezember haben die YPG und das Operationszentrum zur Befreiung von Aleppo, ein Zusammenschluss aus Freier Syrischer Armee (FSA) und islamistischen Oppositionsgruppen mit Ausnahme des Islamischen Staats (IS), ein Abkommen unterschrieben. In diesem verpflichten sich beide Seiten, sämtliche Kampfhandlungen einzustellen. Die Kämpfer beider Parteien sollen sich in ihre Gebiete zurückziehen. Die YPG kontrolliert somit weiterhin Schaikh Maqsud.

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KurdWatch, 13. Dezember 2015 – Am 3., 4. und 7. Dezember 2015 haben Mitarbeiter der Militärpolizei des syrischen Regimes im Stadtzentrum von al‑Qamischli junge Männer für die syrische Armee rekrutiert. Das Stadtzentrum steht unter Kontrolle des Regime und der Partei der Demokratischen Union (PYD). Die genaue Anzahl der rekrutierten Personen liegt nicht vor. Unklar ist auch, ob sowohl Araber als auch Kurden rekrutiert wurden. Seit Beginn der Zwangsrekrutierungen durch die Volksverteidigungseinheiten (YPG) der PYD Mitte 2014 hat das Regime in den überwiegend kurdischen Gebieten kaum noch Kurden in die Armee eingezogen. Anders sah es in gemischten Städten wie al‑Hasaka aus.

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KurdWatch, 13. Dezember 2015 – Am 10. Dezember 2015 sind bei drei Bombenexplosionen in Tall Tamr achtundzwanzig Personen ums Leben gekommen, mehr als hundert weitere wurden verletzt, einige von ihnen schwer. Sämtliche Bomben waren in abgestellten Autos plaziert. Eine Bombe explodierte in einer belebten Marktstraße, die zweite neben einem Zentrum der Asayiş, des Sicherheitsdienstes der Partei der Demokratischen Union (PYD), die dritte bei einem Kontrollpunkt der Volksverteidigungseinheiten (YPG) der PYD. Nach Angaben der von der Partei der Demokratischen Union eingesetzten Demokratischen Autonomen Verwaltung sind ausschließlich Zivilisten ums Leben gekommen. Zur Identität der Verletzten liegen keine weiteren Angaben vor.

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KurdWatch, 12. Dezember 2015 – Am 29. November 2015 haben Mitarbeiter der Asayiş, des Sicherheitsdienstes der Partei der Demokratischen Union (PYD), den Journalisten Gulal Husain Muhammad (bekannt als Gulal Liani), aus dem Haus seiner Eltern in al-Maʿbada (Girkê Legê) entführt. Liani arbeitet für den syrischen Oppositionssender Orient News, dessen Tätigkeit die von der PYD eingesetzte Demokratische Autonome Verwaltung am 4. August 2015 untersagt hat [weitere Informationen]. Barzan Muhammad, ein Bruder des Entführten, erklärte gegenüber KurdWatch: »Wir haben Informationen, dass der Asayiş meinen Bruder nach Rumailan gebracht hat.«

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KurdWatch, 11. Dezember 2015 – Bei der Bombardierung von Gebieten nahe der Kleinstadt al-Haul (vierzig Kilometer östlich von al‑Hasaka) durch die US‑geführte Koalition sollen am 7. Dezember 2015 bis zu sechsundzwanzig Zivilisten ums Leben gekommen sein. Ein Sprecher der Koalition erklärte, dass, sollten sich die Vorwürfe als glaubwürdig erweisen, eine ernsthafte Untersuchung derselben eingeleitet und deren Ergebnisse öffentlich gemacht würden. Das Gebiet war Anfang November 2015 von den Demokratischen Kräften Syriens, die von den Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) dominiert werden, eingenommen worden [weitere Informationen]. Das genannte Militärbündnis kooperiert mit den Koalitionskräften, unter anderem liefert es Koordinaten, auf Grundlage derer die Koalition ihre Luftschläge gegen den Islamischen Staat (IS) koordiniert. Arabische Aktivisten werfen der YPG vor, ihre Position zu missbrauchen, um sich an Personen oder Gruppierungen zu rächen, die ihnen kritisch gegenüber stehen.

Menschenrechtsaktivisten aus der Region Tall Abyad, die ebenfalls von der YPG eingenommen wurde, haben gegenüber KurdWatch bestätigt, dass Dorfbewohnern auch dort von der YPG eingeschüchtert wurden, indem ihnen mit der Weitergabe der Koordinaten ihrer Dörfer an die Alliierten gedroht wurde. Amnesty International erhebt ähnliche Vorwürfe.

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KurdWatch, 11. Dezember 2015 – Im November 2015 hat KurdWatch die Dorfvorsteher sowie ausgewählte Bewohner in insgesamt siebenundsiebzig Dörfern der Dschazira dazu befragt, wie viele Menschen die Dörfer seit Beginn der Unruhen 2011 verlassen haben. Vierzehn Dörfer befanden sich in der Gegend um ad-Darbasiya, sieben in der Gegend um Abu Raʾsain (Girbawi), elf in der Gegend um Tall Tamr, sechzehn in der Gegend um Raʾs al-ʿAin (Sêrê Kaniyê), fünfzehn in der Gegend um ʾAmuda und vierzehn in der Gegend um al-Hasaka. Vor März 2011 lebten insgesamt 38 616 Personen in den Dörfern, im November 2015 waren es nur noch 13 860 (36 Prozent). Insgesamt 64 Prozent der Bevölkerung  sind demnach geflohen. In den vierzehn Dörfern um al-Hasaka, in denen kriegerische Auseinandersetzungen stattgefunden hatten, lebten von ehemals 2 890 Menschen nur noch 220 Personen (knapp 8 Prozent).

Angaben der verbliebenen Bevölkerung sowie der Dorfvorsteher zufolge sind Familien und ältere Menschen überwiegend nach Irakisch-Kurdistan und in die Türkei geflohen, junge Menschen hingegen Richtung Europa. Generell leben inzwischen überproportional viele alte Menschen in den Dörfern. Überproportional hoch ist auch die Zahl der geflohenen Kurden im Vergleich zur geflüchteten arabischen Bevölkerung - in einigen ursprünglich arabisch-kurdischen Dörfern leben heute fast ausschließlich arabische Bewohner. Christen und Yeziden haben die Dörfer der Region fast vollständig verlassen.

Als Grund für die Flucht nannten die befragten Dorfbewohner in der Region al-Hasaka vor allem kriegerische Auseinandersetzungen. In den anderen Regionen wurden als Fluchtgründe die Unmöglichkeit, ohne ausreichende Wasser- und Elektrizitätversorgung Landwirtschaft zu betreiben, sowie im Falle junger Männer die drohende Zwangsrekrutierung in die Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) genannt. Darüber hinaus berichteten Dorfbewohner, dass die PYD einige Dörfer, deren Bewohner sie mehrheitlich als PYD-kritisch einschätzte, gänzlich vom Stromnetz genommen hätte.

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KurdWatch, 10. Dezember 2015 – Am 5. Dezember 2015 hat der Kurdische Nationalrat in ad-Darbasiya eine Demonstration gegen die Politik der Partei der Demokratischen Union (PYD) durchgeführt. Auf Plakaten wandten sich etwa zweihundert Teilnehmer gegen die Schulpolitik der PYD sowie gegen Zwangrekrutierungen und forderten die Freilassung der politischen Gefangenen der PYD. Anhänger der PYD organisierten eine Gegendemonstration. Mitarbeiter der Asayiş, des Sicherheitsdienstes der PYD, sorgten dafür, dass die Gruppen getrennt blieben. Zu Zusammenstößen kam es nicht. Allerdings wurde die Demonstration des Kurdischen Nationalrats von zwei Mitarbeiterinnen der PYD-nahen Nachrichtenagentur Hawar (ANHA) gefilmt. Aktivisten zufolge ist dieses Vorgehen üblich und dient der Identifizierung von Demonstrationsteilnehmern durch die PYD.

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KurdWatch, 8. Dezember 2015 – Am 29. November 2015 ist im Dorf al‑Aghibsch (zwei Kilometer westlich von Tall Tamr) in der Nähe eines Kontrollpunkts der Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) eine Autobombe in einem abgestellten Wagen explodiert. Nach Angaben der YPG sind drei ihrer Kämpfer verletzt worden. Berichte, dass zwölf YPG‑Kämpfer getötet worden seien, konnten nicht bestätigt werden.

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KurdWatch, 8. Dezember 2015 – In einem am 6. Dezember  2015 veröffentlichten Interview mit der Sunday Times erklärte der syrische Präsident Baschar al‑Assad, dass es weder die vom britischen Premierminister David Cameron geschätzten 70 000 gemäßigten syrischen Rebellen gebe, noch 7 000 oder auch nur zehn. Auf die Frage, wie er die Freie Syrische Armee (FSA) und die Kurden einschätze, erklärte er: »Die Kurden bekämpfen gemeinsam mit der syrischen Armee Terroristen, in den selben Gebieten. [...] Wir schicken ihnen Waffen, denn sie sind Syrer und sie wollen den Terrorismus bekämpfen. Wir machen das selbe mit vielen anderen Gruppen in Syrien, denn wir können die syrische Armee nicht in alle Gebiete in Syrien schicken.« Da die Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) die einzige bewaffnete kurdische Gruppe in Syrien ist, kann nur sie mit »den Kurden« gemeint sein.

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KurdWatch, 7. Dezember 2015 – Am 24. November 2015 haben zwei Unbekannte in ʿAmuda den Taxifahrer Sulaiman ʿUthman Sulaiman, der Mitglied der Demokratischen Partei Kurdistans – Syrien (PDK‑S) ist, aufgefordert, sie in das nahe der türkischen Grenze gelegene Dorf Dudan zu fahren. Einige Kilometer außerhalb der Stadt zwangen sie Sulaiman anzuhalten, verbanden ihm mit vorgehaltener Waffe die Augen und verprügelten ihn. Gegenüber KurdWatch erklärte Sulaiman: »Die Entführer haben mich geschlagen und mir gedroht, ich würde umgebracht werden, sollte ich noch einmal die PYD kritisieren.«

Am Tag zuvor war es zu einem Streit zwischen Sulaiman und Mitarbeitern des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der Partei der Demokratischen Union (PYD) gekommen. Ein Wagen des Asayiş war vor Sulaimans Taxi gefahren und Sulaiman hatte gehupt, damit dieser den Weg freigibt. Daraufhin war es zu einer verbalen Auseinandersetzung gekommen, in deren Folge Sulaiman zur Wache des Asayiş mitgenommen, eine Stunde später jedoch wieder freigelassen worden war.

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KurdWatch, 3. Dezember 2015 – In der Nacht vom 19. auf den 20. November 2015 haben türkische Soldaten der PYD‑nahen Nachrichtenagentur Hawar (ANHA) zufolge die Stadt Tall Abyad (Girê Sipî) mehrere Stunden mit leichten Waffen beschossen. ANHA hat seit dem 24. Oktober zahlreiche Angriffe der türkischen Armee auf Stellungen der Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) gemeldet: Am 24. Oktober auf ʿAin al‑ʿArab (Kobanî), am 30. Oktober, 11. und 17. November auf Orte westlich der Stadt Raʾs al‑ʿAin (Serê Kaniyê), am 25., 27. und 29. Okotber sowie am 17. November auf YPG‑Stellungen in Tall Abyad. Tote oder Verletzte habe es nicht gegeben, da die PYD das Feuer nicht erwidere, um eine Eskalation zu vermeiden. Unabhängige Bestätigungen dieser Ereignisse liegen nicht vor.

Die türkische Regierung hat erklärt, die YPG bei Dscharablus bombardiert zu haben, als diese in Richtung der Stadt vorzudringen versuchte. Das zwischen Kobanî und ʿAfrin gelegene Dscharablus und seine Umgebung sind für die YPG strategisch wichtig: Würde die YPG dieses Gebiet kontrollieren, wären die überwiegend kurdischen Enklaven Kobanî und ʿAfrin miteinander verbunden. Seit der Einnahme von Tall Abyad würde die YPG dann ein zusammenhängendes Gebiet von ʿAin Diwar bis ʿAfrin kontrollieren.

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KurdWatch, 3. Dezember 2015 – Nach der Einnahme der Stadt Tall Abyad durch die Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) im Juni 2015 wurde der Mechaniker Baschar al‑Husain aufgrund des Vorwurfs festgenommen, für den Islamischen Staat (IS) Sprengstoff in Autos eingebaut zu haben. In einer Diskussionsrunde des Senders Orient am 28. September 2015 erklärte ʿUmar ʿAllusch, politischer Verantwortlicher für Tall Abyad und langjähriger Kader der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), dass sich herausgestellt habe, dass al‑Husain unschuldig sei und daher freigelassen werde. Anfang November 2015 schließlich traf der Aktivist Subhi Sukkar ʿAllusch in Urfa. Sukkar erkundigte sich nach der noch ausstehenden Freilassung von al‑Husain. Darauf erklärte ʿAllusch: »Al-Husain ist unschuldig. Wir können ihn dennoch nicht freilassen, nicht, nachdem [der Menschenrechtsaktivist] Ahmad Hadsch Salih diesen Fall öffentlich im Fernsehen angesprochen hat. Es würde so aussehen, als ließen wir uns unter Druck setzen. Er kann daher erst später freigelassen werden.«  

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KurdWatch, 1. Dezember 2015 – Vom 20. bis zum 24. November 2015 fand in al‑Qamischli der vierzehnte Parteitag der Kurdischen Demokratischen Fortschrittspartei in Syrien statt. ʿAbdulhamid Hadschi Darwisch wurde erneut zum Sekretär gewählt. Hadschi Darwisch, der 1957 Mitbegründer der Partei war, hat diese Position seit 1970 inne. Darüber hinaus wurde beschlossen, dass die Fortschrittspartei aus dem Kurdischen Nationalrat ausscheidet. In der Abschlusserklärung des Parteitags wurde zudem eine Initiative zur Bildung eines Zentrums für kurdische politische Entscheidungen angekündigt, in das die Parteien und politischen Kräfte innerhalb und außerhalb des Kurdischen Nationalrats eingebunden werden sollen. Ferner wurde das Zentralkomitee beauftragt, Möglichkeiten für einen neuen Umgang mit der von der Partei der Demokratischen Union (PYD) eingesetzten Demokratischen Autonomen Verwaltung zu entwicklen.

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KurdWatch, 30. November 2015 – Am 20. November 2015 hat der Kurdische Nationalrat in al‑Hasaka eine Demonstration gegen die Politik der Partei der Demokratischen Union (PYD) durchgeführt. Rund einhundert Teilnehmer protestierten unter anderem gegen Zwangrekrutierungen, die Schulpolitik, die illegale Aneignung von Immobilien sowie die totalitäre Herrschaft in den kurdischen Gebieten im Allgemeinen. Mitarbeiter des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der PYD, griffen die Demonstranten an und lösten die Kundgebung auf. Fasla Yusuf, stellvertretende Vorsitzende des Kurdischen Nationalrats und Politbüromitglied der Kurdischen Demokratischen Einheitspartei in Syrien (Demokratische Yekîtî) von Kamiran Hadsch ʿAbdo, erklärte in den Medien, der Asyiş habe die Demonstrationsteilnehmer übelst beschimpft und verprügelt und dabei keinen Unterschied zwischen Männern und Frauen gemacht. Ein Teil der Angreifer habe dem Asayiş angehört, sei aber in Zivilkleidung aufgetreten. An der Demonstration hätten auf Wunsch der Organisatoren nur Personen über vierzig teilgenommen, damit die Jüngeren nicht zwangsrekrutiert würden.

Yusuf berichtete weiter, dass zwei Mitarbeiter des Asayiş sich geweigert hätten, die Demonstranten anzugreifen. Sie boten Yusuf Schutz, bis die Lage sich beruhigt hatte.

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KurdWatch, 30. November 2015 – Am 13. November 2015 haben mehrere hundert Anhänger des Kurdischen Nationalrats die Leichen von drei Rojava‑Peschmerga, die bei der Befreiung Sindschars (Irakisch‑Kurdistan) vom Islamischen Staat (IS) getötet worden waren, vom Grenzübergang Faisch Khabur bei al‑Malikiya (Dêrik) Richtung al‑Qamischli begleitet. Der Trauerzug wurde an mehreren Kontrollpunkten des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der Partei der Demokratischen Union (PYD), aufgehalten, sodass er erst am späten Abend in al‑Qamischli eintraf. Augenzeugenberichten zufolge wurden an den Kontrollpunkten mehrfach junge Männer zwangsrekrutiert.

Am 14. November wurden zwei der Verstorbenen in ʿAmuda und einer in al‑Qamischli beigesetzt. Im Vorfeld warnte der Asayiş die Einwohner der Stadt ʿAmuda, an Kundgebungen jeglicher Art teilzunehmen. Angeblich lagen Informationen vor, dass eine Autobombe in der Stadt detonieren sollte. Sowohl am 13. November als auch während der Beerdigungen am 14. November wurden zahlreiche Personen vom Asayiş aus den Trauerzügen heraus entführt. Ihnen soll die Beteiligung an einer ungenehmigten Demonstration vorgeworfen worden sein. Insgesamt veröffentlichte der Kurdische Nationalrat, der das Vorgehen der PYD verurteilte, die Namen von fünfzehn Personen, die im Zusammenhang mit der Beisetzung entführt oder zwangsrekrutiert wurden.

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KurdWatch, 29. November 2015 – Am 4. November 2015 haben Mitglieder der Partei der Demokratischen Union (PYD) die minderjährige Maisaʾ Muhyiddin Akirman (geb. 2002 in ʿAmuda) vor ihrer Schule in ʿAmuda rekrutiert. Klassenkameraden berichteten der Familie, Maisaʾ habe mit Angehörigen der PYD die Schule verlassen. Familienangehörige protestierten noch am selben Tag vor einer Wache des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der PYD, und forderten erfolglos die Rückkehr des Mädchens. Auch ein Besuch bei den Frauenverteidigungseinheiten (YPJ) der PYD blieb ergebnislos. Die YPJ dementierte, etwas über den Verbleib des Mädchens zu wissen. Weitere Recherchen der Familie haben hingegen ergeben, dass sich ihre Tochter in einem Lager der YPJ in der Nähe von al‑Malikiya (Dêrik) befindet.

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KurdWatch, 28. November 2015 – Am 25. November 2015 haben türkische Militärhubschrauber die kurdischen Gebiete um die Städte al‑Dschawadiya (Çil Axa) und Rumailan sowie mehrere nahegelegene Ölfelder überflogen. Die Ölfelder werden vom syrischen Regime betrieben und von der Partei der Demokratischen Union (PYD) geschützt. Das Generalkommando der Volksverteidigungseinheiten (YPG) der PYD hat am selben Tag in einer Erklärung angedroht, im Wiederholungsfall die Hubschrauber anzugreifen.

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KurdWatch, 25. November 2015 – Am 11. November 2015 haben Mitarbeiter des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der Partei der Demokratischen Union (PYD), Ibrahim Yusuf Farho (verheiratet, vier Kinder) an einem Kontrollpunkt in al‑Qahtaniya (Tirbesipî) in ihre Gewalt gebracht und entführt. Farho, der Mitglied der Kurdischen Einheitspartei in Syrien (Yekîtî) ist, hatte am selben Tag an einer Demonstration des Kurdischen Nationalrats teilgenommen und diese gefilmt.

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KurdWatch, 23. November 2015 – Am 17. November 2015 hat die Partei der Demokratischen Union (PYD) eine Kundgebung in al‑Qamischli durchgeführt. Die rund zweihundert Teilnehmer protestierten gegen die von der türkischen Regierung verübten »Massakar an der kurdischen Bevölkerung in der Türkei«, so die PYD‑nahe Nachrichtenagentur Hawar (ANHA). Es wurden keine Plakate oder Transparente gezeigt, dafür jedoch zahlreiche Flaggen von Organisationen, die der PYD nahestehen.

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KurdWatch, 23. November 2015 – Am 20. November 2015 haben Mitarbeiter des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der Partei der Demokratischen Union (PYD), den Journalisten Dschindar Barakat aus einem Internetcafé in al‑Hasaka mitgenommen. Barakat, der für die Website Yekîtî Media der Kurdischen Einheitspartei in Syrien (Yekîtî) arbeitet, hatte kurz zuvor während einer PYD‑kritischen Demonstration Aufnahmen gemacht. Er kam nach drei Stunden wieder frei. Seinen Laptop, der ihm zuvor abgenommen worden war, erhielt er zurück. Allerdings waren sämtliche Daten gelöscht worden. Sein Mobiltelefon wurde einbehalten.

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KurdWatch, 20. November 2015 – Am 13. November 2015 hat der Kurdische Nationalrat in al‑Qamischli eine Demonstration gegen die Politik der Partei der Demokratischen Union (PYD) durchgeführt. Auf Plakaten wandten sich die Teilnehmenden unter anderem gegen die Schulpolitik, gegen Zwangrekrutierungen, gegen die illegale Aneignung von Immobilien sowie gegen die totalitäre Herrschaft in den kurdischen Gebieten im Allgemeinen. An der Veranstaltung nahmen ungefähr eintausend Personen teil. Mitarbeiter des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der PYD, zwangrekrutierten zahlreiche junge Männer im Umfeld der Demonstration.

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KurdWatch, 20. November 2015 – Im Gedenken an den Kinobrand von ʿAmuda am 13. November 1960, bei dem mehrere hundert Schulkinder ums Leben kamen, hat das Kulturministerium der von der Partei der Demokratischen Union (PYD) für den Kanton Dschazira eingesetzten Übergangsverwaltung ein Malersymposion abgehalten. Achtzehn im Kanton ansässige Künstler trafen sich dazu im »Märtyrerpark« von ʿAmuda, dem ehemaligen Standort des abgebrannten Kinos. Aus gleichem Anlass führte der Kurdische Nationalrat am 12. November 2015 in ʿAmuda eine Gedenkveranstaltung durch. An der Kundgebung nahmen rund zweihundert Menschen teil. Es wurden keine Zwischenfälle gemeldet.

Bis heute gehen die meisten kurdischen Parteien in Syrien davon aus, dass es sich bei dem Kinobrand um einen Anschlag der syrischen Regierung gehandelt hat. Die Recherchen von KurdWatch [Bericht herunterladen] sprechen allerdings gegen diese Interpretation.

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KurdWatch, 19. November 2015 – Am 11. November 2015 hat Talal ʿAli Silo, Pressesprecher der Demokratischen Kräfte Syriens, die Eroberung des rund fünfzig Kilometer östlich von al‑Hasaka liegenden Orts al‑Khatuniya sowie des gleichnamigen Sees bekannt gegeben. Silo erklärte ferner, seit Beginn der Operationen der Demokratischen Kräfte Syriens gegen den Islamischen Staat (IS) [weitere Informationen] sei dieser bereits aus fünfzig Dörfern östlich von al‑Hasaka vertrieben worden. Angaben der US‑Armee stützen diese Aussage.

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KurdWatch, 19. November 2015 – Am 12. November 2015 hat die Partei der Demokratischen Union (PYD) in al‑Qamischli eine Demonstration durchgeführt. Die Teilnehmer trugen Plakate, mit denen sie ihre Unterstützung für die Schulpolitik der PYD bekundeten. Gleichzeitig wandten sie sich damit gegen die PYD‑kritischen Demonstrationen der letzten Tage, die an verschiedenen Orten vom Kurdischen Nationalrat organisiert worden waren [weitere Informationen]. »Ja und tausendmal ja zum Lehrplan und zur Philosophie und Ideologie des Führers Apo«, lautete ein Plakat, das Abdullah Öcalan, den inhaftierten Vorsitzenden der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) verherrlichte. Und weiter: »Schande über den Kurdischen Nationalrat«. An der Spitze des Demonstrationszuges liefen Grundschulkinder, einige von ihnen trugen Militäruniformen.

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KurdWatch, 19. November 2015 – Am 26. Oktober 2015 hat sich Faisal Mustafa Hadschano in ʿAin al‑ʿArab (Kobanî) vor dem Hauptsitz der von der Partei der Demokratischen Union (PYD) für den Kanton Kobanî eingesetzten Übergangsverwaltung aus Protest selbst angezündet. Zuvor waren alle seine Versuche gescheitert, seine Tochter (geb. 1984) treffen zu dürfen, die sich den Frauenverteidigungseinheiten (YPJ) der PYD angeschlossen hatte. Ein Aktivist erklärte gegenüber KurdWatch, Kämpfer der Volksverteidigungseinheiten (YPG) der PYD hätten den Vater, der selbst zwei Söhne bei der YPG hat, beschimpft und beleidigt. Faisal Mustafa Hadschano erlag am 1. November in einem Krankenhaus in der Türkei seinen Verletzungen. Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses der Übergangsverwaltung von Kobanî, ʿIsmat Schaikh Hasan, bezeichnete Hadschano gegenüber dem Radiosender Voice of America als »Verrückten«.

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KurdWatch, 17. November 2015 – Am 7. November 2015 haben Mitarbeiter des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der Partei der Demokratischen Union (PYD), das Politbüromitglied der Demokratischen Partei Kurdistans – Syrien (PDK‑S) Muhammad ʿAli, die PDK‑S-Mitglieder Base ʿAbdi und ʿUmar Ismaʿil sowie Fadi Marʿi, der Mitglied der Kurdischen Zukunftswegung in Syrien von Narin Matini ist, in al‑Malikiya (Dêrik) zu den PYD‑kritischen Demonstrationen der letzten Tage befragt. Ihnen wurde gedroht, sie zu entführen, sollten sie Demonstrationen organisieren, ohne zuvor eine Genehmigung der PYD‑Verwaltung einzuholen.

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KurdWatch, 17. November 2015 – Am 9. November 2015 haben Mitarbeiter des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der Partei der Demokratischen Union (PYD), Kawa Ismaʿil und Mahmud Liyani aus dem von Ismaʿil in al‑Malikiya (Dêrik) betriebenen Internetcafé entführt. Vier Stunden später wurden die beiden mehrere Kilometer außerhalb der Stadt wieder freigelassen. Zuvor waren sie mit verbundenen Augen gefoltert worden, ihre Mobiltelefone wurden ihnen entwendet. Kawa Ismaʿil ist Mitglied des Kurdischen Nationalrats sowie der Kurdischen Jugendbewegung, Mahmud Liani ist Mitglied der Kurdischen Jugendbewegung.

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KurdWatch, 17. November 2015 – Am 9. November 2015 demonstrierten Anhänger des Kurdischen Nationalrats in al‑Malikiya (Dêrik) gegen die Politik der Partei der Demokratischen Union (PYD). Es handelte sich um die vierte PYD‑kritische Demonstration innerhalb einer Woche in den von der PYD kontrollierten Gebieten. Die PYD organisierte am selben Ort eine Gegendemonstration. Anhänger der PYD griffen mehrere Demonstranten des Kurdischen Nationalrats an, ohne dass der Asayiş, der Sicherheitsdienst der PYD, eingriff. Die PYD‑nahe Nachrichtenagentur Hawar (ANHA) behauptete später, Teilnehmer der Demonstration des Kurdischen Nationalrats hätten sich gegenseitig verprügelt. Nach den Zwischenfällen änderte der Kurdische Nationalrat seine Demonstrationsroute.

Mitarbeiter des Asayiş durchsuchten zahlreiche Demonstranten der Gegenseite und zogen ihre Mobiltelefone ein. Journalisten wurden daran gehindert, die Demonstration aufzunehmen. Ein Journalist des Fernsehsenders ARK TV, der der Demokratischen Partei Kurdistans – Syrien (PDK‑S) nahesteht, wurde geschlagen, zudem wurde seine Kammera entwendet.

Zeitgleich zur Demonstration zwangsrekutierte der Asayiş in der Nähe junge Männer für die Volksverteidigungseinheiten (YPG) der PYD.

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KurdWatch, 14. November 2015 – Der Vorsitzende der Kurdischen Demokratischen Fortschrittspartei in Syrien, ʿAbdulhamid Hadschi Darwisch, stattete im irakischkurdischen Sulaimaniya kürzlich der dortigen Vertretung der von der Partei der Demokratischen Union (PYD) für die von ihr kontrollierten Gebiete eingesetzten Übergangsverwaltung einen Besuch ab. So berichtete am 4. November 2015 die Nachrichtenagentur Hawar (ANHA), die der PYD nahesteht. Er habe anlässlich des Treffens erklärt, die Volksverteidigungseinheiten (YPG) der PYD übten in »Rojava« (Syrisch-Kurdistan) legitime militärische Gewalt aus. Seine Partei sei gegen jede militärische Gruppierung, die sich nicht der YPG anschließe. Noch am selben Tag dementierte die Fortschrittspartei diese Darstellung. ʿAbdulhamid Hadschi Darwisch habe in Sulaimaniya lediglich gesagt, damit die YPG das kurdische Volk richtig vetrete, müsse die PYD aufhören, das Volk alleine beherrschen zu wollen.

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KurdWatch, 12. November 2015 – Am 7. November 2015 hat der Kurdische Nationalrat in al‑Dschawadiya (Çil Axa) eine Demonstration gegen die Schulpolitik der Partei der Demokratischen Union (PYD) [weitere Informationen] durchgeführt. An der Veranstaltung nahmen ungefähr eintausend Personen teil. Mitarbeiter des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der PYD, versperrten den Demonstranten den Weg, kurze Zeit sah es aus, als würde die Situation eskalieren. Dann jedoch mahnten einige Demonstrationsteilnehmer zur Besonnenheit und forderten die anderen auf, umzukehren, woraufhin sich der Demonstrationszug zurückbewegte. Während der Demonstration durchsuchten Asayişmitarbeiter zahlreiche Personen und nahmen ihnen ihre Mobiltelefone ab.

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KurdWatch, 9. November 2015 – Am 1. September 2015 haben Mitarbeiter des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der Partei der Demokratischen Union (PYD), in al‑Qamischli zahlreiche junge Männer willkürlich auf der Straße zwangsrekrutiert. Unter anderem wurde auf dem Sabʿ-Bahrat-Platz im Stadtzentrum von al‑Qamischli rekrutiert. Am 4. November wurden zahlreiche junge Männer in al‑Maʿbada (Girkê Legê) rekrutiert. Genaue Angaben zur Zahl der Zwangsrekrutierten liegen nicht vor.

