KurdWatch
 

Bleiben Sie informiert mit unserem Newsletter
Ihre E-Mail-Adresse

anmelden
abmelden
 
 

KURDWATCH, 30. Dezember 2012 – Am 24. Dezember 2012 haben Mitglieder der Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) bei einer regimekritischen Kundgebung in ʿAin al‑ʿArab (Kobanî) sechs Aktivisten entführt. Es handelt sich um Hammuda ʿAbbas, Rawan Schaikh Nabi, Kawa Ramadan Schaikhu, Mustafa Schaikhu, Habasch Hami sowie eine weitere Person. Den Aktivisten, die an der Gründungszeremonie des Nusur-Kobani-Bataillons der Freien Syrischen Armee als Zuschauer teilgenommen hatten, wurde vorgeworfen, der Freien Syrischen Armee anzugehören. Sie kamen nach Intervention des Kurdischen Militärrats der Freien Syrischen Armee am 25. Dezember wieder frei. Der PYD waren andernfalls Konsequenzen angedroht worden.

ShareThis

KURDWATCH, 29. Dezember 2012 – Bei andauernden Kämpfen zwischen der Freien Syrischen Armee und Regierungstruppen hat es am 21. Dezember 2012 erneut zahlreiche Tote und Verletzte gegeben. Die Kämpfe konzentrierten sich auf die Wirtschaftsmetropole Aleppo, die Hauptstadt Damaskus sowie die Gegend um Hama. Im ganzen Land forderten die Demonstranten, die unter dem gemeinsamen Motto »Auf die Tore von Aleppo ist der Sieg geschrieben« auf die Straße gingen, den Sturz des Regimes. Anhänger der Partei der Demokratischen Union (PYD) demonstrierten unter dem eigenen Motto »Unser Wille ist stärker als euer Embargo«. Sie warfen Gruppen der Freien Syrischen Armee vor, den Transport von Lebensmitteln und Energie in die kurdischen Gebiete zu verhindern. Auch Anhänger des Kurdischen Nationalrats hielten teilweise Transparente mit ähnlichem Inhalt, ohne sich auf ein bestimmtes Motto zu einigen. In al‑Qamischli gab es je eine Demonstration in den Stadtvierteln al‑ʿAntariya (organisiert von den Jugendgruppen Biratî, Rojava, Schaikh Maʿschuq und Märtyrer Farhad) und Munir Habib (organisiert vom Kurdischen Nationalrat) sowie an der Qasimomoschee im Westviertel (organisiert von der PYD). In ʿAmuda kam es zu drei getrennten Demonstrationen, organisiert von der PYD, dem Kurdischen Nationalrat sowie von verschiedenen Jugendgruppen. In al‑Hasaka gab es drei Demonstrationen. In ad‑Darbasiya, ʿAin al‑ʿArab (Kobanî), al‑Dschawadiya (Çil Axa) und al‑Qahtaniya (Tirbesipî) fanden jeweils zwei Demonstrationen statt, eine organisiert von der PYD, die andere vom Kurdischen Nationalrat. In al‑Malikiya (Dêrik) fand eine von der PYD organisierte Demonstration statt. Die wöchentlichen Demonstrationen des Kurdischen Nationalrats in al‑Malikiya und al‑Maʿbada (Girkê Legê) fanden am Samstag, nicht am Freitag statt. In ʿAfrin und Raʾs al‑ʿAin (Serê Kaniyê) sowie in den mehrheitlich kurdisch bewohnten Stadtvierteln von Aleppo und Damaskus gab es keine Proteste.

ShareThis

KURDWATCH, 26. Dezember 2012 – Bei andauernden Kämpfen zwischen der Freien Syrischen Armee und Regierungstruppen hat es am 14. Dezember 2012 erneut zahlreiche Tote und Verletzte gegeben. Die Kämpfe konzentrierten sich auf die Wirtschaftsmetropole Aleppo sowie die Hauptstadt Damaskus. Im ganzen Land forderten die Demonstranten, die unter dem gemeinsamen Motto »Es gibt in Syrien keinen Terrorismus außer dem von Assad« auf die Straße gingen, den Sturz des Regimes. Der Volksrat von Westkurdistan organisierte auch an diesem Freitag keine Demonstrationen, es gab lediglich einen Trauerzug für ein in Raʾs al‑ʿAin (Serê Kaniyê) getötetes Mitglied der Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD). Anhänger des Kurdischen Nationalrats gingen unter dem Motto »Blutsgeschwister« auf die Straßen. In al‑Qamischli gab es je eine Demonstration in den Stadtvierteln al‑ʿAntariya (organisiert von den Jugendgruppen Biratî, Rojava, Schaikh Maʿschuq und Märtyrer Farhad) und Munir Habib (organisiert vom Kurdischen Nationalrat). In ʿAmuda kam es zu zwei Demonstrationen, organisiert vom Kurdischen Nationalrat und verschiedenen Jugendgruppen. In al‑Hasaka gab es drei Demonstrationen. In al‑Malikiya (Dêrik) und al‑Maʿbada (Girkê Legê) fanden die wöchentlichen Demonstrationen des Kurdischen Nationalrats am Samstag, nicht am Freitag statt. In ʿAin al‑ʿArab (Kobanî) gab es eine Demonstration, an der sowohl Anhänger des Kurdischen Nationalrats als auch Unterstützer der Freien Syrischen Armee beteiligt waren. Dort kommt es seit Wochen zu Konflikten, weil Anhänger der Freien Syrischen Armee islamische Slogans rufen, auf die die PYD mit Gewalt reagiert. In ad‑Darbasiya, al‑Dschawadiya (Çil Axa) und Raʾs al‑ʿAin (Serê Kaniyê) sowie in den mehrheitlich kurdisch bewohnten Stadtvierteln von Aleppo und Damaskus gab es keine Proteste.

ShareThis

KURDWATCH, 24. Dezember 2012 – In der Nacht vom 13. auf den 14. Dezember 2012 ist das Büro der Kurdischen Freiheitspartei in Syrien (Azadî) in Raʾs al‑ʿAin (Serê Kaniyê) vollständig ausgebrannt. Mustafa Oso, Sekretär der Partei, erklärte gegenüber KurdWatch: »Aufgrund der kritischen Lage in Raʾs al‑ʿAin und da in der Nacht kein Parteimitglied im Büro war, konnten wir bisher nicht herausfinden, wer für den Brand verantwortlich ist.« In einer Presseerklärung der Partei wurde Brandstiftung nicht ausgeschlossen. Darüber hinaus wurde der Vorfall in Verbindung gebracht mit der Gründung der Kurdischen Demokratischen Politischen Union – Syrien am 15. Dezember 2012.

ShareThis

KURDWATCH, 24. Dezember 2012 – Am 11. Dezember 2012 haben mehrere Raketen das mehrheitlich kurdisch bewohnte Stadtviertel Schaikh Maqsud in Aleppo getroffen. Mindestens vierzehn Personen wurden getötet, mindestens zwanzig weitere teils schwer verletzt. Es ist nicht bekannt, ob es sich um einen gezielten Angriff auf das Viertel handelte.

ShareThis

KURDWATCH, 21. Dezember 2012 – Am 16. Dezember 2012 ist Rodi Ibrahim aus der Haft des Nachrichtendienstes der Luftwaffe entlassen worden [weitere Informationen zum Fall]]. Bis zum Morgen des 18. Dezember wurde er im Krankenhaus von al‑Qamischli behandelt.

ShareThis

KURDWATCH, 19. Dezember 2012 – Nur zwei Tage nach den ersten bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Freier Syrischer Armee (FSA) und Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) [weitere Informationen] kam es am 21., 22. und 23. November 2012 erneut zu Kämpfen zwischen diesen Gruppen. Am 24. November traten Vertreter beider Seiten in Verhandlungen ein. Die Waffenruhe wurde jedoch am 6. Dezember gebrochen, darüber hinaus kam es am 12., 13., und 14. Dezember zu schweren Angriffen der FSA auf die YPG; die FSA setzte dabei Raketenwerfer ein. Der Versuch der FSA, die Kämpfe auf Dörfer zwischen Raʾs al‑ʿAin und ad‑Darbasiya auszuweiten, scheiterte. Seit dem 15. Dezember 2012 finden wieder Verhandlungen zwischen beiden Seiten statt.

ShareThis

KURDWATCH, 19. Dezember 2012 – Am 3. Dezember 2012 hat die syrische Luftwaffe Stellungen der Freien Syrischen Armee (FSA) in Raʾs al‑ʿAin (Serê Kaniyê) angegriffen. Dabei wurden auch Wohnviertel bombardiert, in denen sich Kämpfer der FSA verschanzt hatten. Mindestens vier Zivilisten kamen ums Leben. Zahlreiche Bewohner flüchteten aus der Stadt, die bereits Mitte November bombardiert worden war [weitere Informationen]. Am 12. und 15. Dezember griffen syrische Flugzeuge zudem Stellungen der FSA in arabischen Dörfern rund um Tall Tamr (30 Kilometer südöstlich von Raʾs al‑ʿAin) an. Mehrere FSA‑Kämpfer sollen getötet worden sein.

ShareThis

KURDWATCH, 18. Dezember 2012 – Am 27. November 2012 ist im Kofferraum des Privatwagens des lokalen Vorsitzenden des Volksrats von Westkurdistan in ʿAfrin, ʿAtuf ʿAbdu, eine Bombe explodiert. ʿAbdu wurde leicht verletzt. Der Hintergrund des Anschlags ist nicht bekannt.

ShareThis

KURDWATCH, 16. Dezember 2012 - Am 12. Dezember 2012 ist Rodi Ibrahim (geb. 1977, verheiratet, drei Kinder) von Mitarbeitern des Nachrichtendienstes der Luftwaffe im Jugendzentrum Zelal in al‑Qamischli festgenommen worden. Ibrahim ist Leiter des Jugendzentrums, ihm wird vorgeworfen, dort »radikale Gruppen« auszubilden. Drei Computer des Zentrums wurden beschlagnahmt. Nach Zahlung von Bestechungsgeldern konnten Verwandte Ibrahim am 14. Dezember besuchen. Sie berichteten gegenüber KurdWatch, dass er Folter ausgesetzt ist.

ShareThis

KURDWATCH, 14. Dezember 2012 – Bei landesweiten Protesten hat es am 7. Dezember 2012 erneut zahlreiche Tote und Verletzte gegeben. Im ganzen Land forderten die Demonstranten, die unter dem gemeinsamen Motto »Nein zu [UN‑]Friedenstruppen in Syrien« auf die Straße gingen, den Sturz des Regimes. Der Volksrat von Westkurdistan organisierte an diesem Freitag keine Demonstrationen, die Teilnahme an den Demonstrationen des Kurdischen Nationalrats war wegen starken Regens sehr gering. In al‑Qamischli gab es nur zwei Demonstrationen in den Stadtvierteln al‑ʿAntariya (organisiert von den Jugendgruppen Biratî, Rojava, Schaikh Maʿschuq und Märtyrer Farhad) und Munir Habib (organisiert vom Kurdischen Nationalrat). In ʿAmuda und ʿAin al‑ʿArab (Kobanî) kam es zu jeweils einer Demonstration, organisiert vom Kurdischen Nationalrat sowie verschiedenen Jugendgruppen. In al‑Hasaka gab es zwei Demonstrationen. In al‑Malikiya (Dêrik) und al‑Maʿbada (Girkê Legê) fanden die wöchentlichen Demonstrationen des Kurdischen Nationalrats am Samstag, nicht am Freitag statt. In ad‑Darbasiya, al‑Dschawadiya (Çil Axa) und Raʾs al‑ʿAin (Serê Kaniyê) sowie in den mehrheitlich kurdisch bewohnten Stadtvierteln von Aleppo gab es keine Proteste. Im mehrheitlich kurdisch bewohnten Damaszener Stadtviertel Ruknuddin organisierten Anhänger der Freien Syrischen Armee nächtliche Demonstrationen.

ShareThis

KURDWATCH, 14. Dezember 2012 – Im Anschluss an die militärischen Auseinandersetzungen in Raʾs al‑ʿAin (Serê Kaniyê) [weitere Informationen] haben zwölf kurdische Jugendgruppen am 12. November 2012 in al‑Qamischli die »Söhne des kurdischen Volkes aller Regionen« sowie die syrisch-kurdische Jugend in Irakisch-Kurdistan und im Ausland dazu aufgerufen, das Volk zu schützen sowie das Land zu verteidigen und es von der Diktatur zu befreien.
Es handelt sich um folgende Gruppen:
Kurdische Jugendversammlung al‑Qamischli (Syrischer Nationalrat)
Kurdische Jugendbewegung (Kurdischer Nationalrat)
Frühling der Freien Jugend (Syrischer Nationalrat)
Kooperation der Nationalen Einheit
Beobachtungsgremium der Kurdischen Zukunftsbewegung (Syrischer Nationalrat)
Bewegung Syrisch-Kurdistans
Bewegung der Sonne der Freiheit
Märtyrer-Mischʿal-at‑Tammu-Kooperation (Syrischer Nationalrat)
Jugend der Geburt der Freiheit (Syrischer Nationalrat)
Bewegung der Revolutionsjugend (Kurdischer Nationalrat)
Sawa-Jugendkoalition (Syrischer Nationalrat) 
Union der Kooperationen der Kurdischen Jugend in Syrien (Syrischer Nationalrat und Kurdischer Nationalrat)

ShareThis

KURDWATCH, 12. Dezember 2012 – Am 1. Dezember 2012 haben bewaffnete Mitglieder des arabischen Stammes Tai das Gebäude der privaten al‑Maʾmun-Universität in al‑Qamischli besetzt. Es handelte sich um Anhänger des als regimenah geltenden lokalen Stammesführers Muhammad Faris. Als Mitglieder der Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) daraufhin versuchten, das Gebäude zu umstellen, kam es zu einem Schusswechsel. Wenig später verließen die Tai das Gebäude. Mehrere von ihnen waren verwundet worden, eine Person erlag am 5. Dezember ihren Verletzungen.

ShareThis

KURDWATCH, 9. Dezember 2012 – Die Partei der Demokratischen Union (PYD) hat am 9. November 2012 zahlreiche Einrichtungen in der Stadt ad‑Darbasiya vom syrischen Regime übernommen [weitere Informationen]. Hierzu gehörten neuesten Informationen zufolge auch das Gebäude des Nachrichtendienstes der Luftwaffe, das Rathaus, das Schiedsgericht, das Elektrizitäts- sowie das Wasserwerk. Mindestens in den Städten ʿAmuda, ad‑Darbasiya und al‑Malikiya (Dêrik) sind keine Polizisten mehr vor Ort. Staatsangestellte, die nicht dem Sicherheitsbereich angehören, verrichten ihre Arbeit weiter, ihre Gehälter werden nach wie vor aus Damaskus bezahlt. Gleichzeitig wird ihre Arbeit von der PYD kontrolliert. So wurde etwa ein PYD‑Kader ins Rathaus von ad‑Darbasiya abgeordnet. Vor den übernommenen Institutionen wurde die PYD‑Fahne gehisst.
Ein Aktivist berichtete gegenüber KurdWatch, dass Mitglieder der PYD nach der Übernahme des Gebäudes des Militärischen Nachrichtendienstes in ad‑Darbasiya dort verbliebene Dokumente verbrannten. Mitglieder anderer Sicherheitsdienste hatten dies vor Verlassen ihrer Gebäude selbst erledigt.

ShareThis

KURDWATCH, 8. Dezember 2012 – Bei landesweiten Protesten hat es am 30. November 2012 erneut zahlreiche Tote und Verletzte gegeben. Im ganzen Land forderten die Demonstranten, die unter dem gemeinsamen Motto »Die Finger des Sieges [sind] über dem [Präsidenten]Palast« auf die Straße gingen, den Sturz des Regimes. Nachdem Vertreter des Kurdischen Nationalrates und des Volksrates von Westkurdistan sich am 25. November in Erbil geeinigt hatten, alle noch zwischen ihnen bestehenden Probleme zu lösen, demonstrierten ihre Anhänger unter dem Motto »Gemeinsamer Kampf«. Die Demonstrationen der beiden Räte blieben jedoch weiterhin getrennt. In al-Qamischli gab es jeweils eine Demonstration in den Stadtvierteln al-ʿAntariya (organisiert von den Jugendgruppen Biratî, Rojava, Schaikh Maʿschuq und Märtyrer Farhad), Kurnisch (organisiert von Anhängern der Kurdischen Zukunftsbewegung in Syrien unter Rezan Bari Schaikhmus, der Jugendgruppe Sewa und anderen unabhängigen Jugendgruppen) und Munir Habib (organisiert vom Kurdischen Nationalrat) sowie an der Qasimomoschee im Westviertel (organisiert von der Partei der demokratischen Union [PYD]). In ʿAmuda kam es zu drei getrennten Demonstrationen, organisiert von der PYD, dem Kurdischen Nationalrat sowie von verschiedenen Jugendgruppen. Auch in al-Hasaka gab es drei Demonstrationen. In ad-Darbasiya und al-Qahtaniya (Tirbesipî) fanden jeweils zwei Demonstrationen statt, organisiert von der PYD und vom Kurdischen Nationalrat. In ʿAin al-ʿArab (Kobanî) organisierte die PYD eine Demonstration. Darüber hinaus gingen erneut KNR-Anhänger auf die Straße, obwohl das lokale Komitee des Kurdischen Nationalrats bereits vergangene Wochen dazu aufgerufen hatte, zwei Wochen auf Demonstrationen zu verzichten. In al-Malikiya (Dêrik) und al-Maʿbada (Girkê Legê) fanden die wöchentlichen Demonstrationen des Kurdischen Nationalrats am Samstag, nicht am Freitag statt. In al-Dschawadiya (Çil Axa) und Raʾs al-ʿAin (Serê Kaniyê) sowie in den mehrheitlich kurdisch bewohnten Stadtvierteln von Aleppo und Damaskus gab es keine Proteste.

ShareThis

KURDWATCH, 5. Dezember 2012 – Vom 23. bis zum 25. November 2012 fanden in Erbil auf Einladung von Masʿud Barzani erneut Gespräche zwischen dem Kurdischen Nationalrat und dem Volksrat von Westkurdistan statt. Am 25. November gaben die Teilnehmer eine Presseerklärung heraus, in der die Einhaltung aller Punkte des Erbiler Abkommens vom 11. Juni 2012 Dokument herunterladen], die »Lösung aller Probleme« sowie der Schutz des gesellschaftlichen Friedens angekündigt wurden. Außerdem einigten sich die beiden Räte auf die Bildung von Komitees und gemeinsamen, spezialisierten Führungsausschüssen, um die »Bevölkerung zu schützen« und »Verbindungen ins Ausland im Dienste der gemeinsamen politischen Linie« zu gewährleisten. Der Satz zum gemeinsamen Schutz der Bevölkerung wurde von vielen Beobachtern als Vereinbarung zur Bildung einer gemeinsamen kurdischen Armee sowie als Hinweis auf die Auflösung der Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) verstanden. Daraufhin veröffentlichte die YPG noch am selben Tag eine Erklärung, in der betont wurde, dass sie sich mit keiner anderen Kraft vereinigen werde, die YPG sei ausschließlich »mit dem Volk vereint«. Am 28. November 2012 relativierte die YPG diese Erklärung und erklärte, sie sei als »patriotische Einheit« allen Vereinbarungen und Entscheidungen des Hohen Kurdischen Gremiums unterworfen. Die Erklärung vom 25. November sei als Reaktion darauf zu verstehen, dass die Erklärung der beiden Räte insbesondere im Internet von zahlreichen Kommentatoren falsch, nämlich als Auflösung der YPG, interpretiert worden sei.