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KurdWatch, 8. November 2015 – Redur Khalil, der Pressesprecher der Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD), erklärte am 16. Oktober 2015 auf einer Pressekonferenz in al‑Qamischli, die Aussage des PYD‑Kovorsitzenden Salih Muslim, die YPG habe Waffen der internationalen Koalition erhalten, sei »nur seine Meinung«. Muslim habe seine Kompetenzen überschritten und über Dinge geredet, zu denen er keine Informationen habe. Dieser hatte zuvor gegenüber der Presse bestätigt, dass die USA fünfzig Tonnen Munition für die YPG und ihre Verbündeten abgeworfen haben, um damit gegen den Islamischen Staat (IS) zu kämpfen. Weitere Waffenlieferungen würden erwartet. YPG‑Sprecher Khalil machte selbst keine Aussagen darüber, was mit den über der Provinz al‑Hasaka abgeworfenen Rüstungsgütern geschehen sei, sondern verwies diesbezüglich auf die offiziellen Erklärungen aus Washington.

Sprecher des US‑Verteidigungsministeriums hatten ursprüngliche Aussagen korrigiert und erklärt, die Lieferung sei nur für arabische Gruppen bestimmt gewesen und hätte ihr Ziel bestimmungsgemäß erreicht. Die Dementis sind als Rücksichtnahme auf Befindlichkeiten der Türkei zu sehen [weitere Informationen].

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KurdWatch, 8. November 2015 – Nachdem ursprünglich sowohl Vertreter der Partei der Demokratischen Union (PYD) als auch Sprecher des US‑Militärs bestätigt hatten, dass am 11. Oktober über der Provinz al‑Hasaka abgeworfene Waffen und Munition [weitere Informationen] von den Volksverteidigungseinheiten (YPG) der PYD geborgen wurden, nahmen beide Seiten diese Aussage in der Folge zurück. Das Pentagon ließ erklären, die Lieferung sei ausschließlich für arabische Gruppen bestimmt gewesen und es gebe auch keinerlei Hinweise darauf, dass andere Gruppen in ihren Besitz gelangt seien. Vertreter arabischer Einheiten innerhalb der von der YPG dominierten Demokratischen Kräfte Syriens [weitere Informationen] bestritten jedoch, Waffen oder Munition erhalten zu haben. Sie wüssten auch von keiner anderen Miliz, die bewaffnet worden sei, außer »vielleicht unsere Partner, die Kurden«.

Die Türkei hatte zuvor sowohl den USA als auch Russland gedroht, eine weitere Ausdehnung des kurdischen Einflussbereichs entlang ihrer Grenze nicht zu tolerieren. Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoğlu drohte der PYD zudem mit Konsequenzen, sollten die von den Amerikanern gelieferten Waffen in die Hände der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) fallen.

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KurdWatch, 8. November 2015 – Am 31. Oktober 2015 hat das neue, von den Volkverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) dominierte Militärbündnis Demokratische Kräfte Syriens [weitere Informationen] den Beginn einer Offensive »zur Befreiung der südlichen Gebiete der Provinz al‑Hasaka« bekannt gegeben. Am 1. November griffen Kämpfer der Demokratischen Kräfte Syriens den Islamischen Staat (IS) bei al‑Haul an, rund vierzig Kilometer östlich der Stadt al‑Hasaka. Der Vorstoß auf den ungefähr fünfzehn Kilometer von der syrisch-irakischen Grenze entfernt liegenden Ort wurde durch Luftschläge der US‑geführten Koalition begleitet.

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KurdWatch, 8. November 2015 – Am 27. Oktober 2015 haben in ad‑Darbasiya Mitarbeiter des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der Partei der Demokratischen Union (PYD), in zahlreichen Läden Stoffballen mit Tarnmustern beschlagnahmt. Die Aktion wurde damit begründet, dass die Stoffe an den Islamischen Staat (IS) verkauft würden.

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KurdWatch, 8. November 2015 – Am 3. November 2015 hat der Kurdische Nationalrat in al‑Qahtaniya (Tirbesipî) eine Kundgebung durchgeführt, an der ungefähr vierhundert Personen teilnahmen. Auf Plakaten wendeten sie sich gegen die Schulpolitik der Partei der Demokratischen Union (PYD) [weitere Informationen]. Mitarbeiter des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der PYD, umstellten die Protestierenden. Zahlreiche Teilnehmer wurden durchsucht, Journalisten daran gehindert, die Kundgebung aufzunehmen. Darüber hinaus durften auf der Veranstaltung keine Lautsprecher benutzt werden.

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KurdWatch, 7. November 2015 – Am 3. November 2015 haben Mitarbeiter des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der Partei der Demokratischen Union (PYD), mehreren Mitgliedern des Kurdischen Nationalrats am östlich von al‑Malikiya (Dêrik) gelegenen Grenzübergang Faisch Khabur die Ausreise nach Irakisch-Kurdistan verweigert. In der Reisegruppe befand sich auch der Vorsitzende des Nationalrats, Ibrahim Biro. Der Kurdische Nationalrat hat den Vorfall noch am selben Tag in einer Erklärung als »unverantwortlich« bezeichnet.

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KurdWatch, 7. November 2015 – Am 3. November 2015 hat die regierende Baʿthpartei auf dem Sabʿ-Bahrat-Platz in der Sicherheitszone von al‑Qamischli, in der sich die Büros der verschiedenen syrischen Geheimdienste befinden, eine Kundgebung durchgeführt. Die Versammelten hielten eine Schweigeminute für die Opfer des Absturzes einer russischen Passagiermaschine auf die Sinaihalbinsel ab.

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KurdWatch, 7. November 2015 – Am 4. November 2015 ist in der Nähe eines Verwaltungsgebäudes der Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) in Raʾs al‑ʿAin (Serê Kaniyê) ein Sprengsatz detoniert, der an einem geparkten Motorrad angebracht war. Dabei wurde eine Zivilistin verletzt.

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KurdWatch, 5. November 2015 – Am 28. Oktober 2015 hat der Asayiş, der Sicherheitsdienst der Partei der Demokratischen Union (PYD), den Mitgliedern der Kurdischen Einheitspartei in Syrien (Yekîtî) eine Frist von vierundzwanzig Stunden gesetzt, ihr Parteibüro in Tall Tamr zu schließen. Am 29. Oktober wurde das Gebäude umstellt, die Anwesenden wurden unter Androhung von Gewalt der Räume verwiesen und das Büro wurde anschließend vom Asayiş verschlossen. Begründet wurde die Maßnahme mit dem Fehlen einer von der Übergangsverwaltung der PYD ausgestellten Genehmigung.

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KurdWatch, 4. November 2015 – Am 29. Oktober 2015 hat der Asayiş, der Sicherheitsdienst der Partei der Demokratischen Union (PYD), der parteiunabhängigen Frauenorganisation Kolîşîna in Tall Tamr eine Frist von vierundzwanzig Stunden zur Schließung ihres Büros gesetzt. Am nächsten Tag zwang der Asayiş die Mitarbeiterinnen der Organisation, das Büro zu verlassen, und sperrte die Räumlichkeiten anschließend ab. Begründet wurde die Maßnahme mit dem Fehlen einer von der Übergangsverwaltung der PYD ausgestellten Genehmigung.

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KurdWatch, 4. November 2015 – Am 31. Oktober 2015 hat die von der Partei der Demokratischen Union (PYD) für den Kanton Kobanî eingesetzte Übergangsverwaltung den 1. November zum Feiertag und zum »Internationalen Tag für Kobanî« erklärt. Am 1. November organisierte die von der PYD kontrollierte Bewegung für eine Demokratische Gesellschaft (TEV‑DEM) aus diesem Anlass Kundgebungen in ʿAfrin und ʿAmuda. An den Veranstaltungen nahmen jeweils zwischen zwei- und dreitausend Menschen teil.

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KurdWatch, 31. Oktober 2015 – Am 28. Oktober 2015 hat die Pressestelle der Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) die Bildung eines Ausschusses bekannt gegeben, der sich mit dem Problem der Rekrutierung von Minderjährigen beschäftigt. Infolge der Arbeit des Ausschusses seien einundzwanzig minderjährige Rekruten aus dem Dienst entlassen und ihren Angehörigen übergeben worden. Namen wurden nicht genannt. KurdWatch hat mehrere Familien befragt, deren minderjährige Kinder von der YPG rekrutiert worden waren. Keines von ihnen war unter den Entlassenen.

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KurdWatch, 31. Oktober 2015 – Am 27. Oktober 2015 stürmten Kämpfer der Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) mehrere Läden in Raʾs al‑ʿAin (Serê Kaniyê), in denen Alkohol verkauft wird. Die Angreifer zerstörten sowohl Flaschen mit alkoholischen Getränken als auch Kühlschränke. Hintergrund des Angriffs soll nach Informationen von KurdWatch ein Vorfall gewesen sein, bei dem sich mehrere betrunkene YPG‑Kämpfer mit einer Handgranate verletzt hatten.

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KurdWatch, 31. Oktober 2015 – Am 22. Oktober 2015 haben rund zwanzig Schüler gemeinsam mit ihren Angehörigen im Westviertel von al‑Qamischli gegen ihre von der Partei der Demokratischen Union (PYD) veranlasste Entlassung aus christlichen Schulen protestiert. Die Schüler forderten, in ihre Klassen zurückkehren zu können.

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KurdWatch, 30. Oktober 2015 – Am 21. Oktober 2015 haben siebzehn in der Provinz al‑Hasaka tätige christliche Organisationen, darunter acht Kirchen, die Politik der Partei der Demokratischen Union (PYD) verurteilt. In einer gemeinsamen Erklärung heißt es unter anderem: »Das Gesetz zur Verwaltung der Gelder der Abwesenden und der Auswanderer [weitere Informationen] widerspricht den Prinzipien der Menschen- und Bürgerrechte. Das Recht auf Privatbesitz ist ein heiliges persönliches Recht und der Versuch, die Auswanderer als Verräter an Patriotismus und Nation zu bezeichnen, ist nicht akzeptabel. […] Ein solches Gesetz stellt eine demografische Gefahr für die Christen in der Dschazira dar.«

Auch die Zwangsrekrutierungen durch die PYD [Bericht herunterladen] werden kritisiert: »Es ist nicht zulässig, dass Bürger in ihrem Land gleichzeitig für zwei unterschiedliche Seiten zwangsrekrutiert werden.« Zur Schulpolitik [weitere Informationen] steht in der Erklärung: »Die Einmischung in die Angelegenheiten der kirchlichen Schulen in der Dschazira ist unbegründet und inakzeptabel.«

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KurdWatch, 29. Oktober 2015 – Am 26. Oktober 2015 hat der Kurdische Nationalrat in al‑Maʿbada (Girkê Legê) eine Kundgebung gegen die Politik der Partei der Demokratischen Union (PYD) organisiert. Etwa zweitausend Personen nahmen an der Veranstaltung teil. Die Redner wandten sich vor allem gegen die Schulpolitik der PYD [weitere Informationen].

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KurdWatch, 29. Oktober 2015 – Am 26. Oktober 2015 haben Mitarbeiter des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der Partei der Demokratischen Union (PYD), in al‑Hasaka zahlreiche junge Männer willkürlich auf der Straße zwangsrekrutiert. Genaue Angaben zur Zahl der Rekrutierten liegen nicht vor.

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KurdWatch, 26. Oktober 2015 – Am 10. Oktober 2015 haben die Volksverteidigungseinheiten (YPG) und die Frauenverteidigungseinheiten (YPJ) der Partei der Demokratischen Union (PYD) gemeinsam mit einer christlichen Miliz und einer Koalition arabischer Einheiten ein neues Bündnis mit der Bezeichnung »Demokratische Kräfte Syriens« gegründet, um gemeinsam den Islamischen Staat (IS) zu bekämpfen. Das Bündnis ist Mitte Oktober von den USA mit Waffen unterstützt worden [weitere Informationen].

Bei den arabischen Einheiten, die unter dem Namen »Syrische Arabische Koalition« auftreten, handelt es sich überwiegend um Milizen, die bereits zuvor mit der YPG kooperiert haben. Dazu gehören etwa die Sanadid-Kräfte, eine Stammesmiliz der Schammar, sowie Einheiten der Freien Syrischen Armee (FSA), die im Rahmen des Zusammenschlusses Burkan al‑Furat (»Vulkan des Euphrat«) an der Seite der YPG gekämpft haben [weitere Informationen].

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KurdWatch, 26. Oktober 2015 – Am 19. Oktober 2015 haben die christlichen Schulen in al‑Qamischli die Eltern aller kurdischen Schüler aufgefordert, ihre Kinder nicht mehr zur Schule zu schicken. Die Kinder brachten entsprechende Mitteilungen nach Hause. Eine Mitarbeiterin der Schule al‑Hurriya erklärte gegenüber KurdWatch: »Die PYD‑Verwaltung hat uns vor die Wahl gestellt, entweder die kurdischen Kinder auf Kurdisch und mit den Lehrmaterialien der PYD zu unterrichten, oder aber alle kurdischen Schüler aus der Schule zu entlassen«.

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KurdWatch, 26. Oktober 2015 – Am 21. Oktober 2015 hat der von der Partei der Demokratischen Union (PYD) eingesetzte Ältestenrat der Stadt Tall Abyad [weitere Informationen] entschieden, die Stadt und die umliegenden Gebiete dem von der PYD eingerichteten Kanton Kobanî anzugliedern. Begründet wurde die Entscheidung mit der geografischen Nähe. Die Ratsmitglieder, zehn Araber, drei Kurden, ein Armenier und ein Turkmene, tagten neben einem Foto des inhaftierten Führers der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), Abdullah Öcalan.

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KurdWatch, 21. Oktober 2015 – Nach der Übernahme von Tall Abyad durch die Partei der Demokratischen Union (PYD) hat diese einen Ältestenrat eingesetzt, der die Stadt und die umliegenden Gebiete gemeinsam mit ihr verwalten soll. Arabische Aktivisten werfen seinen Mitgliedern vor, »Marionetten der PYD« zu sein. Viele Mitglieder werden zudem als regimenah kritisiert. »Die arabischen Mitglieder des Rats repräsentieren ihre Stämme nicht«, so der Aktivist Ahmad Hadsch Salih gegenüber KurdWatch. Ein weiterer Aktivist, Subhi Sukkar, erklärte, der Ältestenrat werde »von arabischer Seite« nicht anerkannt. Darüber hinaus habe er keinerlei Entscheidungsbefugnisse: »Militärische und politische Kontrolle liegen ausschließlich bei YPG [den Volksverteidigungseinheiten der PYD] und PYD«, so Sukkar.

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KurdWatch, 20. Oktober 2015 – Zwischen dem 13. und 16. Oktober 2015 haben Mitarbeiter des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der Partei der Demokratischen Union (PYD), in al‑Qamischli, ad‑Darbasiya, al‑Malikiya (Dêrik) sowie in anderen Städten der kurdischen Gebiete zahlreiche junge Männer willkürlich auf der Straße zwangsrekrutiert. In al‑Qamischli wurde Muhammad Hasan vom Asayiş angeschossen, als er versuchte, sich der Zwangsrekrutierung durch Flucht zu entziehen. Hasan wurde mit Schusswunden ins Krankenhaus eingeliefert.

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KurdWatch, 20. Oktober 2015 – Am 13. Oktober 2015 hat der Kurdische Nationalrat in einer Erklärung alle »kurdistanischen Kräfte« sowie die internationale Gemeinschaft aufgefordert, ein Ende der »leichtsinnigen Taten der Partei der Demokratischen Union (PYD)« herbeizuführen. Genannt werden unter anderem »die Herbeiführung von Hunger, Einschränkungen in allen Lebensbereichen, Zwangsrekrutierungen mit Waffengewalt, Verfolgung, Festnahmen, die Beschlagnahmung von Wohnhäusern und [anderem] Besitz sowie die erzwungene Durchsetzung ideologischer Lehrpläne«.

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KurdWatch, 20. Oktober 2015 – Bei der Freilassung von vierundvierzig Personen aus der Gefangenschaft des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der Partei der Demokratischen Union (PYD), am 5. Oktober 2015 in Tall Abyad (Girê Sipî) [weitere Informationen], handelt es sich nach Einschätzung arabischer Aktivisten lediglich um eine öffentlichkeitswirksame Aktion. Der Aktivist Ahmad Hadsch Salih erklärte gegenüber KurdWatch: »Die entlassenen Personen wurden überhaupt nur von der PYD festgenommen, um später wieder entlassen werden zu können. Ein Gefangener, der neunundsiebzig Tage in Haft war, wurde nicht ein einziges Mal befragt. Er hat weder erfahren, warum er festgenommen wurde, noch, warum er freikam. Den Inhaftierten wurden entweder keine oder lächerliche Fragen gestellt. Viele Gefangene haben berichtet, dass es keine regulären Verhöre gab. Sie bekamen während der gesamten Haftzeit nur ein oder zwei kurze Fragen gestellt, etwa, ob sie den IS unterstützen oder jemanden kennen, der dies tut.« Nach Einschätzung von Salih hat die PYD die jetzt freigelassenen Personen überhaupt nur deshalb in ihre Gewalt gebracht, um später vorgeben zu können, dass Personen, gegen die sich keine Verdachtsmomente ergeben, freigelassen werden. Gleichzeitig erklärte er gegenüber KurdWatch, dass insgesamt noch rund tausendachthundert Personen aus Tall Abyad und Umgebung in PYD‑Gefängnissen in Tall Abyad, Raʾs al‑ʿAin (Serê Kaniyê) und ʿAin al‑ʿArab (Kobanî) gefangen gehalten würden. Bei den Verhören werde regelmäßig gefoltert.

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KurdWatch, 16. Oktober 2015 – Berichten verschiedener Nachrichtenagenturen zufolge haben die USA syrische Oppositionsgruppen mit Munition und Waffen versorgt, die Anfang der Woche in der Provinz al‑Hasaka abgeworfen wurden. Die Waffen sollen für die neu gegründeten »Demokratischen Kräfte Syriens« bestimmt sein, deren wichtigstes Mitglied die Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) sind. Nachdem die USA ihren Plan, eine eigene syrische Streitmacht aufzubauen, aufgegeben haben, soll nun für den Kampf gegen den Islamischen Staat (IS) eine Truppe von mehr als 20 000 Kurden und bis zu 5 000 Arabern gefördert werden. Ziel ist die Einnahme der nordsyrischen IS‑Hochburg ar‑Raqqa.

Die USA haben die YPG bereits im Kampf gegen den IS in ʿAin al‑ʿArab (Kobanî) und Tall Abyad (Girê Sipî) durch Luftschläge unterstützt. Amnesty International wirft der YPG in diesem Zusammenhang schwerwiegende Verletzungen der Menschenrechte von arabischen Zivilisten vor.

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KurdWatch, 16. Oktober 2015 – Am 13. Oktober 2015 haben Mitarbeiter des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der Partei der Demokratischen Union (PYD), an einem Kontrollpunkt in einer belebten Straße von ʿAmuda versucht, einen Wagen zu stoppen. Als der Fahrer nicht hielt, feuerte der Asayiş in Richtung Auto. Dabei wurden drei Passanten sowie der Ladenbesitzer Husain Dschaghir verletzt. Dschaghir erlag am nächsten Tag im Krankenhaus seinen Verletzungen. Eine Untersuchung zu den Vorfällen wurde nicht eingeleitet.

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KurdWatch, 16. Oktober 2015 – Am 13. Oktober 2015 ist im Stadtviertel Kurnisch in al‑Qamischli ein an einem Motorrad angebrachter Sprengsatz explodiert. Die Explosion ereignete sich in der Nähe eines Fahrzeugs des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der Partei der Demokratischen Union (PYD). Ein Mitarbeiter des Asayiş wurde getötet, drei weitere verletzt. Die Hintergründe des Anschlags sind bislang nicht bekannt.

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KurdWatch, 16. Oktober 2015 – Am 12. Oktober 2015 haben sich etwa hundert Personen auf der Hauptstraße von ʿAmuda versammelt um gegen die Schulpolitik der Partei der Demokratischen Union (PYD) zu protestieren [weitere Informationen]. Die Teilnehmenden trugen Plakate, auf denen unter anderem die Wiedereinführung der Fächer Englisch und Arabisch gefordert wurde. Außerdem verlangten sie unter dem Motto »Bringt eure politischen Differenzen nicht in unsere Schule« die Trennung von Politik und Schule.

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KurdWatch, 13. Oktober 2015 – Am 8. Oktober 2015 haben Mitarbeiter der von der Partei der Demokratischen Union (PYD) für den Kanton Dschazira eingesetzten Übergangsverwaltung Laden- und Werkstattbesitzern im Industriegebiet von al‑Qamischli eine Frist von achtundvierzig Stunden gesetzt, um neue Gewerbeanmeldungen zu beantragen. Der Besitzer einer Werkstatt erklärte gegenüber KurdWatch: »Als ich wegen der Anmeldung bei der PYD nachgefragt habe, haben sie zwanzigtausend Syrische Lira von mir verlangt. Das ist doch Betrug. Ich besitze seit fünfzehn Jahren eine Gewebeanmeldung.« Zwanzigtausend Syrische Lira entsprechen derzeit rund fünfzig Euro. Die geforderten Gebühren sollen von der Größe des Betriebs abhängen, klare Richtlinien liegen jedoch nicht vor. KurdWatch sind Geschäftsleute bekannt, die bis zu fünfundsiebzigtausend Syrische Lira bezahlen mussten, währen Personen mit guten Beziehungen zur Übergangsverwaltung »Ermäßigungen« erhielten.

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KurdWatch, 13. Oktober 2015 – Einem Bericht der libanesischen Tageszeitung al‑Akhbar vom 9. Oktober 2015 zufolge haben Vertreter der Partei der Demokratischen Union (PYD) in den vergangenen Tagen zunächst in Damaskus Gespräche mit syrischen Regierungsvertretern geführt, um am 9. Oktober weiter nach Latakia zu reisen. Dort sollen sie Vertreter des russischen Militärs treffen. Bei den Gesprächen soll es um eine von russischer Seite gewünschte gemeinsame Offensive von russischer Armee, syrischer Armee und den Volksverteidigungseinheiten (YPG) der PYD gegen den Islamischen Staat (IS) gehen.

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KurdWatch, 13. Oktober 2015 – Am 10. Oktober 2015 hat der irakischkurdische Nachrichtensender Rudaw auf seiner Website gemeldet, dass eine Teil der Rojava‑Peschmerga [weitere Informationen] noch diesen Monat in Syrisch‑Kurdistan eintreffen soll. Angeblich sollen die Rojava‑Peschmerga gemeinsam mit Kämpfern der Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) sowie der Freien Syrischen Armee (FSA) kämpfen. Woher die Information stammt, wurde nicht genannt. 

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KurdWatch, 10. Oktober 2015 – Am 6. Oktober 2015 hat die von der Partei der Demokratischen Union (PYD) für den Kanton Dschazira eingesetzte Übergangsverwaltung mündlich verfügt, dass alle arabischen Flüchlinge, die in die von ihr verwalteten kurdischen Gebiete geflohen sind, diese entweder verlassen oder sich in Flüchtlingscamps begeben müssen. Einen diesbezüglichen schriftlichen Erlass gibt es nach Recherche von KurdWatch bislang noch nicht. Nach Einschätzung von KurdWatch besteht das Ziel der Vertreibung der Flüchtlinge darin, die dann frei werdenden Häuser beschlagnahmen zu können. Viele an arabische Flüchtlinge vermietete Häuser gehören Kurden, die ihrerseits außer Landes geflohen sind. Bislang hat ausschließlich die Kurdische Zukunftsbewegung in Syrien gegen die geplante Maßnahme protestiert. Ihr Pressesprecher Jiyan ʿUmar gab dem Nachrichtensender Orient am 7. Oktober ein entsprechendes Interview.

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KurdWatch, 10. Oktober 2015 – Am 5. Oktober 2015 hat der Asayiş, der Sicherheitsdienst der Partei der Demokratischen Union (PYD), in Tall Abyad vierundvierzig Araber freigelassen. Laut der PYD‑nahen Nachrichtenagentur Hawar hätten sich in den Verhören keine Anhaltspunkte dafür ergeben, dass sie in Straftaten gegen »Gesellschaft und Bürger« verwickelt gewesen seien. Unter den Entlassenen waren auch Personen aus Dair az‑Zaur und ar‑Raqqa. Die Freilassung fand im Rahmen von Gespächen zwischen der von der PYD kontrollierten Bewegung für eine Demokratische Gesellschaft (TEV‑DEM) und einer Art Ältestenrat aus arabischen Stammesführern statt. Bei den Gesprächen geht es darum, sich auf eine gemeinsame Verwaltung der Stadt zu einigen. Da Tall Abyad nicht mehrheitlich von Kurden bewohnt wird, ist eine Alleinregierung der Stadt durch die PYD schwierig.

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KurdWatch, 10. Oktober 2015 – Am 3. Oktober 2015 haben dreizehn kurdische Organisationen aus Syrien sowie zahlreiche Schriftsteller und Aktivisten, darunter etliche Exilanten, in einer Erklärung die Schulpolitik der von der Partei der Demokratischen Union (PYD) für den Kanton Dschazira eingesetzten Übergangsverwaltung kritisiert. Bis zum 5. Oktober war die Zahl der Unterschriften auf knapp einhundertneunzig gestiegen. Die Erklärung fordert die Wiedereinführung der Fächer Englisch und Arabisch, sowie die ausschließliche Einstellung ausgebildeter Lehrkräfte. Außerdem wird gefordert, dass Schulkinder nicht länger nach ihrem ethnischen Hintergrund getrennt werden.

Hintergrund des Protestes ist, dass die PYD in den ersten drei Klassen der Grundschule sowohl den Arabisch- als auch den Englischunterricht gestrichen hat. Die Klassen werden ausschließlich auf Kurdisch unterrichtet. In den Klassen vier bis sechs erfolgt der Unterricht hingegen nach wie vor auf Arabisch, Kurdisch ist seit einigen Jahren Nebenfach [weitere Informationen]. Viele Eltern lehnen die Streichung des Arabisch- sowie des weiteren Fremdsprachenunterrichts ab. Einige Familien haben versucht, ihre Kinder in überwiegend arabischen Stadtvierteln zur Schule zu schicken, da dort die »Schulreformen« der PYD nicht gelten. Dies wurde von der PYD jedoch verhindert. 

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KURDWATCH, 9. Oktober 2015 – Am 28. September 2015 starb der fünfundfünfzigjährige arabische Aktivist Aiman al‑Humaidi at‑Tahari in einem Krankenhaus der von der Partei der Demokratischen Union (PYD) kontrollierten Stadt Tall Abyad. At‑Tahari war am 23. September gemeinsam mit seinem fünfzigjährigen Neffen ʿAdil al‑Balikh at‑Tahari von Kämpfern der Volksverteidigungseinheiten (YPG) der PYD aus seinem Haus in dem acht Kilometer südlich von Tall Abyad liegenden Dorf Huwaidschat al‑ʿAbd entführt worden. Ein weiterer Neffe at‑Taharis, Subhi Sukkar, erklärte gegenüber KurdWatch: »Die beiden wurden in Einzelzellen festgehalten. Aiman ist Diabetiker, aber die YPG hat ihm seine Medikamente nicht gegeben, um Druck auf ihn auszuüben. Er wurde sehr krank, und als er das Bewußtsein verlor, haben sie ihn in der Nacht des 27. September ins Krankenhaus gebracht. Dort ist er wenige Stunden später am 28. September verstorben.« Angaben der Familie zufolge wies der Leichnam Folterspuren am Hals und an der linken Schulter auf. ʿAdil al‑Balikh at‑Tahari kam am 28. September frei.

Aiman al‑Humaidi at‑Tahari war Gründer und Befehlshaber eines von ihm aus eigenen Mitteln finanzierten und in Huwaidschat al‑ʿAbd stationierten Bataillons der Freien Syrischen Armee (FSA). Die Einheit war zum Schutz der Bevölkerung von at‑Taharis Heimatort eingesetzt, zur lokalen kurdischen Bevölkerung bestanden gute Beziehungen. Zu Konflikten mit der YPG war es gekommen, weil diese die Präsenz des Bataillons in der von ihr kontrollierten Gegend ablehnte. Diese Haltung der YPG gegenüber militärischen Einheiten, die ihre Alleinherrschaft infrage stellen, ist aus den kurdischen Gebieten bereits bekannt. Dort hat die YPG zahlreiche kurdische Einheiten der FSA sowie militärische Einheiten anderer kurdischer Parteien angegriffen [Bericht herunterladen].

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KURDWATCH, 9. Oktober 2015 – Am 5. Oktober 2015 gab es eine große Explosion an einer Tankstelle in der Sicherheitszone von al‑Qamischli, in der sich die Büros der verschiedenen syrischen Geheimdienste befinden. Ob es sich um einen Unfall oder einen Anschlag handelte, ist nicht bekannt. Es gab keine Berichte über Tote oder Verletzte.

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KURDWATCH, 7. Oktober 2015 – Am 2. Oktober 2015 haben Kämpfer des Islamischen Staats (IS) drei Autobomben in der Nähe von Stellungen der Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) nahe des rund fünfunddreißig Kilometer südwestlich der Stadt al‑Hasaka liegenden Dschabal ʿAbdulʿaziz (Çiyayê Kezwan) gezündet. Insgesamt sollen vier Kämpfer der YPG ums Leben gekommen sein. Eine weitere Autobombe explodierte am Rande des zwei Kilometer westlich von Tall Tamr gelegenen Dorfes al‑Aghibsch. Dabei kamen zehn Personen, YPG‑Kämpfer sowie Zivilisten, ums Leben. Sieben weitere Personen wurden verletzt. Anschließend starteten IS‑Kämpfer einen Angriff auf YPG‑Stellungen am Dschabal ʿAbdulʿaziz. Die Kämpfe dauerten bis zum 3. Oktober an. 

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KURDWATCH, 7. Oktober 2015 – Am 28. September 2015 haben die Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) in Aleppo eine Straße zwischen dem Stadtteil Schaikh Maqsud und dem vom syrischen Regime kontrollierten Viertel asch‑Schahbaʾ geöffnet. Damit steht dem Regime eine zusätzliche Versorgungsroute zur Verfügung. Gleichzeitig hat die YPG eine Straße zwischen Aleppo und ʿAfrin, die der Opposition als Verbindungsroute in den Norden dient, abgeriegel und dort Scharfschützen stationiert. Die in Schaikh Maqsud stationierten Einheiten des islamistischen Operationszentrums Labbaiki Ukhtah haben sich unterdessen aus dem Viertel zurückgezogen. Am 2. Oktober schlugen wieder Raketen in Schaikh Maqsud ein. Außerdem wurde das mehrheitlich arabisch bewohnte Viertel Salahuddin beschossen. Salahuddin wird von der Dschabhat an‑Nusra und anderen islamistischen Oppositionsgruppen kontrolliert. Die Opposition beschuldigte die YPG, für den Beschuss verantwortlich zu sein. Bereits am 1. Oktober forderten mehrere Hundert jugendliche Demonstranten in Salahuddin die Befreiung von der YPG.