ShareThis

KURDWATCH, 4. Dezember 2012 – Am 11. Juli 2012 haben Vertreter des Volksrats von Westkurdistan und des Kurdischen Nationalrats (KNR) ein zweites Kooperationsabkommen unterzeichnet, das die Beziehungen zwischen der Partei der Demokratischen Union (PYD) und den Parteien des KNR in Syrien regeln soll. Das Abkommen kam nach Gesprächen in Salahuddin (Kurdistan/Irak) zustande, zu denen, wie bereits im Fall des ersten Abkommens vom 11. Juni 2012 Dokument herunterladen] der Präsident der Region Kurdistan/Irak, Masʿud Barzani, eingeladen hatte. Insbesondere Punkt 5 des Abkommens, ein generelles Gewaltverbot, wird von der PYD bis heute nicht umgesetzt. KurdWatch veröffentlicht den Text des Kooperationsabkommens Dokument herunterladen].

ShareThis

KURDWATCH, 1. Dezember 2012 – Nachdem bewaffnete Gruppen der Freien Syrischen Armee (FSA) am 8. November 2012 in die mehrheitlich kurdisch bewohnte Stadt Raʾs al‑ʿAin (Serê Kaniyê) einmarschiert waren [weitere Informationen], hat das syrische Regime der Partei der Demokratischen Union (PYD) die Kontrolle über mehrere überwiegend kurdische Städte überlassen. Am 9. und 10. November 2012 zogen sich syrische Sicherheitskräfte aus den Gebäuden des Direktorats für politische Sicherheit, des Militärischen Nachrichtendienstes, des Staatssicherheitsdienstes und der Polizei in ad‑Darbasiya zurück; außerdem überließen sie der PYD die Kontrolle des Grenzübergangs zur Türkei. In Tall Tamr verließen Sicherheitskräfte die Gebäude von Polizei, Staatssicherheitsdienst und Militärischem Nachrichtendienst. In ʿAmuda wurden der PYD die Gebäude des Direktorats für politische Sicherheit, des Militärischen Nachrichtendienstes sowie der Rekrutierungsbehörde überlassen. In al‑Malikiya (Dêrik) zog sich die Regierung am 12. November 2012 aus den Gebäuden des Direktorats für politische Sicherheit, des Militärischen Nachrichtendienstes, des Staatssicherheitsdienstes, der Polizei sowie der Baʿthpartei zurück und überließ der PYD einen Kontrollpunkt an einer der Hauptzufahrtsstraßen. Bereits im Sommer 2012 hatte die Regierung sich aus einigen Institutionen der beiden letztgenannten Städte zurückgezogen [weitere Informationen].

ShareThis

KURDWATCH, 30. November 2012 – Die Kurdische Einheitspartei in Syrien (Yekîtî) hat Anfang November 2012 eine bewaffnete Einheit in ʿAmuda gebildet, das Märtyrer-Tahsin-Mamo-Bataillon. Mamo war Mitglied der Yekîtî, er kam 2008 während der Haft ums Leben [weitere Informationen zum Fall]]. Ein Yekîtîmitglied aus ʿAmuda erklärte gegenüber KurdWatch, das Bataillon sei gegründet worden, »um das Volk im Notfall zu schützen«.

ShareThis

KURDWATCH, 29. November 2012 – Bei landesweiten Protesten hat es am 23. November 2012 erneut zahlreiche Tote und Verletzte gegeben. Im ganzen Land forderten die Demonstranten, die unter dem gemeinsamen Motto »Die Stunde und die Zeit des Sieges sind gekommen« auf die Straße gingen, den Sturz des Regimes. Anhänger des Kurdischen Nationalrats und zahlreiche kurdische Jugendgruppen demonstrierten unter diversen Slogans, während Anhänger der Partei der Demokratischen Union (PYD) unter dem Motto »Der Widerstand von Serê Kaniyê« auf die Straßen gingen. In al-Qamischli gab es jeweils eine Demonstration in den Stadtvierteln al-ʿAntariya (organisiert von den Jugendgruppen Biratî, Rojava, Schaikh Maʿschuq und Märtyrer Farhad), Kurnisch (organisiert von Anhängern der Kurdischen Zukunftsbewegung in Syrien unter Rezan Bari Schaikhmus, der Jugendgruppe Sewa und anderen unabhängigen Jugendgruppen) und Munir Habib (organisiert vom Kurdischen Nationalrat) sowie an der Qasimomoschee im Westviertel (organisiert von der PYD). In al-ʿAntariya organisierten Mitglieder der Jugendgruppe Schaikh Maʿschuq, die der Kurdischen Einheitspartei in Syrien (Yekîtî) nahesteht, eine Art Militärparade: die Teilnehmer marschierten in Militärkleidung, aber unbewaffnet. In ʿAmuda kam es zu drei getrennten Demonstrationen, organisiert von der PYD, dem Kurdischen Nationalrat sowie von verschiedenen Jugendgruppen. Auch in al-Hasaka gab es drei Demonstrationen. In ad-Darbasiya, und al-Qahtaniya (Tirbesipî) fanden jeweils zwei Demonstrationen statt, organisiert von der PYD und vom Kurdischen Nationalrat. In ʿAin al-ʿArab (Kobanî) organisierte die PYD eine Demonstration, das lokale Komitee des Kurdischen Nationalrats hingegen forderte seine Anhänger auf, zwei Wochen lang auf Demonstrationen zu verzichten. Dennoch gingen etwa 2000 KNR-Anhänger in Ain al-ʿArab auf die Straße. In Radschu und Dschindiras bei ʿAfrin fand jeweils eine Demonstration der PYD statt. In al-Malikiya (Dêrik) und al-Maʿbada (Girkê Legê) fanden die wöchentlichen Demonstrationen des Kurdischen Nationalrats am Samstag, nicht am Freitag statt. In al-Dschawadiya (Çil Axa) und Raʾs al-ʿAin (Serê Kaniyê) sowie in den mehrheitlich kurdisch bewohnten Stadtvierteln von Aleppo und Damaskus gab es keine Proteste.

ShareThis

KURDWATCH, 28. November 2012 – Am 28. Oktober 2012 ist es bei dem yezidischen Dorf Qastal Dschindu in der Nähe von ʿAfrin zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Einheiten der Partei der Demokratischen Union (PYD) sowie der Sturm‑des-Nordens-Brigade der Freien Syrischen Armee (FSA) von ʿAmmar al‑Dadikhi alias Abu Ibrahim gekommen. Kämpfer der Sturm‑des-Nordens-Brigade eroberten den Kontrollpunkt der PYD und nahmen zwei PYD‑Anhänger fest. Kurze Zeit später vertrieben Kämpfer der FSA‑Einheit ʿAmr ibn al‑ʿAs von Ahmad ʿUbaid die Sturm‑des-Nordens-Brigade aus Qastal Dschindu, die PYD kehrte in das Dorf zurück. Die genauen Hintergründe der Auseinandersetzungen zwischen PYD und den diversen FSA‑Einheiten sind unklar; sicher ist jedoch, dass es sich nicht, wie von der PYD behauptet, um einen yezidenfeindlichen Angriff der FSA auf Qastal Dschindu handelte.

ShareThis

KURDWATCH, 26. November 2012 – Bei landesweiten Protesten hat es am 16. November 2012 erneut zahlreiche Tote und Verletzte gegeben. Im ganzen Land forderten die Demonstranten, die unter dem gemeinsamen Motto »Unterstützung der Nationalen Koalition [aus revolutionären und oppositionellen syrischen Kräften]« auf die Straße gingen, den Sturz des Regimes. Angesichts der bewaffneten Zusammenstöße in Raʾs al‑ʿAin (Serê Kaniyê) [weitere Informationen] demonstrierten alle kurdischen Parteien unter dem Motto »Nein zu fremden bewaffneten Gruppen«. Trotz eines Aufrufs des Hohen Kurdischen Gremiums, gemeinsame Demonstrationen zu organisieren, fanden auch an diesem Freitag ausschließlich getrennte Demonstrationen des Kurdischen Nationalrats und der Partei der Demokratischen Union (PYD) statt. Die PYD machte hierfür die Koalition aus Kurdischer Demokratischer Partei in Syrien (el‑Partî) von ʿAbdulhakim Baschar, Kurdischer Einheitspartei in Syrien (Yekîtî) sowie Kurdischer Freiheitspartei in Syrien (Azadî) von Mustafa Dschumʿa verantwortlich [weitere Informationen zur Koalition zwischen den Parteien]. In al‑Qamischli gab es jeweils eine Demonstration in den Stadtvierteln al‑ʿAntariya (organisiert von den Jugendgruppen Biratî, Rojava, Schaikh Maʿschuq und Märtyrer Farhad), Kurnisch (organisiert von Anhängern der Kurdischen Zukunftsbewegung in Syrien unter Rezan Bari Schaikhmus, der Jugendgruppe Sewa und anderen unabhängigen Jugendgruppen) und Munir Habib (organisiert vom Kurdischen Nationalrat) sowie an der Qasimomoschee im Westviertel (organisiert von der PYD). In ʿAmuda kam es zu drei getrennten Demonstrationen, organisiert von der PYD, dem Kurdischen Nationalrat sowie von verschiedenen Jugendgruppen. Auch in al‑Hasaka gab es drei Demonstrationen. In al‑Malikiya (Dêrik), ad‑Darbasiya, al‑Dschawadiya (Çil Axa) und ʿAin al‑ʿArab (Kobanî) fanden jeweils zwei Demonstrationen statt, organisiert von der PYD und vom Kurdischen Nationalrat. In al‑Qahtaniya (Tirbesipî), al‑Maʿbada (Girkê Legê), Raʾs al‑ʿAin (Serê Kaniyê) und ʿAfrin sowie in den mehrheitlich kurdisch bewohnten Stadtvierteln von Aleppo und Damaskus gab es keine Proteste.

ShareThis

KURDWATCH, 24. November 2012 – Flugzeuge der syrischen Luftwaffe haben, unterstützt durch Boden-Boden-Raketen, am 12., 13. und 14. November 2012 Stellungen der Freien Syrischen Armee (FSA) in Raʾs al‑ʿAin (Serê Kaniyê) angegriffen. Dabei wurden auch Wohnviertel bombardiert, in denen sich Kämpfer der FSA verschanzt hatten. Da viele Einwohner bereits kurz nach dem Einmarsch der FSA am 8. November 2012 [weitere Informationen] aus der Stadt geflohen waren, blieb die Zahl der getöteten Zivilisten mit mindestens zwölf vergleichsweise gering. Türkische Krankenwagen brachten Verletzte in die nahe gelegene türkische Stadt Ceylanpınar. Verlässliche Angaben über die Zahl der Toten in den Reihen der FSA gibt es nicht.

ShareThis

KURDWATCH, 23. November 2012 – Am 19. November 2012 haben im östlichen Teil der Stadt Raʾs al‑ʿAin (Serê Kaniyê) bewaffnete Auseinandersetzungen zwischen Freier Syrischer Armee (FSA) und Einheiten der Partei der Demokratischen Union (PYD) stattgefunden. Den Kämpfen vorangegangen, so ein Aktivist aus Raʾs al‑ʿAin gegenüber KurdWatch, war die Aufforderung von Vertretern der FSA, sämtliche PYD‑Fahnen zwischen Raʾs al‑ʿAin und al‑Malikiya (Dêrik) zu entfernen. Vertreter der FSA hätten erklärt, dies sei ein Befehl der türkischen Regierung, von der sie unterstützt würden. Der Verhandlungsführer der PYD habe die Angelegenheit zunächst beraten wollen. Der Aktivist aus Raʾs al‑ʿAin erklärte weiter: »Zuerst [am 8. November 2012] sind circa fünfhundert Kämpfer der FSA aus der Türkei gekommen. Etwa hundert sind an der Grenze geblieben, die restlichen vierhundert sind in die Stadt einmarschiert. Später sind etwa zweihundert Kämpfer aus ar‑Raqqa hinzugekommen, weitere Personen aus der Umgebung haben sich ihnen angeschlossen. Es sind nicht wirklich viele, aber es sind Islamisten und sie sind gekommen, um zu sterben.« Die PYD verfügt seiner Einschätzung nach über rund tausend bewaffnete Kämpfer in der Gegend.

ShareThis

KURDWATCH, 21. November 2012 – Die lokalen Niederlassungen der Kurdischen Demokratischen Partei in Syrien (el‑Partî) von ʿAbdulhakim Baschar, der Kurdischen Einheitspartei in Syrien (Yekîtî) sowie der Kurdischen Freiheitspartei in Syrien (Azadî) von Mustafa Dschumʿa haben vom 30. Oktober 2012 bis zum 17. November 2012 in Ain al‑ʿArab (Kobanî), der Region Aleppo (inklusive ʿAfrin), Raʾs al‑ʿAin (Serê Kaniyê), ad‑Darbasiya, ar‑Raqqa, Tall Abyad (Girê Sipî), al‑Qamischli, al‑Malikiya (Dêrik) und ʿAmuda jeweils gemeinsame Führungskomitees gebildet. »Unser Ziel ist es, unsere politische Arbeit besser zu koordinieren und effizienter zu gestalten«, so ein Yekîtî-Mitglied gegenüber KurdWatch. Nicht vorgesehen sei hingegen die Bildung einer neuen Partei. Auch der Kurdische Nationalrat unterhält derartige Ausschüsse in zahlreichen kurdischen Städten.

ShareThis

KURDWATCH, 18. November 2012 – Bei landesweiten Protesten hat es am 9. November 2012 erneut zahlreiche Tote und Verletzte gegeben. Im ganzen Land forderten die Demonstranten, die unter dem gemeinsamen Motto »Es ist Zeit für den Einmarsch in Damaskus« auf die Straße gingen, den Sturz des Regimes. Anhänger der Partei der Demokratischen Union (PYD) demonstrierten unter dem Motto »Großer Widerstand, würdiges Leben«. In al-Qamischli gab es jeweils eine Demonstration in den Stadtvierteln al-ʿAntariya (organisiert von den Jugendgruppen Biratî, Rojava, Schaikh Maʿschuq und Märtyrer Farhad), Kurnisch (organisiert von Anhängern der Kurdischen Zukunftsbewegung in Syrien unter Rezan Bari Schaikhmus, der Jugendgruppe Sewa und anderen unabhängigen Jugendgruppen) und Munir Habib (organisiert vom Kurdischen Nationalrat) sowie an der Qasimomoschee im Westviertel (organisiert von der PYD). In ʿAmuda kam es zu zwei getrennten Demonstrationen, eine organisiert vom Kurdischen Nationalrat und verschiedenen Jugendgruppen, die andere von der PYD. In al-Qahtaniya (Tirbesipî), ad-Darbasiya, und al-Dschawadiya (Çil Axa) fanden jeweils zwei Demonstrationen statt, organisiert von der PYD und vom Kurdischen Nationalrat. In ʿAin al-ʿArab (Kobanî) organisierte die PYD eine Demonstration; darüber hinaus kam dort ein Aktivist ums Leben, als Mitglieder der Volksverteidigungseinheiten (YPG) der PYD das Feuer auf eine vom Kurdischen Nationalrat, zahlreichen Jugendgruppen sowie der Kurdischen Zukunftsbewegung in Syrien unter Rezan Bari Schaikhmus organisierte Demonstration eröffneten [weitere Informationen zum Fall]]. Nachdem Mitglieder der Freien Syrischen Armee die Stadt Raʾs al-ʿAin (Serê Kaniyê) erobert hatten [weitere Informationen], gab es dort an diesem Freitag keine Demonstration. Während Anhänger der PYD in Ain al-ʿArab das Feuer auf Demonstranten eröffneten, weil diese eine FSA-Fahne trugen, hissten sie in Raʾs al-ʿAin ihre Fahne gemeinsam mit derjenigen der FSA. In al-Hasaka gab es vier Demonstrationen. In al-Malikiya (Dêrik), al-Maʿbada (Girkê Legê) und ʿAfrin sowie in den mehrheitlich kurdisch bewohnten Stadtvierteln von Aleppo und Damaskus gab es keine Proteste.

ShareThis

KURDWATCH, 17. November 2012 – Der am 23. Oktober 2012 in Damaskus festgenommene Medizinstudent Dara Nauaf ʿAbdullah (geb. 1989 in al‑Qamischli) [weitere Informationen zum Fall]] ist am 12. November 2012 aus der Haft des Staatssicherheitsdienstes entlassen worden. Am Tag seiner Festnahme war ʿAbdullah Folter ausgesetzt, darüber hinaus wurde er während der Haft unter Druck gesetzt, keine regimekritischen Artikel mehr zu schreiben. Klage wurde nicht erhoben.

ShareThis

KURDWATCH, 16. November 2012 – Anhänger der Partei der Demokratischen Union (PYD) haben am 9. November 2012 in ʿAin al‑ʿArab (Kobanî) die vom Kurdischen Nationalrat, verschiedenen Jugendgruppen sowie der Kurdischen Zukunftsbewegung in Syrien von Rezan Bahri Schaikhmus organisierte Freitagsdemonstration angegriffen. Mit Messern und Stöcken bewaffnete PYD‑Anhänger versperrten den Demonstranten den Weg, skandierten Parolen gegen die Freie Syrische Armee (FSA) und forderten die Demonstranten auf, die syrische Unabhängigkeitsfahne niederzulegen. Es kam zu Handgreiflichkeiten zwischen PYD‑Anhängern und Demonstranten, woraufhin Kämpfer der Volksverteidigungseinheiten (YPG) das Feuer auf die Demonstranten eröffneten. Die YPG griff zudem die Parteibüros der Kurdischen Demokratischen Fortschrittspartei in Syrien sowie der Kurdischen Freiheitspartei in Syrien (Azadî) von Mustafa Khidr Oso an. Die Demonstranten Walat Muhammad Salih Miho (geb. 1995), Renas Husain, Diyar Muhammad Ibrahim Hido, Fatima Dahar, Samar Dahar und Mariam Dahar mussten im Krankenhaus behandelt werden. Miho, der zur Behandlung in die Türkei gebracht worden war, erlag dort seinen Verletzungen. PKK‑nahe Medien behaupteten, alle Betroffenen seien durch Schüsse aus dem Büro der Azadî verletzt worden. Am 10. November wurde Miho, der Mitglied der Kurdischen Demokratischen Partei von ʿAbdulhakim Baschar sowie Mitglied der Koordinationsgruppe Kobanî gewesen war, unter Beteiligung tausender Aktivisten in ʿAin al‑ʿArab beigesetzt. Die Trauernden forderten den Sturz der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) und bezeichneten sie als Milizen des Regimes. Die Rede eines Vertreters der Freien Syrischen Armee wurde mehrfach von Sympathiekundgebungen unterbrochen.

ShareThis

KURDWATCH, 15. November 2012 – Nach bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen der Partei der Demokratischen Union (PYD) und der Freien Syrischen Armee (FSA) [weitere Informationen] fand Ende Oktober 2012 ein Treffen zwischen Vertretern der PYD und ihren Volksverteidigungseinheiten (YPG) sowie Vertretern der FSA statt. Unter Letzteren befanden sich auch Mitglieder des neu gegründeten Kurdischen Militärrats in Aleppo sowie Vertreter islamischer Einheiten. Das Treffen wurde durch ein am 1. November 2012 auf YouTube hochgeladenes Video bekannt; PYD‑nahe Medien veröffentlichten Teile des bei dem Treffen geschlossenen Abkommens am 4. November. Folgende Beschlusspunkte wurden von einem FSA‑Mitglied verlesen:
1. Die Unterzeichner stehen vereint für die syrische Revolution und gegen das Assadregime; der Kampf wird friedlich und militärisch geführt; der Sturz des Regimes ist das Ziel jedes Syrers, sei er Araber oder Kurde.
2. Bildung eines zivilen und eines militärischen Ausschusses sowie eines Sicherheitsausschusses, bestehend aus Mitgliedern der Freien Syrischen Armee und der kurdischen Parteien [unklar bleibt, welche kurdischen Parteien genau gemeint sind], um die kurdischen Regionen in der Provinz Aleppo zu verwalten und die entstandenen Konflikte zu lösen.
3. Sofortige Freilassung der Häftlinge aus den Gefängnissen aller Beteiligten unter Aufsicht eines aus beiden Parteien gebildeten Ausschusses und unter der Bedingung, dass es sich nicht um Verbrecher oder Kollaborateure mit dem Regime handelt.
4. Beendigung aller Kampagnen gegenseitiger Anschuldigungen sowie Durchführung eines für die syrische Revolution positiven Diskurses.
5. Sofortige Beendigung der Erhebung von Steuern; Kontrolle und Bestrafung dieser abscheulichen Taten.
6. Beseitigung aller Kontrollpunkte, die Operationen der Freien Syrischen Armee erschweren oder Einrichtung gemeinsamer Kontrollpunkte mit Wissen des militärischen Ausschusses und des Sicherheitsausschusses.
7. Respektierung der Religionsfreiheit und der bürgerlichen und politischen Rechte.
8. Unterstützung von Aktivisten und Anhängern der syrischen Revolution, Arabern, Kurden und allen anderen gesellschaftlichen Gruppen sowie der Deserteure des Assadregimes.
9. Beseitigung aller Spannungen und Zusammenstöße in den umkämpften Regionen unter Aufsicht des gemeinsamen militärischen Ausschusses; Erreichung einer schnellen Lösung, die alle Seiten zufrieden stellt.
10. Rückgabe aller beschlagnahmten Waffen, Munition und Fahrzeuge an ihre Eigentümer.

ShareThis

KURDWATCH, 14. November 2012 – Am frühen Morgen des 8. November 2012 haben Einheiten des Ghurabaʾ-al‑Scham-Bataillons der Freien Syrischen Armee (FSA) Stellungen der syrischen Armee in der Stadt Raʾs al‑ʿAin (Serê Kaniyê) angegriffen. Der Einmarsch der FSA erfolgte über die südliche und die westliche Zufahrtsstraße, einigen Quellen zufolge kamen zudem Kämpfer über die türkische Grenze. Alle Stellungen und Kontrollpunkte des syrischen Regimes sowie der Grenzübergang zur Türkei wurden von der FSA erobert, ebenso die Zentralen des Direktorats für politische Sicherheit sowie des Militärischen Nachrichtendienstes, in denen sich Sicherheitskräfte des Regimes verbarrikadiert hatten. Verlässliche Angaben über die Zahl der Toten in den Reihen der FSA sowie des Regimes liegen nicht vor. Zahlreiche Zivilisten flohen in die Türkei und in die umliegenden Städte und Dörfer. Mindestens ein Zivilist wurde getötet, es handelt sich um Yazan al‑Khatib aus Dair az‑Zaur. Die Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD), die eine kritische Haltung gegenüber der FSA einnehmen, reagierten zunächst zurückhaltend. Berichte über eine mögliche Kooperation zwischen YPG und FSA konnten nicht bestätigt werden. Die Bewegung der Demokratischen Gesellschaft in Westkurdistan (TEV‑DEM), ein Dachverband PKK‑naher Organisationen in Syrien, forderte am 9. November 2012 alle bewaffneten Gruppen auf, die Stadt zu verlassen. Andernfalls würden sie als Feinde behandelt, so die Erklärung TEV‑DEMs. Auch das Hohe Kurdische Gremium aus Kurdischem Nationalrat und Volksrat von Westkurdistan forderte die bewaffneten Gruppen zum Abzug auf. Sie begründete dies mit dem Schutz der Bevölkerung vor Gegenangriffen des Regimes.

ShareThis

KURDWATCH, 12. November 2012 – Die am 1. November 2012 von einer Einheit der Freien Syrischen Armee (FSA) entführte und von der Partei der Demokratischen Union (PYD) bereits für tot erklärte Aleppiner YPG‑Kommandantin Schaha ʿAli ʿAbdo alias Nujin Derik ist seit dem 11. November 2012 wieder frei [weitere Informationen zum Fall]]. Weder die FSA noch die Volksverteidigungseinheiten (YPG) machten weitere Angaben zu ihrer Freilassung.

ShareThis

KURDWATCH, 10. November 2012 – Am 1. November 2012 haben die Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) bekannt gegeben, eine Einheit der Freien Syrischen Armee (FSA) habe am selben Tag die Aleppiner YPG‑Kommandantin Schaha ʿAli ʿAbdo alias Nujin Derik bei einem gemeinsamen Treffen in Aleppo entführt und getötet. Derik sollte die Leichname von FSA‑Mitgliedern übergeben, die bei den Auseinandersetzungen in al‑Aschrafiya ums Leben gekommen waren [weitere Informationen]. Am 3. November 2012 folgte eine Erklärung der YPG, dass Derik FSA‑nahen Quellen zufolge nicht getötet, sondern gefangen genommen worden sei. Zu diesem Zeitpunkt war ihre angebliche Ermordung bereits propagandistisch genutzt worden: Die PYD hatte zahlreiche Demonstrationen zum Andenken an die Kommandantin organisiert und eine PYD‑nahe Jugendorganisation hatte erklärt, nach dem Tod von Derik seien um die tausend ihrer Mitglieder der YPG beigetreten.

ShareThis

KURDWATCH, 10. November 2012 – Bei landesweiten Protesten hat es am 2. November 2012 erneut zahlreiche Tote und Verletzte gegeben. Im ganzen Land forderten die Demonstranten, die unter dem gemeinsamen Motto »Daraiya, Trauben- und Blutgeschwister« auf die Straße gingen, den Sturz des Regimes. Anhänger des Kurdischen Nationalrats sowie zahlreiche kurdische Jugendgruppen entschieden sich für das Motto »Nein zur Volksverhetzung, ja zur Einheit«. Anhänger der Partei der Demokratischen Union (PYD) demonstrierten unter dem Motto »Freitag der Märtyrerin Nujin Derik«, das sich auf eine Kommandantin der Volksverteidigungseinheiten (YPG) bezog, die nach Angaben der YPG von der Freien Syrischen Armee getötet worden war – eine Aussage, die die YPG einige Tage später widerrief. In al‑Qamischli gab es jeweils eine Demonstration in den Stadtvierteln al‑ʿAntariya (organisiert von den Jugendgruppen Biratî, Rojava, Schaikh Maʿschuq und Märtyrer Farhad), Kurnisch (organisiert von Anhängern der Kurdischen Zukunftsbewegung in Syrien unter Rezan Bari Schaikhmus, der Jugendgruppe Sewa und anderen unabhängigen Jugendgruppen) und Munir Habib (organisiert vom Kurdischen Nationalrat) sowie an der Qasimomoschee im Westviertel (organisiert von der PYD). Die PYD‑Demonstration wurde von einer Militärparade begleitet. Während der Demonstration des Kurdischen Nationalrats in al‑ʿAntariya versuchten bewaffnete Mitglieder der YPG Demonstranten zu zwingen, die syrischen Unabhängigkeitsfahnen niederzulegen. In ʿAmuda kam es zu zwei getrennten Demonstrationen, organisiert vom Kurdischen Nationalrat gemeinsam mit verschiedenen Jugendgruppen sowie von der PYD. In al‑Qahtaniya (Tirbesipî), ad‑Darbasiya, al‑Maʿbada (Girkê Legê), al‑Dschawadiya (Çil Axa), Raʾs al‑ʿAin (Serê Kaniyê) und Ain al‑ʿArab (Kobanî) fanden jeweils zwei Demonstrationen statt, organisiert von der PYD und dem Kurdischen Nationalrat. Auch in Ain al‑ʿArab (Kobanî) versuchten YPG‑Kämpfer, die Demonstranten einzuschüchtern und forderten sie auf, die syrische Unabhängigkeitsfahne niederzulegen. In al‑Hasaka gab es vier Demonstrationen. Während der Demonstration des Kurdischen Nationalrats im Stadtviertel al‑Salihiya fuhren YPG‑Kämpfer mit ihren Fahrzeugen in die Menge und zerrissen die syrische Unabhängigkeitsfahne. In al‑Malikiya (Dêrik) fanden am Samstag zwei Demonstrationen statt, organisiert von der PYD und dem Kurdischen Nationalrat. In ʿAfrin sowie in den mehrheitlich kurdisch bewohnten Stadtvierteln von Aleppo und Damaskus gab es keine Proteste.

ShareThis

KURDWATCH, 7. November 2012 – Der Kurdische Nationalrat hat am 28. Oktober 2012 in einer Erklärung den Volksrat von Westkurdistan mit scharfen Worten angegriffen und eine offizielle Entschuldigung gefordert. Bewaffnete Gruppen der Partei der Demokratischen Union (PYD), die Mitglied dieses PKK‑Gremiums ist, wurden beschuldigt, Parteibüros von Mitgliedsparteien des Kurdischen Nationalrats in ʿAin al‑ʿArab (Kobanî) angegriffen und die syrische Unabhängigkeitsfahne von der Wand gerissen zu haben. Darüber hinaus wurde die PYD für die Entführung des Nationalratmitglieds Bahzad Dursun [weitere Informationen zum Fall]] sowie für Angriffe auf kurdische Aktivisten verantwortlich gemacht.

ShareThis

KURDWATCH, 7. November 2012 – Am 31. Oktober 2012 haben ʿAbdulkarim Sako sowie eine Gruppe seiner Anhänger einen Parteitag der Kurdischen Demokratischen Partei ‒ Syrien abgehalten, auf dem Sako zum Generalsekretär gewählt wurde. Sako und seine Unterstützer hatten am 5. Oktober 2012 den ersten Parteitag der Partei nach dem Tod des früheren Vorsitzenden ʿAbdurrahman Aludschi verlassen [weitere Informationen], nachdem Dr. Lazgin Mahmud Fakhri zum Generalsekretär gewählt worden war. Somit ist die Spaltung der Partei offiziell.

ShareThis

KURDWATCH, 6. November 2012 – Am 27. Oktober 2012 haben schwer bewaffnete Mitglieder der Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) Büros verschiedener Mitgliedsparteien des Kurdischen Nationalrats in ʿAin al‑ʿArab (Kobanî) angegriffen. Der Angriff erfolgte wenige Stunden, nachdem die Frist abgelaufen war, welche die PYD den Parteien gesetzt hatte, um die syrische Unabhängigkeitsfahne von 1948 aus den Büros zu entfernen. Die Fahne gilt in weiten Teilen der Opposition als die Fahne der Revolution gegen das syrische Regime. Angegriffen wurden Büros der Kurdischen Einheitspartei in Syrien (Yekîtî), der Kurdischen Demokratischen Fortschrittspartei in Syrien, der Kurdischen Freiheitspartei in Syrien (Azadî) von Mustafa Khidr Oso sowie der Kurdischen Demokratischen Partei in Syrien (el‑Partî) von Nasruddin Ibrahim. Mitglieder der YPG rissen die Unabhängigkeitsfahnen von den Wänden, zum Teil wurde geschossen. Mehrere Dutzend bewaffnete Mitglieder der Kurdischen Demokratischen Partei in Syrien (el‑Partî) von ʿAbdulhakim Baschar versammelten sich vor ihrem Büro und konnten so einen Angriff verhindern. Wenige Stunden nach dem Überfall wurden die Unabhängigkeitsfahnen in den Parteibüros wieder aufgehängt. Anhänger der PYD begründeten die Angriffe damit, dass in al‑Aschrafiya viele Kurden unter der Unabhängigkeitsfahne getötet worden seien [weitere Informationen].

ShareThis

KURDWATCH, 5. November 2012 – Bei landesweiten Protesten hat es am 26. Oktober 2012 erneut zahlreiche Tote und Verletzte gegeben. Im ganzen Land forderten die Demonstranten den Sturz des Regimes. In weiten Teilen des Landes gingen die Protestierenden unter dem Motto »Allah ist der größte, er verhalf seinem Diener zum Sieg und seinen Soldaten zu Ruhm und hat die Gegner alleine besiegt« auf die Straße. Anhänger des Kurdischen Nationalrats sowie viele kurdische Jugendgruppen entschieden sich für das Motto »Wir sind bereit, uns für ein freies Syrien zu opfern«. Anhänger der Partei der Demokratischen Union (PYD) organisierten diese Woche nur im mehrheitlich kurdisch bewohnten Aleppiner Stadtviertel al‑Aschrafiya eine Demonstration, deren Teilnehmer den Rückzug der Einheiten der Freien Syrischen Armee aus al‑Aschrafiya forderten [weitere Informationen zum Fall]]. In den kurdischen Gebieten besuchten Anhänger der PYD Angehörige von in den letzten Jahrzehnten im Kampf mit der türkischen Armee getöteten PKK‑Kämpfern und veranstalteten Gedenkkundgebungen auf Friedhöfen. In al‑Qamischli gab es jeweils eine Demonstration in den Stadtvierteln al‑ʿAntariya (organisiert von den Jugendgruppen Biratî, Rojava, Schaikh Maʿschuq und Märtyrer Farhad), Kurnisch (organisiert von Anhängern der Kurdischen Zukunftsbewegung in Syrien unter Rezan Bari Schaikhmus, der Jugendgruppe Sewa und anderen unabhängigen Jugendgruppen) und Munir Habib (organisiert vom Kurdischen Nationalrat). In ʿAmuda gab es zum ersten Mal seit vielen Monaten eine gemeinsame Demonstration, organisiert vom Kurdischen Nationalrat und von verschiedenen Jugendgruppen. In al‑Hasaka gab es drei Demonstrationen. In al‑Malikiya (Dêrik), al‑Qahtaniya (Tirbesipî), al‑Maʿbada (Girkê Legê), al‑Dschawadiya (Çil Axa), ad‑Darbasiya, Raʾs al‑ʿAin (Serê Kaniyê) sowie in ʿAin al‑ʿArab (Kobanî) gab es jeweils einen Protestzug organisiert vom Kurdischen Nationalrat und verschiedenen Jugendgruppen. In ʿAfrin sowie in den mehrheitlich kurdisch bewohnten Stadtvierteln von Damaskus gab es keine Proteste.

ShareThis

KURDWATCH, 5. November 2012 – Nachdem die Freie Syrische Armee (FSA) am 25. Oktober kurzfristig große Teile des mehrheitlich kurdisch bewohnten Viertels al‑Aschrafiya in Aleppo vom syrischen Regime und den Volksverteidigungseinheiten der Partei der Demokratischen Union (PYD) erobert hatte [weitere Informationen], ist es am 26. Oktober zu Auseinandersetzungen zwischen der FSA und den Volksverteidigungseinheiten der PYD gekommen. Als vor der Salahuddinmoschee eine von Koordinationsgruppen organisierte und vom Salahuddin-al‑Aiyubi-Bataillon geschützte FSA‑freundliche Demonstration begann, organisierte die PYD eine Gegendemonstration. Diese wurde von Volksverteidigungseinheiten begleitet. Die Demonstranten forderten den Rückzug der FSA aus al‑Aschrafiya. Als die Demonstrationen sich einander näherten, schoss die FSA nach Angaben eines Aktivisten in die Luft, die Volksverteidigungseinheiten antworteten mit Schüssen in die Menge. Laut PYD schoss die FSA hingegen sofort auf die Gegendemonstranten der PYD. Zwölf Personen sollen ums Leben gekommen sein, davon sieben Mitglieder des Salahuddin-al‑Aiyubi-Bataillons. Anderen Angaben zufolge starben mindestens zehn Anhänger der PYD, davon zahlreiche aus den Reihen der Demonstranten, sowie fünfzehn Mitglieder der FSA.
Im Anschluss an die Auseinandersetzung nahm die PYD mehrere Mitglieder der FSA fest, woraufhin die FSA bei Haian auf der Strecke zwischen Aleppo und ʿAfrin rund fünfzig Minibusse stoppte. Frauen und Kinder wurden freigelassen und circa dreihundert Männer willkürlich festgenommen. Bei Verhandlungen mit der PYD erklärte die FSA, die Gefangenen der PYD unter der Bedingung zu übergeben, dass die PYD ihre Kontrollpunkte in ʿAfrin verlässt und sie dem Anfang Oktober gegründeten Suqur-al-Kurd-Bataillonsowie dem Yusuf-al-ʿAzma-Bataillon der FSA übergibt. Beide Bataillone bestehen aus ʿAfriner Kurden. Die PYD lehnte die Forderung ab. Daraufhin kam es am 27. Oktober 2012 zu Verhandlungen zwischen dem Kurdischen Nationalrat und der FSA, in deren Folge die Gefangenen entlassen wurden, die letzten am 29. Oktober.
In einem Interview mit der Webseite bezeichnete Malik al‑Kurdi, stellvertretender Vorsitzender der FSA, den Einmarsch in al‑Aschrafiya als Fehler. Er gab innerkurdische Konflikte als Auslöser an. Kurdische Gruppierungen innerhalb der FSA, allen voran das Salahuddin-al‑Aiyubi-Bataillon, hätten darauf gedrängt, die Kontrolle der PYD in einigen Aleppiner Stadtvierteln zu beenden, so al‑Kurdi. In einer Presseerklärung widersprach die Führung des Salahuddin-al‑Aiyubi-Bataillons den Darstellungen al‑Kurdis und erklärte darüber hinaus, die FSA würde die in der Türkei lebende Führung der FSA nicht anerkennen.

ShareThis

KURDWATCH, 5. November 2012 – Am 25. Oktober 2012 hat die Freie Syrische Armee (FSA) im Zuge ihrer Kämpfe im Nordwesten der Stadt Aleppo weite Teile der Hauptstraße in Richtung ʿAnadan und ʿAfrin erobert. Dabei drang sie tief in das mehrheitlich kurdisch bewohnte Viertel al‑Aschrafiya, das von der Partei der Demokratischen Union (PYD) kontrolliert wird, sowie in das mehrheitlich christlich bewohnte Viertel al‑Suriani ein. Die Syrische Armee reagierte, indem sie die betroffenen Stadtviertel mit Raketen beschoss. Dabei kamen zahlreiche Zivilisten ums Leben, darunter: Schukri Muhammad Kurin, Rodin Schaikhu, Mustafa Schaikh Mustafa, Schiyar Habib Hamo, Subhi Saydo Karo, Khalil Mustafa Muhammad, Hasan Raschid Kurin, Raschid Ibrahim, Ahmad Kamal ʿAkasch, Samah ʿAbdurrahman Schaikhu, ʿAbdulqadir Tammu und Khadidscha Nasif Hulu.

ShareThis

KURDWATCH, 3. November 2012 – Am 24. Oktober 2012 haben vermummte Personen Yawar ʿAli (Mitglied der Kurdischen Freiheitspartei in Syrien [Azadî] von Mustafa Dschumʿa) zusammengeschlagen, als er in ʿAin al‑ʿArab (Kobanî) Parteizeitschriften verteilte. Einer Presseerklärung der Azadî zufolge haben die Angreifer damit gedroht, jeden anzugreifen, der Zeitschriften der Azadî verteilt.

ShareThis

KURDWATCH, 3. November 2012 – Am 24. Oktober 2012 sind Nidal Hauran (Mitglied der Kurdischen Demokratischen Partei in Syrien von ʿAbdulhakim Baschar) und Bahzad Dursun (Vorsitzender des lokalen Komitees des Kurdischen Nationalrats in al‑Malikiya (Dêrik) und Mitglied des Politbüros der Kurdischen Demokratischen Partei in Syrien von ʿAbdulhakim Baschar) in al‑Malikiya verschwunden. In einer Presseerklärung forderte die Kurdische Demokratische Partei die Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) auf, das Schicksal der Verschwundenen aufzuklären – und machte die PYD somit indirekt für ihr Verschwinden verantwortlich.

ShareThis

KURDWATCH, 3. November 2012 – Bereits seit August 2012 haben sich die zuvor in ʿAfrin stationierten syrischen Streitkräfte in das Dorf Qibari, circa sieben Kilometer von ʿAfrin entfernt, zurückgezogen. Von den ursprünglich 1200 Soldaten sollen bis zu 900 desertiert sein. Ihre Zahl soll jedoch wieder auf rund 700 aufgestockt worden sein. Die Volkverteidigungseinheiten der Partei der Demokratischen Union (PYD) haben an der Zufahrtsstraße nach Qibari einen Kontrollpunkt errichtet.
In anderen Städten der kurdischen Region sind syrische Sicherheitskräfte nach wie vor in den Städten stationiert, so etwa in al‑Qamischli. Dort soll ihre Zahl seit Beginn der Unruhen zwar deutlich gestiegen sein, unabhängig davon sind sie derzeit jedoch weitgehend inaktiv.