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KURDWATCH, 5. Oktober 2015 – Am 22. September 2015 haben vier Unbekannte in ʿAfrin den Koordinator des lokalen Komitees der Kurdischen Jugendbewegung, Farhad Anwar Mustafa (geb. 1989 in ʿAfrin), entführt. Die Kurdische Jugendbewegung ist Mitglied des Kurdischen Nationalrats. Angehörige des Entführten vermuten, dass der Asayiş, der Sicherheitsdienst der Partei der Demokratischen Union (PYD), für die Entführung verantwortlich ist. Wie in vergleichbaren Fällen hat der Asayiş allerdings bislang seine Beteiligung gegenüber den Angehörigen verneint.

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KURDWATCH, 1. Oktober 2015 – Zu Beginn des Schuljahrs 2015/2016 hat die Erziehungsbehörde in al‑Hasaka verfügt, dass die Klassenstufen eins bis drei der Grundschulen in der Provinz geschlossen bleiben. Unterrichtet wird nur noch in den höheren Klassen. Eine Grundschullehrerin aus al‑Qamischli erklärte gegenüber KurdWatch: »Grund für die Schließung der ersten drei Klassen ist, dass die PYD dort auf Kurdisch unterrichten möchte«. Seit drei Jahren wird mit Duldung des Baʿthregimes in den Schulen wöchentlich zwei Stunden Kurdischunterricht angeboten, nun will die PYD sämtliche Fächer der ersten bis dritten Klassen auf Kurdisch unterrichten lassen. Ein weiterer Konflikt mit der Erziehungsbehörde in al‑Hasaka besteht darin, dass die PYD ein neues Schulfach in den Klassen eins bis drei einzuführen plant, das den Namen »Schule der Mütter« tragen soll. Das zugehörige Schulbuch basiert auf der Ideologie der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK). Es enthält zahlreiche Fotos von Abdullah Öcalan und glorifiziert den inhaftierten PKK‑Vorsitzenden als Führer der Kurden.

Bis heute werden die Lehrergehälter in den von der PYD eingerichteten Kantonen Dschazira, ʿAfrin und Kobanî von der Baʿthregierung finanziert. Lehrern, die den Anweisungen der syrischen Erziehungsbehörde zuwiderhandeln, droht die Suspendierung. Informationen von KurdWatch zufolge hat die PYD jedoch teilweise Lehrer gezwungen, entgegen der Verfügung der Behörde zu unterrichten.

Die Unstimmigkeiten zwischen PYD und Regime haben zu einer erheblichen Verunsicherung der Eltern geführt. Viele Grundschulen sollen am 28. September, dem ersten Schultag nach den Ferien, nahezu leer gewesen sein. Eltern schicken ihre Kinder auch deshalb nicht zur Schule, weil sie die politische Indoktrination durch die PYD ablehnen. Ein weiteres Problem besteht darin, dass es in Syrien keine Lehrer gibt, die dafür ausgebildet wären, in kurdischer Sprache zu unterrichten.

Schulen in überwiegend arabischen Stadtvierteln und Regionen der Provinz al‑Hasaka sind von dem Erlass nicht betroffen.

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KURDWATCH, 30. September 2015 – Schamsa Husain ʿAntar wurde 1967 in ʿAmuda geboren und lebt derzeit in al‑Qamischli. Sie ist ausgebildete Kindererzieherin und arbeitet seit dreiundzwanzig Jahren als Lehrerin. ʿAntar berichtet über den sexuellen Missbrauch von Kindern und Frauen, der ihrer Einschätzung nach in den vergangenen Jahren in den kurdischen Gebieten zugenommen hat. Das Interview zeigt die Hilflosigkeit von Erziehern, Lehrern und Eltern angesichts sexueller Gewalt, den Mangel an Institutionen und NGOs, die sich dieser Thematik annehmen und die desolate Situation der Schulen in Syrisch-Kurdistan, vier Jahre nach Beginn der syrischen Revolution.

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KURDWATCH, 30. September 2015 – Anfang September 2015 hat die von der Partei der Demokratischen Union (PYD) für den Kanton Dschazira eingesetzte Übergangsregierung ein Gesetz verabschiedet, dass es der Verwaltung erlaubt, Fahrzeuge, Immobilien, Ländereien sowie das Barvermögen geflohener Syrer auf dem Gebiet der Übergangsverwaltung »zum Schutz« derselben unter ihre Kontrolle zu bringen und sie in den »Dienst der Bevölkerung der Autonomieverwaltung« zu stellen. Die eingezogenen Besitztümer dürfen wirtschaftlich genutzt werden, die Einnahmen behält die Verwaltung. Die Betroffenen können innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe des Einzugs ihres Besitzes dagegen klagen. Besitztümer werden nicht eingezogen, wenn Auswanderer sie von Verwandten ersten oder zweiten Grades verwalten lassen. Verwaltern, die nicht in diese Kategorie fallen, wird eine Haftstrafe von einem Jahr sowie eine Geldstrafe von mindestens einer Million Syrische Lira angedroht. Sofern die Betroffenen selbst oder Verwandte ersten oder zweiten Grades in die von der PYD kontrollierten Gebiete zurückkehren, haben sie das Recht auf Rückgabe ihres Besitzes, jedoch keinen Anspruch auf die zwischenzeitlich damit erzielten Einnahmen. Mitte September wurden Mitarbeiter der Übergangsverwaltung in verschiedenen Vierteln der Stadt al‑Qamischli dabei gesehen, wie sie mögliche Objekte ausfindig machten.

Der Beschluss kommt in vielen Fällen einer Enteignung von Flüchtlingen gleich. Er ist im Rahmen der verschiedenen Maßnahmen der PYD zu sehen, Menschen soweit als möglich an der Flucht aus den kurdischen Gebieten zu hindern. Bereits seit längerer Zeit verlangt die PYD von Bewohnern der von ihr kontrollierten Gebiete, die ins Ausland reisen möchten, eine Genehmigung bei ihrem Sicherheitsdienst, dem Asayiş, einzuholen.

des Asayiş, des
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KURDWATCH, 30. September 2015 – Am 27. September 2015 haben türkische Soldaten das Feuer auf eine Gruppe von Flüchtlingen eröffnet, die versuchten, bei Mustariha in der Nähe von Raʾs al‑ʿAin die Grenze Richtung Türkei zu überqueren. Einer der Flüchtlinge, Sami al‑ʿUkla, wurde dabei schwer verletzt.

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KURDWATCH, 30. September 2015 – Am 26. September 2015 kam es am Rande des rund fünfunddreißig Kilometer südwestlich der Stadt al‑Hasaka liegenden Dschabal ʿAbdulʿaziz (Çiyayê Kezwan) zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen den Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) und Kämpfern des Islamischen Staats (IS). IS‑Kämpfer versuchten zudem, zwei Kilometer südlich von al‑Hasaka einen Kontrollpunkt des syrischen Regimes zu übernehmen.

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KURDWATCH, 30. September 2015 – Am 21. September 2015 haben Kämpfer der Dschabhat an‑Nusra, der Harakat Ahrar asch‑Scham al‑Islamiya sowie der Harakat Nuruddin az‑Zanki alle Zufahrtsstraßen zum mehrheitlich kurdisch bewohnten Aleppiner Stadtteil Schaikh Maqsud abgeriegelt. Zwischen dem 24. und 26. September wurden Stellungen der Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) angegriffen. Zwischen dem 26. und 28. September schlugen mehrere Raketen in Wohnhäuser des Viertels ein. Dabei kamen zwei Kinder ums Leben, mehr als zehn Zivilisten wurden verletzt. Die Angreifer sind Teil des Operationszentrums Labbaiki Ukhtah, eines Zusammenschlusses islamistischer Gruppierungen, mit dem die PYD im Mai 2015 eine Aufteilung der Kontrolle des Stadtteils vereinbart hatte [Dokument herunterladen]. Offenbar ist das damals geschlossene Abkommen gescheitert. Der PYD‑nahen Nachrichtenagentur Hawar zufolge besteht das Ziel des Angriffs der islamistischen Einheiten darin, eine Straße von Aleppo nach ʿAfrin unter ihre Kontrolle zu bringen, die durch Schaikh Maqsud verläuft.

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KURDWATCH, 30. September 2015 – Am 23. September 2015 haben die Kovorsitzenden der von der Partei der Demokratischen Union (PYD) für den Kanton Dschazira eingesetzten Übergangsverwaltung einen Amnestiererlass des Legislativrats unterschrieben. Der Erlass begnadigt von PYD Gerichten verurteilte Personen, die zu einer Haftstrafe von unter fünf Jahren verurteilt worden sind. Personen, die wegen Drogendelikten, dem Diebstahl oder Schmuggel von oder dem Handel mit antiken Grabungsfunden, Fälschung, Schmuggel, Raub oder dem Sammeln von Spenden verurteilt wurden, erhalten einen Strafnachlass von dreißig Prozent der Gesamtstrafe. Allen anderen Straftätern werden vierzig Prozent der Strafe erlassen. Flüchtige Straftäter können begnadigt werden, wenn sie sich binnen eines Monats den Behörden stellen. Ausgenommen von der Amnestie sind wegen Terrorakten verurteilte Personen und Prostituierte.

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KURDWATCH, 30. September 2015 – Am 23. September 2015 haben Mitarbeiter des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der Partei der Demokratischen Union (PYD), an mehreren Kontrollpunkten in al‑Qamischli Motorräder beschlagnahmt. Die Besitzer sollen ihre Fahrzeuge zurückerhalten, wenn sie sich neue Fahrzeugpapiere durch die von der Partei der Demokratischen Union (PYD) für den Kanton Dschazira eingesetzte Übergangsverwaltung ausstellen lassen. Mehrere Radiosender verbreiteten die Meldung, alle Motorradhalter hätten bis zum 28. September Zeit, um sich neue Papiere zu besorgen.

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KURDWATCH, 29. September 2015 – Am 25. und 26. September 2015 haben Kämpfer des Islamischen Staats (IS) Stellungen der Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) in der Nähe des rund dreißig Kilometer nordöstlich von al‑Hasaka liegenden Orts Tall Birak angegriffen. Informationen über mögliche Opfer liegen nicht vor.

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KURDWATCH, 28. September 2015 – Am 20. September 2015 hat der Asayiş, der Sicherheitsdienst der Partei der Demokratischen Union (PYD), ʿAbdurrahman Hasan freigelassen. Das Mitglied der Demokratischen Partei Kurdistans – Syrien (PDK‑S) war am 9. August 2015 in ʿAfrin vom Asayiş entführt worden. Der Hintergrund der Entführung konnte bislang nicht geklärt werden.

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KURDWATCH, 28. September 2015 – Am 10. September 2015 haben Mitarbeiter des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der Partei der Demokratischen Union (PYD), ʿUmar Salih ʿUmar an einem Kontrollpunkt in al‑Maʿbada (Girkê Legê) entführt. ʿUmar ist Mitglied des Lokalkomitees des Kurdischen Nationalrats in al‑Maʿbada. Der Hintergrund der Entführung ist bisher nicht bekannt.

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KURDWATCH, 25. September 2015 – Am 21. September 2015 explodierte in Raʾs al‑ʿAin (Serê Kaniyê) eine Autobombe neben einem Kontrollpunkt der Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD). Außer dem Selbstmordattentäter starben zwei Kämpfer der YPG, drei weitere sowie zwei Zivilisten wurden verletzt. Ein weiterer Selbstmordattentäter sprengte sich mit seinem Wagen auf einer Zufahrtsstraße in die Luft, nur wenige Kilometer außerhalb der Stadt. Eine Frau wurde dabei verletzt. Angaben der YPG zufolge konnten Kämpfer der YPG den Fahrer eines Wagens töten, der mit einer dritten Bombe ebenfalls versucht hatte, in die Stadt zu gelangen.

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KURDWATCH, 25. September 2015 – Am 18. September 2015 hat die Partei der Demokratischen Union (PYD) auf ihrer Website behauptet, der frühere Fußballtrainer Usama ʿAbdulmuhsin sei Mitglied der islamistischen Dschabhat an‑Nusra gewesen. ʿAbdulmuhsin war einer größeren Öffentlichkeit bekannt geworden, als er bei seiner Flucht über die ungarisch- serbische Grenze von einer Journalistin getreten und zu Fall gebracht worden war. Die PYD behauptet außerdem, ʿAbdulmuhsin sei von 2004 bis 2010 Trainer der Fußballmannschaft al‑Futuwwa aus Dair az‑Zaur gewesen. In dieser Funktion sei er auch am 12. März 2004 während eines Spiels seiner Mannschaft gegen die Mannschaft al‑Dschihad aus al‑Qamischli im Fußballstadion von al‑Qamischli gewesen. Politische Differenzen zwischen den Fans beider Mannschaften mündeten damals in gewalttätige Auseinandersetzungen, die zu tagelangen Unruhen führten. Der PYD zufolge soll ʿAbdulmuhsin die Gewalt im Fußballstadion angestachelt haben. Wie Recherchen von KurdWatch ergeben haben, entspricht dies nicht den Tatsachen. Zum einen hat Usama ʿAbdulmuhsin nie die Erstligamannschaft von al‑Futuwwa trainiert. Der damalige Trainer hieß Ibrahim Yasin. Yasin trat nach den Ereignissen 2004 als Trainer zurück, ihm folgte Hischam Khalaf, der seinerseits 2010 von Anwar ʿAbdulqadir abgelöst wurde. Usama ʿAbdulmuhsin war ausschließlich Trainer der Kindermannschaften von al‑Futuwwa. Mehrere Augenzeugen erklärten zudem gegenüber KurdWatch, der damalige Präsident von al‑Futuwwa, ʿImad ʿAtallah, der sich im Stadion befand, habe versucht, die Fans zu beruhigen. Einem weiteren Augenzeugen zufolge, der 2004 als Sportreporter im Stadion zugegen war, waren weder die Spieler noch der Trainer von al‑Futuwwa in die Auseinandersetzungen involviert. Sie sollen vielmehr bemüht gewesen sein, diese zu verhindern und eine Durchführung des Spiels zu ermöglichen.

Darüber hinaus entspricht es nicht den Tatsachen, dass, wie die PYD behauptet, im Stadion Menschen getötet wurden. Einem Bericht von KurdWatch zu den Ereignissen von 2004 [Bericht herunterladen] ist vielmehr zu entnehmen, dass nur außerhalb des Stadions Menschen ums Leben kamen. Insgesamt liegen Namen von zweiunddreißig Opfern vor, die in den tagelangen Auseinandersetzungen mit syrischen Sicherheitskräften getötet wurden – nicht, wie von der PYD behauptet, über fünfzig.

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KURDWATCH, 24. September 2015 – Am 21. September 2015 fand ein Gefangenenaustausch zwischen dem Islamischen Staat (IS) und den Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) statt. Der IS ließ unter anderem den Mitarbeiter des irakischkurdischen Fernsehsenders Rûdaw Masʿud ʿAqil frei. Der gemeinsam mit ʿAqil am 16. Dezember 2014 entführte Farhad Hame [weitere Informationen] blieb hingegen in Gefangenschaft. Nach Informationen von KurdWatch kamen zudem sieben arabische Gefangene frei. Die PYD hat sich zu dem Austausch noch nicht offiziell geäußert; Informationen über die von der YPG freigelassenen IS‑Kämpfer liegen bislang nicht vor.

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KURDWATCH, 22. September 2015 – Am 15. September 2015 sind bei einem weiteren Anschlag des Islamischen Staats (IS) auf einen Kontrollpunkt der Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) in al‑Hasaka drei Kämpfer der YPG sowie vier Zivilisten durch die Explosion einer Autobombe getötet worden. Sechs weitere Personen wurden verletzt. Der IS hatte bereits am Vortag einen Anschlag auf einen Kontrollpunkt der YPG verübt [weitere Informationen].

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KURDWATCH, 22. September 2015 – Am 22. September 2015 hat die Kurdische Jugendbewegung in al‑Maʿbada (Girkê Legê) eine Kundgebung durchgeführt, bei der rund zwanzig bis fünfundzwanzig Aktivisten an den Angriff des Islamischen Staats (IS) auf ʿAin al‑ʿArab (Kobanî) vor einem Jahr [weitere Informationen] erinnerten. Die Kurdische Jugendbewegung ist Mitglied des Kurdischen Nationalrats.

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KURDWATCH, 22. September 2015 – Am 17. September 2015 ist in Damaskus der Rekrut Khabat Muhammad Haso (geb. 1988 in Raʾs al‑ʿAin) im Dienst erschossen worden, während er ein Krankenhaus bewachte. Haso war 2011 von der syrischen Armee zum Militärdienst eingezogen worden. Der Familie wurde mitgeteilt, ein Scharfschütze der syrischen Opposition habe ihn getötet.

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KURDWATCH, 20. September 2015 – Am 14. September 2015 sind in al‑Hasaka drei Autobomben explodiert, zwei davon im Stadtzentrum. Die dritte Explosion ereignete sich neben einem Kontrollpunkt der Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) im Norden der Stadt. Mehr als zehn Personen wurden getötet, zahlreiche weitere verletzt. Unter den Toten befanden sich sowohl YPG‑Kämpfer als auch Zivilisten. Ziel der Anschläge im Stadtzentrum waren Stellungen der syrischen Armee. Hier kamen drei Zivilisten ums Leben, weitere Personen wurden verletzt. Der Islamische Staat (IS) bekannte sich zu allen drei Anschlägen.

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KURDWATCH, 20. Septmeber 2015 – Mitte September 2015 haben hundertneunundsechzig Mitglieder der Demokratischen Partei Kurdistans – Syrien (PDK‑S) aus al‑Malikiya (Dêrik) in einer Presseerklärung ihren Rückzug aus der Partei angekündigt. Begründet wurde die Entscheidung mit massiven Fälschungen der parteiinternen Wahlen am 24. Juli 2015 sowie Absprachen zwischen nicht näher genannten Gruppen innerhalb der Partei. Bereits Anfang August 2015 hatten vierundvierzig Mitglieder der Partei in Raʾs al‑ʿAin (Serê Kaniyê) die PDK‑S verlassen [weitere Informationen].

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KURDWATCH, 17. September 2015 – Am 8. September 2015 kam es auf einem von den Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) besetzten Gelände im Süden der Stadt al‑Malikiya zu einer Explosion. Aufgrund der Wucht der Detonation wird vermutet, dass die YPG den ehemaligen staatlichen Landwirtschaftsbetrieb als Munitionslager verwendet hat.

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KURDWATCH, 17. August 2015 – Am 2. September 2015 hat der Asayiş, der Sicherheitsdienst der Partei der Demokratischen Union (PYD), Falamaz ʿUthman wieder freigelassen. Das Mitglied der Demokratischen Partei Kurdistans – Syrien (PDK‑S) war am 7. Juli 2015 vom Asayiş entführt worden [weitere Informationen]. Bislang war ʿUthman nicht erreichbar, um zu erfahren, was ihm vorgeworfen wurde.

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KURDWATCH, 17. September 2015 – Am 10. September 2015 hat die Hohe Wahlkommission der von der Partei der Demokratischen Union (PYD) eingesetzten Übergangsverwaltung im Kanton ʿAfrin Kommunalwahlen durchführen lassen. In insgesamt einunddreißig Kommunen wurden je zwei Kovorsitzende der Kommunalverwaltung gewählt. Abgesehen von der Bewegung für eine Demokratische Gesellschaft (TEV‑DEM), die von der PYD kontrolliert wird, nahm nur die Kurdische Demokratische Einheitspartei in Syrien (Demokratische Yekîtî) von Schaikh Ali an den Wahlen teil. Am 12. September wurde durch die Hohe Wahlkommission bekannt gegeben, dass TEV‑DEM sämtliche Posten gewonnen habe. Die Demokratische Yekîtî warf in einer Erklärung den Vorsitzenden zahlreicher Wahlauschüsse vor, nicht neutral gewesen zu sein. Details wurden nicht genannt. Die Demokratische Yekîtî erklärte außerdem, nicht an den Kommunalratswahlen teilnehmen zu wollen. Die Ratsmitglieder sollen am 2. Oktober gewählt werden.

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KURDWATCH,  13. September 2015 – Am 8. September 2015 haben türkische Soldaten in der Nähe der Stadt Raʾs al‑ʿAin (Serê Kaniyê) das Feuer auf eine Gruppe von Flüchtlingen eröffnet, die die syrisch-türkische Grenze illegal überqueren wollten. Dabei kam Hasan Nuri Sulaiman (geb. 1975 in Raʾs al‑ʿAin) ums Leben.

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KURDWATCH, 11. September 2015 – Am 9. September 2015 haben rund fünfzehn Mitarbeiter des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der Partei der Demokratischen Union (PYD), eine Sitzung der Demokratischen Partei Kurdistans – Syrien (PDK‑S) in dem fünfundzwanzig Kilometer nördlich von ʿAfrin gelegenen Ort Schaikh Bilal aufgelöst. Sie entführten das Zentralkomiteemitglied der PDK‑S ʿAbdurrahman Apo  sowie das Parteimitglied Muhammad ʿAli Bilal, in dessen Haus das Treffen stattfand. Beide kamen nach wenigen Stunden wieder frei. Apo erklärte gegenüber KurdWatch: »Der Asayiş hat uns bei der Entführung grob behandelt. Sie haben meine Hände gefesselt. Auf der Wache waren sie zwar freundlich, haben mir aber mitgteilt, dass sie Anweisungen haben, jede Sitzung der PDK‑S zu unterbinden.«

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KURDWATCH, 10. Septembe 2015 – Am 5. September 2015 haben türkische Soldaten in der Nähe der Stadt al‑Qamischli das Feuer auf drei Flüchtlinge eröffnet, die die syrisch-türkische Grenze illegal überqueren wollten. Dabei kam Matin Sulaiman (geb. in al‑Qamischli) ums Leben. Sulaiman wurde am 6. September in al‑Qamischli beigesetzt.

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KURDWATCH, 8. September 2015 – Am 5. September 2015 haben die Lokalkomitees des Kurdischen Nationalrats in mehreren Städten Kundgebungen vor ihren Büros durchgeführt. Demonstrationen fanden unter anderem in al‑Qamischli, ʿAmuda, ad‑Darbasiya, al‑Dschawadiya (Çil Axa), al‑Maʿbada (Girkê Legê) und Tall Tamr statt. Wie am 29. August vom Kurdischen Nationalrat beschlossen [weitere Informationen] protestierten die Teilnehmer gegen die Auswanderung aus den kurdischen Gebieten. Auf einigen Plakaten wurde ein Ende der Zwangsrekrutierungen sowie der willkürlichen Entführungen gefordert. Die dafür Verantwortlichen, die Partei der Demokratischen Union (PYD), ihre Volksverteidigungseinheiten (YPG) und ihr Sicherheitsdienst (Asayiş), wurden jedoch nicht namentlich erwähnt. Die Zahl der Demonstranten lag zwischen knapp vierzig in Tall Tamr und rund zweihundert in al‑Qamischli.

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KURDWATCH, 6. September 2015 – Am 2. September 2015 hat der Jugend- und Sportausschuss der von der Partei der Demokratischen Union (PYD) für den Kanton Dschazira eingesetzten Übergangsverwaltung eine Demonstration in ad‑Darbasiya organisiert. An der Veranstaltung nahmen rund fünfundzwanzig Aktivistinnen teil und protestierten gegen die Verheiratung von Minderjährigen.

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KURDWATCH, 6. September 2015 – Am 1. September 2015 veranstaltete die Union der Jugend von Rojava, die der Partei der Demokratischen Union (PYD) nahesteht, einen Sternmarsch. Demonstranten liefen von Dschindiras, Scharran, Basuta und Radschu Richtung ʿAfrin. Dort versammelten sie sich am 2. September zu einer Abschlusskundgebung und forderten die Freilassung Abdullah Öcalans, des in der Türkei inhaftierten Führers der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK).

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KURDWATCH, 6. September 2015 – Seit April 2015 berichten der Partei der Demokratischen Union (PYD) nahestehende Medien über die Gründung einer neuen Miliz mit der Bezeichnung Kernverteidigungseinheiten (Yekîneyên Parastina Cewherî, YPC). So berichtete die Nachrichtenagentur Hawar am 24. April über die Ausbildung von tausenfünfhundert Rekruten der YPC für vierzehn Bataillone in al‑Qamischli. Am 30. Juni berichtete Xeber24 über Spezialeinheiten der YPC in al‑Hasaka. Am 2. September schließlich erwähnte Hawar die Gründung einer Fraueneinheit der YPC im Aleppiner Stadtteil Schaikh Maqsud. In welchem Verhältnis die YPC zu den Volksverteidigungseinheiten (YPG) steht, ist unklar. Ebenfalls unklar ist, ob die PYD auch für die YPC zwangsrekrutiert.

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KURDWATCH, 4. September 2015 – Am 29. und 30. August 2015 haben Mitarbeiter des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der Partei der Demokratischen Union (PYD), an Kontrollpunkten in al‑Qamischli, ʿAmuda und Raʾs al‑ʿAin (Serê Kaniyê) zahlreiche junge Männer zwangsrekrutiert. Augenzeugenberichten zufolgen wurden etwa hundertfünfzig Rekruten in das fünfundzwanzig Kilometer östlich von Tall Tamr gelegene Ausbildungslager von Tall Baidar gebracht.

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KURDWATCH, 4. September 2015 – Am 31. August 2015 kam es fünfunddreißig Kilometer südlich von Tall Abyad (Girê Sipî) zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Kämpfern der Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) und des Islamischen Staats (IS). IS‑Kämpfer griffen Stellungen der YPG in dem zehn Kilometer östlich von ʿAin ʿIsa gelegenen Dorf Fatisa an, konnten diese aber nicht einnehmen. Angaben der YPG zufolge sollen zwei Kämpfer des IS getötet worden sein.

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KURDWATCH, 31. August 2015 – Am 29. August 2015 hat der Kurdische Nationalrat auf einer Sitzung in al‑Qamischli beschlossen, am 5. September 2015 gegen die Auswanderung der kurdischen Bevölkerung aus Syrisch-Kurdistan und den damit verbundenen »gefährlichen« demografischen Wandel zu demonstrieren. Gleichzeitig hatte es der Kurdische Nationalrat in der vorangegangenen Woche abgelehnt, gegen Zwangsrekrutierungen und willkürliche Verhaftungen durch die Partei der Demokratischen Union (PYD) zu demonstrieren [weitere Informationen]. Vor allem junge Männer verlassen die Region aufgrund der von der PYD durchgeführten Zwangsrekrutierungen [Bericht zu Zwangsrekrutierungen herunterladen].

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KURDWATCH, 31. August 2015 – Einer am 22. August 2015 veröffentlichten Erklärung der Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) zufolge hat einer der mutmaßlichen Täter des von Kämpfern des Islamischen Staats (IS) am 25. Juni 2015 in ʿAin al‑ʿArab (Kobanî) verübten Massakers [weitere Informationen] Selbstmord begangen. Der Verdächtige befand sich in einem Gefängnis der PYD in ʿAin al‑ʿArab.

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KURDWATCH, 31. August 2015 – Zwischen dem 25. und 28. August 2015 kam es in der Nähe des fünfundzwanzig Kilometer südwestlich von ʿAfrin liegenden Orts Dair Ballut zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Kämpfern der Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) und der Dschabhat an‑Nusra. Mehrere Raketen schlugen in Dair Ballut ein und verletzten mindestens einen Zivilisten.

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KURDWATCH, 31. August 2015 – Nach dem Rückzug von Dschabhat an‑Nusra und weiteren syrischen Oppositionsgruppen haben Kämpfer des Islamischen Staats (IS) am 18. August 2015 mehrere arabische Dörfer nördlich von Aleppo eingenommen. Sie näherten sich auch dem zwanzig Kilometer nördlich von Aleppo liegenden kurdischen Dorf Ahras bis auf wenige Kilometer. Hunderte Bewohner des Dorfes flohen daraufhin Richtung ʿAfrin.

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KURDWATCH, 28. August 2015 – Am 22. August 2015 haben hundertsechsundfünfzig Rekruten den sechsmonatigen militärischen Zwangsdienst bei den Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) in dem fünfundzwanzig Kilometer östlich von Tall Tamr liegenden Ort Tall Baidar beendet und sind aus dem Militärdienst entlassen worden. Die YPG zwingt regelmäßig Rekruten zum Militärdienst, darunter auch Kinder und Jugendliche [Bericht zur Zwangsrekrutierung herunterladen].

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KURDWATCH, 28. August 2015 – Am 24. August 2015 haben Kämpfer des Islamischen Staats (IS) rund dreißig bis vierzig kurdische Bewohner aus dem etwa vierzig Kilometer südlich von ʿAin al‑ʿArab (Kobanî) liegenden Dorf Qulan entführt. Unbestätigten Berichten zufolge sollen sie derzeit in benachbarten Dörfern festgehalten werden.

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KURDWATCH, 28. August 2015 – Am 25. August 2015 hat der Asayiş, der Sicherheitsdienst der Partei der Demokratischen Union (PYD), den Chemiestudenten Azad ʿAbdo Idscho in al‑Qamischli freigelassen. Das Mitglied der Kurdischen Einheitspartei in Syrien (Yekîtî) war am 10. August 2015 vom Asayiş in ad‑Darbasiya entführt worden [weitere Informationen] und am 22. August aus Protest gegen seine Entführung in den Hungerstreik getreten.

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KURDWATCH, 28. August 2015 – Am 2. August 2015 haben vierundvierzig Mitglieder der Demokratischen Partei Kurdistans – Syrien (PDK‑S) aus Raʾs al‑ʿAin (Serê Kaniyê) in einer gemeinsamen Presseerklärung ihren Rückzug aus der Partei angekündigt. Begründet wurde die Entscheidung mit nicht näher ausgeführten organisatorischen und persönlichen Differenzen. Die Partei ist erst im April 2014 entstanden, als sich die Kurdische Demokratische Partei in Syrien (el‑Partî) von ʿAbdulhakim Baschar, die Kurdische Freiheitspartei in Syrien (Azadî) von Mustafa Dschumʿa, die Kurdische Freiheitspartei in Syrien (Azadî) von Mustafa Oso sowie die Kurdistanische Einheitspartei in Syrien aufgelöst und gemeinsam die PDK‑S gebildet hatten [weitere Informationen]. Informationen von KurdWatch zufolge sollen die ausgetretenen Personen jetzt Mitgliedern der früheren el‑Partî vorgeworfen haben, bei den parteiinternen Wahlen im Mai 2015 Absprachen getroffen zu haben, um Mitglieder ihrer ehemaligen Partei in Parteifunktionen zu wählen.