ShareThis

KURDWATCH, 2. November 2012 – Am 8. Oktober 2012 haben die irakisch-kurdische Webseite sowie die der Partei der Demokratischen Union (PYD) nahe stehende Webseite ein Dokument veröffentlicht, das ein Geheimabkommen zwischen den syrischen Kurden und der türkischen Regierung belegen soll. Aus dem Dokument, das über die Medien der PYD sowie auf einigen ihrer Demonstrationen in Syrien verbreitet wurde, wird von einer geheimen Sitzung am 2. September 2012 in Erbil berichtet. An der Sitzung sollen die folgenden syrischen Kurden teilgenommen haben: ʿAbdulbaqi Yusuf (Vertreter der Kurdischen Einheitspartei in Syrien [Yekîtî]), ʿAbdulbasit Hammu (Vertreter der Einheitspartei Kurdistans in Syrien), ʿAbdulhakim Baschar (Generalsekretär der Kurdischen Demokratischen Partei in Syrien [el‑Partî]), Nuruddin Hamid Brimo (Generalsekretär der Kurdischen Wahrheitspartei im Nordirak [so die Angaben im Dokument – tatsächlich ist Brimo Vertreter der el‑Partî von ʿAbdulhakim Baschar im Nordirak]) sowie der Politiker Salah Badruddin, der in PKK‑Kreisen als durch die Türkei finanzierter Verräter gilt. Außerdem sollen der stellvertretende türkische Außenminister, der US‑Botschafter in Jordanien, ein Vertreter der israelischen Botschaft in Deutschland, ein Vertreter des israelische Geheimdienstes Mossad, Masrur Barzani (Sicherheitschef der Demokratischen Partei Kurdistans [KDP]), Kosrat Rasul ʿAli (erster Stellvertreter des Vorsitzenden der Patriotischen Union Kurdistans [PUK], Dschalal Talabani), Fadil Mirani (Generalsekretär der Demokratischen Partei Kurdistans [KDP]), Netschirvan Barzani (Ministerpräsident Irakisch-Kurdistans) sowie sein Vorgänger Barham Salih anwesend gewesen sein. In dem Dokument heißt es, dass die Türkei eine föderale Struktur Syriens nicht ablehne und die syrisch-kurdische Opposition finanziell und militärisch unterstützen werde. Bedingung sei die Errichtung eines türkischen Militärflughafen sowie einer Militärbasis südlich der Stadt al‑Malikiya (Dêrik), eines weiteren Militärflughafens bei ʿAfrin sowie einer weiteren militärischen Basis südwestlich von ʿAin al‑ʿArab (Kobanî).
Bei dem Dokument handelt es sich offensichtlich um Propaganda der PYD/PKK, die eine Verschwörung zwischen den syrischen Kurden und den »Feinden« der PKK – der Türkei, den irakischen Kurden, den USA und Israel – belegen soll.

ShareThis

KURDWATCH, 1. November 2012 – Mitglieder der Volksverteidigungseinheiten der Partei der Demokratischen Union (PYD) haben am 19. Oktober 2012 eine Kundgebung vor der Amir-Ghubari-Oberschule für Mädchen aufgelöst. Die Teilnehmerinnen der von der Mädchengruppe Newroz organisierten Kundgebung, Schülerinnen der siebten bis zwölften Klasse, forderten den Sturz des Regimes.

ShareThis

KURDWATCH, 1. November 2012 – Am 23. Oktober 2012 ist der Medizinstudent Dara Nauaf ʿAbdullah (geb. 1989 in al‑Qamischli) in Damaskus vom Staatssicherheitsdienst festgenommen worden. ʿAbdullah ist Mitglied der Kurdischen Demokratischen Einheitspartei in Syrien (Demokratische Yekîtî) und hat in arabischen Zeitschriften regimekritische Artikel veröffentlicht, in denen er friedliche Proteste befürwortet und vor einer Militarisierung der Revolution warnt.

ShareThis

KURDWATCH, 30. Oktober 2012 – Ahmad as‑Sino, Mitglied des Politbüros der Kurdischen Demokratischen Partei in Syrien (el‑Partî) von Nasruddin Ibrahim sowie des Kurdischen Nationalrats, der am 22. Oktober 2012 am Flughafen von al‑Qamischli von Mitarbeitern des Direktorats für Politische Sicherheit verhaftet worden war, ist am 23. Oktober aus der Haft entlassen worden. As‑Sino war Mitglied einer Delegation des Kurdischen Nationalrats und auf Einladung des UN‑Sonderbeauftragten Brahimi auf dem Weg nach Damaskus. Alle anderen Delegationsmitglieder konnten ihren Flug antreten. As‑Sino wurde vorgeworfen, an regimekritischen Demonstrationen teilgenommen zu haben, Klage wurde nicht erhoben.

ShareThis

KURDWATCH, 29. Oktober 2012 – Bei einem Raketenangriff der syrischen Armee auf den Ort as‑Sabina (fünf Kilometer südlich von Damaskus) sind am 20. Oktober 2012 Muhammad Sabri Ose (geb. 1986 in ʿAin Diwar, verheiratet, keine Kinder) und Muhammad Scharif Yusuf ʿAbbas (geb. 1982 in al‑Maʿbada [Girkê Legê], verheiratet, ein Kind) in ihren Häusern getötet worden.

ShareThis

KURDWATCH, 28. Oktober 2012 – Am 16. Oktober 2012 haben mehrere vermummte Personen in al‑Malikiya (Dêrik) den Aktivisten Azad Muhammad ʿAta (geb. 1984 in al‑Malikiya) vor einer Schule entführt. Augenzeugen zufolge fuhren die Entführer ein silbernes Taxi. Die Hintergründe der Entführung sind bisher nicht bekannt. Die Kleinstadt al‑Malikiya wird derzeit von der Partei der Demokratischen Union (PYD) kontrolliert.

ShareThis

KURDWATCH, 28. Oktober 2012 – Bei einem Angriff der syrischen Luftwaffe in der Nähe von ʿAnadan (zehn Kilometer nördlich von Aleppo) ist am 15. Oktober 2012 erneut ein Kleinbus getroffen worden. Ruwaida al‑ʿAbdullah, ʿAbdo Mustafa Qarbuz und Walid Khalil Khandschar wurden getötet, zahlreiche weitere Personen verletzt. ʿAnadan liegt an der Route zwischen der Türkei und Aleppo, über welche die Freie Syrische Armee (FSA) mit Waffen und Munition versorgt wird.

ShareThis

KURDWATCH, 25. Oktober 2012 – Bei landesweiten Protesten hat es am 19. Oktober 2012 erneut zahlreiche Tote und Verletzte gegeben. Im ganzen Land forderten die Demonstranten den Sturz des Regimes. In weiten Teilen des Landes gingen die Protestierenden unter dem Motto »Amerika, ist dein Hass noch nicht gesättigt von unserem Blut?« auf die Straße. Anhänger des Kurdischen Nationalrats sowie viele kurdische Jugendgruppen entschieden sich gegen diesen Slogan und protestierten unter dem eigenen Motto »Keine Feier [des Opferfestes] im Schatten des Baʿthregimes«. Anhänger der Partei der Demokratischen Union (PYD) demonstrierten unter dem Motto »Die Jugend ist Garant für eine freie Zukunft«. In al‑Qamischli gab es jeweils eine Demonstration in den Stadtvierteln al‑ʿAntariya (organisiert von den Jugendgruppen Biratî, Rojava, Schaikh Maʿschuq und Märtyrer Farhad), Kurnisch (organisiert von Anhängern der Kurdischen Zukunftsbewegung in Syrien unter Rezan Bari Schaikhmus, der Jugendgruppe Sewa und anderen unabhängigen Jugendgruppen) und Munir Habib (organisiert vom Kurdischen Nationalrat). Zwei Protestzüge von Anhängern der PYD, der eine aus ad‑Darbasiya, der andere aus al‑Malikiya (Dêrik), dessen Teilnehmer einige Tage zuvor gestartet waren, trafen in al‑Qamischli ein und versammelten sich zu einer Veranstaltung, welche an die Festnahme von Abdullah Öcalan 1998 in Kenia erinnerte. In ʿAmuda kam es zu drei getrennten Demonstrationen, organisiert von der PYD, dem Kurdischen Nationalrat sowie von verschiedenen Jugendgruppen. Auch in al‑Hasaka gab es drei Demonstrationen. In ʿAin al‑ʿArab (Kobanî) fand ein Trauerzug zur Beisetzung von Adib Mala Sulaiman [weitere Informationen zum Fall]] statt. In Raʾs al‑ʿAin (Serê Kaniyê) spaltete sich eine gemeinsam organisierte Demonstration in drei getrennte Protestzüge auf, angeführt vom Kurdischen Nationalrat, der PYD und einigen Jugendgruppen. In al‑Maʿbada (Girkê Legê) und al‑Malikiya (Dêrik) fanden, wie bereits seit einigen Monaten, keine Freitagsdemonstrationen mehr statt, es wurde in der Woche demonstriert. In ʿAfrin sowie in den mehrheitlich kurdisch bewohnten Stadtvierteln von Aleppo und Damaskus gab es keine Proteste.

ShareThis

KURDWATCH, 24. Oktober 2012 – Bei einem Angriff der syrischen Luftwaffe sind am 17. Oktober 2012 in der Nähe von al‑Bab (fünfzig Kilometer nordöstlich von Aleppo) Adib ʿAbdurrahman Mala Sulaiman (geb. 1966 in ʿAin al‑ʿArab [Kobanî], verheiratet, sieben Kinder) sowie zwei seiner Söhne in ihrem Privatwagen getroffen und schwer verletzt worden. Sulaiman erlag am selben Tag seinen Verletzungen. Die Kurdische Demokratische Fortschrittspartei in Syrien, deren Mitglied Sulaiman war, hat am 19. Oktober in ʿAin al‑ʿArab [Kobanî] eine Trauerfeier für den Getöteten organisiert.

ShareThis

KURDWATCH, 24. Oktober 2012 – Der saudische Nachrichtensender al‑ʿArabiya hat am 10. Oktober 2012 syrische Geheimdokumente veröffentlicht, denen zufolge Baschar al‑Assad den Geheimdienst der Luftwaffe mit der Ermordung von Mischʿal at‑Tammu [weitere Informationen zum Fall]] beauftragt haben soll. Im ersten der Dokumente, das am 9. Oktober 2011 »der Buchhaltung übergeben« wurde, beauftragt Brigadegeneral Saqr Manun Oberst Dschaudat Hasan, besagten Auftrag durchzuführen. In dem zweiten, gänzlich undatierten Dokument teilt Manun dem Präsidenten mit, dass Mischʿal at‑Tammu, sein Sohn Marsil sowie die kurdische Aktivistin Zahida Raschkilo am 7. Oktober 2011 getötet worden seien. Tatsächlich haben letztere beiden den Anschlag verletzt überlebt Interview mit Zahida Raschkilo herunterladen]. Darüber hinaus wird in dem Dokument Bezug genommen auf ein Schreiben des Präsidenten vom 22. September 2011, in dem von einer »Operation« die Rede ist, die die türkische Führung zu einer neutralen und kooperierenden Haltung gegenüber der syrischen Krise veranlassen soll.

ShareThis

KURDWATCH, 21. Oktober 2012 – Bei Angriffen der syrischen Luftwaffe auf zwei Kleinbusse sind am 5. und 9. Oktober 2012 in der Nähe von ʿAndan (zehn Kilometer nördlich von Aleppo) insgesamt sieben Personen getötet und zahlreiche weitere verletzt worden. Am 5. Oktober kamen Yasmin ʿUmar (verh., zwei Kinder), Mustafa Muslim ʿAbdulmadschid und ʿAbdurrahman ʿUmar (geb. 1975 in ʿAfrin) ums Leben. Am 9. Oktober starben Hanifa Yusuf, Havin Schamo, Kamiran Muhammad ʿAli und Manan Hanif ʿAli.

ShareThis

KURDWATCH, 21. Oktober 2012 – Bei Raketeneinschlägen im mehrheitlich kurdisch bewohnten Stadtviertel Schaikh Maqsud in Aleppo sind am 30. September 2012 die Kinder ʿAliya Muhyiddin ʿIsa und Ahmad Ramadan getötet worden. Zwölf weitere Personen sollen durch die Raketen teils schwer verletzt worden sein.

ShareThis

KURDWATCH, 18. Oktober 2012 – Bei landesweiten Protesten hat es am 12. Oktober 2012 erneut zahlreiche Tote und Verletzte gegeben. Im ganzen Land forderten die Demonstranten den Sturz des Regimes. In weiten Teilen des Landes gingen die Protestierenden unter dem Motto »Die Freien der Küste erkämpfen den Sieg« auf die Straße. Anhänger der Partei der Demokratischen Union (PYD) demonstrierten unter dem Motto »Wir gratulieren Führer Öcalan zu seinem Widerstand«. In al‑Qamischli gab es jeweils eine Demonstration in den Stadtvierteln al‑ʿAntariya (organisiert von den Jugendgruppen Biratî, Rojava, Schaikh Maʿschuq und Märtyrer Farhad), Kurnisch (organisiert von Anhängern der Kurdischen Zukunftsbewegung in Syrien unter Rezan Bari Schaikhmus, der Jugendgruppe Sewa und anderen unabhängigen Jugendgruppen) und Munir Habib (organisiert vom Kurdischen Nationalrat) sowie an der Qasimomoschee im Westviertel (organisiert von der PYD). In ʿAmuda kam es zu drei getrennten Demonstrationen, organisiert von der PYD, dem Kurdischen Nationalrat sowie von verschiedenen Jugendgruppen. Auch in al‑Hasaka gab es drei Demonstrationen. In ad‑Darbasiya, Raʾs al‑ʿAin (Serê Kaniyê), ʿAin al‑ʿArab (Kobanî) und al‑Qahtaniya (Tirbesipî) fanden jeweils zwei Demonstrationen statt, organisiert vom Kurdischen Nationalrat und der PYD. In al‑Dschawadiya (Çil Axa) gab es einen vom Kurdischen Nationalrat organisierten Protestzug. In Tall Tamr, al‑Maʿbada (Girkê Legê) und al‑Malikiya (Dêrik) demonstrierte die PYD. In ʿAfrin traf ein Protestzug von Anhängern der PYD ein, der bereits am Donnerstag südlich von Basuta gestartet war; die Protestierenden erinnerten an die Festnahme von Abdullah Öcalan 1998 in Kenia. In den mehrheitlich kurdisch bewohnten Stadtvierteln von Aleppo und Damaskus gab es keine Proteste.

ShareThis

KURDWATCH, 17. Oktober 2012 – Am 4. sowie am 12. Oktober 2012 ist es an der Hauptstraße aus Richtung al‑Hasaka in der Nähe des Flughafens von al‑Qamischli zu Schusswechseln zwischen syrischen Sicherheitskräften und Mitgliedern der Freien Syrischen Armee (FSA) gekommen. Die Schusswechsel dauerten etwa eine Stunde bzw. fünfzehn Minuten.

ShareThis

KURDWATCH, 17. Oktober 2012 – Am 3. Oktober 2012 haben syrische Sicherheitskräfte, darunter Soldaten der syrischen Armee, mehrere Häuser im überwiegend kurdisch bewohnten Damaszener Stadtviertel Wadi al‑Maschariʿ (Zorava) gestürmt und den fünfzigjährigen ʿAbdurrahman Khalid sowie den achtunddreißigjährigen Raschal Tamr Yaʿqub festgenommen. Khalid war bereits am 5. März zusammen mit drei seiner Söhne sowie einem Bruder Raschal Tamr Yaʿqubs festgenommen worden [weitere Informationen zum Fall]]. Die Hintergründe von Razzia und Festnahmen sind bislang nicht bekannt.

ShareThis

KURDWATCH, 16. Oktober 2012 – Am 2. Oktober 2012 ist das Mitglied der Volksverteidigungseinheiten der Partei der Demokratischen Union (PYD) Hogir Baschir ʿArabo (geb. in ad Darbasiya) von türkischen Grenzposten erschossen worden. Nach Angaben der Volksverteidigungseinheiten wurden zudem die Kämpfer Tamr Hauass und Mazlum Raschad verletzt. ʿArabo wurde noch am selben Tag in ad Darbasiya beigesetzt.

ShareThis

KURDWATCH, 16. Oktober 2012 – Nur wenige Tage nach der Bildung gemeinsamer Sicherheitskomitees hat das lokale Komitee des Kurdischen Nationalrats in ʿAin al‑ʿArab (Kobanî) am 5. Oktober seine Mitarbeit im Hohen Kurdischen Gremium aus Kurdischem Nationalrat und Volksrat von Westkurdistan gestoppt. Die Entscheidung wurde mit der Einmischung von Mitgliedern der Volksverteidigungseinheiten in die gebildeten Sicherheitskomitees sowie damit begründet, dass sich der Volksrat nicht an das Abkommen von Erbil halte. Mitglieder des Volksrats von Westkurdistan erhoben ähnliche Vorwürfe gegenüber dem Kurdischen Nationalrat.

ShareThis

KURDWATCH, 14. Oktober 2012 – Am 27. September 2012 sind Dschigar ʿAbdurrahman Oso (geb. 1981 in ʿAfrin) und Zuhair Hasan Muhammad (geb. 1976 in ʿAfrin), Mitglieder des kurdischen Salahuddin-al‑Aiyubi-Bataillons der Freien Syrischen Armee, bei Kämpfen mit Volksschutzkomiteemitgliedern der Partei der Demokratischen Union (PYD) im Dorf Isko bei ʿAfrin ums Leben gekommen. Ebenfalls ums Leben kam das Volksschutzkomiteemitglied Ibrahim Maʿmo. Die beiden Parteien beschuldigten einander, die jeweils andere in einen Hinterhalt gelockt zu haben. PYD‑nahe Medien warfen dem Salahuddin-al‑Aiyubi-Bataillon vor, finanzielle Unterstützung von der türkischen Regierung zu erhalten, sowie dem syrisch-kurdischen Politiker Salah Badruddin nahezustehen. Badruddin gilt in PKK‑Kreisen als durch die Türkei finanzierter Verräter.

ShareThis

KURDWATCH, 13. Oktober 2012 – Volksverteidigungeinheitenmitglieder der Partei der Demokratischen Union (PYD) haben am 7. Oktober 2012 eine Demonstration verschiedener Jugendgruppen in al‑Malikiya (Dêrik) angegriffen, die an die Ermordung von Mischʿal at‑Tammu [weitere Informationen zum Fall]] vor einem Jahr erinnerten. Ein Aktivist erklärte gegenüber KurdWatch: »Sie kamen mit vier oder fünf Fahrzeugen, bewaffnet mit Maschinengewehren. Außerdem waren viele von ihnen vermummt und mit Stöcken oder Eisenrohren bewaffnet. Sie haben uns brutal und ohne Vorwarnung geschlagen, unsere Lautsprecheranlage zerstört sowie alle Aufnahmegeräte unserer Presseleute gestohlen. Außerdem haben sie die kurdische Fahne zerrissen und zu Boden geworfen.«

ShareThis

KURDWATCH, 12. Oktober 2012 – Die Kurdische Demokratische Partei ‒ Syrien des im vergangenen Mai verstorbenen ʿAbdurrahman Aludschi hat am 4. und 5. Oktober 2012 einen Parteitag in al‑Qamischli abgehalten. Zum neuen Vorsitzenden wurde Dr. Lazgin Mahmud Fakhri gewählt. Änderungen des Parteiprogramms gab es nicht. ʿAbdulkarim Sako, ein gescheiterter Kandidat für den Parteivorsitz, verließ den Parteitag mit einer Gruppe seiner Anhänger, was für eine baldige Spaltung der Partei spricht.