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KURDWATCH, 27. August 2015 – Am 11. August 2015 haben Mitarbeiter des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der Partei der Demokratischen Union (PYD), das Wohnhaus von Schaikh Saʿid Ahmad Schaikh Ismaʿil Zadah in dem zwanzig Kilometer nördlich von ʿAfrin gelegenen Ort az‑Zaituna durchsucht und ihn anschließend entführt. Er ist Mitglied des Lokalkomitees der Demokratischen Partei Kurdistans – Syrien (PDK‑S) im zehn Kilometer nördlich von ʿAfrin gelegenen Ort Scharran.

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KURDWATCH, 26. August 2015 – Am 14. August 2015 haben sich mehrere Mitarbeiter des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der Partei der Demokratischen Union (PYD), Zutritt zum Wohnhaus von ʿAbdurrahman Apo in Aleppo verschafft. Das Zentralkomiteemitglied der Demokratischen Partei Kurdistans – Syrien (PDK‑S) erklärte gegenüber KurdWatch: »Die Angreifer haben gegen vier Uhr früh brüllend ans Haustor geschlagen und versucht, mit Gewalt einzudringen. Als ich die Tür öffnete, waren mehrere von ihnen bereits über die Mauer auf das Grundstück vorgedrungen. Sie durchsuchten das ganze Haus, nahmen meinen privaten Laptop mit und forderten mich auf, zur Wache des Asayiş zu kommen um ihn dort wieder abzuholen. Ich habe ihnen gesagt, dass dies ein verbrecherischer Akt ist und dass ich ihre Wachen nicht betreten werde. Den Laptop haben sie später defekt einem Parteifreund übergeben.«

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KURDWATCH, 21. August 2015 – Am 19. August 2015 starben in al‑Qamischli zehn Zivilisten und drei Mitarbeiter des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der Partei der Demokratischen Union (PYD), durch eine Autobombe. Die Bombe war in der Nähe einer Wache des Asayiş explodiert. Der Islamische Staat (IS) hat die Verantwortung für den Anschlag übernommen.

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KURDWATCH, 21. August 2015 – Am 17. August 2015 hat der Asayiş, der Sicherheitsdienst der Partei der Demokratischen Union (PYD), das Mitglied des Kurdischen Nationalrats Mahmud ʿUdsche wieder freigelassen. ʿUdsche war am 26. Juli von seinem Arbeitsplatz in einem Maklerbüro in al‑Hasaka entführt worden [weitere Informationen]. Der Asayiş hatte der Familie damals mitgeteilt, nichts über den Verbleib von Mahmud ʿUdsche zu wissen. ʿUdsche erklärte gegenüber KurdWatch: »Ich wurde zu den Rojava-Peshmerga befragt, Ich wurde beschuldigt, für diese junge Männer zu rekrutieren.«

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KURDWATCH, 20. August 2015 – Am 16. Juli 2015 haben Mitarbeiter des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der Partei der Demokratischen Union (PYD), das Zentralkomiteemitglied der Demokratischen Partei Kurdistans – Syrien (PDK‑S) Husain Ramzi vor seinem Haus in al‑Qamischli entführt. Ramzi wurde bis zum 13. August 2015 in einem Gefängnis in ʿAmuda festgehalten. Dort wurde er zu einem möglichen Einmarsch der in Irakisch-Kurdistan stationierten Rojava-Peschmerga [weitere Informationen] in die kurdischen Gebiete Syriens verhört.

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KURDWATCH, 20. August 2015 – Am 15. August 2015 haben Kämpfer des Islamischen Staats (IS) Stellungen der Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) südlich von Tall Hamis angegriffen. Der Ort liegt knapp vierzig Kilometer südlich von al‑Qamischli. Ebenfalls angegriffen wurden Stellungen südlich von Tall Birak, rund dreißig Kilometer westlich von Tall Hamis gelegen. Die YPG konnte die Angriffe abwehren.

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KURDWATCH, 19. August 2015 – Am 10. August 2015 haben Mitarbeiter des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der Partei der Demokratischen Union (PYD), den Chemiestudenten Azad ʿAbdo Idscho an einem Kontrollpunkt in ad‑Darbasiya entführt. Idscho ist Mitglied der Kurdischen Einheitspartei in Syrien (Yekîtî). Asayişmitarbeiter versicherten seinem Vater, er sei nicht zwangsrekrutiert worden. Einen Grund für seine Entführung gaben sie jedoch nicht an.

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KURDWATCH, 19. August 2015 – Am 11. August 2015 haben Mitarbeiter des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der Partei der Demokratischen Union (PYD), vor dem Büro der Kurdischen Einheitspartei in Syrien (Yekîtî) in al‑Qamischli in die Luft geschossen. Die Yekîtî verurteilte das Vorgehen als Versuch, ihre Parteimitglieder und die Bevölkerung einzuschüchtern.

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KURDWATCH, 15. August 2015 – Am 10. August 2015 starb der fünfzigjährige Nadschd Husain ʿAnz (verheiratet, vier Kinder) durch einen Querschläger, während er auf dem Dach seines Hauses in al‑Qamischli schlief. Bewaffnete Mitglieder der Partei der Demokratischen Union (PYD) hatte wenige Straßen entfernt in die Luft geschossen, angeblich aus Freude über die Bildung einer neuen Kommandoeinheit der Volksverteidigungseinheiten (YPG) der PYD.

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KURDWATCH, 15. August 2015 – Augenzeugenberichten zufolge haben Mitarbeiter des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der Partei der Demokratischen Union (PYD), den Journalisten des irakischkurdischen Fernsehsenders Kurdistan‑TV Dschandar Schirnakhi am 26. Juli 2015 von einem Fußballplatz in al‑Qamischli entführt. Auf die Nachfrage seiner Angehörigen erklärten Mitarbeiter des Asayiş, nichts über seinen Verbleib zu wissen. Schirnakhi kam am 13. August 2015 wieder frei.

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KURDWATCH, 15. August 2015 – Am 7. August 2015 haben Mitarbeiter des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der Partei der Demokratischen Union (PYD), Ibrahim Sultan Khalil (verheiratet, ein Kind) aus einem Reisebus entführt, als er auf dem Weg von al‑Qamischli nach Tall Abyad war. Der Hintergrund der Entführung ist bislang unklar.

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KURDWATCH, 12. August 2015 – Am 27. Juli 2015 haben Mitarbeiter des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der Partei der Demokratischen Union (PYD), Mizgin Muhammad Ramadan (verheiratet, drei Kinder) aus seinem Haus in al‑Qamischli entführt. Ramadan ist Mitglied der Kooperation von Schaikh Maʿschuq Khaznawi, einer Jugendorganisation, die der Kurdischen Einheitspartei in Syrien (Yekîtî) nahe steht und Mitglied des Kurdischen Nationalrats ist. Ramadan kam nach sechs Tagen wieder frei.

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KURDWATCH, 12. August 2015 – Am 1. August 2015 haben Mitarbeiter des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der Partei der Demokratischen Union (PYD), in den Städten al‑Qamischli, ʿAmuda und ad‑Darbasiya junge Männer entführt, die Kontrollpunkte passieren wollten. Sie sollen für die Volksverteidigungseinheiten (YPG) der PYD rekrutiert werden [Bericht zur Zwangsrekrutierung herunterladen]. Augenzeugenberichten zufolge sollen alleine in al‑Qamischli über siebzig Personen betroffen sein. Es wird vermutet, dass an diesem Tag insgesamt mehr als hundert Personen zwangsrekrutiert worden sind.

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KURDWATCH, 12. August 2015 – Am 4. August 2015 hat die von der Partei der Demokratischen Union (PYD) eingesetzte Übergangsverwaltung des Kantons Dschazira den irakischkurdischen Fernsehsender Rûdaw sowie den syrischen Oppositionssender Orient News aufgefordert, die erteilten Arbeitsgenehmigungen sowie alle Presseausweise innerhalb von zwei Tagen zurückzugeben. Den Sendern wird vorgeworfen, systematisch Lügen zu verbreiten. Vor allem Mitarbeiter von Rûdaw waren in den vergangenen zwei Jahren immer wieder Repressionen vonseiten der PYD ausgesetzt [weitere Informationen].

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KURDWATCH, 10. August 2015 – Am 29. Juli 2015 haben Mitarbeiter des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der Partei der Demokratischen Union (PYD), in al‑Malikiya (Dêrik) Ibrahim ʿAbdulʿaziz Hasan (geb. 1985 in al‑Malikiya) auf offener Straße entführt. Hasan ist Mitglied der Kurdischen Einheitspartei in Syrien (Yekîtî).

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KURDWATCH, 9. August 2015 – Am 1. August 2015 haben Kämpfer der Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) alle in al‑Hasaka verbliebenen Kämpfer des Islamischen Staats (IS) aus der Stadt vertreiben können.

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KURDWATCH, 8. August 2015 – Am 29. Juli 2015 hat Muhammad Ismaʿil, Mitglied des Politbüros der Demokratischen Partei Kurdistans – Syrien (PDK‑S) in einem Interview mit dem irakischkurdischen Fernsehsender Rudaw erklärt, im Falle eines Einmarsches der türkischen Armee in Syrien solle das kurdische Volk mit dem syrischen Regime gegen die Türkei kooperieren. Kamiran Hadscho, ebenfalls Politbüromitglied der PDK‑S, teilte KurdWatch mit, Ismaʿil habe ihm gegenüber bestritten, dies gesagt zu haben. Er sei falsch übersetzt worden.

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KURDWATCH, 8. August 2015 – Die Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) könnten künftig Teil der syrischen Armee werden. Diese Meinung vertrat der PYD‑Kovorsitzende Salih Muslim in einem am 26. Juli 2015 veröffentlichten Interview mit der arabischen Tageszeitung al‑Hayat, das er dieser in Brüssel gab. Voraussetzung dafür sei jedoch, dass sich die Denkweise der Armee ändere. Eine Rückkehr der Armee in die kurdischen Gebiete mit einer baʿthistischen und geheimdienstlichen Mentalität sei nicht akzeptabel. Es gebe keine Rückkehr in die Vergangenheit.

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KURDWATCH, 6. August 2015 – Am 26. Juli 2015 hat der Asayiş, der Sicherheitsdienst der Partei der Demokratischen Union (PYD), in einer Erklärung bekannt gegeben, er habe mehrere Personen »verhaftet«, »die bewaffnete Banden organisieren« und »Kontakte außerhalb von Rojava [Syrisch-Kurdistan] unterhalten«. Nach Informationen von KurdWatch sind die folgenden Personen unter den Entführten: in al‑Qamischli Ghandi Murad Sino und ʿAdnan Murad Sino, Ahmad Sile, Hasan Ramadan ʿAli und Idris Mahmud Muhammad; in ʿAmuda Muhammad Hasan Schuwaisch; in Raʾs al‑ʿAin (Serê Kaniyê) Walid Hamid ʿAbdi, ʿIsa Hadsch Taha und Mustafa Ahmad al-Raschi. Mustafa Ahmad al-Raschi und ʿIsa Hadsch Taha sind Mitglieder der PYD‑nahen Kurdischen Demokratischen Einheitspartei in Syrien (Demokratische Yekîtî) von Schaikh Ali. Sie kamen am 29. Juli wieder frei. In al‑Hasaka wurden der Schriftsteller ʿAbdulhakim Baschir Khidr, das Mitglied des Kurdischen Nationalrats Mahmud Hasan ʿUdsche [weitere Informationen] sowie Asʿad Ibrahim Yasin und Ibrahim Asʿad Yasin entführt.

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KURDWATCH, 5. August 2015 – Am 28. Juli 2015 haben Mitarbeiter des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der Partei der Demokratischen Union (PYD), in dem zehn Kilometer südlich von ʿAfrin gelegenen Dorf Kimar das Mitglied des lokalen Komitees der Demokratischen Partei Kurdistans – Syrien (PDK‑S) ʿIdan Dschamil ʿAmr zum zweiten Mal aus seinem Haus entführt. ʿAmr war am 3. April 2015 schon einmal vom Asayiş entführt worden.

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KURDWATCH, 2. August 2015 – Am 26. Juli 2015 haben Bewaffnete das Mitglied des Kurdischen Nationalrats Mahmud ʿUdsche (geb. 1955, verheiratet, sieben Kinder) von seinem Arbeitsplatz in einem Maklerbüro in al‑Hasaka entführt. Eine Nichte war Augenzeugin der Entführung. Sein Neffe Walat ʿUdsche erklärte gegenüber KurdWatch: »Es waren Asayişmitarbeiter. Mein Onkel hat es abgelehnt, mit ihnen zu gehen. Da haben sie mit ihren Waffen gedroht und ihn mitgenommen«. Der Asayiş, der Sicherheitsdienst der Partei der Demokratischen Union (PYD), hat der Familie mitgeteilt, nichts über den Verbleib von Mahmud ʿUdsche zu wissen.

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KURDWATCH, 31. Juli 2015 – Die am 20. Juli 2015 von Mitarbeitern des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der Partei der Demokratischen Union (PYD), entführte siebzigjährige Khadidscha Kale [weitere Informationen] ist wieder frei. Sie wurde nach vier Tagen in der Gewalt des Asayiş wieder freigelassen, nachdem sie aufgrund von Schlafmangel gesundheitliche Probleme bekommen hatte.

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KURDWATCH, 31. Juli 2015 – Am 27. Juli 2015 konnten die Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) den fünfunddreißig Kilometer südlich von ʿAin al‑ʿArab (Kobanî) liegenden Ort Sarrin erobern, der zuvor von Kämpfern des Islamischen Staats (IS) kontrolliert worden war. Der Ort war seit Anfang Juli umkämpft [weitere Informationen].

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KURDWATCH, 31. Juli 2015 – Am 27. Juli 2015 kam in al‑Qamischli ein Zivilist ums Leben, als im Stadtteil al‑Kurnisch eine Bombe explodierte. Zwei Personen wurden durch die Detonation verletzt. Auch auf dem Viehmarkt im Stadtteil Dschumʿaya gab es eine Explosion. Dabei wurden vier Personen verletzt. Verlässliche Informationen zum Hintergrund und zu den Tätern liegen nicht vor.

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KURDWATCH, 29. Juli 2015 – Am 25. Juli 2015 konnten die Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) in al‑Hasaka Kämpfer des Islamischen Staats (IS) aus dem relativ großen Stadtteil an‑Naschwa vertreiben. Am selben Tag kam es im Stadtzentrum zu kleineren Gefechten zwischen Kämpfern der YPG und Soldaten der syrischen Armee. Die Armee hatte die YPG‑Kämpfer aufgefordert, ihr ein Klinikgebäude zu übergeben. Diese waren der Aufforderung jedoch nicht nachgekommen.

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KURDWATCH, 29. Juli 2015 – Am 21. Juli 2015 hat die Kommission für Parteienangelegenheiten der von der Partei der Demokratischen Union (PYD) für den Kanton ʿAfrin eingesetzten Übergangsverwaltung einem Antrag der Kurdischen Demokratischen Einheitspartei in Syrien (Demokratische Yekîtî) von Muhyiddin Schaikh Ali zugestimmt. Die als PYD‑nah geltende Partei hatte bei der Kommission ihre Zulassung nach dem von der Übergangsverwaltung erlassenen Parteiengesetz [weitere Informationen] beantragt. Im Gegensatz zu ihr lehnen die Mitgliedsparteien des Kurdischen Nationalrats die Beantragung einer Genehmigung bei der Übergangsverwaltung ab, da dies eine Anerkennung ihrer Legitimität bedeuten würde. Unter den Nationalratsmitgliedern befindet sich auch eine namensgleiche Abspaltung der Demokratischen Yekîtî unter der Führung von Kamiran Hadsch ʿAbdu. Sie hatte sich unter anderem wegen unterschiedlicher Auffassungen über das Verhältnis zur PYD von der Mutterpartei getrennt [weitere Informationen].

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KURDWATCH, 26. Juli 2015 – Am 18. Juli 2015 ist die minderjährige ʿUdula Muhammad Ahmad (geb. 2001) gegen den Willen ihrer Eltern den Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) beigetreten. Am 19. Juli 2015 schlossen sich auch Rohlat Mustafa Dschamo (weiblich, geb. 1999) sowie Nizar Ibrahim Dschamo (männlich, geb. 1998) der YPG gegen den Willen ihrer Eltern an. Alle drei stammen aus dem zwanzig Kilometer südöstlich von ʿAin al‑ʿArab (Kobanî) liegenden Ort ʿAin al‑Batt. Am 19. Juli stellten Angehörige der Jugendlichen im selben Dorf lebende Mitglieder der PYD zur Rede und machten sie für die Rekrutierung verantwortlich. Seither ist die Stimmung im Dorf angespannt.

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KURDWATCH, 26. Juli 2015 – Am 22. Juli 2015 haben Mitarbeiter des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der Partei der Demokratischen Union (PYD), in ad‑Darbasiya den zwölfjährigen Mahmud Muhammad Schaikho (geb. am 2. Januar 2003) von einem Fußballplatz entführt. Als die Eltern des Jungen auf einer Wache des Asayiş seine Freilassung forderten, wurde ihnen diese für den nächsten Tag versprochen. Das Versprechen wurde jedoch nicht eingehalten.

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KURDWATCH, 26. Juli 2015 – Am 21. Juli 2015 haben Mitarbeiter des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der Partei der Demokratischen Union (PYD), das Mitglied des Kurdischen Nationalrats Muhammad Hasan Schuwaisch vor seinem Haus in ʿAmuda entführt. Der genaue Hintergrund der Entführung ist nicht bekannt. Der Kurdische Nationalrat hat die Entführung in einer Erklärung verurteilt.

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KURDWATCH, 26. Juli 2015 – Am 21. Juli 2015 kam es auf einem ehemals von der syrischen Regierung zu militärischen Zwecken genutzten Gelände in Rumeilan zu einer schweren Explosion. Es wird vermutet, dass es sich um ein Munitionslager der Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD)handelte. Mindestens vier Kämpfer der YPG wurden getötet und weitere verletzt. Es liegen keine Informationen über die Ursache der Explosion vor.

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KURDWATCH, 23. Juli 2015 – Am 20. Juli 2015 haben Mitarbeiter des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der Partei der Demokratischen Union (PYD), die siebzigjährige Khadidscha Kale aus ihrem Haus in al‑Qamischli entführt. Kale hatte sich wenige Tage zuvor in einem Volkshaus der PYD über die Unterbrechung der Stromversorgung beschwert. Dabei soll es zu einer verbalen Auseinandersetzung zwischen ihr und einer Mitarbeiterin des Volkeshauses sowie drei Kadern der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) gekommen sein. Die Aktivistinnen sollen sich später beim Asayiş über Kale beschwert haben.

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KURDWATCH, 23. Juli 2015 – Am 19. Juli 2015 haben Kämpfer der Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) die Gebiete zwischen Dschabal ʿAbdulʿaziz (Çiyayê Kezwan) im Westen von al‑Hasaka und der bereits von ihnen kontrollierten Region südlich der Stadt [weitere Informationen] erobert. Die YPG kontrolliert nun sämtliche Gebiete rund um die Stadt al‑Hasaka. Der Islamische Staat (IS) hat noch mehrere Stadtteile unter seiner Kontrolle. Die syrische Armee, insbesondere die Luftwaffe, sowie regimenahe arabische Milizen, kämpfen in al‑Hasaka ebenfalls gegen den IS, konnten jedoch bislang keine Erfolge melden.

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KURDWATCH, 23. Juli 2015 – Am 18. Juli 2015 haben Mitarbeiter des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der Partei der Demokratischen Union (PYD), das Lokalkomiteemitglied der Demokratischen Partei Kurdistans – Syrien (PDK‑S) Khalaf Ahmad Husain aus seinem Haus in al‑Hasaka entführt. Husain kam am 19. Juli wieder frei. Husain erklärte gegenüber KurdWatch: »Sie haben mir vorgeworfen, gegen die PYD zu sein. Bei der Entführung nachts um eins war der Asayiş sehr unfreundlich, sie haben mein Haus gestürmt und die Kinder erschreckt. Im Gefängnis hingegen waren sie freundlich zu mir«.

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KURDWATCH, 21. Juli 2015 – Am 15. Juli 2015 stürmten Mitarbeiter des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der Partei der Demokratischen Union (PYD), das Haus des Lokalkomiteemitglieds der Demokratischen Partei Kurdistans – Syrien (PDK‑S) Asʿad Ibrahim Yasin in al‑Hasaka und schlugen ihn vor den Augen seiner Kinder. Anschließend entführten sie ihn und seinen minderjährigen Sohn Ibrahim (geb. 1998). Der Sohn war erst wenige Tage zuvor an einem Kontrollpunkt des Asayiş festgehalten worden, weil er Peschmergauniform getragen hatte. Er hatte versucht, in Irakisch-Kurdistan den Rojava-Peschmerga beizutreten. Dort war er jedoch aufgrund seines Alters abgelehnt worden und kehrte daraufhin nach Syrien zurück.

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KURDWATCH, 21. Juli 2015 – Am 16. Juli 2015 haben Mitarbeiter des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der Partei der Demokratischen Union (PYD), das Zentralkomiteemitglied der Demokratischen Partei Kurdistans – Syrien (PDK‑S) Hasan Ramzi aus seinem Haus in al‑Qamischli entführt. Der Hintergrund der Entführung ist nicht bekannt.

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KURDWATCH, 21. Juli 2015 – Am 17. Juli 2015 hat das Generalkommando der Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) in ʿAmuda mitgeteilt, David Dschando, Gründer der assyrischen Khaburschützer, sei am 22. April 2015 von vier Kämpfern der YPG umgebracht worden [weitere Informationen]. Gleichzeitig distanzierte sich das Generalkommando von dem Mord und erklärte, dieser entspreche nicht der Politik der YPG. Eine Untersuchungskommission aus YPG und Assyrischem Militärischem Rat hat entschieden, dass die Verdächtigen verhaftet und vor Gericht gestellt werden.

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KURDWATCH, 18. Juli 2015 – Am 15. Juli 2015 konnten die Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) Kämpfer des Islamischen Staats (IS) aus mehreren Dörfern südlich der Stadt al‑Hasaka vertreiben, so etwa aus dem drei Kilometer entfernten Abyad. Die YPG kontrolliert somit die Gebiete nördlich, östlich und südlich al‑Hasakas. Derzeit versucht die YPG, zusätzlich die Gebiete westlich der Stadt unter ihre Kontrolle zu bringen. Der IS kontrolliert nach wie vor mehrere Stadtteile al‑Hasakas.

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KURDWATCH, 17. Juli 2015 – Am 11. Juli 2015 haben Mitarbeiter des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der Partei der Demokratischen Union (PYD), in al‑Malikiya (Dêrik) und Raʾs al‑ʿAin (Serê Kaniyê) zahlreiche junge Männer auf offener Straße zwangsrekrutiert. Genaue Informationen über die Zahl der Betroffenen liegen nicht vor.

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KURDWATCH, 17. Juli 2015 – Am 11. und 12. Juli 2015 kam es zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Kämpfern des Islamischen Staats (IS) und der Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) um den fünfunddreißig Kilometer südlich von ʿAin al‑ʿArab (Kobanî) liegenden Ort Sarrin. Darüber hinaus gab es zahlreiche Zusammenstöße entlang des Euphrat zwischen Sarrin und Dscharabulus. Dscharabulus liegt am Westufer des Euphrats und wird vom IS kontrolliert. Beobachter gehen davon aus, dass die YPG einen Angriff auf Dscharabulus plant. Türkischen Medien zufolge hat die türkische Regierung erwogen, das Gebiet zwischen ʿAfrin und Dscharabulus auf einer Breite von zehn bis zwanzig Kilometern sowie einer Länge von einhundertzehn Kilometern zu besetzen. Auf diese Weise solle verhindert werden, dass die YPG diese Region erobert und so den Kanton ʿAfrin an die bereits territorial verbundenen Kantone Kobanî und Dschazira [weitere Informationen] anschließt.

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KURDWATCH, 15. Juli 2015 – Am 7. Juli 2015 haben Mitarbeiter des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der Partei der Demokratischen Union (PYD), das Haus des Mitglieds der Demokratischen Partei Kurdistans – Syrien (PDK‑S) Falamaz ʿUthman im dreißig Kilometer nördlich von ʿAfrin gelegenen Dair Sauwan durchsucht und ʿUthman entführt.

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KURDWATCH, 15. Juli 2015 – Am 12. Juli 2015 ist in Tall Tamr die sechzehnjährige Sidra Muhammad Saʿid ʿUthman durch einen versehentlich aus ihrer eigenen Kalaschnikow abgegebenen Schuss ums Leben gekommen. Sie war in der von der Partei der Demokratischen Union (PYD) eingesetzten Übergangsverwaltung als Verkehrspolizistin angestellt.

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KURDWATCH, 13. Juli 2015 – Am 3. Juli 2015 haben führende Mitglieder der Kurdischen Demokratischen Fortschrittspartei in Syrien in einer Erklärung mitgeteilt, dass die Fortschrittspartei ihre Mitglieder aus allen Ausschüssen des Kurdischen Nationalrats zurückzieht und ihre Mitgliedschaft einfriert. Begründet wurde die Entscheidung mit der Bildung von Bündnissen, welche die Marginalisierung der Fortschrittspartei zum Ziel hätten. Konkret ging es um die Wahlen der Mitglieder des Auswärtigen Ausschusses bei der letzten Sitzung des neu gewählten Rats des Kurdischen Nationalrats [weitere Informationen]. Insgesamt sieben Parteien hatten eine Koalition gebildet und einander zugesagt, ihre jeweiligen Kandidaten – in den meisten Fällen die Vorsitzenden – zu wählen:
1. die Kurdische Einheitspartei in Syrien (Yekîtî) (Vorsitzender Ibrahim Biro);
2. die Demokratische Partei Kurdistans – Syrien (PDK‑S) (Vorsitzender Siʿud Mala);
3. die Kurdische Demokratische Fortschrittspartei in Syrien (Vorsitzender ʿAbdulhamid Hadschi Darwisch);
4. die Kurdische Demokratische Gleichheitspartei in Syrien (Vorsitzender Niʿmat Dawud;
5. die Kurdische Demokratische Partei in Syrien (el‑Partî) (Vorsitz vakant);
6. die Kurdische Demokratische Einheitspartei in Syrien (Demokratische Yekîtî) (Vorsitzender Kamiran Hadsch ʿAbdu);
7. die Kurdische Zukunftsbewegung in Syrien (Vorsitzender Siamand Hadscho).
Der Vorsitzende der Fortschrittspartei wurde in den Ausschuss gewählt, erhielt aber nur 43 Stimmen, während Siʿud Mala mit 59 Stimmen das beste Ergebnis erzielte. Daraus schloss die Fortschrittspartei, ein Teil der Koalition habe ihren Kandidaten nicht gewählt. Die Stimmendifferenz kann jedoch auch durch unabhängige Wähler oder die Stimmen von Parteien außerhalb der Koalition zustande gekommen sein.
Im Zuge der Debatte um ihren Rückzug dementierten führende Politiker der Fortschrittspartei Vermutungen, ihr Rückzug hänge mit der Entscheidung zusammen, die Rojava-Peschmerga der Kontrolle des Kurdischen Nationalrats zu unterstellen [weitere Informationen].
Die Fortschrittspartei steht der irakischkurdischen Patriotischen Union Kurdistans (PUK) nahe, die ihrerseits enge Beziehungen zur iranischen Regierung unterhält und eine Kooperation zwischen der Partei der Demokratischen Union (PYD) und dem Kurdischen Nationalrat befürwortet.

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KURDWATCH, 11. Juli 2015 – Vom 30. Juni bis zum 1. Juli 2015 hat der neu gewählte Rat des Kurdischen Nationalrats in al‑Qamischli eine Sitzung abgehalten, um über die offenen Fragen und Anträge der letzten Konferenz des Nationalrats im Juni [weitere Informationen] zu entscheiden. Die Versammelten haben das politische Programm des Kurdischen Nationalrats im Wesentlichen bestätigt und dessen Satzung verabschiedet. Auf der Sitzung wurde außerdem ein neues Führungskomitee gewählt. Neuer Vorsitzender des Kurdischen Nationalrats ist Ibrahim Biro, der Sekretär der Kurdischen Einheitspartei in Syrien (Yekîtî).
Darüber hinaus wurde beschlossen, dass die Rojava-Peschmerga, eine in Irakisch-Kurdistan gegründete bewaffnete Einheit syrischer Kurden, zukünftig dem Kurdischen Nationalrat unterstellt sein soll. Aktuell unterstehen sie der irakischkurdischen Regionalregierung unter Präsident Masʿud Barzani. In einer Erklärung des Rats vom 3. Juli heißt es, dass dieser mit allen betroffenen Seiten – gemeint sind die Partei der Demokratischen Union (PYD) und die irakischkurdische Regionalregierung – Absprachen treffen wird, damit die Rojava-Peschmerga nach Syrien verlegt werden können, um von dort die kurdischen Gebiete zu verteidigen.
Die Kurdische Zukunftsbewegung in Syrien von Siamand Hadscho kritisierte die Entscheidung, da die Verlegung der Einheit nach Syrien von der Zustimmung der PYD abhängig gemacht werde. In ihrem eigenen, während der letzten Sitzung des Kurdischen Nationalrats eingereichten Antrag zur Gründung einer militärischen Einheit [weitere Informationen] hatte die Zukunftsbewegung vorgeschlagen, eine Kommission zu bilden, die mit der irakischkurdischen Regionalregierung und den Amerikanern darüber verhandelt, die Rojava-Peschmerga militärisch auszubilden und zu bewaffnen. Nach einer solchen Ausbildung sollten die Rojava-Peschmerga dem Oberbefehl des Kurdischen Nationalrats unterstellt und nach Syrien verlegt werden.
Der Antrag der Zukunftsbewegung auf Abbruch aller Kontakte zur PYD wurde abgelehnt, ihr Antrag zur zukünftigen Verwaltungsstruktur der überwiegend kurdisch besiedelten Gebiete Syriens ohne Begründung nicht diskutiert.

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KURDWATCH, 10. Juli 2015 – Am 4. Juli 2015 haben Kämpfer des Islamischen Staats (IS) mehrere Stellungen der Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) sowie der mit der YPG kooperierenden Freien Syrischen Armee (FSA) nahe der Kleinstadt Suluk (zwanzig Kilometer südöstlich von Tall Abyad [Girê Sipî]) angegriffen. Ähnliche Vorstöße gab es am 5. Juli auf YPG‑Stellungen bei al‑Mabruka (dreißig Kilometer südwestlich von Raʾsal‑ʿAin), am 6. Juli in der Stadt Tall Tamr und am 7. Juli um den Dschabal ʿAbdulʿaziz (Çiyayê Kezwan) westlich von al‑Hasaka.

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KURDWATCH, 10. Juli 2015 – Am 6. Juli 2015 haben Kämpfer des Islamischen Staats (IS) Stellungen der Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) in der fünfunddreißig Kilometer südlich von Tall Abyad (Girê Sipî) gelegenen Stadt ʿAin ʿIsa angegriffen. IS‑nahe Quellen behaupteten zunächst, Teile des kleinen Ortes übernommen zu haben. YPG‑Quellen berichteten hingegen, die Angreifer seien abgewehrt worden.

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KURDWATCH, 10. Juli 2015 – Seit dem 5. Juli 2015 sammeln sich wieder hunderte Flüchtlingsfamilien am Grenzübergang zwischen ʿAin al‑ʿArab (Kobanî) und Suruç. Mitglieder des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der Partei der Demokratischen Union (PYD), hindern die Menschen an der Einreise in die Türkei.

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KURDWATCH, 9. Juli 2015 – Am 1. Juli 2015 hat sich Walid ʿAbdurrahman (dreiundvierzig Jahre alt, geb. in al‑Qamischli, verheiratet, mehrere Kinder) vor dem Büro der Partei der Demokratischen Union (PYD) in der irakischkurdischen Stadt Sulaimaniya aus Protest gegen die Rekrutierung seines Sohnes angezündet. Mitglieder der PYD hatten den fünfzehnjährigen Birin am 28. Juni 2015 ohne die Zustimmung Walid ʿAbdurrahmans als Kämpfer für die Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) rekrutiert. Als ʿAbdurrahman im Büro der PYD in Sulaimaniya Birins Rückkehr forderte, erhielt er die Information, dass dieser bereits im Hauptquartier der PKK im irakischkurdischen Qandilgebirge sei und die PYD über seine Rückkehr nicht mehr entscheiden könnte. Daraufhin zündete Walid ʿAbdurrahman sich vor dem Büro an. Familienangehörige löschten das Feuer und brachten ihn ins Krankenhaus. Später erklärte der Vater in einem Interview mit dem irakischkurdischen Fernsehsender Rudaw, er werde sich erneut anzünden, sollte die PYD seinen Sohn nicht zurückholen.

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KURDWATCH, 6. Juli 2015 – Am 3. Juli 2015 haben Kämpfer der Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) mehrere Dörfer östlich und nördlich des kleinen, fünfunddreißig Kilometer südlich von ʿAin al‑ʿArab (Kobanî) liegenden Ortes Sarrin erobert. Sarrin ist der letzte vom Islamischen Staat (IS) kontrollierte Ort im Umland von ʿAin al‑ʿArab. Der Ort ist strategisch bedeutsam, da dort eine der wenigen Brücken über den Stausee führt, der ar‑Raqqa von den Gebieten östlich der Stadt Aleppo trennt.

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KURDWATCH, 6. Juli 2015 – Am 3. Juli 2015 hat die Kurdische Demokratische Partei in Syrien (el‑Partî), selbst Mitglied des Kurdischen Nationalrats, zusammen mit der Kurdischen Demokratischen Linken Partei in Syrien, der Kurdischen Jugendbewegung sowie der Union der Kooperationen der Kurdischen Jugend in Syrien eine Kundgebung in ʿAmuda organisiert. Etwa fünfzig Personen nahmen an der Veranstaltung teil. Die Anwesenden verurteilten die Angriffe des Islamischen Staats (IS) und forderten den Kurdischen Nationalrat und die Bewegung für eine Demokratische Gesellschaft (TEV‑DEM) auf, die Kurdische Entscheidungsinstanz [weitere Informationen] wiederzubeleben.

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KURDWATCH, 6. Juli 2015 – Am 27. Juni 2015 haben sich etwa zweihundert Anhänger des Kurdischen Nationalrats am Friedhof von ʿAmuda versammelt, um an die Opfer des Angriffs der Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) auf eine Demonstration am 27. Juni 2013 [weitere Informationen] zu erinnern. Die Kundgebung verlief ohne Zwischenfälle.

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KURDWATCH, 6. Juli 2015 – Am 30. Juni 2015 berichtete die PYD‑nahe Nachrichtenagentur ANHA, sechs Kämpfer des Islamischen Staats (IS) hätten die Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) im Osten der Stadt Tall Abyad angegriffen. Drei von ihnen sollen getötet, die anderen vertrieben worden sein.

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KURDWATCH, 4. Juli 2015 – Am 28. Juni 2015 haben Kämpfer des Islamischen Staats (IS) Stellungen der Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) im strategisch wichtigen, dreißig Kilometer westlich von ʿAin al‑ʿArab (Kobanî) gelegenen Ort asch‑Schuyukh angegriffen. Die YPG konnten den Angriff abwehren.

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KURDWATCH, 30. Juni 2015 – Am 24. Juni 2015 explodierte auf dem Weg von ar‑Raqqa nach ʿAin al‑ʿArab (Kobanî) eine Mine unter einem Kleinbus. Dabei kamen sechs kurdische Fahrgäste ums Leben, weitere wurden verletzt. Die Insassen des Kleinbusses hatten die Stadt ar‑Raqqa nach Aufforderung durch den Islamischen Staat (IS) verlassen [weitere Informationen].

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KURDWATCH, 30. Juni 2015 – Am 25. Juni 2015 sind Kämpfer des Islamischen Staats (IS) in die Stadt ʿAin al‑ʿArab (Kobanî) eingedrungen. Sie verschanzten sich in mehreren Gebäuden und schossen willkürlich auf Zivilisten. Darüber hinaus töteten IS‑Kämpfer Zivilisten in mindestens sieben umliegenden Dörfern, darunter Kanʿftar, Manaz Tirmik, Darbazin, Kharus und Barkh Batan. Im fünfundzwanzig Kilometer südlich von ʿAin al‑ʿArab liegenden Barkh Batan wurden mindestens fünfundzwanzig Personen ermordet. Die Gesamtanzahl der Toten wird von der Partei der Demokratischen Union (PYD) mit 201 angegeben. Am 27. Juni konnten Kämpfer der Volksverteidigungseinheiten (YPG) der PYD sämtliche IS‑Kämpfer in ʿAin al‑ʿArab töten.

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KURDWATCH, 30. Juni 2015 – Im Dezember 2014 verschwand der damals fünfzehnjährige Muhammad Khalid Kikiya (geb. 6. Januar 1999 in ad‑Darbasiya) aus Erbil in Irakisch-Kurdistan, wohin er mit seinen Eltern und Geschwistern vor dem Bürgerkrieg in Syrien geflohen war. Seine Familie vermutete ihn bei den Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD). Sie versuchte deshalb monatelang, bei der YPG sowie beim Asayiş, dem Sicherheitsdienst der PYD, Informationen über seinen Verbleib zu erhalten. Sie erhielt jedoch stets die Antwort, man wisse nichts über seinen Verbleib. Im Februar 2015 erfuhr die Familie schließlich, dass ihr Sohn tatsächlich in Tall Tamr für die YPG kämpft. Er war dort auf einem Geländewagen mit aufmontiertem Maschinengewehr eingesetzt und befehligte fünf ebenfalls minderjährige Kämpfer. In März wurde er in al‑Aghibsch bei Tall Tamr lebensgefährlich verwundet. Seine Familie brachte ihn mithilfe der YPG zur Behandlung nach Irakisch-Kurdistan. Sein Cousin ʿAli Dschamil Kikiya erklärte gegenüber KurdWatch: »Muhammad ist auf einem Auge erblindet. Er hat mehrere Finger verloren und kann aufgrund von Splittern im Bein kaum gehen.«

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KURDWATCH, 30. Juni 2015 – Am 25. Juni 2015 haben Kämpfer des Islamischen Staats (IS) einen Großangriff auf die Stadt al‑Hasaka begonnen und nach wenigen Stunden zwei große, mehrheitlich arabisch bewohnte Stadtteile im Süden der Stadt erobert. Zeitgleich haben Regierungstruppen die Stadtteile massiv bombardiert. Bis zum 26. Juni flohen zwischen fünfzig- und achtzigtausend Einwohner in Richtung ʿAmuda und al‑Qamischli oder in den Norden der Stadt. Die Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) haben sich bislang nicht an den Kämpfen gegen den IS im Süden der Stadt beteiligt. Unbestätigten Berichten zufolge soll die PYD als Vorbedingung für ein Eingreifen die Kontrolle über die gesamte Stadt sowie einen strategisch wichtigen Berg östlich der Stadt verlangt haben, das Regime soll lediglich die Regierungsgebäude behalten. Die PYD will ferner in sämtlichen Gebieten, in denen sie operiert, die militärische Führung übernehmen. Weiterhin soll das Regime die YPG mit schweren Waffen ausstatten, ihre arabischen Milizen hingegen entwaffnen.

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KURDWATCH, 30. Juni 2015 – KurdWatch liegen zwei Bekanntmachungen des Islamischen Staats (IS) vor, die erste ist datiert auf den 19. Juni 2015. Mit dieser werden die Kämpfer des IS aufgefordert, die als vom Glauben Abtrünnige bezeichneten Kurden aus dem nördlichen Teil der Provinz ar‑Raqqa zu vertreiben, da sich unter ihnen Kollaborateure befänden. Die zweite, undatierte Erklärung, die zur selben Zeit veröffentlich wurde, bezeichnet die kurdischen Bewohnern als Brüder, setzt ihnen jedoch nichtsdestotrotz eine Frist von 72 Stunden, die Region Richtung Palmyra zu verlassen. Tatsächlich scheint es jedoch eine Fluchtbewegung Richtung ʿAin al‑ʿArab (Kobanî) zu geben. Die kurdischen Bewohner werden zudem aufgefordert, ihre Immobilien bei den zuständigen Büros des Islamischen Staats zu registrieren, damit diese nicht für Eigentum des IS gehalten werden. Vermutlich geht es hier jedoch im Gegenteil darum, einen Überblick über die Besitztümer der fliehenden Kurden zu gewinnen, um diese dann beschlagnahmen zu können.

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KURDWATCH, 30. Juni 2015 – Die Kurdische Einheitspartei in Syrien (Yekîtî) hat am 24. Juni 2015 in al‑Qamischli aus Anlass des 41. Jahrestages der Politik des »arabischen Gürtel« eine Kundgebung vor einem ihrer Parteibüros organisiert. Etwa fünfzig Demonstranten forderten die Rückgabe der damals enteigneten Ländereien. In Tall Tamr wurde ein Seminar zum selben Thema organisiert, in al‑Qamischli, ʿAmuda, ad‑Darbasiya und al‑Maʿbada (Girkê Legê) verteilten Parteimitglieder Flugblätter. In al‑Qamischli wurden dabei vier Parteimitglieder vom Asayiş, dem Sicherheitsdienst der Partei der Demokratischen Union (PYD), mitgenommen. Sie kamen noch am selben Tag wieder frei. Die Politik des »arabischen Gürtels« sah vor, auf einer Breite von zehn bis fünfzehn Kilometern entlang der türkischen und irakischen Grenze insgesamt einhundertvierzigtausend Kurden aus mehr als dreihundert Dörfern zu deportieren und durch arabische Siedler zu ersetzen. Mit der Umsetzung des 1965 beschlossenen Plans wurde 1973 begonnen, insgesamt wurden bis 1976 rund fünfundzwanzigtausend arabische Familien in der Provinz al‑Hasaka angesiedelt.

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KURDWATCH, 29. Juni 2015 – Der fünfzehnjährige Iwan Waisi Kikiya (geb. am 17. März 1999 in ad‑Darbasiya) wurde am 7. März 2015 in dem zwei Kilometer westlich von Tall Tamr gelegenen Dorf al‑Aghibsch im Kampf gegen den Islamischen Staat (IS) getötet. Er war im August 2014 den Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) beigetreten. Sein Vater war zu diesem Zeitpunkt seit mehreren Jahren in Damaskus inhaftiert, seine Mutter sympathisierte mit der PYD. Sein Cousin ʿAli Dschamil Kikiya erklärte gegenüber KurdWatch: »Iwan wurde etwa zwanzig Tage nach seiner Rekrutierung an die Front westlich von Raʾs al‑ʿAin (Serê Kaniyê) geschickt. Nachdem Mitkämpfer bei einem Angriff verwundet und getötet worden waren, hat er die YPG verlassen. Doch dann wurde er überredet, erneut in den Kampf zu ziehen.«

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KURDWATCH, 28. Juni 2015 – Am 23. Juni 2015 haben Kämpfer der Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) ein wichtiges Militärlager des Islamischen Staats (IS) übernommen, den ehemals der syrischen Armee gehörenden Stützpunkt der Brigade 93. Wenige Stunden später wurde auch die fünfunddreißig Kilometer südlich von Tall Abyad liegende Stadt ʿAin ʿIsa eingenommen. Die Kämpfer der YPG befinden sich nunmehr nur noch vierzig Kilometer nördlich von ar‑Raqqa, der syrischen Hochburg des IS.

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KURDWATCH, 27. Juni 2015 – Am 16. Juni 2015 hat der Kurdische Nationalrat in al‑Qamischli seine dritte Konferenz abgehalten. Insgesamt 282 Teilnehmer bestimmten ein neues, aus einundachtzig Mitgliedern bestehendes Gremium, den Rat. Dreizehn Parteien erhielten unabhängig von ihrer Bedeutung jeweils drei Sitze:
1. die Kurdische Einheitspartei in Syrien (Yekîtî) (Vorsitzender Ibrahim Biro);
2. die Demokratische Partei Kurdistans – Syrien (PDK‑S) (Vorsitzender Siʿud Mala);
3. die Kurdische Demokratische Fortschrittspartei in Syrien (Vorsitzender ʿAbdulhamid Hadschi Darwisch);
4. die Kurdische Reformbewegung – Syrien (Vorsitzender Faisal Yusuf);
5. die Kurdische Demokratische Gleichheitspartei in Syrien (Vorsitzender Niʿmat Dawud;
6. die Kurdische Demokratische Patriotische Partei in Syrien (Vorsitzender Tahir Saʿdun Sifuk);
7. die Kurdische Demokratische Partei in Syrien (el‑Partî) (Vorsitz vakant);
8. die Kurdische Demokratische Einheitspartei in Syrien (Demokratische Yekîtî) (Vorsitzender Kamiran Hadsch ʿAbdu);
9. die Kurdische Demokratische Linke Partei in Syrien (Vorsitzender Schalal Gado);
10. die Linke Partei Kurdistans – Syrien (Vorsitzender Mahmud Mala);
11. die Kurdische Zukunftsbewegung in Syrien (Vorsitzender Siamand Hadscho);
12. die Kurdische Zukunftsbewegung in Syrien (Leiterin des Kommunikationsbüros Narin Matini);
13. der Syrische Yezidische Rat. Bei den unter 7, 9 und 10 genannten Parteien handelt es sich um Abspaltungen von Parteien, die wegen ihrer Nähe zur PYD aus dem Kurdischen Nationalrat ausgeschlossen worden sind [weitere Informationen]. Die Syrischkurdische Demokratische Versöhnung (Rêkeftin), eine Abspaltung der Partei der Demokratischen Union (PYD), ist im Juni 2015 in der Linken Partei Kurdistans aufgegangen.
Die verbleibenden zweiundvierzig Sitze des Rats wurden mit parteiunabhängigen Personen besetzt, die von den unabhängigen Mitgliedern des Kurdischen Nationalrats gewählt wurden.
Das Vorbereitungskomitee der Konferenz legte den Teilnehmern den Entwurf einer Satzung vor. Über diesen sowie das Programm des Kurdischen Nationalrats sollen die Mitglieder des neu gewählten Rates nach Überarbeitung durch eine juristische Kommission abstimmen. Darüber hinaus reichte die Kurdische Zukunftsbewegung von Siamand Hadscho drei Anträge ein. Der erste schlägt die Gründung eines militärischen Flügels des Kurdischen Nationalrats vor, der zweite fordert den Abbruch jedweder Kontakte mit der Partei der Demokratischen Union (PYD) und der dritte entwirft einen Vorschlag zur zukünftigen Verwaltung der überwiegend kurdisch besiedelten Gebiete in Syrien. Der erste Antrag wurde ausführlich diskutiert und von einer Mehrheit positiv aufgenommen. Das Vorliegen der beiden anderen Anträge wurde lediglich bekannt gegeben. Über keinen der drei Anträge wurde, wie in diesen vorgesehen, abgestimmt. Das Vorbereitungskomitee der Konferenz entschied, dass der neu gewählte Rat die Anträge diskutieren und über sie befinden soll.

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KURDWATCH, 25. Juni 2015 – Am 20. Juni 2015 haben die Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) Aussagen von Aktivisten zufolge zahlreiche Dörfer in der Region ʿAfrin überfallen und rund zweihundert junge Männer zwangrekrutiert. Betroffen waren unter anderem die Dörfer Dschindiras (Cindirêsê), Dschuwaiq (Coqê), Radschu (Reco), Schiran (Şêran), Kafr Dschanna (Kefercenê), Maidan (Meydano ), Schaikh Khuruz (Şêxorzê), Zaʿra (Zerê), Bulbul (Bilbilê) und Schaikh al‑Hadid (Şiyê). Unter den Rekrutierten waren mindestens zwei Minderjährige, der sechzehnjährige Muhammad Rascho und der siebzehnjährige Dschiwan Khalo. Am 23. Juni forderten Angehörige der Zwangsrekrutierten deren Freilassung. Aktuell gibt es in der Region ʿAfrin sechsunddreißig Lager, in denen die YPG ihre Milizionäre ausbildet. Darunter befinden sich auch Zwangsrekrutierte.

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KURDWATCH, 24. Juni 2015 – Am 20. Juni 2015 haben Kämpfer des Islamischen Staats (IS) in der Stadt ar‑Raqqa rund fünfzig kurdische Männer aus ihren Häusern entführt. Informationen über das Schicksal der Entführten liegen bislang nicht vor.

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KURDWATCH, 24. Juni 2015 – In der Nacht vom 21. auf den 22. Juni 2015 kam es in al‑Qamischli zu Gefechten zwischen Kämpfern der Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) und der regimetreuen Nationalen Verteidigungsarmee. Ein Zivilist kam bei den Auseinandersetzungen ums Leben. Informationen zu den Hintergründen sowie zu weiteren Opfern liegen nicht vor.

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KURDWATCH, 23. Juni 2015 – Am 21. Juni 2015 ist ein Mitarbeiter des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der Partei der Demokratischen Union (PYD), bei einem Selbstmordanschlag in al‑Qamischli getötet worden. Der Oberbefehlshaber des Asayiş, Dschiwan Ibrahim, erklärte gegenüber der PYD‑nahen Nachrichtenagentur ANHA, der Attentäter habe zunächst einen Wachposten vor einem Gebäude des Asayiş erschossen, sei dann in das Gebäude eingedrungen und habe sich dort in die Luft gesprengt. Dabei seien drei weitere Mitarbeiter verletzt worden.

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KURDWATCH, 23. Juni 2015 – Am 11. Juni 2015 hat der Asayiş, der Sicherheitsdienst der Partei der Demokratischen Union (PYD), die drei ʿAfriner Lokalkomiteemitglieder der Demokratischen Partei Kurdistans – Syrien (PDK‑S) ʿAbdulhanan Habasch, Ahmad Dschamaluddin Saidu und Mustafa Dschamaluddin Saidu freigelassen. Habasch war am 21. Mai 2015 entführt worden, die anderen beiden Politiker am 27. Mai 2015. Zum Zeitpunkt ihrer Entführung hatten sie sich in ihren Wohnhäusern in dem fünfundzwanzig Kilometer nordwestlich von ʿAfrin liegenden Ort Radschu aufgehalten.

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KURDWATCH, 23. Juni 2015 – Am 8. und 9. Juni 2015 hat in Kairo eine Konferenz syrischer Oppositionsgruppen stattgefunden, zu der die ägyptische Regierung eingeladen hatte. Untern den kurdischen Teilnehmern waren Vertreter der Partei der Demokratischen Union (PYD), der von der PYD eingesetzten Übergangsverwaltungen für die Kantone Dschazira und Kobanî, der PYD‑nahen Frauenpartei Yekîtiya Star, der Volksverteidigungseinheiten (YPG) der PYD, Vertreter weiterer PYD‑naher Parteien sowie Vertreter von Parteien, die im Kurdischen Nationalrat zusammengeschlossen sind. Zu letzterer Gruppe gehörte etwa der Vorsitzende der Kurdischen Fortschrittspartei in Syrien, ʿAbdulhamid Hadschi Darwisch. Vertreter der Kurdischen Einheitspartei in Syrien (Yekîtî) und der Demokratischen Partei Kurdistans – Syrien (PDK‑S) blieben der Konferenz mit der Begründung fern, dass sie lediglich eine persönliche Einladung erhalten hätten. Auch das größte syrische Oppositionsbündnis, die Nationale Koalition der syrischen Revolutions- und Oppositionskräfte, war nicht als Organisation vertreten. Vertreten waren hingegen die zehn Parteien des regimenahen Nationalen Zusammenschluss der Kräfte des demokratischen Wandels. Diesem Bündnis gehört auch die PYD an. In der Abschlusserklärung, die allgemeine Grundsätze zur Lösung des Syrienkonflikts formuliert, werden keinerlei Pläne für die zukünftige Verwaltung der überwiegend kurdisch besiedelten Gebiete erwähnt. In einer Nationalcharta genannten Zusatzerklärung heißt es, das syrische Volk bestehe aus Arabern, Kurden, Assyrern, Turkmenen und weiteren ethnischen Gruppen und diese besäßen internationalen Abkommen entsprechend gleiche, legitime ethnische Rechte.

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KURDWATCH, 21. Juni 2015 – Am 16. Juni 2015 haben Kämpfer der Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) die Stadt Tall Abyad vollständig eingenommen. Seit der Eroberung des Dschabal ʿAbdulʿaziz (Çiyayê Kezwan) am 5. Juni [weitere Informationen], konnte die YPG somit auf einer Breite von zehn bis zwanzig Kilometern insgesamt zweihundert Kilometer vordringen. Obwohl die YPG bei ihrem Vormarsch durch Luftangriffe der US‑Luftwaffe unterstützt wurde, spricht das rasche Vordringen gegen heftige Kämpfe mit dem Islamischen Staat (IS). Auch Tall Abyad war beim Einmarsch der YPG bereits von den meisten Kämpfern des IS verlassen worden. Bis zum 20. Juni nahm die YPG weitere Dörfer südlich der Stadt ein. Salih Muslim, Kovorsitzender der PYD, erklärte am 17. Juni 2015 gegenüber der türkischen Zeitung Hürriyet, der Asayiş, der Sicherheitsdienst der PYD, werde die Kontrolle in Tall Abyad gemeinsam mit einer zivilen Verwaltung von der YPG übernehmen. Mitarbeiter der von der PYD eingesetzten Übergangsverwaltung für den Kanton Kobanî teilten mit, Tall Abyad solle in den Kanton Kobanî eingegliedert werden.

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KURDWATCH, 19. Juni 2015 – Am 15. Juni 2015 haben Kämpfer der regimetreuen Nationalen Verteidigungsarmee den sechzehnjährigen Murad ʿAlwan ʿAbdi in al‑Qamischli entführt. Sein Vater, ʿAlwan ʿAbdi, erklärte gegenüber KurdWatch: »Zusammen mit meinem Sohn sind noch mindestens sieben weitere Zivilisten sowie fünfzehn Mitarbeiter des Asayiş gefangen genommen worden.« Am 16. Juni kamen Murad ʿAlwan ʿAbdi und die anderen Zivilisten im Zuge eines Gefangenenaustausches zwischen der regimetreuen Miliz und der Partei der Demokratischen Union (PYD) wieder frei. Ob auch die Mitarbeiter des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der PYD, freigelassen wurden oder nach wie vor festgehalten werden, ist nicht bekannt.

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KURDWATCH, 18. Juni 2015 – Am 14. Juni 2015 haben Kämpfer der Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) die zwanzig Kilometer südöstlich von Tall Abyad (Girê Sipî) gelegene Kleinstadt Suluk umzingelt und die umliegenden Dörfer eingenommen. Anschließend marschierten sie Richtung Westen und erreichten diejenigen Einheiten der YPG, die die Gebiete östlich von ʿAin al-ʿArab (Kobanî) kontrollieren. Auf diese Weise wurde erstmals ein YPG-kontrollierter Korridor zwischen dem »Kanton Dschazira« und dem »Kanton Kobanî« gebildet [weitere Informationen]. Unterstützt von einigen Einheiten der Freien Syrischen Armee (FSA) griff die YPG daraufhin die vom Islamischen Staat (IS) kontrollierte Stadt Tall Abyad an. Über Tall Abyad kommen immer wieder Kämpfer des IS aus der Türkei in die IS-Hochburg ar-Raqqa. Noch am selben Tag konnte die YPG die östlichen Viertel der Stadt und den nahe gelegenen Grenzübergang einnehmen. Tausende Flüchtlinge sammelten sich an der syrisch-türkischen Grenze, um in das Nachbarland zu gelangen. Die Stadt Tall Abyad wird mehrheitlich von Arabern bewohnt, es gibt jedoch eine große kurdische Minderheit.

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KURDWATCH, 18. Juni 2015 – Am 11. Juni 2015 haben Mitarbeiter des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der Partei der Demokratischen Union (PYD), Kawa Muhammad Khair in der Nähe des Hauses seiner Eltern in al‑Qamischli zwangsrekrutiert. Als sein Vater, Muhammad Khair, Mitarbeiter des Asayiş aufforderte, seinen Sohn freizulassen, kam es zum Streit. Wenig später starb Muhammad Khair an einem Herzinfarkt. Nach Vermittlung mehrerer Personen kam sein Sohn am 12. Juni 2015 frei.

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KURDWATCH, 16. Juni 2015 – Am 12. Juni 2015 haben Mitarbeiter des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der Partei der Demokratischen Union (PYD), kurz nach Mitternacht zwei Häuser im zehn Kilometer nordöstlich von al‑Qahtaniya (Tirbesipî) gelegenen Dair Aiyub (Dêrûna Qulinga) gestürmt. Sie entführten das Lokalkomiteemitglied der Demokratischen Partei Kurdistans – Syrien (PDK‑S) Faisal Muhammad Naqib sowie dessen Parteifreund Muhammad Husain. Der Hintergrund der Entführung ist nicht bekannt.

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KURDWATCH, 16. Juni 2015 – Am 10. Juni 2015 wurde in Raʾs al‑ʿAin ein »internationales Freiheitbataillon« gegründet. Es handelt sich bei dem »Freiheitsbataillon« um eine militärische Einheit, die die Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) unterstützen soll. Wie die PYD‑nahe Nachrichtenagentur ANHA am selben Tag berichtete, soll das Bataillon aus Mitgliedern verschiedener kommunistischer Parteien sowie aus tscherkessischen, griechischen, türkischen, deutschen und armenischen Kämpfern bestehen. Unklar bleibt die Art der organisatorischen Anbindung an die YPG. Auf den veröffentlichen Fotos tragen die Kämpfer keine YPG‑Symbole an ihren Uniformen.

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KURDWATCH, 12. Juni 2015 – Am 9. Juni 2015 kam es vor einem Gebäude des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der Partei der Demokratischen Union (PYD), in al‑Qahtaniya (Tirbesipî) zu einer Explosion, die nach Angaben des Asayiş auf ein Selbstmordattentat zurückzuführen ist. Drei Mitarbeiter des Asayiş sollen verletzt worden sein. Zudem wurden mehrere Häuser im Umkreis beschädigt. Ladenbesitzer im Stadtzentrum schlossen aus Angst vor weiteren Anschlägen ihre Läden.

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KURDWATCH, 12. Juni 2015 – Am 4. Juni 2015 haben Kämpfer der Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) in al‑Qamischli versucht, junge Männer in einem Internetcafé im mehrheitlich von Christen bewohnten Stadtteil al‑Wusta zu rekrutieren. Als die Männer sich wehrten, fielen Schüsse. Ein Kämpfer der YPG soll dabei schwer verletzt worden sein. Das Eintreffen von Fahrzeugen der regimenahen christlichen Sootoromiliz eskalierte die Lage weiter, Kämpfer beider Seiten schossen in die Luft. Zivilisten wurden aus der Umgebung entfernt, der Ausgang des Konflikts ist ungewiss.

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KURDWATCH, 11. Juni 2015 – Am 7. Juni 2015 hat die syrische Armee eine Offensive gegen Stellungen des Islamischen Staats (IS) südlich der Stadt al‑Hasaka begonnen. Die Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) haben erklärt, nicht in die Kämpfe involviert zu sein.

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KURDWATCH, 10. Juni 2015 - Zwischen dem 19. und dem 31. Mai 2015 haben die Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) große Gebiete westlich von Raʾs al‑ʿAin (Serê Kaniyê) vom Islamischen Staat (IS) übernehmen können. Am 25. Mai wurden IS‑Kämpfer aus Tall Abu Schaikhat (vierzig Kilometer südwestlich von Raʾsal‑ʿAin) vertrieben und die Stadt al‑Mabruka (dreißig Kilometer südwestlich von Raʾsal‑ʿAin) eingenommen. Auch das zwanzig Kilometer breite Gebiet zwischen al‑Mabruka und Nuss Tall (fünfzig Kilometer südöstlich von Tall Abyad) wird inzwischen von der YPG kontrolliert. Angaben der PYD‑nahen Webseite HAWARNEWS zufolge sollen bei der Einnahme von al‑Mabruka zahlreiche IS‑Kämfer getötet worden sein. Bilder, die diese Darlegungen bestätigen könnten, wurden jedoch nicht veröffentlicht. Letztlich ist unklar, inwiefern es überhaupt zu Kämpfen zwischen YPG und IS gekommen ist und wie stark der IS in den beschriebenen Gebieten tatsächlich ist. Das von der YPG eroberte Gebiet ist relativ dünn besiedelt. Für die YPG ist seine Kontrolle insofern von Bedeutung, als es zu derjenigen Region gehören, die die Dschazira und ʿAyn al‑ʿArab (Kobanî) voneinander trennt. Die YPG soll die Eroberung dieser Gebiete inklusive der Stadt Tal Abyad planen, um die von ihr errichteten Kantone Dschazira und Kobanî zu verbinden [weitere Informationen]. Arabische Aktivisten werfen der YPG vor, in den genannten Gebieten ethnische Säuberungen durchzuführen. Tatsächlich sind Informationen von KurdWatch zufolge die Bewohner arabischer Dörfer aufgefordert worden, ihre Häuser zu verlassen. Die YPG begründete dies damit, dass die Dörfer in »militärischem Sperrgebiet« lägen.