ShareThis

KURDWATCH, 12. Oktober 2012 – Bei landesweiten Protesten hat es am 5. Oktober 2012 erneut zahlreiche Tote und Verletzte gegeben. Im ganzen Land forderten die Demonstranten den Sturz des Regimes. In weiten Teilen des Landes gingen die Protestierenden unter dem Motto »Wir brauchen Waffen, keine Erklärungen, um unsere Kinder vor dem Tod zu schützen« auf die Straße. Einige kurdische Jugendgruppen, auch solche aus den Reihen des Kurdischen Nationalrats, gedachten mit ihren Slogans dem vor einem Jahr ermordeten Mischʿal at‑Tammu [weitere Informationen zum Fall]]. Anhänger der Partei der Demokratischen Union (PYD) demonstrierten unter dem Motto »Die kurdischen Gebiete sind tabu«. In al‑Qamischli gab es jeweils eine Demonstration in den Stadtvierteln Qanat Suwais, al‑ʿAntariya (organisiert von den Jugendgruppen Biratî, Rojava, Schaikh Maʿschuq und Märtyrer Farhad), Kurnisch (organisiert von Anhängern der Kurdischen Zukunftsbewegung in Syrien unter Rezan Bari Schaikhmus, der Jugendgruppe Sewa und anderen unabhängigen Jugendgruppen) und Munir Habib (organisiert vom Kurdischen Nationalrat) sowie an der Qasimomoschee im Westviertel (organisiert von der PYD). In ʿAmuda kam es zu drei getrennten Demonstrationen, organisiert von der PYD, dem Kurdischen Nationalrat sowie von verschiedenen Jugendgruppen. Auch in al‑Hasaka gab es drei Demonstrationen. In ad‑Darbasiya und al‑Qahtaniya (Tirbesipî) fanden jeweils zwei Demonstration statt, organisiert vom Kurdischen Nationalrat und der PYD. In al‑Dschawadiya (Çil Axa), Raʾs al‑ʿAin (Serê Kaniyê) und ʿAin al‑ʿArab (Kobanî) gab es jeweils einen Protestzug (organisiert vom Kurdischen Nationalrat). In al‑Maʿbada (Girkê Legê) und al‑Malikiya (Dêrik) fanden, wie bereits seit einigen Monaten, keine Freitagsdemonstrationen mehr statt, es wurde in der Woche demonstriert. In ʿAfrin sowie in den mehrheitlich kurdisch bewohnten Stadtvierteln von Aleppo und Damaskus gab es keine Proteste.

ShareThis

KURDWATCH, 10. Oktober 2012 – Am 18. September 2012 hat das Strafgericht in al‑Hasaka im Zuge der Verhandlung gegen Munzir Iskan Ahmad, Firas Dschumʿa al‑Ahmad [weitere Informationen zum Fall]] und Dschiwan Yusuf Yusuf [weitere Informationen zum Fall]] Dilovan Ahmad als Zeugen der Verteidigung befragt. Dieser hat ausgesagt, keinen der wegen Polizistenmord Angeklagten am Tatort gesehen zu haben. Darüber hinaus hat das Gericht den Antrag der Verteidigung abgelehnt, Riyad Ahmad, den Bruder von Munzir Iskan Ahmad, als Zeugen zu befragen. Die nächste Sitzung ist auf den 10. Oktober 2012 terminiert.

ShareThis

KURDWATCH, 10. Oktober 2012 – Am 28. September 2012 ist Raschid Habib, Mitglied der Volksverteidigungseinheiten, an einem Kontrollpunkt im mehrheitlich kurdisch bewohnten Stadtteil Schaikh Maqsud in Aleppo erschossen worden. Nach Angaben der Volksverteidigungseinheiten geriet er in einen Schusswechsel zwischen Regimeanhängern und Mitgliedern der Freien Syrischen Armee. Habib wurde am selben Tag bei ʿAfrin beigesetzt.

ShareThis

KURDWATCH, 8. Oktober 2012 – Am 30. September 2012 ist im Stadtzentrum von al‑Qamischli, in der Nähe des Sabʿ-Bahrat-Platzes, ein mit Sprengstoff beladener Lastwagen explodiert. Der Fahrer, der bei dem Anschlag ums Leben kam, brachte das Fahrzeug vor der Zentrale des Direktorats für politische Sicherheit zur Explosion. Die Detonation war bis in die umliegenden Dörfer zu hören. Unter den Opfern des Anschlags, Angaben variieren zwischen vier bis neun, sollen auch mehrere Geheimdienstmitarbeiter sein. Darüber hinaus kam der Passant Abbas Hadschi Sulaiman (geb. 1983, verheiratet, ein Kind) ums Leben. Die Freie Syrische Armee (FSA) übernahm die Verantwortung für den Anschlag.

ShareThis

KURDWATCH, 7. Oktober 2012 – Bei einem Angriff der syrischen Luftwaffe auf das mehrheitlich arabisch bewohnte Dorf ʿAin ʿIsa (siebzig Kilometer südlich von ʿAin al‑ʿArab [Kobanî]) sind am 20. September 2012 zweiundsiebzig Menschen vor einer Tankstelle ums Leben gekommen. Unter den Opfern war auch der Kurde ʿUthman Hadschi Haso (geb. in ʿAin al‑ʿArab).

ShareThis

KURDWATCH, 6. Oktober 2012 – Bei landesweiten Protesten hat es am 28. September 2012 erneut zahlreiche Tote und Verletzte gegeben. Im ganzen Land forderten die Demonstranten den Sturz des Regimes. In weiten Teilen des Landes gingen die Protestierenden unter dem Motto »Einigkeit der Einheiten der Freien Syrischen Armee« auf die Straße. Einige kurdische Jugendgruppen, auch solche aus den Reihen des Kurdischen Nationalrats, protestierten unter Slogans, die Föderalimus für die kurdischen Gebiete forderten. Sie erinnerten auf diese Weise daran, dass vor einem Jahr kurdische Demonstranten erstmals öffentlich die Forderung nach föderalen Strukturen erhoben hatten. Anhänger der Partei der Demokratischen Union (PYD) demonstrierten unter dem Motto »Die kurdische Sprache ist unsere offizielle Sprache« vor der Qasimomoschee im Westviertel von al‑Qamischli sowie in ʿAmuda. In al‑Qamischli gab es abgesehen von der PYD‑Demonstration jeweils eine Demonstration in den Stadtvierteln Qanat Suwais, al‑ʿAntariya (organisiert von den Jugendgruppen Biratî, Rojava, Schaikh Maʿschuq und Märtyrer Farhad), Kurnisch (organisiert von Anhängern der Kurdischen Zukunftsbewegung in Syrien unter Rezan Bari Schaikhmus, der Jugendgruppe Sewa, der Jugendgruppe der Assyrer und anderen unabhängigen Jugendgruppen) und Munir Habib (organisiert vom Kurdischen Nationalrat). Eine islamisch geprägte Aktivistengruppe organisierte mittags eine Demonstration vor der Qasimomoschee. Anhänger der PYD griffen diese Demonstration an und stahlen ihre Sprechanlage, die Demonstration wurde schnell aufgelöst. In ʿAmuda demonstrierten neben der PYD auch der Kurdische Nationalrat sowie verschiedene Jugendgruppen, es gab somit drei Demonstrationen. In al‑Hasaka gab es zwei Demonstrationen. In al‑Qahtaniya (Tirbesipî), al‑Dschawadiya (Çil Axa), Raʾs al‑ʿAin (Serê Kaniyê), ad‑Darbasiya sowie in ʿAin al‑ʿArab (Kobanî) gab es jeweils einen Protestzug (organisiert vom Kurdischen Nationalrat). In ʿAin al‑ʿArab (Kobanî) griffen vermummte Anhänger der Kurdischen Freiheitspartei in Syrien (Azadî) von Mustafa Oso andere Demonstrationsteilnehmer an. In al‑Maʿbada (Girkê Legê), und al‑Malikiya (Dêrik) fanden wie bereits seit einigen Monaten keine Freitagsdemonstrationen mehr statt, es wurde in der Woche demonstriert. In ʿAfrin sowie in den mehrheitlich kurdisch bewohnten Stadtvierteln von Aleppo und Damaskus gab es keine Proteste.

ShareThis

KURDWATCH, 5. Oktober 2012 – Am 30. September 2012 hat ein Unbekannter Raʿd Muhammad Bascho (geb. 1974, verheiratet), Mitglied der Bewegung des Kurdistanischen Volkes in Syrien, einer neu gegründeten Jugendbewegung, vor seiner Wohnung ermordet. Ein Motorradfahrer hatte kurz nach Mitternacht vor Baschos Haus gehalten und Bascho, der zu dieser Zeit mit Angehörigen auf dem Balkon saß, um eine Wegbeschreibung gebeten. Als Bascho auf die Straße trat, schoss der Unbekannte ihn in den Hals. Wenige Stunden später verstarb Raʿd Muhammad Bascho in einem Krankenhaus in al‑Hasaka.

ShareThis

KURDWATCH, 5. Oktober 2012 – Einheiten der Volksschutzkomitees in Aleppo haben am 21. September die Fahne des Hohen Kurdischen Gremiums aus Volksrat von Westkurdistan und Kurdischem Nationalrat an allen Kontrollpunkten im Aleppiner Stadtteil Schaikh Maqsud gehisst. In ʿAin al‑ʿArab (Kobanî) wurden am 26. September gemeinsame Sicherheitskomitees aus beiden Räten gebildet, die wenige Stunden später die Flagge des Hohen Kurdischen Gremiums an sämtlichen Kontrollpunkten sowie über einer Polizeiwache aufzogen. Diese Entwicklung widerspricht der Entscheidung der Führung der Volksschutzkomitees der Partei der Demokratischen Union (PYD) vom 19. September 2012, die Kooperation mit dem Hohen Kurdischen Gremium einzustellen [weitere Informationen]. Eine mögliche Erklärung sind Differenzen innerhalb der PYD/PKK. In Aleppo könnte zudem ausschlaggebend sein, dass die Freie Syrische Armee (FSA) der PYD gedroht hat, Schaikh Maqsud anzugreifen, sollte die PYD weiter mit dem syrischen Regime kooperieren. Möglicherweise will die PYD diesem Eindruck durch die Kooperation mit dem Kurdischen Nationalrat entgegenwirken oder den Kurdischen Nationalrat im Falle eines Angriffs der FSA in das Geschehen involvieren.

ShareThis

KURDWATCH, 2. Oktober 2012 – Am 26. Oktober 2011 wurde in al‑Qamischli die Kurdische Patriotische Konferenz abgehalten [weitere Informationen zur Konferenz], aus der der Kurdische Nationalrat hervorging. Die auf dieser Konferenz verabschiedete Abschlusserklärung wurde am 21. April 2012 vom Kurdischen Nationalrat bekräftigt [weitere Informationen], außerdem wurde ein politisches Interimsprogramm verabschiedet. Das neue Programm weicht insofern vom alten ab, als das Selbstbestimmungsrecht der Kurden und eine politische Dezentralisierung nicht mehr ausdrücklich gefordert werden. KurdWatch veröffentlicht den Originaltext der Abschlusserklärung vom 26. Oktober 2011 Dokument herunterladen] sowie die Entscheidungen vom 21. April 2012. Dokument herunterladen].

ShareThis

KURDWATCH, 30. September 2012 – Während der ersten Konferenz seines Allgemeinen Ausschusses am 17. und 18. Dezember 2011 in Tunis [weitere Informationen zur Konferenz] hat der Syrische Nationalrat ein Programm verabschiedet, das auch Vorstellungen zur Lösung der kurdischen Frage in Syrien enthält. KurdWatch veröffentlicht den Originaltext Dokument herunterladen].

ShareThis

KURDWATCH, 29. September 2012 – Am 20. September 2012 haben Unbekannte Mahmud Wali (geb. 1968, verheiratet, sechs Kinder), Mitglied des Generalsekretariats des Kurdischen Nationalrats sowie der Kurdischen Freiheitspartei in Syrien (Azadî), vor dem Büro des Kurdischen Nationalrats ermordet. Ein Aktivist erklärte gegenüber KurdWatch, zwei vermummte Personen hätten von einem fahrenden Motorrad aus auf Wali geschossen. Die Partei der Demokratischen Union (PYD), deren Mitglieder Wali am 8. August 2011 entführt und brutal gefoltert hatten [weitere Informationen zum Fall]], wies Presseberichte zurück, die sie oder die Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) für den Mord verantwortlich machten. In einer öffentlichen Erklärung schilderte die PYD zudem einen anderen Tatverlauf, demzufolge eine unvermummte Person die Schüsse abgegeben und den Tatort zu Fuß verlassen habe. Wali wurde am 21. September in Raʾs al‑ʿAin (Serê Kaniyê) beigesetzt. Mehrere Zehntausend Personen, darunter auch Vertreter der PYD, nahmen an der Trauerfeier teil.

ShareThis

KURDWATCH, 29. September 2012 – Mitglieder der Partei der Demokratischen Union (PYD) haben am 24. September 2012 eine von der Union der Kurdischen Demokratischen Kräfte in Syrien organisierte Demonstration vor der Qasimomoschee im Westviertel von al‑Qamischli angegriffen. Dabei wurde Yasin Dakhil, Mitglied der Kurdischen Zukunftsbewegung in Syrien von Dschangidar Muhammad, entführt.

ShareThis

KURDWATCH, 29. September 2012 – Am 24. September 2012 sind Haitham ʿAbdulʿaziz at‑Tammu, Usama Mansur al‑Hilali sowie eine weitere Person bei dem Versuch, die syrisch-türkische Grenze illegal zu überqueren, durch explodierende Minen verletzt worden. Die drei Aktivisten sind Mitglieder der Kurdischen Zukunftsbewegung in Syrien von Dschangidar Muhammad und waren auf dem Weg zu einem Workshop in der Türkei.

ShareThis

KURDWATCH, 28. September 2012 – Bei landesweiten Protesten hat es am 21. September 2012 erneut zahlreiche Tote und Verletzte gegeben. Im ganzen Land forderten die Demonstranten den Sturz des Regimes. In weiten Teilen des Landes gingen die Protestierenden unter dem Motto »Diejenigen, die Allahs Propheten lieben, werden in Syrien abgeschlachtet« auf die Straße. Anhänger der Partei der Demokratischen Union (PYD) demonstrierten unter dem eigenen Motto »Die Volksschutzkomitees sind unser freier Wille«. In al‑Qamischli gab es jeweils eine Demonstration in den Stadtvierteln Qanat Suwais, al‑ʿAntariya (organisiert von den Jugendgruppen Biratî, Rojava, Schaikh Maʿschuq und Märtyrer Farhad), Kurnisch (organisiert von Anhängern der Kurdischen Zukunftsbewegung in Syrien unter Rezan Bari Schaikhmus, der Jugendgruppe Sewa, der Jugendgruppe der Assyrer und anderen unabhängigen Jugendgruppen) und Munir Habib (organisiert vom Kurdischen Nationalrat) sowie an der Qasimomoschee im Westviertel (organisiert von der PYD). Die Union der Kurdischen Demokratischen Kräfte in Syrien hat ihre Demonstrationen mit der Begründung, ihre Kräfte anderweitig einsetzen zu wollen, auf unbestimmte Zeit ausgesetzt. In ʿAmuda, ad‑Darbasiya und al‑Qahtaniya (Tirbesipî) fanden jeweils zwei Demonstration statt, organisiert vom Kurdischen Nationalrat und der PYD. Auch in al‑Hasaka gab es zwei Demonstrationen. In Raʾs al‑ʿAin (Serê Kaniyê) fand ein Trauerzug für den am 21. September von Unbekannten getöteten Mahmud Walih statt. In ʿAin al‑ʿArab (Kobanî) und al‑Dschawadiya (Çil Axa) fand jeweils eine vom Kurdischen Nationalrat organisierte Demonstration statt. Allerdings gingen hier nur wenige Menschen auf die Straße. In al‑Maʿbada (Girkê Legê) gab es am Freitag lediglich eine PYD‑Demonstration, die Demonstration des Kurdischen Nationalrats fand erst am Samstag statt. In Basuta bei ʿAfrin organisierten Anhänger des Kurdischen Nationalrats und der Freien Syrischen Armee gemeinsame Demonstrationen. In al‑Malikiya (Dêrik) sowie in den mehrheitlich kurdisch bewohnten Stadtvierteln in Aleppo und Damaskus gab es keine Proteste.

ShareThis

KURDWATCH, 27. September 2012 – Am 20. September 2012 haben bewaffnete Volksschutzkomiteemitglieder der Partei der Demokratischen Union (PYD) die Parteizentralen der Kurdischen Einheitspartei in Syrien (Yekîtî), der Kurdischen Demokratischen Partei (el‑Partî) von ʿAbdulhakim Baschar sowie der Kurdischen Freiheitspartei in Syrien (Azadî) von Mustafa Dschumʿa in al‑Maʿbada (Girkê Legê) gestürmt. Sie forderten die Anwesenden auf, keine Waffen zu tragen und bewaffneten Personen keinen Zutritt zu ihren Büros zu gewähren. »Sie haben unseren Parteigenossen gesagt, nur Mitglieder der Volksschutzkomitees hätten das Recht, Waffen zu tragen«, so ein Mitglied der Yekîtî gegenüber KurdWatch. Die drei angegriffenen Parteien sind Mitglieder des Kurdischen Nationalrats.

ShareThis

KURDWATCH, 25. September 2012 – Am 19. September 2012 hat die Führung der Volksschutzkomitees, des militärischen Flügels der Partei der Demokratischen Union (PYD), in einer Presseerklärung die Kooperation mit dem gemeinsamen Gremium aus Volksrat von Westkurdistan und Kurdischem Nationalrat beendet. Die Entscheidung wurde damit begründet, dass das Gremium nicht wie zuvor vereinbart öffentlich erklärt hatte, dass die Volksschutzkomitees legitime Verteidiger des kurdischen Volkes in Westkurdistan sind.

ShareThis

KURDWATCH, 23. September 2012 – Am 13. September 2012 haben mehrere Dutzend bewaffnete Angehörige des arabischen Stammes Bani Sabʿa auf dem in direkter Nähe mehrerer Geheimdienstzentralen gelegenen Sabʿ-Bahrat-Platz im Stadtzentrum von al‑Qamischli eine Kundgebung organisiert. Sie riefen dazu auf, den Angriff auf einen ihrer Stammesangehörigen, den Direktor des örtlichen Wasserwerks Ahmad al‑Salihi zu vergelten. Al‑Salihi war wenige Tage zuvor bei einem Angriff bewaffneter Personen verletzt und sein Dienstwagen gestohlen worden. Ein Angehöriger der Bani Sabʿa erklärte gegenüber KurdWatch, die Angreifer seien Mitglieder der Partei der Demokratischen Union (PYD) gewesen, die Kundgebung sei eine Warnung in diese Richtung.

ShareThis

KURDWATCH, 20. September 2012 – Bei landesweiten Protesten hat es am 14. September 2012 erneut zahlreiche Tote und Verletzte gegeben. Im ganzen Land forderten die Demonstranten den Sturz des Regimes. In weiten Teilen des Landes gingen die Protestierenden unter dem Motto »Idlib, Friedhof der Flugzeuge und Ikone der Siege« auf die Straße. Anhänger der Partei der Demokratischen Union (PYD) demonstrierten unter dem eigenen Motto »Das Massaker von Schaikh Maqsud vereint uns«. In al‑Qamischli gab es jeweils eine Demonstration in den Stadtvierteln Qanat Suwais, al‑ʿAntariya (organisiert von den Jugendgruppen Biratî, Rojava, Schaikh Maʿschuq und Märtyrer Farhad), Kurnisch (organisiert von Anhängern der Kurdischen Zukunftsbewegung in Syrien unter Rezan Bari Schaikhmus, der Jugendgruppe Sewa, der Jugendgruppe der Assyrer und anderen unabhängigen Jugendgruppen) und an der Qasimomoschee im Westviertel (organisiert von der PYD) sowie zwei parallel laufende Demonstrationen in Munir Habib (organisiert vom Kurdischen Nationalrat und der Union der Kurdischen Demokratischen Kräfte in Syrien). In ʿAmuda, Raʾs al‑ʿAin (Serê Kaniyê) und ad‑Darbasiya fanden jeweils eine Demonstration des Kurdischen Nationalrats sowie am späten Nachmittag Trauerzüge für die ertrunkenen Flüchtlinge statt [weitere Informationen zum Fall]]. Unter den Trauernden waren unter anderem Mitglieder der PYD, verschiedener Jugendgruppen sowie des Kurdischen Nationalrats. In al‑Qahtaniya (Tirbesipî) fand eine gemeinsame Demonstration des Kurdischen Nationalrats und der PYD statt. In ʿAin al‑ʿArab (Kobanî) fanden zwei getrennte Demonstrationen statt, organisiert von der PYD bzw. dem Kurdischen Nationalrat. In al‑Dschawadiya (Çil Axa) sowie im mehrheitlich kurdisch bewohnten Damaszener Stadtviertel Ruknuddin wurde protestiert, allerdings gingen hier nur wenige Menschen auf die Straße. In Basuta und Burdsch ʿAbdalo bei ʿAfrin organisierten Anhänger des Kurdischen Nationalrats und der Freien Syrischen Armee gemeinsame Demonstrationen. In al‑Hasaka konnten auch diese Woche aufgrund des starken Aufgebots an Sicherheitskräften keine Demonstrationen stattfinden. Auch in al‑Malikiya (Dêrik) und al‑Maʿbada (Girkê Legê) gab es keine Proteste.

ShareThis

KURDWATCH, 19. September 2012 – Insgesamt einundsechzig der dreiundsechzig am 6. September 2012 vor der türkischen Küste südlich von Izmir ertrunkenen Flüchtlinge kamen aus Syrien. Insgesamt neununddreißig stammten aus ʿAmuda, zwölf aus al‑Hasaka, fünf aus ʿAfrin, drei aus ad‑Darbasiya und jeweils einer aus al‑Qamischli und Aleppo. Sechzig von ihnen sollen Kurden gewesen sein. Die Ertrunkenen wurden am 14. September 2012 beigesetzt, teilweise in Massengräbern.

ShareThis

KURDWATCH, 19. September 2012 – Am 12. September 2012 haben Volksschutzkomiteemitglieder der Partei der Demokratischen Union (PYD) Khairuddin Birhik, einen Bruder des getöteten Nasruddin Birhik [weitere Informationen zum Fall]] an einem ihrer Kontrollpunke bei al‑Maʿbada (Girkê Legê) angehalten und nach seinem Ausweis gefragt. Als Birhik sich der Kontrolle verweigerte, wurde er bis zum nächsten Tag festgehalten.

ShareThis

KURDWATCH, 19. September 2012 – Am 12. September 2012 haben Mitglieder der Partei der Demokratischen Union (PYD) den Angestellten der staatlichen Wasserwerke ʿAbdurrahman Galo (geb. in al‑Maʿbada [Girkê Legê]) aufgefordert, ihnen seinen Dienstwagen zu überlassen. Als er sich weigerte, drohten die PYD‑Mitglieder, ihn zu bestrafen. Galo, der Mitglied der Kurdischen Einheitspartei in Syrien (Yekîtî) ist, bat seine Partei sowie Verwandte um Schutz. Bewaffnete Mitglieder der Yekîtî sowie einige Verwandte von Galo standen daraufhin vor dessen Haus Wache.

ShareThis

KURDWATCH, 18. September 2012 – Am 13. September 2012 haben Sicherheitskräfte Hunderte wartender Käufer vor der Stadtbäckerei im Westviertel von al‑Qamischli mit Tränengas und Schlagstöcken angegriffen. Die Menge hatte lautstark gegen die aktuelle Brotknappheit protestiert.

ShareThis

KURDWATCH, 17. September 2012 – Am 11. September 2012 ist Rezan Khalid Mustafa (geb. 1985 in ʿAin al‑ʿArab [Kobanî], verh.) in Aleppo auf offener Straße erschossen worden. Er wurde am selben Tag in der Nähe von ʿAin al‑ʿArab beigesetzt. Die Kurdische Demokratische Einheitspartei in Syrien (Demokratische Yekîtî), deren Mitglied Mustafa war, organisierte die Trauerfeier. Vertreter der Partei machten Scharfschützen des syrischen Regimes für den Mord verantwortlich.

ShareThis

KURDWATCH, 14. September 2012 – Am 11. September 2012 hat ein Flugzeug der syrischen Luftwaffe das zehn Kilometer südlich von ʿAfrin gelegenen Dorf Basuta bombardiert. Eine Bombe explodierte in der Nähe eines Restaurants am Ortsrand, es gab weder Tote noch Verletzte.

ShareThis

KURDWATCH, 13. September 2012 – Bei landesweiten Protesten hat es am 7. September 2012 erneut zahlreiche Tote und Verletzte gegeben. Im ganzen Land forderten die Demonstranten den Sturz des Regimes. In weiten Teilen des Landes gingen die Protestierenden unter dem Motto »Das belagerte Homs ruft euch« auf die Straße. Anhänger der Partei der Demokratischen Union (PYD) demonstrierten unter dem eigenen Motto »Nein zum Militärdienst«. Diese Woche fanden keine gemeinsamen Demonstrationen von Anhängern des Kurdischen Nationalrats und der PYD statt. In al‑Qamischli gab es jeweils eine Demonstration in den Stadtvierteln Qanat Suwais, al‑ʿAntariya (organisiert von den Jugendgruppen Biratî, Rojava, Schaikh Maʿschuq und Märtyrer Farhad), Kurnisch (organisiert von Anhängern der Kurdischen Zukunftsbewegung in Syrien unter Rezan Bari Schaikhmus, der Jugendgruppe Sewa und anderen unabhängigen Jugendgruppen) und an der Qasimomoschee im Westviertel (organisiert von der PYD) sowie zwei parallel laufende Demonstrationen in Munir Habib (organisiert vom Kurdischen Nationalrat und der Union der Kurdischen Demokratischen Kräfte in Syrien). In ʿAmuda kam es zu drei getrennten Demonstrationen, organisiert von der PYD, dem Kurdischen Nationalrat sowie von verschiedenen Jugendgruppen. Zahlreiche Demonstranten trugen schwarze Kleidung und verzichteten auf Transparente, um so ihre Trauer um die wenige Tage zuvor vor der türkischen Mittelmeerküste ertrunkenen syrischen Flüchtlinge auszudrücken. In ad‑Darbasiya, ʿAin al‑ʿArab (Kobanî), al‑Maʿbada (Girkê Legê) und al‑Qahtaniya (Tirbesipî) fanden jeweils zwei Demonstrationen statt, organisiert von der PYD bzw. dem Kurdischen Nationalrat. In al‑Hasaka konnten aufgrund des starken Aufgebots an Sicherheitskräften keine Demonstrationen stattfinden. Im mehrheitlich kurdisch bewohnten Aleppiner Stadtviertel Schaikh Maqsud, in ʿAfrin sowie in vielen kleineren kurdischen Orten in der Umgebung fanden große Kundgebungen statt, die auf den Trauerzug für die Opfer des Luftangriffs auf Schaikh Maqsud [weitere Informationen zum Fall]] warteten. Sie riefen zum Sturz des Regimes sowie zur Vergeltung für die Opfer auf. Auch in al‑Malikiya (Dêrik), al‑Dschawadiya (Çil Axa) und Raʾs al‑ʿAin (Serê Kaniyê) sowie im mehrheitlich kurdisch bewohnten Damaszener Stadtviertel Ruknuddin wurde protestiert, allerdings gingen hier nur wenige Menschen auf die Straße.

ShareThis

KURDWATCH, 13. September 2012 – Am 4. September 2012 ist der Deserteur Schervan Khalil (geb. in ʿAfrin) in Saida bei Darʿa getötet worden. Ein Mitglied der Freien Syrischen Armee erklärte, Khalil habe versucht, Rekruten seiner früheren Einheit bei beim Desertieren zu helfen. Daraufhin sei er von Soldaten der Syrischen Armee getötet worden. Ein im Internet veröffentlichtes Video zeigt Schervan Khalil mit zertrümmertem Schädel.

ShareThis

KURDWATCH, 11. September 2012 – Am 6. September 2012 hat die syrische Luftwaffe zum ersten Mal seit Beginn der Kämpfe in Aleppo eines der mehrheitlich kurdischen Stadtviertel angegriffen. Bei dem Angriff auf eine Marktstraße in Schaikh Maqsud wurden einundzwanzig Menschen, darunter neun Kinder, getötet und Dutzende Personen teils schwer verletzt. An dem am 7. September 2012 von der Partei der Demokratischen Union (PYD) organisierten Trauerzug nahmen mehrere tausend Personen teil. Die Getöteten wurden in der Nähe von ʿAfrin beigesetzt.

ShareThis

KURDWATCH, 11. September 2012 – Am 27. August 2012 hat das lokale Komitee des Kurdischen Nationalrats in ʿAmuda in einer Presseerklärung mitgeteilt, dass es seine Mitgliedschaft in den gemeinsam mit dem Volksrat von Westkurdistan gebildeten Ausschüssen aussetzt. Der Schritt wird mit Verstößen des Volksrats gegen Entscheidungen des gemeinsamen Gremiums aus Volksrat und Kurdischem Nationalrat begründet. Dem Volksrat wird vorgeworfen, Bestechungsgelder für den Verkauf von Kraftstoffen wie Diesel, Benzin und Gas zu verlangen sowie seine Kontrolle staatlicher Infrastruktur zu missbrauchen.

ShareThis

KURDWATCH, 10. September 2012 – Am 1. September 2012 haben Volkschutzkomiteemitglieder der Partei der Demokratischen Union (PYD) den Arzt Madschd Madschid Muhammad sowie den Lehrer ʿIzzuddin Ismaʿil entführt, letzteren nach einem Angriff auf sein Haus. Das Ärztekomitee aus al‑Maʿbada (Girkê Legê) organisierte daraufhin am 2. September 2012 eine Demonstration und verlangte die Freilassung der Entführten. Die Demonstration wurde von Mitgliedern der PYD bereits nach kurzer Zeit gewaltsam aufgelöst. Nichtsdestotrotz wurden die Entführten noch am selben Tag freigelassen.

ShareThis

KURDWATCH, 10. September 2012 – Bei landesweiten Protesten hat es am 31. August 2012 erneut zahlreiche Tote und Verletzte gegeben. Im ganzen Land forderten die Demonstranten den Sturz des Regimes. In weiten Teilen des Landes gingen die Protestierenden unter dem Motto »Treue zum Tripoli der Levante und den Freien des Libanon« auf die Straße. Anhänger der Partei der Demokratischen Union (PYD) demonstrierten unter dem eigenen Motto »Stoppt eure Massaker«. Kaum einen Monat, nachdem die PYD und der Kurdische Nationalrat begonnen hatten, in vielen Städten gemeinsame Demonstrationen zu organisieren, gab es an diesem Freitag nur noch vor der Qasimomoschee im Westviertel von al‑Qamischli eine solche, an der zudem nur wenige Anhänger des Kurdischen Nationalrats teilnahmen. Darüber hinaus gab es in al‑Qamischli jeweils eine Demonstration in den Stadtvierteln Qanat Suwais, al‑ʿAntariya (organisiert von den Jugendgruppen Biratî, Rojava, Schaikh Maʿschuq und Märtyrer Farhad), Kurnisch (organisiert von Anhängern der Kurdischen Zukunftsbewegung in Syrien unter Rezan Bari Schaikhmus, der Jugendgruppe Sewa und anderen unabhängigen Jugendgruppen) und Munir Habib (organisiert von der Union der Kurdischen Demokratischen Kräfte in Syrien). In Qudurbak hinderten Sicherheitskräfte arabische Jugendgruppen daran, eine Demonstration zu organisieren. In ʿAmuda kam es zu drei getrennten Demonstrationen, organisiert von der PYD, dem Kurdischen Nationalrat sowie von verschiedenen Jugendgruppen. In ad‑Darbasiya, ʿAin al‑ʿArab (Kobanî) und al‑Qahtaniya (Tirbesipî) fanden jeweils zwei Demonstrationen statt, organisiert von der PYD bzw. dem Kurdischen Nationalrat. In al‑Hasaka fanden vier Demonstrationen statt. In Maʿbatli und Burdsch ʿAbdalo bei ʿAfrin organisierten Anhänger des Kurdischen Nationalrats und der Freien Syrischen Armee gemeinsame Demonstrationen. Auch in al‑Dschawadiya (Çil Axa) und Raʾs al‑ʿAin (Serê Kaniyê) sowie im mehrheitlich kurdisch bewohnten Stadtviertel Ruknuddin in Damaskus wurde protestiert, allerdings gingen hier nur wenige Menschen auf die Straße. Aktivisten zufolge gab es in al‑Malikiya (Dêrik) und al‑Maʿbada (Girkê Legê) aufgrund von Spannungen mit der PYD keine Proteste. In den mehrheitlich kurdisch bewohnten Stadtvierteln von Aleppo wurden wegen der in benachbarten Vierteln andauernden Kämpfe keine Proteste organisiert.

ShareThis

KURDWATCH, 8. September 2012 – Am 30. August 2012 hat das Strafgericht in al‑Hasaka im Zuge der Verhandlung gegen Munzir Iskan Ahmad, Firas Dschumʿa al‑Ahmad [weitere Informationen zum Fall]] und Dschiwan Yusuf Yusuf [weitere Informationen zum Fall]] Burhan ʿAli als Zeugen der Staatsanwaltschaft befragt. Dieser hat ausgesagt, keinen der Angeklagten am Tatort gesehen zu haben. Aus Zeitmangel konnten die Zeugen der Verteidigung nicht angehört werden. Die nächste Sitzung ist auf den 18. September 2012 terminiert.

ShareThis

KURDWATCH, 7. September 2012 – Am 1. September 2012 haben Volksschutzkomiteemitglieder der Partei der Demokratischen Union (PYD) eigenen Angaben zufolge drei Aktivisten und zwei Rekruten aus ʿAmuda festgenommen, als diese versuchten, die syrisch-türkische Grenze illegal zu überschreiten. Unter den Entführungsopfern waren Ibrahim Hadsch Mustafa ʿAli, ʿUmar Hadsch Nuri, Aldar Muhammad und Muhammad ʿAbdulqadir ʿAli. Am späten Nachmittag organisierten Mitglieder verschiedener Jugendgruppen in ʿAmuda eine Kundgebung und verlangten die Freilassung der Entführten. Die Demonstranten verglichen das Agieren der PYD mit demjenigen der regimenahen Schabbiha-Milizen. Anhänger der PYD griffen die Protestierenden daraufhin in der Nacht mit Schlagstöcken und Steinen an und schossen in die Luft. Mehrere Personen wurden verletzt, eine erlitt einen Streifschuss. Nach einer entsprechenden Aufforderung des gemeinsamen Gremiums von Kurdischem Nationalrat und Volksrat von Westkurdistan ließ die PYD die Entführten am frühen Morgen des 2. September 2012 wieder frei.

ShareThis

KURDWATCH, 6. September 2012 – Am 3. September 2012 haben Mitglieder der Partei der Demokratischen Union (PYD) die Geschäftsleute im Stadtzentrum von al‑Qamischli aufgefordert, ihre Läden nach der Mittagspause geschlossen zu halten. Laut PYD richtete sich der Streik gegen den geplanten Einzug hunderter junger Männer zum Militär. Tatsächlich gelang es der PYD, den zentralen Markt von al‑Qamischli zu schließen. Auch Ladenbesitzer, die nicht mit der PYD sympathisieren, wurden genötigt, sich am Streik zu beteiligen.

ShareThis

KURDWATCH, 4. September 2012 – Am 30. August 2012 sind Dschasir Hasan Kalasch (geb. in al‑Qahtaniya [Tirbesipî], verheiratet, zwei Kinder), Farhad ʿAbbas Ibrahim (geb. in al‑Qahtaniya [Tirbesipî], verheiratet, zwei Kinder) und drei weitere Personen in Yaʿfur bei Damaskus während Razzien der unter Führung von Mahir al‑Assad stehenden Vierten Brigade getötet worden. Kalasch und Ibrahim wurden am 1. September 2012 in der Nähe von al‑Qahtaniya beigesetzt.

ShareThis

KURDWATCH, 31. August 2012 –Angaben unabhängiger Aktivisten gegenüber KurdWatch zufolge kontrolliert die Partei der Demokratischen Union (PYD) in den kurdischen Gebieten Syriens mittlerweile zahlreiche Tankstellen sowie den Verkauf von Gasflaschen für den Hausgebrauch. Ein Großteil dieser Güter werde von PYD‑Funktionären zu überhöhten Preisen auf dem Schwarzmarkt verkauft. Darüber hinaus erhebe die PYD an Tankstellen von den Kunden Gebühren in Höhe von fünfzig bis hundert Syrischen Lira für den Verkauf von Benzin.

ShareThis

KURDWATCH, 30. August 2012 – Bei landesweiten Protesten hat es am 24. August 2012 erneut zahlreiche Tote und Verletzte gegeben. Im ganzen Land forderten die Demonstranten den Sturz des Regimes. In weiten Teilen des Landes gingen die Protestierenden unter dem Motto »Sei nicht traurig, Darʿa, Gott ist mit uns« auf die Straße. An der Qasimomoschee im Westviertel von al‑Qamischli, in ʿAmuda, al‑Malikiya (Dêrik), al‑Maʿbada (Girkê Legê), ʿAin al‑ʿArab (Kobanî), ad‑Darbasiya und al‑Hasaka demonstrierten Anhänger des Kurdischen Nationalrats und der Partei der Demokratischen Union (PYD) gemeinsam unter dem Slogan »In Richtung eines demokratischen Syrien«. Darüber hinaus gab es in al‑Qamischli jeweils eine Demonstration in den Stadtvierteln Qanat Suwais, al‑ʿAntariya (organisiert von den Jugendgruppen Biratî, Rojava, Schaikh Maʿschuq und Märtyrer Farhad), Kurnisch (organisiert von Anhängern der Kurdischen Zukunftsbewegung in Syrien unter Rezan Bari Schaikhmus, der Jugendgruppe Sewa und anderen unabhängigen Jugendgruppen), Qudurbak (organisiert von arabischen Jugendgruppen) sowie Munir Habib (organisiert von der Union der Kurdischen Demokratischen Kräfte in Syrien). Die Beteiligung an der letztgenannten Demonstration war deutlich geringer als in den Wochen zuvor. In ʿAmuda gab es abgesehen von der gemeinsamen Demonstration des Kurdischen Nationalrats und der PYD auch einen Protestzug verschiedener Jugendgruppen. In al‑Hasaka fanden insgesamt vier Demonstrationen statt. In al‑Malikiya (Dêrik), al‑Qahtaniya (Tirbesipî), ʿAin al‑ʿArab (Kobanî), ad‑Darbasiya, al‑Maʿbada (Girkê Legê), al‑Dschawadiya (Çil Axa) sowie in Raʾs al‑ʿAin (Serê Kaniyê) gab es jeweils einen Protestzug. In den Dörfern Kimara und Basuta bei ʿAfrin fand ebenfalls jeweils eine Demonstration statt. Die Demonstranten trugen die kurdische sowie die syrische Unabhängigkeitsfahne. Bei denjenigen Demonstrationen, die nicht offiziell vom Kurdischen Nationalrat und der PYD organisiert worden waren, wurde das gesamtsyrische und das kurdische Motto verwendet. Im mehrheitlich kurdischen Stadtviertel Schaikh Maqsud in Aleppo fand erstmals seit Ausbruch der Kämpfe wieder eine Demonstration statt. In den kurdischen Stadtvierteln Ruknuddin and Wadi al‑Maschariʿ (Zorava) in Damaskus wurden hingegen aufgrund der in benachbarten Stadtvierteln andauernden Kämpfe keine Proteste organisiert.