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KURDWATCH, 9. Juni 2015 – Am 6. Juni 2015 haben drei Mitarbeiter des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der Partei der Demokratischen Union (PYD), den zwölfjährigen Aldar Qarnu vor dem Haus seiner Eltern in ʿAmuda festgehalten und geschlagen. Sie begründeten dies gegenüber seiner Familie mit einem nächtlichen Fahrverbot für Motorräder, gegen das der Junge verstoßen hatte. Zudem habe er auf Befehl des Asayiş nicht angehalten, weshalb sie ihn »hätten erschießen dürfen«. Wenig später stürmten rund fünfundzwanzig Asayişmitarbeiter das Haus der Familie. Sie schossen in die Luft und entführten Aldar Qarnu, seinen Vater Ahmad Qarnu, seinen vierundzwanzigjähren Bruder Ismaʿil sowie seinen ebenfalls vierundzwanzigjähren Cousin Rodi Qarnu. Mazlum Qarnu, ein weiterer Cousin, erklärte gegenüber KurdWatch: »Das ist alles nur eine Inszenierung. Kurz vor dem Jahrestag der Massaker von ʿAmuda wollen sie den Einwohnern der Stadt wieder Angst einjagen«. Ein Bruder von Mazlum Qarnu, Barzan Qarnu, war am 27. Juni 2013 nach einem Angriff der Volksverteidigungseinheiten (YPG) der PYD auf friedliche Demonstranten ums Leben gekommen [weitere Informationen].

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KURDWATCH, 6. Juni 2015 – Am 4. Juni 2015 haben zwei vermummte Personen die beiden Flaggen abgerissen, die über dem Eingang des Büros der Kurdischen Demokratischen Einheitspartei in Syrien (Demokratische Yekîtî) von Muhyiddin Schaikh Ali in ʿAin al‑ʿArab (Kobanî) gehisst waren. Es handelte sich um die kurdische Flagge und die Parteiflagge der Demokratischen Yekîtî.

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KURDWATCH, 5. Juni 2015 – Arabischen Aktivisten zufolge haben die Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) Ende Mai 2015 die Einwohner arabischer Dörfer rund um den Dschabal ʿAbdulʿaziz (Çiyayê Kezwan) aufgefordert, ihre Dörfer zu verlassen. Der Berg war wenige Tage zuvor von der YPG erobert worden [weitere Informationen]. Zahlreiche Personen sollen der Aufforderung Folge geleistet haben. Kurdische Aktivisten vermuten, dass die YPG fürchtet, der Islamische Staat (IS) könne sich bei dem Versuch einer Rückeroberung des Gebiets auf die arabische Bevölkerung stützen. Die genaue Zahl der Vertriebenen ist unklar.

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KURDWATCH, 3. Juni 2015 – Am 30. und 31. Mai 2015 hat der Islamische Staat (IS) Stellungen des syrischen Regimes zehn Kilometer südlich der Stadt al‑Hasaka angegriffen. Bei dem Angriff kamen mehr als dreißig Kämpfer der Regierungstruppen ums Leben. Mehrere Raketen schlugen zudem am 30. Mai in der Stadt al‑Hasaka ein, vier davon in den kurdischen Vierteln as‑Salihiya und al‑Mufti. Mehrere Personen wurden verletzt.

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KURDWATCH, 1. Juni 2015 – Der Kurdische Nationalrat hat bei den Vorbereitungen für seine dritte Konferenz mehrere Anträge auf Mitgliedschaft akzeptiert. Unter den Neumitgliedern, die an der für den Juni 2015 geplanten Konferenz teilnehmen können, sind diejenige Fraktion der Kurdischen Demokratischen Partei in Syrien (el‑Partî), die nicht an der letzten Parteikonferenz im April 2015 teilgenommen und sich somit gegen Nasruddin Ibrahim gestellt hatte [weitere Informationen], sowie eine Abspaltung der Kurdischen Demokratischen Einheitspartei in Syrien (Demokratische Yekîtî) unter der Führung von Kamiran Hadsch ʿAbdu. ʿAbdu hatte die Partei gespalten [weitere Informationen], nachdem die Demokratische Yekîtî unter Muhyiddin Schaikh Ali, ebenso wie Nasruddin Ibrahims el‑Partî, wegen ihrer Nähe zur Partei der Demokratischen Union (PYD) im Dezember 2014 aus dem Kurdischen Nationalrat ausgeschlossen worden war [weitere Informationen]. Darüber hinaus wurden Abspaltungen der Kurdischen Linken Partei in Syrien sowie der Kurdischen Demokratischen Linken Partei in Syrien aufgenommen. Die beiden Parteien waren im Februar 2014 aus dem Kurdischen Nationalrat ausgeschlossen worden, nachdem sie sich der Übergangsregierung der Partei der Demokratischen Union (PYD) angeschlossen hatten [weitere Informationen]. Mithin wurden Abspaltungen all derjenigen Parteien aufgenommen, die wegen ihrer Nähe zur PYD aus dem Kurdischen Nationalrat ausgeschlossen worden sind. Die Mitgliederzahl insbesondere der Abspaltungen der beiden Linken Parteien ist begrenzt. Zum Teil dürfte es sich kaum um ein Dutzend Personen handeln. Aber auch die Mutterparteien sind nicht wesentlich größer. Ebenfalls in den Kurdischen Nationalrat aufgenommen wurden die beiden Fraktionen der Kurdischen Zukunftsbewegung in Syrien. Während die Partei von Siamand Hadscho ein klar PYD‑kritisches Profil hat, lehnt der andere Teil der Zukunftsbewegung Gespräche mit der PYD nicht grundsätzlich ab [weitere Informationen]. Weiterhin wird eine Abspaltung der Kurdischen Jugendbewegung neben der ursprünglichen Kurdischen Jugendbewegung im Nationalrat vertreten sein. Die Kurdische Jugendbewegung gehört zu den Gründungsmitgliedern des Kurdischen Nationalrats. Sämtliche Neumitglieder sollen abhängig von ihrer Stärke Vertreter in den Kurdischen Nationalrat entsenden können. Genaue Informationen hierzu liegen noch nicht vor.

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KURDWATCH, 31. Mai 2015 –Am 28. Mai 2015 haben Mitarbeiter des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der Partei der Demokratischen Union (PYD), das Zentralkomiteemitglied der Kurdischen Einheitspartei in Syrien (Yekîtî) Farhan Marʿi sowie das Mitglied des Lokalkomitees der Yekîtî von Rumailan Bangin Fathi aufgefordert, ihre Häuser in Rumailan zu verlassen. Beide hatten sich zuvor in Fernsehsendungen kritisch über die PYD geäußert. Die von ihnen bewohnten Häuser sind Staatseigentum. Sie wurden vom Baʿthregime an Mitarbeiter staatlicher Ölunternehmen vermietet.

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KURDWATCH, 31. Mai 2015 – Am 28. Mai 2015 haben Kämpfer der Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) gemeinsam mit Einheiten der Freien Syrischen Armee (FSA) im Rahmen des Bündnisses Burkan al‑Furat (»Vulkan des Euphrats«) zwanzig Kilometer westlich der vom Islamischen Staat (IS) kontrollierten Stadt Tall Abyad eine Offensive gestartet. Darüber hinaus melden Einheiten der YPG regelmäßig militärische Erfolge östlich von Tall Abyad. Der PYD nahestehende Aktivisten berichten von einem Plan zur Eroberung von Tall Abyad, wodurch eine Verbindung zwischen den Kantonen Kobanî und Dschazira entstehen würde.

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KURDWATCH, 31. Mai 2015 – Am 26. Mai 2015 haben Kämpfer des islamistisch dominierten Bündnisses »Labaiki ukhtah« Stellungen der Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) im Aleppiner Stadtteil Schaikh Maqsud angegriffen. Dabei wurden zwei Personen verletzt. Das Bündnis hatte am 24. Mai eine zweitägige Frist gesetzt, innerhalb derer die YPG die Vereinbarungen von Anfang Mai [weitere Informationen] umsetzen sollte. Wenige Stunden später trafen sich Vertreter beider Seiten und einigten sich auf eine Waffenruhe. In einem Video erklärte ein Vertreter der YPG, die Vereinbarungen würden kurzfristig umgesetzt werden.

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KURDWATCH, 30. Mai 2015 – Am 26. Mai 2015 ist Dschailan Arkam ʿUmar (geb. am 20. August 2001d in al‑Qamischli) von einem Spaziergang nicht mehr in das Haus ihrer Eltern zurückgekehrt. Die Familie vermutete, dass Dschailan von der YPG rekrutiert wurde. Einige Angehörige versammelten sich daraufhin vor einer Kaserne der Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) in al‑Qamischli und forderten die Rückkehr des minderjährigen Mädchens. Die Befehlshaber der Kaserne verweigerten den Versammelten jedoch jedes Gespräch. Diese sahen wenig später, wie das Mädchen mit einem Auto aus der Kaserne gebracht wurde.

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KURDWATCH, 28. Mai 2015 – Am 24. Mai 2015 haben Kämpfer des oppositionellen Nuruddin-az‑Zanki-Bataillons in der Nähe der ungefähr acht Kilometer nordöstlich von Idlib liegenden Stadt Binnisch einen Bus mit rund vierzig Kurden entführt. Sie hatten sich auf der Rückfahrt von Damaskus nach ʿAfrin befunden. Die Entführer forderten die Freilassung eines nicht näher bezeichneten Gefangenen der Partei der Demokratischen Union (PYD). Abgesehen von drei weiblichen Fahrgästen und dem Fahrer wurden alle Entführten am nächsten Tag wieder freigelassen.

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KURDWATCH, 27. Mai 2015 – Am 19. Mai 2015 haben die Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) Kämpfer des Islamischen Staats (IS) aus mehreren etwa fünf Kilometer südlich von Raʾs al‑ʿAin (Serê Kaniyê) liegenden Dörfern vertrieben. Es handelt sich um die Dörfer Umm al‑Masamir Arab, Umm al‑Masamir Kurd, Umm al‑Masamir Gharbi, Hadschi Qadri, Huwaidsch und Tall Hamama.

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KURDWATCH, 27. Mai 2015 – Am 23. Mai 2015 haben die Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) die am 7. Mai 2015 in mehreren Stadtteilen al‑Hasakas verhängte nächtliche Ausgangssperre [weitere Informationen] beendet. Es handelte sich um die bisher längste von der YPG verhängte Ausgangssperre.

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KURDWATCH, 25. Mai 2015 – Am 20. Mai 2015 hat die Kommunalverwaltung der Partei der Demokratischen Union (PYD) in al‑Maʿbada (Girkê Legê) alle Ladenbesitzer schriftlich aufgefordert, ihre Ladenschilder auf eigene Kosten auszutauschen. Die neuen Schilder müssen dreisprachig sein – kurdisch, arabisch und aramäisch.

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KURDWATCH, 24. Mai 2015 – Seit einiger Zeit führt die Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) in zahlreichen Städten der überwiegend kurdisch besiedelten Gebiete der Türkei regelmäßig politische Schulungen für junge Kurden durch. In Privatwohnungen erhalten Gruppen von bis zu dreißig Personen ein bis zwei Wochen lang Unterricht. Kontakte nach außen sind streng untersagt. Nach Abschluss der Schulung werden die Teilnehmer vor die Entscheidung gestellt, ob sie in der Türkei politisch arbeiten oder aber in Syrien kämpfen wollen. »Viele entscheiden sich für den Kampf in Syrien«, so ein Aktivist gegenüber KurdWatch.

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KURDWATCH, 22. Mai 2015 – Am 17. und 18. Mai 2015 haben Kämpfer der Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) zehn Kilometer südwestlich von Tall Tamr eine zweite Front gegen Stellungen des Islamischen Staats (IS) errichtet. Angaben der YPG zufolge konnte der IS bis zum 21. Mai 2015 aus zwanzig Dörfern vertrieben werden. Darunter sollen auch mehrere christliche Dörfer gewesen sein. Der Vorstoß der YPG wurde von Luftangriffen der US‑geführten Allianz begleitet.

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KURDWATCH, 22. Mai 2015 – Am 20. Mai 2015 haben die Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) den rund fünfunddreißig Kilometer südwestlich der Stadt al‑Hasaka liegenden Dschabal ʿAbdulʿaziz (Çiyayê Kezwan) erobert und alle Kämpfer des Islamischen Staats (IS) von dort vertrieben. Der Dschabal ʿAbdulʿaziz ist die Verlängerung des Dschabal Sindschar im Irak. In den eroberten Gebieten leben neben einigen Kurden und Christen mehrheitlich Angehörige arabischer Stämme.

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KURDWATCH, 22. Mai 2015 – Am 15. Mai 2015 haben Mitarbeiter des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der Partei der Demokratischen Union (PYD), auf einem Wochen- und einem Viehmarkt in ad‑Darbasiya zahlreiche junge Männer gegen ihren Willen rekrutiert. Genaue Zahlen liegen nicht vor.

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KURDWATCH, 22. Mai 2015 – Am 16. Mai 2015 hat Didschla Muhammad, die stellvertretende Vorsitzende des Verteidigungsausschusses der von der Partei der Demokratischen Union (PYD) eingesetzten Übergangsverwaltung für den Kanton ʿAfrin, in einem Interview mit der PYD‑nahen Nachrichtenagentur ANHA erklärt, dass der Legislativrat des Kantons am 7. Mai 2015 ein Wehrpflichtgesetz auf den Weg gebracht hat. Inhaltlich ist es mit dem am 13. Juli 2014 im Kanton Dschazira veröffentlichten Gesetz vergleichbar [weitere Informationen]. Aufgrund des Gesetzes sollen in Kürze auch im Kanton ʿAfrin junge Männer zwischen achtzehn und dreißig Jahren gezwungen werden, einen sechsmonatigen Wehrdienst in den Volksverteidigungseinheiten (YPG) der PYD abzuleisten.

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KURDWATCH, 20. Mai 2015 – Am 9. Mai 2015 haben Mitarbeiter des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der Partei der Demokratischen Union (PYD), Nazir Mustafa an der syrisch-irakischen Grenze entführt. Das Mitglied des Lokalkomitees von al‑Malikiyader Demokratischen Partei Kurdistans – Syrien (PDK‑S) hatte versucht, den Grenzübergang Faisch Khabur Richtung Irakisch-Kurdistan zu passieren. Mustafa kam nach drei Tagen wieder frei.

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KURDWATCH, 19. Mai 2015 – Am 13. und 14. Mai 2015 haben Mitarbeiter des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der Partei der Demokratischen Union (PYD), in ʿAmuda, al‑Qamischli und al‑Maʿbada (Girkê Legê) zahlreiche junge Männer zwangsrekrutiert. Genaue Zahlen liegen nicht vor.

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KURDWATCH, 19. Mai 2015 – Am 11. Mai 2015 haben Mitarbeiter des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der Partei der Demokratischen Union (PYD), eine interne Sitzung der Demokratischen Partei Kurdistans – Syrien (PDK‑S) in einem Privathaus in dem fünf Kilometer südlich von ʿAfrin gelegenen Dorf Basuta unter Androhung von Waffengewalt beendet. Bei der Sitzung war unter anderem das Zentralkomiteemitglied der PDK‑S Husain Ibasch anwesend. Der Asayiş hat den Versammelten untersagt, weitere Sitzungen abzuhalten.

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KURDWATCH, 15. Mai 2015 – Am 2. Mai 2015 haben fünfzehn bewaffnete oppositionelle Gruppierungen in Aleppo die Gründung eines Bündnisses gegen die Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) bekannt gegeben. In dem Bündnis namens »Labaiki ukhtah« (»Wir werden dir helfen, Schwester«) sind unter anderem die islamistische Dschabhat an‑Nusra sowie die Dschabhat asch‑Schamiya vertreten. Zuvor hatten Kämpfer der YPG in dem bis dahin von ihnen allein kontrollierten kurdischen Stadtteil Schaikh Maqsud eine verschleierte Bewohnerin an einem Kontrollpunkt beleidigt und später aufgefordert, ihr Haus zu räumen. Am 4. Mai unterschrieb das Bündnis eine gemeinsame Erklärung mit den Volksverteidigungseinheiten. Letztere verpflichten sich, die für den Übergriff auf die Frau Verantwortlichen einem juristischen Ausschuss zu übergeben, der seinen Sitz im Büro der Dschabhat asch‑Schamiya haben soll. Darüber hinaus wurde vereinbart, dass Schaikh Maqsud fortan wie alle anderen Stadtteile Aleppos behandelt werden soll und nicht Teil der Übergangsverwaltung der PYD ist. Islamistische Gruppen können dort somit frei agieren. Ferner wurde ein Gefangenenaustausch zwischen beiden Seiten beschlossen.

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KURDWATCH, 15. Mai 2015 - Am 10. Mai 2015 haben Mitarbeiter des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der Partei der Demokratischen Union (PYD), in al‑Qamischli eine vom dortigen Lokalkomitee des Kurdischen Nationalrats organisierte Demonstration aufgelöst. Die Kundgebung war als Unterstützung für die anhaltenden Proteste in den kurdischen Gebieten des Iran gedacht. Der Asayiş entführte fünf Demonstrationsteilnehmer. Sie kamen nach zwei Tagen wieder frei. Ein Demonstrant erklärte gegenüber KurdWatch: »Der Asayiş hat uns beschimpft. Sie haben uns gefragt, warum wir für eine Schlampe demonstrieren.« Die Titulierung »Schlampe« bezog sich auf die junge Frau, deren Tod zum Auslöser der Unruhen im Iran geworden war. Nach einer Vergewaltigung hatte sie durch einen Sprung aus dem zweiten Stock Selbstmord begangen.

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KURDWATCH, 15. Mai 2015 – Am 9. Mai 2015 haben Mitarbeiter des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der Partei der Demokratischen Union (PYD), eine Kundgebung in al‑Maʿbada (Girkê Legê) aufgelöst. Die Kundgebung war von der Union der Frauen Kurdistans organisiert worden, die der Demokratischen Partei Kurdistans – Syrien (PDK‑S) nahesteht. Der Asayiş zog zahlreiche Mobiltelefone der Teilnehmer ein. Außerdem wurden zwei Journalisten des irakischkurdischen Fernsehsenders Rûdaw entführt. Sie wurden nach wenigen Stunden wieder freigelassen, ihre Kamera erhielten sie zerstört zurück. Die Kundgebung war als Solidaritätsveranstaltung mit den seit mehreren Tagen andauernden regimekritischen Demonstrationen in den kurdischen Gebieten des Iran geplant. Der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) wird vorgeworfen, die Proteste im Iran absichtlich zu radikalisieren, um dem Regime einen Vorwand zur schnellen Niederschlagung der Proteste zu geben.

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KURDWATCH, 13. Mai 2015 – Anfang Mai 2015 haben Mitarbeiter der von der Partei der Demokratischen Union (PYD) für den Kanton Dschazira eingesetzten Übergangsverwaltung alle Lehrer in al‑Maʿbada (Girkê Legê) gezwungen, fünfhundert syrische Lira für den Wiederaufbau der zerstörten Stadt ʿAin al‑ʿArab (Kobanî) zu spenden. Nach Informationen von KurdWatch plant die PYD, auch von Ladenbesitzern und Bauern Spenden zu erzwingen.

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KURDWATCH, 12. Mai 2015 – Am 3. Mai 2015 haben Mitarbeiter des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der Partei der Demokratischen Union (PYD), Internetcafés und Kaffeehäuser in Raʾs al‑ʿAin (Serê Kaniyê) gestürmt und zahlreiche junge Männer zwangsrekrutiert. Gleichzeitig wurden weitere Personen auf offener Straße aufgegriffen. Empörte Angehörige forderten beim Asayiş vergebens die Freilassung ihrer Söhne. Aus der Zahl der protestierenden Angehörigen kann geschlossen werden, dass mehr als dreißig Personen rekrutiert worden sein müssen. Zuletzt gab es am 4. April 2015 eine ähnliche Entführungswelle [weitere Informationen].

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KURDWATCH, 12. Mai 2015 – Am 6. Mai 2015 haben Unbekannte in al‑Hasaka mehrere Raketen auf die überwiegend von Kurden bewohnten Stadtteile al‑Mufti und as‑Salihiya abgefeuert. Dabei kamen mindestens vier Zivilisten ums Leben. Am selben Tag explodierte eine Autobombe an einem Kontrollpunkt der Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD). Nach Informationen der YPG starben drei ihrer Kämpfer, andere Quellen gehen von bis zu fünfzehn Opfern aus. Am 7. Mai 2015 verhängte die YPG eine nächtliche Ausgangssperre über die beiden erwähnten Stadtteile.

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KURDWATCH, 11. Mai 2015 – In dem überwiegend von Kurden bewohnten Damaszener Stadtteil Ruknuddin sind am 4. Mai 2015 zwei Bomben explodiert. Bei mindestens einer von ihnen handelte es sich um eine Autobombe. Drei Menschen starben und zahlreiche weitere wurden verletzt. Das Viertel wird vom syrischen Regime kontrolliert.

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KURDWATCH, 8. Mai 2015 – Am 5. Mai 2015 hat der Asayiş, der Sicherheitsdienst der Partei der Demokratischen Union (PYD), das in der Dschazira ansässige Unternehmen QNet verboten. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, soziale Beziehungen zu zerstören und den Zusammenbruch der Wirtschaft sowie der Infrastruktur zu fördern. Darüber hinaus sei es Ziel des Unternehmens, Gelder aus »Rojava« (also den kurdischen Gebieten Syriens) auszuführen. Das Verbot macht die weitreichenden Befugnisse des Asayiş deutlich. Institutionen der Übergangsverwaltung waren nicht in den Vorgang involviert.

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KURDWATCH, 7. Mai 2015 – Am 3. Mai 2015 haben etwa fünfzehn Aktivisten des politisch unabhängigen Brüderlichkeitszentrums für Demokratie und Zivilgesellschaft eine Kundgebung in al‑Qamischli abgehalten. Die meisten der Teilnehmer waren Frauen. Sie erinnerten an Journalisten, die vom syrischen Regime und vom Islamischen Staat (IS) festgehalten werden oder getötet wurden. Bereits seit dem 30. April wurden in mehreren kurdischen Städten Fotos von gefangenen und getöteten Journalisten plakatiert oder als Flugblätter verteilt. Von der Partei der Demokratischen Union (PYD) verfolgte Journalisten wurden aus Angst vor Konsequenzen auf der Kundgebung nicht erwähnt, so ein Aktivist gegenüber KurdWatch.

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KURDWATCH, 5. Mai 2015 – Am 1. Mai 2015 haben Mitarbeiter des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der Partei der Demokratischen Union (PYD), das Mitglied der Demokratischen Partei Kurdistans – Syrien (PDK‑S) ʿAbdulwahhab ʿAli aus seinem Haus in dem zehn Kilometer nördlich von ʿAfrin gelegenen Ort Scharran entführt.

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KURDWATCH, 4. Mai 2015 – Am 10. April 2015 hat der Asayiş, der Sicherheitsdienst der Partei der Demokratischen Union (PYD), in ʿAin al‑ʿArab (Kobanî) den achtundzwanzigjährigen Sulaiman Mahmud Maschʿal entführt. Als Rechtfertigung diente der Vorwurf, er habe mit Waffen gehandelt. Nachdem seine Familie zweihunderttausend Syrische Lira gezahlt hatte, kam Maschʿal am 20. April wieder frei. Während der Gefangenschaft war er massiv gefoltert worden, Arme und Beine wiesen zahlreiche Brüche auf.

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KURDWATCH, 1. Mai 2015 – Am 28. April 2015 sind sämtliche noch in ʿAin al‑ʿArab (Kobanî) verbliebene irakischkurdische Peschmerga von dort abgezogen worden. Die erste Einheit, bestehend aus hundertfünfzig Peschmerga, war am 30. Oktober 2014 in ʿAin al‑ʿArab eingetroffen, um die Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) im Kampf gegen den Islamischen Staat (IS) zu unterstützen. Insgesamt waren vier Regimenter abwechselnd im Einsatz. Offiziellen Angaben zufolge starb bei den Kämpfen um die Stadt nur ein Peschmerga.

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KURDWATCH, 30. April 2015 – Am 16. April 2015 haben Flugzeuge der syrischen Luftwaffe südlich von Tall Tamr mehrere Stellungen des Islamischen Staats (IS) bombardiert. Am 19. und 20. April 2015 kam es zudem südlich und westlich der Stadt erneut zu Kämpfen zwischen IS und Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD). Informationen über die Anzahl der Opfer liegen nicht vor.

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KURDWATCH, 30. April 2015 – Am 19. April 2015 fand in al‑Qamischli ein Parteitag der Kurdischen Demokratischen Partei in Syrien (el‑Partî) statt, der von Parteisekretär Nasruddin Ibrahim gemeinsam mit zwei weiteren Mitgliedern des elfköpfigen Zentralkomitees organisiert worden war. Es handelte sich um den ersten Parteitag seit 2006. Ibrahim, der seit 1998 Sekretär der Partei ist, wurde in seinem Amt bestätigt. In den vergangenen Monaten war es zu Unstimmigkeiten zwischen Ibrahim und einem Großteil des Zentralkomitees gekommen. Ibrahim wurde eine zu große Nähe zur Partei der Demokratischen Union (PYD) vorgeworfen. Erst am 9. April 2015 hatten acht Mitglieder des Zentralkomitees in einer Presseerklärung die Entscheidungen Ibrahims in der Kurdischen Entscheidungsinstanz [weitere Informationen] für ungültig erklärt.

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KURDWATCH, 28. April 2015 – Am 22. April 2015 ist David Dschando, Gründer der assyrischen Khaburschützer, an einem Checkpoint circa sechzig Kilometer südlich von ad-Darbasiya auf der Landstraße zwischen Tall Tamr und ad-Darbasia erschossen worden. Sein Begleiter, Iliyas Nasir, führendes Mitglied derselben Organisation, wurde verletzt. Bislang ist unklar, wer auf Dschando und Nasir geschossen hat. Einerseits wird die Straße von den Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) kontrolliert. Andererseits äußerte ein Mitglied des Assyrischen Militärischen Rats in Aleppo gegenüber KurdWatch, dass Vertreter des syrischen Regimes für den Anschlag verantwortlich seien.

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KURDWATCH, 28. April 2015 – Am 22. April 2015 hat der Asayiş, der Sicherheitsdienstes der Partei der Demokratischen Union (PYD), den zweiunddreißigjährigen Adil Muhammad Asʿad (verh., ein Kind) aus der Haft entlassen. Asʿad war am 23. Februar 2015 in al‑Qamischli entführt worden, nachdem die PYD mehrerer Funkgeräte bei ihm gefunden hatte. Im Verhör wurde er verdächtigt, Anschläge geplant zu haben.

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KURDWATCH, 27. April 2015 – Am 20. April 2015 hat der Asayiş, der Sicherheitsdienst der Partei der Demokratischen Union (PYD), in ʿAfrin die beiden Mitglieder der Demokratischen Partei Kurdistans – Syrien (PDK‑S) Schukri Bakr und Muhammad Hadschi freigelassen. Hadschi war am 20. September 2013 und Bakr am 10. Oktober 2013 in Aleppo von Mitarbeitern des Asayiş entführt worden. Sie waren zunächst in einem Gefängnis der PYD im Aleppiner Stadtteil Schaikh Maqsud und dann in einem PYD‑Gefängis in ʿAfrin festgehalten worden. ʿAbdurrahman Apo, Zentralkomiteemitglied der PDK‑S, erklärte gegenüber KurdWatch, beide Entführten seien von der PYD brutal gefoltert worden.

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KURDWATCH, 25. April 2015 – Am 15. April 2015 haben Unbekannte in al‑Qamischli den Dekan der geisteswissenschaftlichen Fakultät der Euphratuniversität in al‑Hasaka, Farid Saʿdun, entführt und Sicherheitskräften des syrischen Regimes übergeben. Ein Augenzeuge berichtete, die Entführer hätten Kurdisch gesprochen. Saʿdun kam einen Tag später wieder frei. Informationen von KurdWatch zufolge erhielt er jedoch die Auflage, sich nochmals bei den Sicherheitskräften des syrischen Regimes in al‑Hasaka zu melden. Ein Neffe des Entführten erklärte gegenüber KurdWatch: »Vor etwa einer Woche hat mein Onkel in einem Interview mit Rudaw‑TV über die Lage in der Provinz [al‑Hasaka] und über die Auswanderungen wegen der PYD berichtet. Das ist wahrscheinlich der Grund seiner Entführung.«

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KURDWATCH, 23. April 2015 – Am 17. April 2015 hat die Kurdenfront (ehemals Kurdische-Front-Brigade) [weitere Informationen] in einem Militärlager am Stadtrand von ʿAfrin den Abschluss der Ausbildung von dreißig neuen Rekruten mit einer zweistündigen Militärparade gefeiert. Während die Partei der Demokratischen Union (PYD) in den letzten Jahren alle militärischen Einheiten anderer kurdischer Parteien sowie der Freien Syrischen Armee (FSA) in den von ihr kontrollierten Gebieten verboten oder zerschlagen hat, werden die Aktivitäten der als PYD‑nah geltenden Kurdenfront toleriert.

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KURDWATCH, 23. April 2015 – Am 14. April 2015 hat der Asayiş, der Sicherheitsdienst der Partei der Demokratischen Union (PYD), Ahmad Muhammad ʿAmo (geb. 2000 in ʿAfrin) in ʿAfrin freigelassen. ʿAmo war vor einem Jahr entführt worden. Der Vater des Freigelassenen erklärte gegenüber KurdWatch: »Sie haben die Entführung erst nach sechs Monaten zugegeben. Sie haben meinen Sohn der Mitgliedschaft in einer Einheit der Freien Syrischen Armee beschuldig. Das stimmt aber nicht. Der eigentliche Grund für seine Entführung war seine Beteiligung an regimekritischen Demonstrationen.«

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KURDWATCH, 22. April 2015 – Am 10. April 2015 haben Mitarbeiter des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der Partei der Demokratischen Union (PYD), in dem fünfundzwanzig Kilometer südlich von al‑Malikiya (Dêrik) und nur fünfhundert Meter von der Grenze entfernt gelegenen Dorf Qalʿat al‑Hisn (Kalhê) zahlreiche Flüchtlinge zwangsrekrutiert. Es handelt sich um junge Männer, die die syrisch-irakische Grenze illegal überqueren wollten, um so der Zwangsrekrutierung durch die PYD zu entkommen. Die genaue Zahl der Rekrutierten konnte nicht ermittelt werden. Augenzeugenberichten zufolge sollen etwa fünfzig Personen in drei Fahrzeugen des Asayiş an die Volksverteidigungseinheiten (YPG) der PYD übergeben worden sein.