ShareThis

KURDWATCH, 29. August 2012 – Am 16. August 2012 ist ʿIsa ʿAlusch Khidr (geb. 1960 in ʿAfrin) in Aleppo erschossen worden. Unklar ist, ob es sich um eine gezielte Tötung durch Scharfschützen oder um Querschläger im Rahmen der bewaffneten Auseinandersetzung zwischen Sicherheitskräften des Regimes und der Freien Syrischen Armee gehandelt hat.

ShareThis

KURDWATCH, 27. August 2012 – Am 19. August 2012 haben Sicherheitskräfte auf der Landstraße zwischen al‑Hasaka und al‑Qamischli das Feuer auf Fahrgäste eines Taxis eröffnet. Dabei kam Netschirvan Bahzad ʿUmar (geb. 1992 in al‑Malikiya) ums Leben, zwei weitere Fahrgäste wurden verletzt.

ShareThis

KURDWATCH, 26. August 2012 – Bei landesweiten Protesten hat es am 17. August 2012 erneut zahlreiche Tote und Verletzte gegeben. Im ganzen Land forderten die Demonstranten den Sturz des Regimes. In weiten Teilen des Landes gingen die Protestierenden unter dem Motto »In der Einheit unserer Freien Armee liegt unser Sieg« auf die Straße. Die Partei der Demokratischen Union (PYD) und einige Jugendgruppen demonstrierten unter dem Slogan »Der Fortschritt vom 15. August«, der sich auf den ersten militärischen Angriff der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) gegen die Türkei am 15. August 1984 bezieht. In al‑Qamischli gab es jeweils eine Demonstration in den Stadtvierteln Qanat Suwais, al‑ʿAntariya (organisiert von den Jugendgruppen Biratî, Rojava, Schaikh Maʿschuq und Märtyrer Farhad), Kurnisch (organisiert von Anhängern der Kurdischen Zukunftsbewegung in Syrien unter Rezan Bari Schaikhmus, der Jugendgruppe Sewa und anderen unabhängigen Jugendgruppen), in Qudurbak (organisiert von arabischen Jugendgruppen), an der Qasimomoschee im Westviertel (organisiert vom Kurdischen Nationalrat und der PYD) sowie in Munir Habib (organisiert von der Union der Kurdischen Demokratischen Kräfte in Syrien). Anhänger der PYD organisierten auf dem Fußballfeld von al‑Hilaliya ein Konzert »zur Unterstützung der Revolution in Westkurdistan«, zu dem auch kurdische Künstler aus Europa angereist waren. Auch Vertreter des Kurdischen Nationalrats nahmen an der Veranstaltung teil. In ʿAmuda gab es abgesehen von der gemeinsamen Demonstration des Kurdischen Nationalrats und der PYD auch einen Protestzug verschiedener Jugendgruppen. In al‑Hasaka fanden insgesamt vier Demonstrationen statt. In al‑Malikiya (Dêrik), al‑Qahtaniya (Tirbesipî), ʿAin al‑ʿArab (Kobanî), ad‑Darbasiya, al‑Maʿbada (Girkê Legê), al‑Dschawadiya (Çil Axa) sowie in Raʾs al‑ʿAin (Serê Kaniyê) gab es jeweils einen Protestzug. Insgesamt war die PYD weniger präsent auf den Demonstrationen als in den Wochen zuvor. In den mehrheitlich kurdisch bewohnten Stadtvierteln Schaikh Maqsud in Aleppo sowie Ruknuddin in Damaskus fanden aufgrund der andauernden Kämpfe in benachbarten Stadtvierteln keine Demonstrationen statt.

ShareThis

KURDWATCH, 23. August 2012 – Am 7. August 2012 ist eine Gruppe kurdischer Aktivisten im Damaszener Stadtteil Muhadschirin von Mitarbeitern des Staatssicherheitsdienstes festgenommen worden. Zaki Hasan (geb. 1993) und ʿAbdurrazzaq Ismail Ahmad (geb. 1986) wurden an ihrem Arbeitsplatz verhaftet, Abdo Siradsch (geb. 1994), Saʿd Siradsch und Rasul Qadri Kalasch (geb. 1980) wurden zu Hause festgenommen. Die ebenfalls inhaftierten Aktivisten Husain Qadri Kalasch (geb. 1978) und Yahya Ismail Ahmad sind bereits aus der Haft entlassen worden.

ShareThis

KURDWATCH, 23. August 2012 – Am 17. August 2012 erlitt die neunundvierzigjährige Nadschiha Muhammad ʿUmar (geb. in al‑Malikiya) bei einem Angriff syrischer Streitkräfte auf Oppositionelle vor einem Krankenhaus in Damaskus einen Kopfschuss. Sie erlag noch vor Ort ihren Verletzungen.

ShareThis

KURDWATCH, 20. August 2012 – Am 15. August 2012 haben Flugzeuge der syrischen Luftwaffe die Stadt Aʿzaz (zwanzig Kilometer nordöstlich von ʿAfrin) bombardiert. Dabei sind mehrere Dutzend Zivilisten ums Leben gekommen. Die von Kurden und Arabern bewohnte Stadt Aʿzaz ist eine Hochburg der Freien Syrischen Armee und wird seit Wochen von dieser kontrolliert.

ShareThis

KURDWATCH, 19. August 2012 – Am 12. August 2012 ist der Aktivist Kamal Ahmad (geb. 1985 in Dschindiras bei ʿAfrin) vor einer zum Flüchtlingslager umfunktionierten Schule im Aleppiner Stadtviertel al‑Suriani von Unbekannten entführt worden. Augenzeugen berichten, er sei von drei zivil gekleideten Personen mit einem Geländewagen verschleppt worden. Ahmad war Mitarbeiter einer Hilfsorganisation, der Hintergrund der Entführung ist bisher unbekannt.

ShareThis

KURDWATCH, 18. August 2012 – In der Nacht des 11. August 2012 ist der Arbeiter ʿAbdulhakim Farhan Ramadan (geb. 1994 in Baiandur) im Damaszener Stadtviertel al‑Qadam durch einen vermutlich von einem Scharfschützen abgegebenen Kopfschuss getötet worden. Ramadan wurde am 13. August in Baiandur bei al‑Qahtaniya (Tirbesipî) beigesetzt.

ShareThis

KURDWATCH, 17. August 2012 – Das Strafgericht in al‑Hasaka hat die Verhandlungen von Munzir Iskan Ahmad, Firas Dschumʿa al‑Ahmad [weitere Informationen zum Fall]] und Dschiwan Yusuf Yusuf [weitere Informationen zum Fall]], die am 19. Juni und 25. Juli 2012 stattgefunden haben, vertagt. Die nächste Sitzung ist auf den 30. August 2012 terminiert. Hier sollen die Zeugen der Verteidigung angehört werden. Die Verteidigung will beantragen, dass Munzir Iskan Ahmad und Firas Dschumʿa al‑Ahmad aus der Haft entlassen werden und ihr Urteil wie Dschiwan Yusuf Yusuf in Freiheit abwarten können.

ShareThis

KURDWATCH, 15. August 2012 – Bei landesweiten Protesten hat es am 10. August 2012 erneut zahlreiche Tote und Verletzte gegeben. Im ganzen Land forderten die Demonstranten den Sturz des Regimes. In weiten Teilen des Landes gingen die Protestierenden unter dem Motto »Bewaffnet uns mit Luftabwehrwaffen« auf die Straße. An der Qasimomoschee im Westviertel von al‑Qamischli, in ʿAmuda, al‑Malikiya (Dêrik), al‑Maʿbada (Girkê Legê), ʿAin al‑ʿArab (Kobanî), ad‑Darbasiya und al‑Hasaka demonstrierten Anhänger des Kurdischen Nationalrats und der Partei der Demokratischen Union (PYD) gemeinsam unter dem Slogan »Die Rechte des kurdischen Volkes«. Darüber hinaus gab es in al‑Qamischli jeweils eine Demonstration in den Stadtvierteln Qanat Suwais, al‑ʿAntariya (organisiert von der Jugendgruppe Biratî sowie Jugendgruppen des Kurdischen Nationalrats), Kurnisch (organisiert von Anhängern der inzwischen gespaltenen Kurdischen Zukunftsbewegung in Syrien und unabhängigen Jugendgruppen), Qudurbak (organisiert von arabischen Jugendgruppen) sowie vor der Großen Moschee im Stadtzentrum. Die Demonstration in Kurnisch wurde von einem massiven Aufgebot von Sicherheitskräften begleitet, Zwischenfälle wurden jedoch nicht gemeldet. An der Qasimomoschee in al‑Qamischli starteten neben dem Protestzug der PYD und des Kurdischen Nationalrats auch eine Demonstration der Union der Kurdischen Demokratischen Kräfte in Syrien. In ʿAmuda gab es abgesehen von der gemeinsamen Demonstration des Kurdischen Nationalrats und der PYD auch einen Protestzug verschiedener Jugendgruppen. In al‑Hasaka fanden insgesamt vier Demonstrationen statt. In al‑Malikiya (Dêrik), al‑Qahtaniya (Tirbesipî), ʿAin al‑ʿArab (Kobanî), ad‑Darbasiya, al‑Maʿbada (Girkê Legê), al‑Dschawadiya (Çil Axa) sowie in Raʾs al‑ʿAin (Serê Kaniyê) gab es jeweils einen Protestzug. Bei denjenigen Demonstrationen, die nicht offiziell vom Kurdischen Nationalrat und der PYD organisiert worden waren, wurden der gesamtsyrische und der kurdische Slogan gezeigt. Im Dorf al‑Muhammadiya bei ʿAfrin fand erstmals eine Demonstration statt, sie wurde von bewaffneten Mitgliedern der Freien Syrischen Armee begleitet. Die Demonstranten trugen die kurdische sowie die syrische Unabhängigkeitsfahne. In den mehrheitlich kurdisch bewohnten Stadtvierteln Schaikh Maqsud in Aleppo sowie Ruknuddin in Damaskus fanden aufgrund der andauernden Kämpfe in benachbarten Stadtvierteln keine Demonstrationen statt.

ShareThis

KURDWATCH, 13. August 2012 – Am 3. August 2012 haben Sicherheitskräfte ʿAbdulqadir Mustafa Ibrahim (geb. 1994 in ʿAin al‑ʿArab) und seinen Vater Mustafa Ibrahim in Damaskus festgenommen. Während Mustafa Ibrahim nach wenigen Stunden freikam, wurde sein Sohn noch am selben Tag getötet. Der in einem Damaszener Stadtviertel aufgefundene Leichnam wies Schussverletzungen und Folterspuren auf. ʿAbdulqadir Mustafa Ibrahim wurde am 4. August in der Nähe von ʿAin al‑ʿArab (Kobanî) beigesetzt.

ShareThis

KURDWATCH, 11. August 2012 – Informanten aus dem Zentralgefängnis von al‑Hasaka haben KurdWatch berichtet, dass bis zum 6. August 2012 alle einhundertachtzig Insassen des Zentralgefängnisses von al‑Qamischli sowie die zwölf Insassen des Gefängnisses von al‑Malikiya (Dêrik) nach al‑Hasaka verlegt worden sind. Im Anschluss wurde das Gefängnis von al‑Malikiya der Partei der Demokratischen Union (PYD) übergeben. Das Zentralgefängnis von al‑Qamischli wird bislang weiterhin vom Staat kontrolliert.

ShareThis

KURDWATCH, 10. August 2012 – Bei landesweiten Protesten hat es am 3. August 2012 erneut zahlreiche Tote und Verletzte gegeben. Im ganzen Land forderten die Demonstranten den Sturz des Regimes. In weiten Teilen des Landes gingen die Protestierenden unter dem Motto »Dair az‑Zaur, der Sieg kommt aus dem Osten« auf die Straße. An der Qasimomoschee im Westviertel von al‑Qamischli, in ʿAmuda, al‑Malikiya (Dêrik), al‑Maʿbada (Girkê Legê) und in al‑Hasaka demonstrierten Anhänger des Kurdischen Nationalrats und der Partei der Demokratischen Union (PYD) gemeinsam unter dem Slogan »Kurdische Einheit«. Darüber hinaus gab es in al‑Qamischli jeweils eine Demonstration in den Stadtvierteln Qanat Suwais, al‑ʿAntariya (organisiert von der Jugendgruppe Biratî sowie Jugendgruppen des Kurdischen Nationalrats), Kurnisch (organisiert von Anhängern der inzwischen gespaltenen Kurdischen Zukunftsbewegung in Syrien und unabhängigen Jugendgruppen) sowie Qudurbak (organisiert von arabischen Jugendgruppen). In Kurnisch wurden die Demonstranten von Sicherheitskräften angegriffen. An der Qasimomoschee in al‑Qamischli starteten neben dem Protestzug der PYD und des Kurdischen Nationalrats auch eine Demonstration der Union der Kurdischen Demokratischen Kräfte in Syrien. In ʿAmuda gab es abgesehen von der gemeinsamen Demonstration des Kurdischen Nationalrats und der PYD auch einen Protestzug verschiedener Jugendgruppen. In al‑Hasaka fanden insgesamt vier Demonstrationen statt. In al‑Malikiya (Dêrik), al‑Qahtaniya (Tirbesipî), ʿAin al‑ʿArab (Kobanî), ad‑Darbasiya, al‑Maʿbada (Girkê Legê), al‑Dschawadiya (Çil Axa) sowie Raʾs al‑ʿAin (Serê Kaniyê) gab es jeweils einen Protestzug. Bei denjenigen Demonstrationen, die nicht offiziell vom Kurdischen Nationalrat und der PYD organisiert worden waren, wurden beide Slogans gezeigt. In al‑Basuta bei ʿAfrin konnten Jugendgruppen zum ersten Mal seit Monaten eine Demonstration organisieren, sie protestierten unter dem gesamtsyrischen Motto. In den mehrheitlich kurdisch bewohnten Stadtvierteln Schaikh Maqsud in Aleppo sowie Ruknuddin in Damaskus fanden aufgrund der andauernden Kämpfe in benachbarten Stadtvierteln keine Demonstrationen statt.

ShareThis

KURDWATCH, 9. August 2012 – Am 6. August 2012 haben bewaffnete Anhänger der Partei der Demokratischen Union (PYD) Rezan Bahri Schaikhmus (Vorsitzender des Büros für allgemeine Kommunikation der Kurdischen Zukunftsbewegung in Syrien) und zwei Begleiter bei ʿAmuda etwa eine Stunde lang festgehalten. Schaikhmus, der in Dschirnik Freunde besucht hatte, wurde an einem Kontrollpunkt der PYD angehalten und aufgefordert, seinen Kofferraum zu öffnen. Trotz seiner Weigerung ließ man ihn zunächst passieren, um ihn dann am Kontrollpunkt in ʿAmuda festzuhalten und zu einem Gebäude der PYD zu bringen. Gegenüber KurdWatch erklärte Schaikhmus, die »Aktion« habe dazu gedient, »uns zu demütigen«.

ShareThis

KURDWATCH, 7. August 2012 – Am 25. Juli 2012 hat die syrische Armee das mehrheitlich arabisch bewohnte Dorf az‑Zahiriya (Xirab Bajar) bei al‑Dschawadiya (Çil Axa) mit Hubschraubern angegriffen. Bei dem von Bodentruppen begleiteten Angriff kamen mindestens neun arabische Dorfbewohner ums Leben. Zahlreiche Personen wurden festgenommen. Hintergrund des Angriffs soll die Mitgliedschaft einiger Dorfbewohner in der Freien Syrischen Armee sein.

ShareThis

KURDWATCH, 6. August 2012 – Am 21. Juli 2012 haben Einheiten der Freien Syrischen Armee den wichtigsten Grenzübergang zwischen dem Irak und den kurdischen Gebieten Syriens bei al‑Yaʿrubiya (Tel Koçer), achtzig Kilometer östlich von al‑Qamischli, eingenommen. Am frühen Morgen des 22. Juli konnte die syrische Armee, ausgerüstet mit Panzern und Hubschraubern, die von Kurden und Arabern bewohnte Stadt sowie den Grenzübergang zurückerobern. Zahlreiche Aktivisten wurden festgenommen, Häuser durchsucht und Geschäfte geplündert. Dutzende Familien verließen in den folgenden Tagen ihre Häuser, sie fanden in den umliegenden Dörfern und Städten Zuflucht.

ShareThis

KURDWATCH, 5. August 2012 – Am 21. Juli 2012 haben bewaffnete Mitglieder der Partei der Demokratischen Union (PYD) zahlreiche Kontrollpunkte und Polizeiwachen in den ländlichen Gebieten des Bezirks al‑Malikiya übernommen, unter anderem in ʿAin Diwar. Auch der einzige Grenzübergang zwischen Syrien und Irakisch-Kurdistan bei Faisch Khabur wurde von der PYD übernommen, nachdem die Sicherheitskräfte sich zurückgezogen hatten. Die PYD kontrolliert seitdem die gesamte syrisch-türkische Grenze nördlich und östlich von al‑Malikiya (Dêrik) sowie die syrisch-irakische Grenze südlich der Stadt. Ebenfalls am 21. Juli haben Mitglieder der PYD mehrere Behörden in al‑Malikiya besetzt, unter anderem das Rathaus, die Zentralen des Staatssicherheitsdienstes und des Militärischen Nachrichtendienstes, das Gericht, die Bank für Agrarwirtschaft, mehrere Polizeiwachen sowie das Gebäude der staatlichen Telekommunikationsgesellschaft und der Post. Wenige Stunden nach der Besetzung kam es an der Zentrale des Militärischen Nachrichtendienstes zu einem Schusswechsel zwischen syrischen Sicherheitskräften und Mitgliedern der PYD, bei dem das aus dem Iran stammende PYD‑Mitglied Bewar Mako ums Leben kam. Sicherheitskräfte eroberten sämtliche Geheimdienstzentralen zurück. Derzeit werden alle Servicebehörden, Schulen und staatlichen Kliniken von der PYD überwacht, Mitarbeiter des Regimes haben weiterhin die Kontrolle über alle Geheimdienstzentralen. Eine Einheit der syrischen Armee ist nach wie vor in einer Kaserne drei Kilometer südwestlich von al‑Malikiya stationiert. Mitglieder des Kurdischen Nationalrats und des Volkesrats von Westkurdistan haben ein gemeinsames Komitee gegründet, um al‑Malikiya zu verwalten. Der Kurdische Nationalrat forderte, an der Kontrolle sämtlicher Checkpoints und Gebäude beteiligt zu werden. Die PYD war jedoch nur bereit, die innerhalb der Stadt gelegenen Gebäude gemeinsam zu verwalten.

ShareThis

KURDWATCH, 2. August 2012 – Am 2. Juli 2012 ist der Taxifahrer Muhammad Hauass Kalasch (geb. 1991 in al‑Qamischli) auf dem Weg zum internationalen Flughafen von Damaskus von Mitarbeitern des Nachrichtendienstes der Luftwaffe festgenommen worden. Die Gründe seiner Festnahme sind bisher nicht bekannt.

ShareThis

KURDWATCH, 31. Juli 2012 – Am 8. Juli 2012 haben bewaffnete Anhänger der Partei der Demokratischen Union (PYD) Dr. Niyazi Habasch (geb. 1981, verheiratet, zwei Kinder) vor seiner Wohnung in Aleppo entführt. Habasch wurde bis zum Abend in einem ihm unbekannten Gebäude festgehalten und gefoltert. Der Aktivist wurde mit der Faust ins Gesicht geschlagen, getreten sowie an Händen und Füßen mit Elektroschocks misshandelt. Darüber hinaus wurden ihm mit Steinen und Eisenstangen beide Beine gebrochen. Ein Mitarbeiter des Krankenhauses, in dem er behandelt wurde, teilte KurdWatch mit, dass der Verwundete operiert werden musste und mindestens zwei Monate nicht werde laufen können.
Habasch gehört der oppositionellen Gruppe »Kurdischer Frühling« an. Seiner Einschätzung nach war seine Entführung auch eine Warnung an andere Mitglieder. Darüber hinaus erklärte er gegenüber KurdWatch, dass die Entführer ihn auf Arabisch angesprochen hätten, am Mobiltelefon jedoch Kurdisch sprachen. Er wertet dies als Versuch zu vertuschen, dass es sich bei ihnen um Kurden handelt.
In ʿAfrin hat die PYD zwei weiteren Ärzten damit gedroht, sie wie Dr. Scharzad Hadsch Raschid zu töten [weitere Informationen zum Fall]], würden sie ihre politischen Aktivitäten fortsetzen.