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KURDWATCH, 21. April 2015 – Der Innenausschuss der von der Partei der Demokratischen Union (PYD) eingesetzten Übergangsverwaltung im Kanton ʿAfrin hat am 12. April 2015 eine Anordnung mit der Nummer 105 veröffentlicht, nach der das Zeigen von Flaggen sowie Fotos politischer Persönlichkeiten und Märtyrer in und an öffentlichen Stellen, Läden und privaten Fahrzeugen verboten ist. Verstöße werden dem Schreiben zufolge juristisch geahndet. Eine ähnliche Anordnung war am 30. März 2015 im Kanton Dschazira veröffentlicht worden [weitere Informationen]. Unabhängige Aktivisten und PYD-kritische Politiker befürchten, dass die Anordnung dazu gedacht ist, nur noch PKK‑nahe Symbole in den kurdischen Gebieten Syriens zu gestatten.

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KURDWATCH, 18. April 2015 – Am 12. April 2015 haben Mitglieder des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der Partei der Demokratischen Union (PYD), das Büro der Demokratischen Partei Kurdistans – Syrien (PDK‑S) aufgebrochen. Sie beschlagnahmten einen Fernseher und einen Computer.

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KURDWATCH, 17. April 2015 – Am 11. April 2015 sind in Tall Baidar (fünfundzwanzig Kilometer östlich von Tall Tamr) einundfünfzig Rekruten nach Ableistung sechsmonatigen militärischen Zwangsdienstes bei den Volksverteidigungseinheiten  YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) entlassen worden. Sie waren am 11. Oktober 2014 im Zuge massenhafter Zwangsrekrutierungen eingezogen worden. Unklar ist, ob alle damals eingezogenen Rekruten aus dem Dienst entlassen worden sind.

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KURDWATCH, 16. April 2015 – Am 8. April 2015 hat der Asayiş, der Sicherheitsdienstes der Partei der Demokratischen Union (PYD), Haschim Ibrahim Miho, Mitglied des lokalen Komitees der Demokratischen Partei Kurdistans – Syrien (PDK‑S), aus einem Gefängnis im rund anderthalb Kilometer südwestlich von al‑Maʿbada gelegenen Ort Rumailan entlassen. Miho war am 30. Juni 2014 kurz nach seiner Rückkehr aus Irakisch‑Kurdistan aus seinem Haus in al‑Malikiya (Dêrik) entführt worden.

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KURDWATCH, 16. April 2015 – Am 7. April 2015 haben türkische Soldaten an einem Grenzpunkt in der Nähe der Stadt ʿAin al‑ʿArab (Kobanî) das Feuer auf Flüchtlinge eröffnet, die die syrisch-türkische Grenze illegal überqueren wollten. Dabei kam der vierundvierzigjährige ʿAbdulkarim Saho (geb. in ʿAin al‑ʿArab [Kobanî]) ums Leben. Eine weitere Person wurde verletzt.

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KURDWATCH, 14. April 2015 – Am 8. April 2015 haben Kämpfer des Islamischen Staats (IS) erneut eine Offensive südlich und westlich von Tall Tamr gestartet. Sie haben Öltankwagen in Brand gesetzt, damit der sich entwickelnde Qualm ein mögliches Eingreifen der US‑Luftwaffe erschwert. Kämpfer der Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) konnten den Angriff stoppen. Der IS steht nach wie vor nur zwei Kilometer von Tall Tamr entfernt. Der Khabur erschwert den Vormarsch auf die Stadt jedoch erheblich.

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KURDWATCH, 13. April 2015 – Am 27. März 2015 hat die syrische Armee der Familie des Rekruten Usama Husain Ismaʿil (geb. 1993 in al‑Qamischli, verheiratet) seinen Tod mitgeteilt. Er soll durch einen Scharfschützen des Islamischen Staats (IS) bei Tall Birak getötet worden sein. Ismaʿil war vor etwa sechs Monaten von der syrischen Armee eingezogen worden, nachdem er aus Irakisch-Kurdistan ausgewiesen worden war. Ihm war Informationen von KurdWatch zufolge der Aufenthalt dort verweigert worden, weil er sich nicht ausweisen konnte.

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KURDWATCH, 13. April 2015 – Am 3. April 2015 haben Mitarbeiter des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der Partei der Demokratischen Union (PYD), in ʿAin al‑ʿArab (Kobanî) die sechzehnjährige Dilbar Ahmad Hadschi (geb. 1999 in ʿAin al‑ʿArab) rekrutiert. Der Vater des Mädchens erklärte gegenüber KurdWatch: »Als wir beim Asayiş ihre Rückkehr gefordert haben, wurde meine Frau geschlagen, als Ehrenlose und Verräterin beschimpft und dann rausgeworfen«. Dilbar Hadschi soll sich nach Angaben des Asayiş selbst für den Militärdienst entschieden haben und sich in einem Lager der Frauenverteidigungseinheiten (YPJ) der PYD aufhalten.

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KURDWATCH, 11. April 2015 – Am 6. April 2015 haben Kämpfer der Dschabhat an‑Nusra in der Nähe des zwanzig Kilometer westlich von Aleppo gelegenen Ortes Taqad mehrere Busse gestoppt und alle männlichen kurdischen Passagiere stundenlang festgehalten.

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KURDWATCH, 11. April 2015 – Am 8. April 2015 haben Mitarbeiter des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der Partei der Demokratischen Union (PYD), den Vorsitzenden des Kurdischen Nationalrats, Tahir Sifuk, und seinen Stellvertreter, Niʿmat Dawud, daran gehindert, den östlich von al‑Malikiya (Dêrik) gelegenen Grenzübergang Faisch Khabur Richtung Irakisch-Kurdistan zu passieren.

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KURDWATCH, 10. April 2015 – Am 4. April 2015 haben Mitarbeiter des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der Partei der Demokratischen Union (PYD), Internetcafés und Kaffeehäuser in Raʾs al‑ʿAin (Serê Kaniyê) gestürmt und zahlreiche junge Männer zwangsrekrutiert. Empörte Angehörige forderten beim Asayiş vergebens die Freilassung ihrer Söhne. Genaue Angaben über die Anzahl der Entführten liegen nicht vor.

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KURDWATCH, 9. April 2015 – Am 26. März 2015 hat der Asayiş, der Sicherheitsdienst der Partei der Demokratischen Union (PYD), Mahmud Hanan Kurisch in ʿAfrin freigelassen. Er war am 4. Dezember 2014 entführt worden, nachdem er sich nach dem Schicksal seines ebenfalls entführten Onkels Ibrahim Kurisch erkundigt hatte [weitere Informationen]. Am 30. März 2014 wurde auch Lazgin Barakat (geb. 1989 in ʿAfrin) freigelassen. Er war ebenfalls seit dem 4. Dezember 2014 vom Asayiş festgehalten worden. Barakat ist Mitglied der Demokratischen Partei Kurdistans – Syrien (PDK-S). Er hatte auf Facebook über die Festnahme von Ibrahim Kurisch berichtet und an der Organisation einer Demonstration mitgewirkt. Sowohl Kurisch als auch Barakat wurden in Gefangenschaft gefoltert.

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KURDWATCH, 7. April 2015 – Am 3. April 2015 haben Mitarbeiter des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der Partei der Demokratischen Union (PYD), in dem zehn Kilometer südlich von ʿAfrin gelegenen Dorf Kimar das Mitglied des lokalen Komitees der Demokratischen Partei Kurdistans –Syrien (PDK-S) ʿIdan Dschamil ʿAmr aus seinem Haus entführt. ʿAmr wurde am 4. April nach Vermittlungsbemühungen der irakischkurdischen Demokratischen Partei Kurdistans wieder freigelassen.

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KURDWATCH, 5. April 2015 – Ende März 2015 haben Mitglieder der Partei der Demokratischen Union (PYD) im zwanzig Kilometer westlich von ʿAfrin gelegenen Ort Sinnara die Schlösser von mindestens vier Wohnhäusern ausgetauscht. Die rechtmäßigen Besitzer der Häuser sind Mitglieder der Demokratischen Partei Kurdistans – Syrien (PDK‑S), die derzeit in der Türkei leben. Die PYD hat in den letzten Jahren mehrfach angekündigt, Häuser zu besetzen, deren Besitzer das Land verlassen haben.

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KURDWATCH, 4. April 2015 – Am 31. März 2015 haben Kämpfer der Dschabhat an‑Nusra sechs Kurden an einem Kontrollpunkt in Dscharschinar bei Idlib entführt. Zu den Entführten gehören ʿAbdu ʿAbdulqadir und Hasan Hassu. Der Hintergrund der Entführung sowie das Schicksal der Entführten ist bislang nicht bekannt. Die mit al‑Qaʿida verbundene Dschabhat an‑Nusra hat gemeinsam mit anderen oppositionellen Gruppen am 29. März 2015 die syrische Armee aus der strategisch wichtigen Stadt Idlib vertrieben.

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KURDWATCH, 3. April 2015 – Am 30. März 2015 hat der Asayiş, der Sicherheitsdienst der Partei der Demokratischen Union (PYD), in Raʾs al‑ʿAin (Serê Kaniyê) eine Anordnung veröffentlicht, nach der Flaggen sowie Fotos politischer Persönlichkeiten in und an öffentlichen wie privaten Fahrzeugen nicht mehr gezeigt werden dürfen. Verstöße werden dem Schreiben zufolge mit der sofortigen Beschlagnahmung des Fahrzeugs geahndet. Ausgenommen von der Regelung sind Fahrzeuge der PYD, des Asayiş, der Volksverteidigungseinheiten (YPG) sowie der Frauenverteidigungseinheiten (YPJ), also alles Fahrzeuge, in und an denen Flaggen der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) und ihr nahestehender Organisationen sowie Bilder ihres Führers Abdullah Öcalan zur Schau gestellt werden.
Hintergrund der Anordnung ist vermutlich eine Auseinandersetzung zwischen dem Kurdischen Nationalrat und der Bewegung für eine Demokratische Gesellschaft (TEV‑DEM) anlässlich der Trauerfeier für die Opfer des Anschlags auf ein Newrozfest in al‑Hasaka [weitere Informationen]. TEV‑DEM hatte trotz des Protestes des Kurdischen Nationalrats verhindert, dass die Särge mit kurdischen Flaggen bedeckt wurden.

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KURDWATCH, 2. April 2015 – Nach einer Offensive des Islamischen Staats (IS) auf Tall Tamr am 27. Februar 2015 kam es bis zum 28. März westlich der Stadt wiederholt zu Kämpfen zwischen den Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) und Kämpfern des IS. Dabei konnten Letztere ihre Stellungen wenige Kilometer westlich der Stadt behaupten. Genaue Angaben über die Zahl der Opfer auf beiden Seiten liegen nicht vor. Am 25. März schlugen acht Raketen in Tall Tamr ein, zwei davon in einer Moschee.

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KURDWATCH, 1. April 2015 – Anfang März 2015 hat die von der Partei der Demokratischen Union (PYD) eingesetzte Übergangsverwaltung im Kanton Dschazira eigene Standesämter eröffnet. Die Ämter tragen die Bezeichnung »Büro für den Vertrag des gemeinsamen Lebens«. Sie geben Familienbücher mit der Bezeichnung »Vertrag des gemeinsamen Lebens« aus. Laut dieser Dokumente dürfen Männer nur noch eine Frau heiraten, nicht, wie derzeit noch laut syrischem Gesetz möglich, vier. Unter anderem soll die Verteilung von Hilfsgütern nur noch auf Basis der neuen Familienbücher erfolgen. Informationen von KurdWatch zufolge ist es das Ziel der PYD, auf diese Weise alle Familien dazu zu bewegen, ihre alten Familienbücher gegen neue einzutauschen. So sollen genaue Informationen über die Familienzusammensetzung und somit über potenzielle Rekruten gesammelt werden. Bislang verfügt die PYD nicht über diese Informationen, da die zentrale Rekrutierungsbehörde in al‑Hasaka noch vom Regime kontrolliert wird.

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KURDWATCH, 1. April 2015 – Nach dem Rückzug des Kurdischen Nationalrats [weitere Informationen] haben die Bewegung für eine Demokratische Gesellschaft (TEV‑DEM) sowie die aus dem Kurdischen Nationalrat ausgeschlossenen drei Parteien [weitere Informationen] am 26. März 2015 eine Sitzung der Kurdischen Entscheidungsinstanz abgehalten. Anwesend waren nur dreizehn von ursprünglich sechsunddreißig Mitgliedern (fünf Unabhängige, fünf TEV‑DEM-Mitglieder sowie Vertreter der drei aus dem Kurdischen Nationalrat ausgeschlossenen Parteien). In einer Erklärung räumten die Versammelten ein, dass sie nicht über das für Entscheidungen erforderliche Quorum von fünfundsiebzig Prozent verfügten. Sie forderten den Kurdischen Nationalrat auf, die Zusammenarbeit wieder aufzunehmen. Aldar Khalil, Mitglied des Exekutivrats von TEV‑DEM, erklärte hingegen in einem Interview, das Quorum beziehe sich seit dem Rückzug des Kurdischen Nationalrats nicht mehr auf die ursprünglichen sechsunddreißig Sitze, sondern auf die verbliebenen einundzwanzig. Daher würden die dreizehn Anwesenden das erforderliche Quorum erfüllen. Abgesehen davon, dass die Aussage rechnerisch falsch ist, stellt sich die Frage, welche Aufgabe die Kurdische Entscheidungsinstanz ohne Mitarbeit des Kurdischen Nationalrats erfüllen soll. Ihre Gründung war das Ergebnis von Verhandlungen im Oktober 2014 mit dem Ziel, einen neuen Versuch der Zusammenarbeit zwischen dem Nationalrat und der Partei der Demokratischen Union (PYD) zu unternehmen [weitere Informationen].

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KURDWATCH, 29. März 2015 – Am 14. und 18. März 2015 haben Mitarbeiter des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der Partei der Demokratischen Union (PYD), an mehreren Kontrollpunkten in al‑Qamischli und ʿAmuda junge Männer im Alter zwischen achtzehn und dreißig Jahren für die Volksverteidigungseinheiten (YPG) der PYD zwangsrekrutiert. Sie wurden in Rekrutierungslager der YPG gebracht, wo sie einen sechsmonatigen Zwangsdienst ableisten müssen. Genaue Angaben über die Anzahl der Betroffenen liegen nicht vor.

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KURDWATCH, 29. März 2015 – Am 25. März 2015 hat die Partei der Demokratischen Union (PYD) in ʿAfrin die einzige Newrozfeier organisiert, die nach den Anschlägen von al‑Hasaka [weitere Informationen] in den kurdischen Gebieten stattfand. An der Veranstaltung nahmen rund zehntausend Menschen teil. Alle anderen kurdischen Parteien hatten ihre öffentlichen Newrozfeierlichkeiten aufgrund der Anschläge abgesagt.

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KURDWATCH, 28. März 2015 – Am 26. März 2015 haben türkische Soldaten an einem Grenzpunkt in der Nähe der Stadt ad‑Darbasiya das Feuer auf Flüchtlinge eröffnet, die die syrisch-türkische Grenze illegal überqueren wollten. Dabei kam der siebzehnjährige Husain Muhammad Ose (geb. in ad‑Darbaisya) ums Leben.

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KURDWATCH, 28. März 2015 – Im Zusammenhang mit der Beisetzung der Opfer der Anschläge auf Newrozfeiern in al‑Hasaka [weitere Informationen] kam es zu Unstimmigkeiten. Ursprünglich hatten die Bewegung für eine Demokratische Gesellschaft (TEV‑DEM) und der Kurdische Nationalrat die Feier gemeinsam organisieren wollen. Der Kurdische Nationalrat teilte jedoch in einer Presseerklärung vom 23. März mit, dass er seine für das Begräbnis geplante Rede zurückgezogen habe, da TEV‑DEM untersage, die Särge mit kurdischen Fahnen zu bedecken. Zudem wurde in der Erklärung kritisiert, dass TEV‑DEM auch Vertretern der Übergangsverwaltung und der Kurdischen Entscheidungsinstanz ein Rederecht zugebilligt hatte. Ursprünglich war vereinbart worden, dass allein der Kurdische Nationalrat und TEV‑DEM mit Reden auf der Trauerfeier vertreten sein sollten. Durch die zusätzlichen Redner entstand jedoch ein deutliches Übergewicht zugunsten von Organisationen, die von der Partei der Demokratischen Union (PYD) dominiert werden.

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KURDWATCH, 28. März 2015 – Am 20. März 2015 sind bei Anschlägen auf Newrozfeiern in al‑Hasaka mindestens zweiundfünfzig Personen ums Leben gekommen. Im Stadtteil al‑Mufti explodierte ein Fahrzeug auf einer Feier des Kurdischen Nationalrats. Kurz darauf soll es Aktivisten zufolge eine zweite Explosion gegeben haben. Ursprünglich hieß es, dass bereits zuvor auf einer Veranstaltung der Bewegung für eine Demokratische Gesellschaft (TEV‑DEM) im selben Stadtteil sieben Menschen durch eine Explosion ums Leben gekommen seien. Später erklärten Aktivisten jedoch, es habe lediglich einen lauten Knall gegeben, woraufhin einige Teilnehmer in Panik geflohen und später auf der nahe gelegenen Veranstaltung des Kurdischen Nationalrats ums Leben gekommen seien.
Bislang ist offen, wer für die Attentate verantwortlich ist. Eine lokale Gruppe des Islamischen Staats (IS) in ar‑Raqqa bekannte sich zu den Anschlägen. Einige Aktivisten bezweifelten dies jedoch. Ihnen zufolge habe es sich bei dem Anschlag nicht um einen Selbstmordanschlag gehandelt. Der Wagen, der explodiert war, habe sich von Anfang an auf der Veranstaltung befunden. Sie vermuten das syrische Regime hinter dem Anschlag und verdächtigen die Partei der Demokratischen Union (PYD), im Vorfeld informiert gewesen zu sein. Die PYD hatte vor dem Anschlag in al Hasaka sämtliche für den 21. März geplanten Newrozfeiern in der Dschazira untersagt.

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KURDWATCH, 26. März 2015 – Am 16. März 2015 hat die Hohe Wahlkommission der von der Partei der Demokratischen Union (PYD) eingesetzten Übergangsverwaltung für den Kanton Dschazira auf einer Pressekonferenz in ʿAmuda die Wahlbeteiligung bei den am 13. März 2015 durchgeführten Kommunalwahlen bekannt gegeben. Mehr als einhunderttausend Wahlberechtigte sollen ihre Stimme abgegeben haben, die Wahlbeteiligung wird mit fünfzig Prozent angegeben. Die Namen der erfolgreichen Kandidaten wurden verlesen. Ob die Wahlergebnisse auch veröffentlicht wurden, konnte KurdWatch bislang nicht recherchieren.
Mangels unabhängiger Wahlbeobachter können selbst die Angaben zur Wahlbeteiligung nicht verifiziert werden. Wahlhelfer und Wahlbeobachter waren Angestellte der von der PYD eingesetzten Übergangsverwaltung. Den Angaben der Hohen Wahlkommission zufolge nahmen an der Auszählung der Stimmen auch nationale und internationale Wahlbeobachter teil. Bekannt ist allerdings lediglich die Teilnahme von sechzehn Wahlbeobachtern aus den kurdischen Gebieten der Türkei. Darüber hinaus gibt es keine verlässlichen Angaben über aktuelle Bevölkerungszahlen in der Provinz al‑Hasaka. Vor Beginn des Bürgerkriegs wurde von eine Million vierhunderttausend Einwohnern ausgegangen. Seither haben mindestens zweihundertfünfzigtausend Kurden die Provinz Richtung Türkei, Irakisch-Kurdistan und Europa verlassen. Diese Personen hatten keine Möglichkeit, an den Wahlen teilzunehmen. Auch darüber hinaus wiesen die Wahlen erhebliche Mängel auf. In einigen Wahllokalen hielten sich während der Wahlen bewaffnete Kämpfer auf, in anderen hing die Fahne der PYD. Analphabeten, die an den Wahlen teilnehmen wollten, durften keine eigene Begleitperson in die Wahlkabine mitnehmen, ihnen wurde stattdessen ein Wahlhelfer zugewiesen. Noch am Wahltag selbst machten einige Kandidaten vor den Wahllokalen für sich Werbung.
Einer neuen Verordnung der Hohen Wahlkommission zufolge ist es möglich, Einspruch gegen die Durchführung der Wahlen einzulegen. Hierfür ist allerdings eine Kaution von einhunderttausend Syrischen Lira (rund vierhundertfünfzig Euro) zu hinterlegen. Wird der Einspruch vom Kassationsgericht abgelehnt, erhält der Beschwerdeführer das Geld nicht zurück. Offensichtlich soll diese Regelung Personen davon abhalten, Einspruch einzulegen. Da die PYD ihre eigene Gerichtsbarkeit etabliert hat, stellen jedoch auch die Kassationsgerichte keine unabhängige Entscheidungsinstanz dar.

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KURDWATCH, 24. März 2015 – Am 10. März 2015 haben Militärpolizisten den Leichnam des dreiundzwanzigjährigen Scharvan Bozan ʿIsa an seine Angehörigen übergeben. Er soll bereits vor mehreren Monaten im rund dreißig Kilometer nördlich von Damaskus gelegenen Gefängnis von Saidnaya getötet worden sein. Der Körper wies zahlreiche Folterspuren auf. ʿIsa war Mitglied der Freien Syrischen Armee und vor etwa einem Jahr in Aleppo festgenommen worden.

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KURDWATCH, 21. März 2015 – Am 12. März 2015 kam es bei Tall Khinzir, zwanzig Kilometer südwestlich von Raʾs al‑ʿAin (Serê Kaniyê) zu Gefechten zwischen Kämpfern der Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) und des Islamischen Staats (IS). Angaben über die Anzahl der Opfer liegen nicht vor.

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KURDWATCH, 21. März 2015 – Am 10. März 2015 konnten in der rund vierzig Kilometer nordöstlich von Aleppo gelegenen Stadt al‑Bab zwischen siebzig und hundert Personen aus einem Gefängnis des Islamischen Staats (IS) fliehen. Bei den Entflohenen handelt es sich vor allem um Kämpfer anderer syrisch-arabischer Einheiten. Darüber hinaus sollen auch rund fünfundzwanzig Kämpfer der Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) unter ihnen sein.

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KURDWATCH, 21. März 2015 – Am 8. März 2015 sind Kämpfer des Islamischen Staats (IS) fünfundzwanzig Kilometer südöstlich von ʿAin al‑ʿArab (Kobanî) auf von den Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) kontrolliertes Gebiet vorgedrungen und haben in der Nähe des Dorfes Hulaqi einen Kontrollpunkt überfallen. Dabei wurden mehrere Dorfbewohner getötet, die von der YPG gezwungen worden waren, den Kontrollpunkt einzurichten, um einen erneuten Vormarsch des IS abzuwehren.

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KURDWATCH, 20. März 2015 – Am 12. März 2015 hat der Kurdische Nationalrat entschieden, die »Arbeit in der Kurdischen Entscheidungsinstanz und allen ihren Ausschüssen vollständig einzustellen«. Begründet wurde dies mit der Weigerung der Bewegung für eine Demokratische Gesellschaft (TEV‑DEM), die für den 13. März geplanten Wahlen einige Monate zu verschieben. Nach Vorstellung des Kurdischen Nationalrats sollten in der Entscheidungsinstanz zuerst die grundlegenden Fragen zwischen Nationalrat und TEV‑DEM beziehungsweise der Partei der Demokratischen Union (PYD) geklärt werden, bevor Wahlen stattfinden.

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KURDWATCH, 17. März 2015 – Am 6. März 2015 haben Kämpfer der Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) Kämpfer des Islamischen Staats (IS) aus dem strategisch wichtigen, dreißig Kilometer westlich von ʿAin al‑ʿArab (Kobanî) gelegenen Ort asch‑Schuyukh vertrieben. Somit kontrolliert die PYD sämtliche Gebiete zwischen ʿAin al‑ʿArab und dem Euphrat. IS‑Kämpfer haben eine Brücke über den Euphrat zerstört, um den Vormarsch der YPG zu behindern.

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KURDWATCH, 17. März 2015 – Am 7. März 2015 haben mehrere Hundert Anhängerinnen der Partei der Demokratischen Union (PYD) sowie der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) auf beiden Seiten der türkisch-syrischen Grenze bei al‑Qamischli eine Kundgebung aus Anlass des Internationalen Frauentags durchgeführt. Am 8. März 2015 gab es zudem zahlreiche Veranstaltungen in ʿAfrin, ʿAmuda, al‑Qamischli, al‑Malikiya (Dêrik), al‑Qahtaniya (Tirbesipî) und weiteren Orten in den überwiegend kurdisch besiedelten Gebieten, die von verschiedenen kurdischen Parteien organisiert worden waren.

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KURDWATCH, 16. März 2015 – Am 5. und 6. März 2015 kam es südlich des dreißig Kilometer nordöstlich von al‑Hasaka gelegenen Orts Tall Birak zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen den Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) und regimetreuen arabischen Milizen einerseits, sowie Kämpfern des Islamischen Staats (IS) andererseits. Dabei kamen mindestens elf YPG‑Kämpfer ums Leben. Tall Birak und die umliegenden arabischen Dörfer werden seit dem 26. Februar 2015 von der YPG kontrolliert.

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KURDWATCH, 14. März 2015 – Am 7. März 2015 haben Kämpfer des Islamischen Staats (IS) mehrere Dörfer um die Stadt Tall Tamr angegriffen. Mithilfe von Luftangriffen der von den USA geführten Anti-IS-Allianz konnte der Vormarsch gestoppt werden.

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KURDWATCH, 11. März 2015 – Am 28. Februar 2015 haben vermummte Personen die minderjährige Rojin Hanan Kurisch (geb. 2000) vor dem Haus ihrer Eltern in ʿAfrin entführt. Am selben Tag wurde sie auf einer Landstraße wieder freigelassen. Zuvor war sie gefoltert worden. Mitarbeiter der von der Partei der Demokratischen Union (PYD) eingesetzten Übergangsverwaltung im Kanton ʿAfrin forderten die Familie auf, das Land binnen achtundvierzig Stunden zu verlassen. Rojin, ihre Schwester Julia (geb. 1998) sowie ihr Bruder Imad (geb. 1997) flohen am 3. März in die Türkei, wo ihr Vater aus gesundheitlichen Gründen bereits lebt. Ibrahim Kurisch, der Onkel der Kinder, der selbst bereits von der PYD entführt worden war [weitere Informationen] erklärte gegenüber KurdWatch: »Seit 2011 unterstützen wir die Revolution. Wir sind gegen das Regime und gegen die Politik der PYD. Die PYD will keine Kritiker im Land haben.«

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KURDWATCH, 8. März 2015 – Am 1. und 3. März 2015 hat der Islamische Staat (IS) insgesamt einundzwanzig der bei Tall Tamr entführten Christen [weitere Informationen] freigelassen, darunter sowohl Kinder und Frauen als auch Männer. Alle Freigelassenen stammen aus dem Dorf Tall Schamiram.

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KURDWATCH, 8. März 2015 – Zwischen dem 23. und 25. Februar 2015 haben Kämpfer des Islamischen Staats (IS) eine Offensive gegen Stellungen der Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) in Tall Tamr gestartet. Der Angriff galt auch mehreren christlichen Dörfern wenige Kilometer südlich und südwestlich von Tall Tamr, darunter Tall Schamiram, Tall Nasri, Tuma Yalda, al‑Aghibsch und al‑Hawuz. Zwischen fünfzig und siebzig Christen sollen entführt worden sein.

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KURDWATCH, 4. März 2015 – Am 22. Februar 2015 hat die Demokratische Partei Kurdistans – Syrien (PDK‑S) bei al‑Dschawadiya (Çil Axa) eine Gedenkfeier für den am 21. Februar 2012 an den Folgen eines Attentats verstorbenen Nasruddin Birhik [weitere Informationen] durchgeführt, an der etwa sechstausend Menschen teilnahmen. Birhik war Mitglied des Zentralkomitees der Kurdischen Demokratischen Partei in Syrien (el‑Partî) von ʿAbdulhakim Baschar, einer Vorgängerpartei der PDK‑S. Indizien weisen darauf hin, dass Birhik von Anhängern der Partei der Demokratischen Union (PYD) getötet wurde. Eine ordentliche Untersuchung seines Todes hat es nie gegeben.

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KURDWATCH, 4. März 2015 - Am 26. Februar 2015 haben Kämpfer der Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) eine Hochburg des Islamischen Staates (IS), die Stadt Tall Hamis (siebzig Kilometer südlich von al‑Qamischli), erobert. Am 28. Februar wurde außerdem Tall Brak (dreißig Kilometer nordöstlich von al-Hasaka) eingenommen. Der IS hat somit sämtliche Zugänge zu den kurdischen Gebieten zwischen al-Qamischli und al-Malikiya (Dêrik) verloren. Nach der Eroberung arabischer Dörfer um Tal Hamis hat die YPG dort zahlreiche Häuser niedergebrannt. Arabischen Aktivisten zufolge nahm sie auf diese Weise Rache für die dort im Januar 2014 getöteten YPG-Kämpfer [weitere Informationen].

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KURDWATCH, 28. Februar 2015 – Am 18. Februar 2015 haben Kämpfer des Islamischen Staats (IS) in der Nähe des dreißig Kilometer südlich von al‑Malikiya gelegenen Ortes as‑Suwaidiya das Feuer auf zwei Öltransporter eröffnet und den zufällig anwesenden Sabah ʿUmar Hamdan (geb. 1982) entführt. As‑Suwaidiya wird von der Partei der Demokratischen Union (PYD) kontrolliert. Der IS versucht, mit Angriffen auf Öltransporter die Einnahmequellen der PYD zu treffen.

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KURDWATCH, 28. Februar 2015 – Anfang Februar haben Mitglieder der Partei der Demokratischen Union (PYD) in al‑Hasaka erstmals ein großes Wandbild des syrischen Präsidenten Baschar al‑Assad übermalt. Am strategisch wichtigen As‑Sabbagh-Kreisverkehr befinden sich nun Bilder von PYD- und YPG‑Fahnen.

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KURDWATCH, 28. Februar 2015 – Am 22. Februar 2015 haben mehrere hundert türkische Soldaten mit Militärfahrzeugen die türkisch-syrische Grenze bei ʿAin al‑ʿArab (Kobanî) überquert und sind ungefähr dreißig Kilometer tief in das Landesinnere vorgedrungen. Sie evakuierten rund vierzig türkische Soldaten, die das Grabmal von Sulaiman Schah, dem Großvater des Gründers des Osmanischen Reichs, bewachten. Die Partei der Demokratischen Union (PYD) und ihre Volksverteidigungseinheiten (YPG) unterstützten die türkischen Einheiten bei der Operation. Auch die sterblichen Überreste von Sulaiman Schah wurden evakuiert. Sie werden laut türkischen Quellen in eine andere syrische Region gebracht.

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KURDWATCH, 28. Februar 2015 – Am 11. Februar 2015 wurde auf der offiziellen Website der Kurdischen Demokratischen Partei in Syrien (el‑Partî) eine Erklärung veröffentlicht, in der die Mitgliedschaft der Partei in der Kurdischen Entscheidungsinstanz als eingefroren bezeichnet wird, »bis die Frage der Mitgliedschaft der Partei im Kurdischen Nationalrat gelöst ist«. Am 12. Februar bezeichnete Parteisekretär Nasruddin Ibrahim diese Information auf seiner Facebookseite als falsch. Eine Erklärung des Politbüros der Partei unterstützte seine Sichtweise. Ibrahim selbst nahm am 12. Februar an einer Sitzung der Kurdischen Entscheidungsinstanz teil.

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KURDWATCH, 27. Februar 2015 – Am 21. Februar 2015 haben Kämpfer der Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) eine Großoffensive gegen Stelllungen des Islamischen Staats (IS) siebzig Kilometer südlich von al‑Qamischli gestartet. YPG‑Kämpfer sind dabei über irakisches Territorium Richtung Tall Hamis in vom IS kontrollierte Gebiete eingedrungen. Der Angriff wurde durch Artilleriefeuer der irakischkurdischen Peschmerga unterstützt. Laut Angaben der YPG konnten bis zum 23. Februar zwei Dutzend Dörfer erobert werden.

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KURDWATCH, 25. Februar 2015 – Am 19. Februar 2015 hat die Kurdische Entscheidungsinstanz in al‑Qamischli getagt und jeweils fünf Mitglieder für den Ausschuss zur Reform der Lokalverwaltung und den Ausschuss für militärische Fragen ernannt [weitere Informationen]. Jeweils vier Mitglieder gehören TEV‑DEM an, jeweils ein Mitglied stammt aus den Parteien, die vom Kurdischen Nationalrat ausgeschlossen worden waren [weitere Informationen]. Der Kurdische Nationalrat selbst wird in Kürze vier zusätzliche Mitglieder pro Ausschuss ernennen.

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KURDWATCH, 24. Februar 2015 – Am 15. Februar 2015 haben Mitarbeiter des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der Partei der Demokratischen Union (PYD), den Studenten Luʾai Muhammad Amin ʿAli (geb. 1989 in Tall Maʿruf) im Stadtzentrum von al‑Qamischli zwangsrekrutiert. Er wurde den Volksverteidigungseinheiten (YPG) der PYD überstellt.

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KURDWATCH, 24. Februar 2015 – Am 15. Februar 2015 gedachten Anhänger der Partei der Demokratischen Union (PYD) der Gefangennahme des Vorsitzenden der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), Abdullah Öcalan, im Jahre 1999. Aus Anlass des Jahrestages nahmen rund zweitausend Menschen an einer Demonstration in ʿAfrin teil.

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KURDWATCH, 21. Februar 2015 – Am 15. Februar 2015 gedachten Anhänger der Partei der Demokratischen Union (PYD) der Gefangennahme des Vorsitzenden der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), Abdullah Öcalan, im Jahre 1999. Aus diesem Anlass zwangen Mitglieder der PYD alle Ladenbesitzer in al‑Qamischli unter Androhung hoher Geldstrafen, ihre Läden zu schließen. In einigen Straßen wurde zur Untermauerung der Forderung die Stromversorgung unterbrochen.

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KURDWATCH, 19. Februar 2015 – Am 7. Februar 2015 haben Mitarbeiter des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der Partei der Demokratischen Union (PYD), an einem Kontrollpunkt in al‑Malikiya Khalaf Muhammad ʿAli ʿAskar (geb. 1996 in al‑Malikiya) zwangsrekrutiert. Als die Angehörigen des Mitglieds der Demokratischen Partei Kurdistans – Syrien (PDK‑S) bei den Volksverteidigungseinheiten (YPG) der PYD seine Rückkehr verlangten, wurde ihnen mitgeteilt, dass sie ihren Sohn in sechs Monaten wiedersehen würden.

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KURDWATCH, 18. Februar 2015 – Am 9. Februar 2015 hat die Frauenorganisation Yekîtiya Star, die der Partei der Demokratischen Union (PYD) nahesteht, vom Ausschuss für Parteienangelegenheiten der von der PYD eingesetzten Übergangsverwaltung für den Kanton Dschazira die Genehmigung zur Gründung einer politischen Partei erhalten.

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KURDWATCH, 18. Februar 2015 – Zwischen dem 27. Januar und dem 10. Februar 2015 haben Kämpfer der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) und der Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) in Kooperation mit Peschmergakräften die Kämpfer des Islamischen Staats (IS) aus allen Gebieten im Umland von ʿAin al‑ʿArab (Kobanî) vertrieben, die vor der Einnahme durch den IS von der PYD kontrolliert worden waren. Südlich der Stadt konnten zudem mehrere arabische Dörfer erobert werden. Zahlreiche Einwohner flohen aus Angst vor Vergeltungsaktionen. Am 10. Februar waren kurdische Kämpfer bis zu fünfundvierzig Kilometer Richtung Osten vorgerückt und kamen damit bis auf zwanzig Kilometer an Tall Abyad (Girê Sipî) heran.

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KURDWATCH, 12. Februar 2015 – Am 5. Februar 2015 hat die Kurdische Entscheidungsinstanz in al‑Qamischli getagt. Es wurden drei Ausschüsse gebildet. Der erste soll eine Satzung für die Entscheidungsinstanz entwerfen, der zweite wird sich mit einer Reform der Lokalverwaltung und der dritte mit militärischen Fragen beschäftigen. Nasruddin Ibrahim, Sekretär der Kurdischen Demokratischen Partei in Syrien (el‑Partî), nahm nicht an der Sitzung teil. Nach Informationen von KurdWatch gibt es innerhalb der Partei erhebliche Kritik an Ibrahim, weil dieser die TEV-DEM-Kandidaten unterstützt und so den Bruch mit dem Kurdischen Nationalrat herbeigeführt hat [weitere Informationen].

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KURDWATCH, 10. Februar 2015 – Am 1. Februar 2015 hat der Legislativrat der von der Partei der Demokratischen Union (PYD) für den Kanton Dschazira eingesetzten Übergangsverwaltung den 13. März 2015 als Termin für die Kommunalwahlen bestimmt. Insgesamt wurden vierzehn Wahlbezirke bekannt gegeben.

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KURDWATCH, 10. Februar 2015 – Am 4. Februar 2015 haben Mitarbeiter des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der Partei der Demokratischen Union (PYD), an mehreren Kontrollpunkten in al‑Qamischli junge Männer im Alter zwischen achtzehn und dreißig Jahren für die Volksverteidigungseinheiten (YPG) der PYD zwangsrekrutiert. Ein Asayişmitarbeiter erklärte gegenüber der Presseagentur ARA News, hundertfünfzig Personen seien festgenommen und direkt auf die Traininglager der YPG verteilt worden.

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KURDWATCH, 9. Februar 2015 – Am 27. Januar 2015 haben Mitarbeiter des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der Partei der Demokratischen Union (PYD), Samir Salim Husain aus seinem Haus im zwanzig Kilometer nördlich von ʿAfrin gelegenen Dair Sauwan entführt. Husain, der Mitglied der Demokratischen Partei Kurdistans – Syrien (PDK‑S) ist, hatte sich geweigert, an einem Kontrollpunkt der Volksverteidigungseinheiten (YPG) der PYD Dienst zu tun. Die YPG fordert regelmäßig von den Bewohnern abgelegener Dörfer, sie bei der Verteidigung dieser Dörfer zu unterstützen. Offiziell erfolgt diese Unterstützung freiwillig, faktisch handelt es sich oft um Zwangsmaßnahmen. Bei Dair Sauan handelt es ich um ein Dorf in unmittelbarer Nähe zu von der Dschabat an-Nusra kontrollierten Gebieten.

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KURDWATCH, 9. Februar 2015 – Am 3. Februar 2015 ist eine achtzehnjährige Kämpferin der Frauenverteidigungseinheiten (YPJ) der Partei der Demokratischen Union (PYD) bei einem Angriff der syrischen Luftwaffe auf einen Kontrollpunkt in Aleppo ums Leben gekommen. Außerdem wurden zwei Kämpfer der Volksverteidigungseinheiten (YPG) der PYD verletzt. Die YPG hat eigenen Angaben zufolge am selben Tag drei Soldaten der syrischen Armee getötet.

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KURDWATCH, 7. Februar 2015 – Am 4. Februar 2015 haben rund tausend Anhänger des Kurdischen Nationalrats in al‑Hasaka für die Einigkeit von Kurdischem Nationalrat und der von der PKK kontrollierten Bewegung für eine Demokratische Gesellschaft (TEV‑DEM) demonstriert.

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KURDWATCH, 7. Februar 2015 – Am 30. Januar 2015 haben Mitarbeiter des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der Partei der Demokratischen Union (PYD), Huzni Barzani und Yusuf Husain an der irakisch-syrischen Grenze entführt. Die beiden aus dem zehn Kilometer nordöstlich von al‑Qahtaniya (Tirbesipî) gelegenen Dair Aiyub (Dêrûna Qulinga) stammenden Männer hatten versucht, vor ihrer Rekrutierung durch die Volksverteidigungseinheiten (YPG) der PYD Richtung Irakisch-Kurdistan zu fliehen. Sie waren jedoch von ihren Schleusern an den Asayiş verraten worden. Dieser überstellte sie an die YPG.

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KURDWATCH, 4. Februar 2015 – Am 29. Januar 2015 hat die Partei der Demokratischen Union (PYD) in ʿAfrin die Einsetzung der Übergangsverwaltung für den Kanton ʿAfrin vor einem Jahr gefeiert. Etwa zweitausend Personen nahmen an der Veranstaltung teil.

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KURDWATCH, 4. Februar 2015 – Am 27. Januar 2015 haben Kämpfer der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) und der Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) in Kooperation mit Peschmergakräften den Kampf gegen den Islamischen Staat (IS) in den Dörfern östlich, westlich und südlich von ʿAin al‑ʿArab (Kobanî) begonnen. Angaben der YPG zufolge konnte der IS aus zehn Dörfern vertrieben werden, vor allem südlich und südwestlich der Stadt.

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KURDWATCH, 4. Februar 2015 – Am 29. Januar 2015 haben türkische Soldaten an einem Grenzpunkt in der Nähe der Stadt al‑Malikiya (Dêrik) das Feuer auf mehrere Flüchtlinge eröffnet, die die syrisch-türkische Grenze illegal überqueren wollten. Dabei kam die dreißigjährige Nazahat Dschalal (geb. in al‑Qamischli, verheiratet) ums Leben.

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KURDWATCH, 2. Februar 2015 – Die Demokratische Partei Kurdistans – Syrien (PDK‑S) hat offiziell die Führung der Rojava-Peschmerga übernommen, einer in Irakisch-Kurdistan gegründeten bewaffneten Einheit aus syrischen Kurden. Dies teilte Dilovan Robarî, Mitglied des Zentralkomitees der PDK‑S und selbst ranghoher Rojava-Peschmerga, auf der Website der Partei mit. Die Entscheidung sei in Absprache mit der politischen Führung Irakisch-Kurdistans getroffen worden. Robarîs Angaben zufolge sind ungefähr neunzig Prozent der Rojava-Peschmerga Mitglieder der PDK‑S.

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KURDWATCH, 1. Februar 2015 – Am 26. Januar 2015 haben Kämpfer der Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) die Bewohner der überwiegend kurdischen Viertel von al‑Hasaka aufgefordert, die Stadt noch am selben Tag zu verlassen. Begründet wurde die Maßnahme damit, dass es möglicherweise zu weiteren Auseinandersetzungen mit Regimemilizen kommen könne.

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KURDWATCH, 1. Februar 2015 – Am 27. Januar 2015 hat die von der Partei der Demokratischen Union (PYD) für den Kanton Kobanî eingesetzte Übergangsverwaltung gemeinsam mit der Führung der Volksverteidigungseinheiten (YPG) der PYD in ʿAin al‑ʿArab (Kobanî) eine Pressekonferenz abgehalten, um die Rückeroberung der Stadt bekannt zu geben. In zahlreichen Städten der kurdischen Gebiete, unter anderem in al‑Qamischli, ʿAmuda, al‑Hasaka, al‑Malikiya (Dêrik), al‑Qahtaniya (Tirbesipî), al‑Maʿbada (Girkê Legê) und Tall Tamr, gab es Feiern, an denen mehrheitlich PYD‑Anhänger teilnahmen.

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KURDWATCH, 30. Januar 2015 – Am 26. Januar 2015 haben Kämpfer der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) und der Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) in Kooperation mit Peschmergakräften die Kämpfer des Islamischen Staats (IS) aus den letzten noch von ihnen gehaltenen Straßen von ʿAin al‑ʿArab (Kobanî) vertrieben. Sie wurden von der US-amerikanischen Luftwaffe unterstützt. Im Umland ist der IS jedoch nach wie vor präsent.

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KURDWATCH, 30. Januar 2015 – Am 24. Januar 2015 haben sich Vertreter des Kurdischen Nationalrats und der von der Partei der Demokratischen Union (PYD) kontrollierten Bewegung für eine Demokratische Gesellschaft (TEV‑DEM) nach mehrtätigen Verhandlungen in Erbil auf die Zusammensetzung der Kurdischen Entscheidungsinstanz geeinigt. Die PYD setzte in den Verhandlungen durch, dass die Vertreter der drei vom Kurdischen Nationalrat ausgeschlossenen Parteien in der Kurdischen Entscheidungsinstanz verbleiben. Zu diesem Zweck wurden drei neue Sitze geschaffen, welche die PYD mit diesen Vertretern besetzen will. Der Kurdische Nationalrat seinerseits darf neben den ihm bisher zustehenden zwölf Sitzen ebenfalls drei weitere, neu geschaffene Sitze besetzen. Der Kurdische Nationalrat verfügt somit über insgesamt fünfzehn Stimmen in der Kurdischen Entscheidungsinstanz. TEV‑DEM hingegen kontrolliert neben ihren ursprünglichen zwölf Sitzen die drei Sitze der früheren Vertreter des Kurdischen Nationalrats sowie mindestens fünf der sechs Sitze, deren Besetzung zu den Auseinandersetzungen geführt hatte [weitere Informationen].

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KURDWATCH, 30. Januar 2015 – Am 24. Januar 2015 sind drei Boden-Boden-Raketen unbekannten Ursprungs in Tall Tamr eingeschlagen und haben mindestens ein Haus zerstört. Bewohner der Stadt melden vermehrte Aktivitäten der Kämpfer des Islamischen Staats (IS) südwestlich der Linie von Raʾs al‑ʿAin (Serê Kaniyê) über Tall Tamr nach al‑Hasaka.

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KURDWATCH, 30. Januar 2015 – Am 19. Januar 2015 hat das örtliche Komitee des Kurdischen Nationalrats in al‑Qamischli aufgrund der Auseinandersetzungen in al‑Hasaka [weitere Informationen] erneut eine Demonstration abgesagt. Die Demonstration sollte sich gegen die Zwangsrekrutierungen und die Entführung von Minderjährigen durch die Partei der Demokratischen Union (PYD) richten. Das Zentralkomitee der Kurdischen Einheitspartei in Syrien (Yekîtî) hat die Absage in einer Erklärung als unbegründet bezeichnet und eine neue Demonstration angekündigt.

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KURDWATCH, 30. Januar 2015 – Am 20. Januar 2015 sind in dem wenige Kilometer südlich von Tall Hamis gelegenen Ort Khansaʾ bei einem Angriff der syrischen Luftwaffe zwischen vierzig und fünfzig Zivilisten ums Leben gekommen. Etwa doppelt so viele Menschen wurden verletzt. Eine sogenannte Fassbombe (eine improvisierte Explosionswaffe) war über einem gut besuchten Markt abgeworfen worden. Tall Hamis und Umgebung werden vom Islamischen Staat (IS) kontrolliert.

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KURDWATCH, 26. Januar 2015 – Am 18. Januar 2015 haben syrische Sicherheitskräfte den Schriftsteller Ibrahim Farhan al‑Khalil im Haus eines Verwandten in al‑Hasaka festgenommen. Die Hintergründe der Festnahme sind nicht bekannt.

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KURDWATCH, 25.‑Januar‑2015 – Am 19. Januar‑2015 haben Scharfschützen regimenaher Milizen in al‑Hasaka Ismaʿil Nuruddin Yusuf (geb.‑1995 in al‑Hasaka) angeschossen. Er erlag wenige Stunden später in einem Krankenhaus seinen Verletzungen.

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KURDWATCH, 25. Januar 2015 – Am 20. Januar 2015 haben Kämpfer des Islamischen Staats (IS) mehrere Kontrollpunkte der Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) wenige Kilometer südlich der Stadt Tall Tamr angegriffen. Nach Angaben der YPG sollen elf Kämpfer des IS getötet worden sein, die Angreifer sollen sich zurückgezogen haben.

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KURDWATCH, 25. Januar 2015 – Am 18. Januar 2015 haben rund fünfundzwanzig Aktivisten und Angehörige der Neuntklässlerin Hamrin Husain in ʿAmuda erneut für die Rückkehr der von der Partei der Demokratischen Union (PYD) rekrutierten Minderjährigen demonstriert. Ursprünglich hatte das Lokalkomitee des Kurdischen Nationalrats zu der Demonstration aufgerufen. Das Komitee sagte die Demonstration jedoch kurzfristig unter Verweis auf die Auseinandersetzungen zwischen PYD und regimenahen Milizen in al‑Hasaka [weitere Informationen] ab.

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KURDWATCH, 25. Dezember 2014 – Am 18. Dezember 2014 wurde in einem Gefängnis des Islamischen Staats in ar‑Raqqa der zweiundzwanzigjährige Anglistikstudent Rodi Nadschmuddin Ahmad (geb. in ʿAin al‑ʿArab [Kobanî]) hingerichtet. Er war am 16. November 2014 entführt und der Gotteslästerung bezichtigt worden.

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KURDWATCH, 24. Januar 2015 – Zwischen dem 16. und 18. Januar 2015 ist es in mehreren von der Partei der Demokratischen Union (PYD) kontrollierten Stadtvierteln in al‑Hasaka zu schweren Gefechten zwischen Kämpfern der Volksverteidigungseinheiten (YPG) und des Sicherheitsdienstes (Asayiş) der PYD auf der einen und Kämpfern der regimenahen Nationalen Verteidigungsarmee auf der anderen Seite gekommen. Die syrische Armee beschoss Wohnviertel mit Boden-Boden-Raketen. Nach Angaben der PYD sind mindestens sieben ihrer Kämpfer und vier Zivilisten ums Leben gekommen. Bislang ist unklar, weshalb es zu den Auseinandersetzungen gekommen ist, die am 20. Januar erneut für einige Stunden aufflammten.

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KURDWATCH, 21. Januar 2015 – Am 14. Januar 2015 hat ein Mitarbeiter des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der Partei der Demokratischen Union (PYD), einen vorbeifahrenden Wagen an einem Kontrollpunkt in al‑Hasaka beschossen. Im Fahrzeug saßen ʿAbdurrahman ʿAbtan, Mitglied des Zentralkomitees der Demokratischen Partei Kurdistans – Syrien (PDK‑S) sowie Baschar Amin, Mitglied des Politbüros derselben Partei. Zu Schaden kam durch die Schüsse niemand. Der Asayiş erklärte den Vorfall mit der Unerfahrenheit des Mitarbeiters, der geschossen hatte. Die PDK‑S hingegen stellte in einer Presseerklärung eine mögliche Verbindung zu einem Auftritt ihrer beiden Mitglieder in einer Livesendung des irakischkurdischen Fernsehsenders Zagros‑TV her, die kurz vor dem Vorfall ausgestrahlt worden war. Journalisten dieses Senders waren bereits mehrfach von Repressionen der PYD betroffen [weitere Informationen]. Baschar Amin wiederum war bereits am 14. Mai 2014 vom Asayiş entführt und im Schlafanzug an der syrisch-irakischen Grenze ausgesetzt worden [weitere Informationen].

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KURDWATCH, 21. Januar 2015 – Am 9. Januar 2015 haben Mitglieder der Kurdischen Demokratischen Einheitspartei in Syrien (Demokratische Yekîtî) in al‑Maʿbada (Girkê Legê) eine sogenannte Großversammlung abgehalten. Gemäß Parteisatzung ist die Großversammlung die höchste Instanz nach dem Parteitag. Auf der Veranstaltung wurde der in Deutschland lebende Arzt Kamiran Hadsch ʿAbdu zum neuen Sekretär der Partei gewählt und beschlossen, innerhalb eines Jahres einen Parteitag abzuhalten. Hadsch ʿAbdu und weitere Mitglieder des Zentralkomitees nahmen an der Versammlung teil, während der bisherige Parteisekretär, Muhyiddin Schaikh Ali, sowie seine Anhänger nicht anwesend waren. Während Ali den ʿAfrin-Flügel der Partei repräsentiert, gehört ʿAbdu, obgleich selbst aus ʿAfrin stammend, dem Al‑Qamischli-Flügel an. In der Vergangenheit war es mehrfach zu Konflikten innerhalb der Demokratischen Yekîtî gekommen. Ali wurde vorgeworfen, Parteitage und Großversammlungen bewusst so zu organisieren, dass Mitglieder des Al‑Qamischli-Flügels nicht teilnehmen können [weitere Informationen]. Ein weiterer Grund für Unzufriedenheit ist die Nähe Alis zur Partei der Demokratischen Union (PYD). Ali hat bislang nicht auf die Wahl von ʿAbdu reagiert.

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KURDWATCH, 16. Januar 2015 – Am 9. Januar 2015 haben Flugzeuge der US‑Luftwaffe Stellungen des Islamischen Staats (IS) rund um die vierzig Kilometer südlich von al‑Qamischli gelegene Stadt Tall Hamis angegriffen. Informationen über Verluste des IS liegen nicht vor.

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KURDWATCH, 16. Januar 2015 – Am 9. Januar 2015 haben die Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) eigenen Angaben zufolge Stellungen des Islamischen Staats (IS) in der Nähe des fünfundzwanzig Kilometer südlich von Raʾs al‑ʿAin (Serê Kaniyê) gelegenen Ortes Raihaniya angegriffen. Dabei sollen mindestens drei Kämpfer des IS getötet und ein Militärfahrzeug zerstört worden sein.

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KURDWATCH, 16. Januar 2015 – Am 9. Januar 2015 hat die Partei der Demokratischen Union (PYD) in al‑Qamischli eine Demonstration organisiert, um des zweiten Jahrestages der Ermordung von drei Aktivistinnen der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) in Paris zu gedenken. Etwa tausend Personen nahmen an der Demonstration teil.

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KURDWATCH, 16. Januar 2015 – Am 8. Januar 2015 haben 125 kurdische Politiker, Schriftsteller und Aktivisten eine Erklärung im Internet veröffentlicht, in der sie die Rekrutierung von Minderjährigen durch die Partei der Demokratischen Union (PYD) verurteilen. Sie werfen der PYD vor, für die massenhafte Auswanderung junger Menschen aus den kurdischen Gebieten Syriens verantwortlich zu sein. Die Unterzeichner leben mehrheitlich im Ausland.

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KURDWATCH, 16. Januar 2015 – Am 4. Januar 2015 fand in al‑Qamischli eine Sitzung der Kurdischen Entscheidungsinstanz in Abwesenheit der Vertreter des Kurdischen Nationalrats statt. Anwesend waren zwölf Vertreter der Bewegung für eine Demokratische Gesellschaft (TEV‑DEM), fünf weitere der Partei der Demokratischen Union (PYD) nahestehende Vertreter sowie die drei ehemaligen Vertreter des Kurdischen Nationalrats, die von diesem wegen ihrer Nähe zur PYD abgesetzt worden waren [weitere Informationen]. Die Mitglieder des Kurdischen Nationalrats hatten ihre Teilnahme davon abhängig gemacht, dass die drei abgesetzten Vertreter nicht erscheinen. Die PYD vertritt jedoch die Auffassung, die Mitglieder der Entscheidungsinstanz könnten nicht einfach ausgetauscht werden.

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KURDWATCH, 13. Januar 2015 – Am 2. Januar 2015 hat die Mutter von Hamrin Husain die Frauenverteidigungseinheiten (YPJ) der Partei der Demokratischen Union (PYD) aufgesucht, nach dem Verbleib ihrer Tochter gefragt und deren Rückkehr gefordert. Die PYD hatte die Neuntklässlerin gegen den Willen der Eltern rekrutiert [weitere Informationen] Der Mutter wurde gedroht, sie werde aus Syrien ausgewiesen, sollte sie weiter nach ihrer Tochter fragen. Auch dem Bruder des Mädchens, Marwan Husain, wurde am 27. Dezember 2014 in einer Kaserne der Volksverteidigungseinheiten (YPG) ein »schlimmes Schicksal« angedroht.

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KURDWATCH, 12. Januar 2015 – Am 28. Dezember 2014 sind mindestens sechs Kämpfer der Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) bei der Explosion einer Autobombe an einem Kontrollpunkt in der Nähe des fünfzehn Kilometer nordöstlich von ʿAfrin gelegenen Ortes Qatma ums Leben gekommen.

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KURDWATCH, 7. Januar 2015 – Am 28. Dezember 2014 haben Kämpfer der Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) die Achtklässlerin Hizbiya Walid Schaikhmus (geb. am 5. Januar 2000) ohne Einwilligung der Eltern rekrutiert. Das Mädchen wurde vor ihrer Schule in al‑Qamischli mitgenommen. Die Eltern der Minderjährigen haben sich sowohl an die YPG als auch an das Volkshaus der PYD sowie den Asayiş, den Sicherheitsdienst der PYD, gewandt und die Rückkehr ihrer Tochter gefordert. Ihnen wurde, so der Vater von Hizbiya, jedoch lediglich mitgeteilt, ihre Tochter werde in das Militärhauptquartier der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) in den irakischkurdischen Qandilbergen gebracht.

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KURDWATCH, 7. Januar 2015 – Am 3. Januar 2015 haben rund fünfundzwanzig Aktivisten und Angehörige der entführten Neuntklässlerin Hamrin Husain in ʿAmuda erneut für die Rückkehr der von der Partei der Demokratischen Union (PYD) rekrutierten Minderjährigen demonstriert. Auf einem Plakat hieß es: »Wir machen weiter, bis Hamrin und alle anderen Minderjährigen auf ihre Schulbänke zurückgekehrt sind.«

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KURDWATCH, 6. Januar 2015 – Am 29. Dezember 2014 haben zwei Dutzend Mitarbeiter des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der Partei der Demokratischen Union (PYD), das Büro der Demokratischen Partei Kurdistans – Syrien (PDK‑S) in al‑Hasaka umstellt und die beiden Eingangstüren aufgebrochen. Büroausstattung, Parteischilder, kurdische Flaggen und mehrere Mobiltelefone der Anwesenden wurden entwendet, drei Parteimitglieder entführt. Einige Stunden später wurde ein Teil der entwendeten Sachen zurückgegeben und die Entführten wurden freigelassen. Das Büro wurde wiedereröffnet.

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KURDWATCH, 6. Januar 2015 – Bei einem Angriff der syrischen Luftwaffe auf den mehrheitlich kurdisch bewohnten Ort Qabbasin, rund fünfzig Kilometer nordöstlich von Aleppo, sind am 25. Dezember 2014 mehr als fünfzig Menschen ums Leben gekommen.

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KURDWATCH, 6. Januar 2015 – Am 29. Dezember 2014 haben Familienangehörige der von der Partei der Demokratischen Union (PYD) rekrutierten Neuntklässlerin Hamrin Husain [weitere Informationen] trotz Drohungen vonseiten der PYD eine Kundgebung in ʿAmuda organisiert und die Rückkehr des Mädchens gefordert. Zahlreiche Aktivisten und Anhänger des Kurdischen Nationalrats beteiligten sich an dem Protest. Die Frauenverteidigungseinheiten (YPJ), eine Unterorganisation der Volksverteidigungseinheiten (YPG) der PYD, veröffentlichten am 28. Dezember ein kurzes Videointerview mit Hamrin, in dem sie angibt, freiwillig den Frauenverteidigungseinheiten beigetreten zu sein. Befragt nach ihrem Alter antwortet das Mädchen: »Sie behaupten, ich wäre dreizehn, ich bin aber sechz…, ich bin achtzehn.« Die Familie Hamrins veröffentlichte kurz darauf eine Ablichtung des Familienbuchs, in dem das Geburtsdatum von Hamrin Husain mit dem 5. Januar 1999 angegeben wird. Somit war Hamrin zum Zeitpunkt ihrer Rekrutierung fünfzehn.

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KURDWATCH, 1. Januar 2015 – Am 15. Dezember 2014 ist ein arabischer Kämpfer südwestlich von Tall Tamr aus den Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) desertiert. Er tötete mindestens fünf YPG‑Kämpfer, ehe er fliehen konnte.

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KURDWATCH, 1. Januar 2015 – Der Verteidigungsausschuss der von der Partei der Demokratischen Union (PYD) eingesetzten Übergangsverwaltung für den Kanton Dschazira hat den 20. Januar 2015 als letzte Frist benannt, zu der alle betroffenen Einwohner ihrer Wehrpflicht nachzukommen haben [Wehrpflichtgesetz herunterladen]. Wer sich bis zu diesem Zeitpunkt nicht bei den Volksverteidigungseinheiten (YPG) der PYD registriert, muss der am 17. Dezember 2014 veröffentlichten Bekanntmachung zufolge mit juristischen Konsequenzen rechnen.

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KURDWATCH, 21. Dezember 2014 – Am 3. Dezember 2014 haben Mitarbeiter des Asayiş, des Sicherheitsdienstes der Partei der Demokratischen Union (PYD), den Journalisten und Mitarbeiter der Nachrichtenwebsite Welati.net ʿAli ʿAbdurrahman (geb. 1986) aus seinem Elternhaus entführt. ʿAbdurrahman hatte über die Entführung von Ibrahim Kurisch [weitere Informationen zum Fall] berichtet. Er kam nach drei Tagen wieder frei. Eigenen Angaben zufolge wurde er nicht gefoltert.

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