ShareThis

KURDWATCH, 1. August 2012 – Bei landesweiten Protesten hat es am 27. Juli 2012 erneut zahlreiche Tote und Verletzte gegeben. Im ganzen Land forderten die Demonstranten, die unter dem gemeinsamen Motto »Widerstand der beiden Hauptstädte« auf die Straße gingen, den Sturz des Regimes. In den kurdischen Gebieten demonstrierten die Partei der Demokratischen Union (PYD) sowie einige Jugendgruppen unter dem eigenen Slogan »Freiheit für den Führer Abdullah Öcalan«. In al‑Qamischli gab es jeweils eine Demonstration in den Stadtvierteln Qanat Suwais, al‑ʿAntariya (organisiert von der Jugendgruppe Biratî sowie Jugendgruppen des Kurdischen Nationalrats), Kurnisch (organisiert von Anhängern der inzwischen gespaltenen Kurdischen Zukunftsbewegung in Syrien und unabhängigen Jugendgruppen) sowie Qudurbak (organisiert von arabischen Jugendgruppen). Im Stadtzentrum waren zahlreiche Sicherheitskräfte anwesend, sodass dort keine Demonstration stattfinden konnte. Am zentralen Versammlungsort der Demonstranten von al‑Qamischli, der Qasimomoschee im Westviertel der Stadt, starteten drei weitere Protestzüge. Organisatoren waren die PYD, der Kurdische Nationalrat sowie die Union der Kurdischen Demokratischen Kräfte in Syrien. In al‑ʿAntariya griffen bewaffnete Anhänger der PYD mehrere Aktivisten an, die die Demonstration filmten. Sie richteten Waffen auf die Aktivisten und entwendeten ihnen einen Laptop, ein Mobiltelefon und Speicherkarten. Zwei Tage später wurden die gestohlenen Geräte zurückgegeben. In ʿAmuda kam es zu drei getrennten Demonstrationen, organisiert vom Kurdischen Nationalrat, von der PYD sowie von verschiedenen Jugendgruppen. In ʿAin al‑ʿArab (Kobanî), das seit dem 19. Juli von kurdischen Parteien verwaltet wird [weitere Informationen], fanden zwei Demonstrationen statt, organisiert von der PYD und dem Kurdischen Nationalrat. In al‑Hasaka gab es vier Demonstrationen. In al‑Malikiya (Dêrik), al‑Qahtaniya (Tirbesipî), ad‑Darbasiya, al‑Maʿbada (Girkê Legê), al‑Dschawadiya (Çil Axa) und Raʾs al‑ʿAin (Serê Kaniyê) sowie in den mehrheitlich kurdisch bewohnten Stadtvierteln Schaikh Maqsud in Aleppo sowie Ruknuddin in Damaskus fand jeweils ein zentraler Protestzug statt. In al‑Malikiya und al‑Maʿbada wurden die Freitagsdemonstrationen von Jugendgruppen organisiert, die Demonstrationen des Kurdischen Nationalrats fanden wie bereits in den letzten Monaten am Samstag statt. Insbesondere in Aleppo und Damaskus wurden aufgrund des Ramadan zahlreiche Demonstrationen nachts organisiert. In ʿAfrin gab es keine Proteste.

ShareThis

KURDWATCH, 29. Juli 2012 – Am 12. Juni 2012 hat das Strafgericht in al Hasaka Dschiwan Yusuf Yusuf (geb. 1986 in al-Qamischli) gegen Zahlung einer Kaution in Höhe von fünfzigtausend Syrischen Lira freigelassen. Yusuf war am 4. September 2008 festgenommen worden, nachdem Unbekannte zwei Polizisten erschossen hatten [weitere Informationen zum Fall]].

ShareThis

KURDWATCH, 29. Juli 2012 – Am 23. Juli 2012 hat die syrische Armee bei Kämpfen in Damaskus mehrere Dutzend Menschen verhaftet, darunter auch Kämpfer der Freien Syrischen Armee. Wenige Stunden später wurden dreizehn der Festgenommenen in der Stadt Daraiya hingerichtet, darunter auch Netschirvan Farhad al‑Kurami (geb. in ʿAmuda) und Schivan Sulaiman al‑Kurami (geb. in ʿAmuda). Netschirvan war Mitglied der Freien Syrischen Armee.

ShareThis

KURDWATCH, 28. Juli 2012 – In ʿAfrin haben Anhänger der Partei der Demokratischen Union (PYD) Teile der Verwaltung von syrischen Staatsangestellten übernommen. Seit etwa einer Woche kontrolliert die Partei die Wasser- wie auch die Stromversorgung sowie die Gesundheitsstationen in den ländlichen Gebieten. Ein Aktivist, der vor einer Schule die kurdische Fahne hissen wollte, wurde von der PYD daran gehindert: Ihm wurde Gewalt angedroht, sollte er dies noch einmal versuchen. Generell toleriert die PYD keine kurdischen Fahnen in ʿAfrin.

ShareThis

KURDWATCH, 28. Juli 2012 – Am 11. Juli 2012 haben Repräsentanten des Kurdischen Nationalrats sowie des Volksrats von Westkurdistan in Salahuddin (Kurdistan/Irak) ein Abkommen unterzeichnet, das die am 11. Juni 2012 in Erbil unterzeichnete Vereinbarung Dokument herunterladen] ergänzen soll. Punkt eins des Dokuments anerkennt das Abkommen von Erbil und kündigt dessen Umsetzung an. Unter Punkt zwei wird die Bildung eines gemeinsamen Gremiums beschlossen, dessen Aufgabe die Festlegung allgemeiner politischer Grundsätze sowie die Führung der kurdischen Bewegung sein soll. Das Gremium und sämtliche Ausschüsse sollen paritätisch mit Mitgliedern beider Räte besetzt, Entscheidungen im Konsensverfahren getroffen werden.
Punkt drei sieht die Einrichtung verschiedener Fachausschüsse vor. Punkt vier verlangt die Einstellung medialer Angriffe, Punkt fünf verbietet die Ausübung von Gewalt sowie alle Aktivitäten, die geeignet sind, in den kurdischen Gebieten zu Spannungen zu führen. Punkt sechs nimmt die dem Abkommen von Erbil beigefügte Geschäftsordnung an und Punkt sieben beschließt die Bildung von Ausschüssen innerhalb von zwei Wochen nach Unterzeichnung des Abkommens. 

ShareThis

KURDWATCH, 27. Juli 2012 – Am 20. Juli 2012 haben Sicherheitskräfte und zahlreiche andere Staatsangestellte die Stadt ʿAmuda verlassen. Geräumt wurden unter anderem das Kulturzentrum, das Büro der Baʿthpartei sowie die Kreisverwaltung. Das Büro des Staatssicherheitsdienstes war mehrere Stunden von Aktivisten umstellt. Die Partei der Demokratischen Union (PYD) hatte dessen Mitarbeitern jedoch eine Frist von mehreren Stunden eingeräumt, ehe sie das Gebäude verlassen mussten. Mitglieder der Volksschutzkomitees der PYD verhinderten durch die Errichtung von Straßensperren, dass andere Aktivisten das Büro stürmten. Kurz nach Mitternacht verließen alle Mitarbeiter des Staatssicherheitsdienstes das Büro, zuvor waren sämtliche wichtigen Unterlagen und Dokumente verbrannt worden. Auch die Kreisverwaltung wurde durch Anhänger der PYD so lange geschützt, bis alle Mitarbeiter sowie der Direktor das Gebäude verlassen hatten. Mehrere Gebäude, darunter die Post, werden von bewaffneten Mitgliedern verschiedener kurdischer Parteien geschützt. Mitarbeiter von Servicebehörden dürfen ihre Arbeit fortsetzen. Nicht übergeben wurde die Polizeihauptwache in ʿAmuda; darüber hinaus sind die etwa zwei Kilometer außerhalb der Stadt gelegenen Zentralen des Militärischen Nachrichtendienstes sowie des Direktorats für politische Sicherheit nach wie vor mit regulären syrischen Sicherheitskräften besetzt.

ShareThis

KURDWATCH, 26. Juli 2012 – Bei landesweiten Protesten hat es am 20. Juli 2012 erneut zahlreiche Tote und Verletzte gegeben. Im ganzen Land forderten die Demonstranten, die unter dem gemeinsamen Motto »Ramadan – der Sieg wird in Damaskus geschrieben« auf die Straße gingen, den Sturz des Regimes. In den kurdischen Gebieten demonstrierten die Partei der Demokratischen Union (PYD) sowie einige Jugendgruppen unter dem eigenen Slogan »Marsch in die Freiheit«. In al‑Qamischli gab es jeweils eine Demonstration in den Stadtvierteln Qanat Suwais, al‑ʿAntariya (organisiert von der Jugendgruppe Biratî sowie Jugendgruppen des Kurdischen Nationalrats), Kurnisch (organisiert von Anhängern der inzwischen gespaltenen Kurdischen Zukunftsbewegung in Syrien und unabhängigen Jugendgruppen) sowie eine Demonstration vom Stadtzentrum nach Qudurbak, an der arabische und kurdische Aktivisten teilnahmen. Diese Demonstration wurde bereits nach kurzer Zeit unter Einsatz von Schlagstöcken und Tränengas von Sicherheitskräften beendet. Drei weitere Protestzüge starteten am zentralen Versammlungsort der Demonstranten von al‑Qamischli, der Qasimomoschee im Westviertel der Stadt. Organisatoren waren die PYD, der Kurdische Nationalrat sowie die Union der Kurdischen Demokratischen Kräfte in Syrien. In ʿAmuda kam es zu zwei getrennten Demonstrationen, organisiert vom Kurdischen Nationalrat sowie von verschiedenen Jugendgruppen. In ʿAin al‑ʿArab (Kobanî), das seit dem 19. Juli von kurdischen Parteien verwaltet wird [weitere Informationen], und im mehrheitlich kurdisch bewohnten Stadtviertel Schaikh Maqsud in Aleppo fanden jeweils zwei Demonstrationen statt, organisiert von der PYD und dem Kurdischen Nationalrat. In al‑Hasaka gab es vier Demonstrationen. In al‑Malikiya (Dêrik), al‑Qahtaniya (Tirbesipî), ad‑Darbasiya, al‑Maʿbada (Girkê Legê), al‑Dschawadiya (Çil Axa) und Raʾs al‑ʿAin (Serê Kaniyê) sowie im mehrheitlich kurdisch bewohnten Stadtviertel Ruknuddin in Damaskus fand jeweils ein zentraler Protestzug statt. In ʿAfrin fanden keine Proteste statt. Wie bereits in der vergangenen Woche kam es nicht mehr zu Angriffen von Anhängern der PYD auf Teilnehmer anderer Demonstrationen.

ShareThis

KURDWATCH, 24. Juli 2012 – Am 19. Juli 2012 haben zahlreiche Staatsangestellte sowie Mitarbeiter der syrischen Sicherheitskräfte die Stadt ʿAin al‑ʿArab (Kobanî) verlassen. Kurz darauf haben Mitglieder verschiedener kurdischer Parteien mehrere der leer stehenden Dienstgebäude besetzt, unter anderem das Rathaus, das Büro der Baʿthpartei sowie Geheimdienstzentralen und Polizeiwachen. Einige Staatsangestellte, darunter auch Polizisten, die zurückgeblieben waren, haben ihre volle Kooperation und Unterordnung unter die Entscheidungen der kurdischen Parteien zugesagt. In der Nacht trafen Mitglieder der lokalen Komitees des Kurdischen Nationalrats sowie des Volksrats von Westkurdistan zusammen, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Sie veröffentlichten eine Erklärung, in der unter anderem alle Personen, die in Servicebehörden arbeiten, aufgefordert werden, ihre Arbeit wie gewohnt fortzusetzen.

ShareThis

KURDWATCH, 22. Juli 2012 – Am 13. Juli 2012 ist der Vorsitzende des Exekutivbüros der Union der Kurdischen Demokratischen Kräfte in Syrien, Dschamil ʿUmar, entführt worden. Er wurde in seinem Wagen beschossen, ehe Unbekannte ihn in einem weiteren Fahrzeug mitnahmen. Gerüchte, denen zufolge ʿUmar vom Militärischen Nachrichtendienst festgenommen worden ist, konnten bislang nicht bestätigt werden.

ShareThis

KURDWATCH, 22. Juli 2012 – Die Kurdische Zukunftsbewegung in Syrien hat sich gespalten. Am 6. Juli 2012 hat eine Gruppe von rund zwanzig Personen in al‑Qamischli eine Mitgliederversammlung einberufen, den Vorsitzenden des Büros für allgemeine Kommunikation, Rezan Bahri Schaikhmus, für abgesetzt erklärt und eine neues, aus elf Personen bestehendes Büro für allgemeine Kommunikation gewählt. Zum Vorsitzenden des Büros wurde Dschangidar Muhammad gewählt. Die Gruppe um Rezan Bahri Schaikhmus erkennt die Wahlen nicht an. Somit gibt es derzeit zwei Parteien mit dem Namen Kurdische Zukunftsbewegung in Syrien.

ShareThis

KURDWATCH, 21. Juli 2012 – Am 29. Juni 2012 hatten Anhänger der Partei der Demokratischen Union (PYD) eine Demonstration von Regimekritikern vor dem Dirsim-Krankenhaus in ʿAfrin angegriffen [weitere Informationen zum Fall]]. Der Demonstrant ʿAbdurrahman Hasan Bakr verteidigte sich gegen die Angriffe und verletzte dabei einen Aktivisten der PYD, der unter dem Namen Tschakdar bekannt ist, im Gesicht. Daraufhin startete die PYD eine Vergeltungsaktion bisher unbekannten Ausmaßes: In der Nacht vom 4. auf den 5. Juli 2012 griffen bewaffnete Kämpfer der PYD das Haus von Hanan Hasan Bakr in ʿAfrin an. Die Angegriffenen verteidigten sich, es kam zu einem mehrere Stunden dauernden Schusswechsel, bei dem der PYD‑Aktivist Tschakdar getötet und weitere Angreifer verletzt wurden. Daraufhin entführten PYD‑Mitglieder Hanan Hasan Bakr sowie mindestens zehn seiner Verwandten und setzten vier Häuser sowie mehrere Fahrzeuge der Entführten in Brand. Hanan Hasan Bakr und sein Sohn ʿAbdurrahman Hanan Bakr wurden wenige Stunden später an einen Strommast in ʿAfrin gefesselt und durch Kopfschüsse hingerichtet. Ihre Leichen wurden kurz darauf vor das Dirsim-Krankenhaus geworfen. PYD‑Anhänger sollen den Angehörigen verboten haben, die Leichname an sich zu nehmen. Tatsächlich wurde Ahmad Mustafa bei dem Versuch, die Toten zu bergen, ebenfalls entführt. Am 6. Juli 2012 plünderten PYD‑Anhänger zwei Geschäfte eines weiteren Entführten, ʿIzzuddin Schaikh Naʿsan, und töteten einen weiteren Sohn von Hanan Hasan Bakr, Nuri Hanan Bakr. Auch seine Leiche wurde vor dem Krankenhaus von ʿAfrin entsorgt. Am 7. Juli wurde mit Nuri Schaikh Naʿsan ein weiterer Angehöriger von Hanan Hasan Bakr entführt. Schließlich wurden mehr als einhundertfünfzig Olivenbäume der Familie Bakr gefällt. Am 11. Juli wurden die folgenden Entführungsopfer freigelassen: Schaikh ʿAbdi Schaikh Naʿsan und Haschim Schaikh Naʿsan (Mitglieder des Bezirkskomitees der Kurdischen Demokratischen Partei [el‑Partî]), ʿAbdulmuttalib Schaikh Naʿsan, Mahmud Schaikh Naʿsan, Muhyiddin Schaikh Naʿsan, Fakhri Schaikh Naʿsan, Schaikhu Schaikh Naʿsan, Anas Schaikh Naʿsan, Yunis Schaikh Naʿsan, Schaikh Muhammad Schaikh Naʿsan, ʿIzzuddin Schaikh Naʿsan, Ahmad Zaki Mustafa, Nuri Schaikh Naʿsan und Wahid Mustafa. Auf ihrer Website hatte die PYD bereits am Morgen des 4. Juli berichtet, dass sie Schaikhu Schaikh Naʿsan und Fakhri Schaikh Naʿsan »festgenommen« habe, da die beiden am Angriff auf das PYD‑Mitglied ʿAbdo Murad beteiligt gewesen seien [weitere Informationen zum Fall]]. Die PYD kündigte an, ein Video zu veröffentlichen, in dem die beiden diese Beteiligung gestehen. Dies ist bislang nicht geschehen.

ShareThis

KURDWATCH, 21. Juli 2012 – Am 14. Juli 2012 haben Bewaffnete einen Kontrollpunkt der Volksschutzkomitees der Partei der Demokratischen Union (PYD) im Westviertel von al‑Qamischli angegriffen. Gleichzeitig kam es zu einem Angriff auf einen Kontrollpunkt der syrischen Armee in dem mehrheitlich arabisch bewohnten Ort Himu, etwa drei Kilometer westlich des oben genannten PYD‑Kontrollpunkts. Unklar ist, ob es bei den Angriffen Tote oder Verletzte gab. Wenige Tage zuvor hatte eine kleine Gruppe kurdischer Aktivisten im Internet ein Video verbreitet, in dem die Bildung einer bewaffneten kurdischen Einheit in al‑Hasaka bekannt gegeben wurde. Es ist allerdings unklar, ob diese Gruppe für einen oder beide der oben beschriebenen Angriffe verantwortlich ist.

ShareThis

KURDWATCH, 19. Juli 2012 – Bei landesweiten Protesten hat es am 13. Juli 2012 erneut zahlreiche Tote und Verletzte gegeben. Im ganzen Land forderten die Demonstranten, die unter dem gemeinsamen Motto »Anan, der Diener Assads und des Irans, muss abgesetzt werden« auf die Straße gingen, den Sturz des Regimes. In den kurdischen Gebieten demonstrierten die Partei der Demokratischen Union (PYD) sowie einige Jugendgruppen unter dem eigenen Slogan »Patriotische Einheit«. In al-Qamischli gab es jeweils eine Demonstration in den Stadtvierteln Qanat Suwais, al-ʿAntariya (organisiert von der Jugendgruppe Biratî sowie Jugendgruppen des Kurdischen Nationalrats), Kurnisch (organisiert von der Kurdischen Zukunftsbewegung in Syrien und unabhängigen Jugendgruppen) sowie Qudurbak (organisiert von arabischen Jugendgruppen). Drei weitere Protestzüge starteten am zentralen Versammlungsort der Demonstranten von al-Qamischli, der Qasimomoschee im Westviertel der Stadt. Organisatoren waren die PYD, der Kurdische Nationalrat sowie die Union der Kurdischen Demokratischen Kräfte in Syrien. In ʿAmuda kam es zu drei getrennten Demonstrationen, organisiert von der PYD, dem Kurdischen Nationalrat sowie von verschiedenen Jugendgruppen. In al-Qahtaniya (Tirbesipî), ʿAin al-ʿArab (Kobanî) und im mehrheitlich kurdisch bewohntem Stadtviertel Schaikh Maqsud in Aleppo fanden jeweils zwei Demonstrationen statt, organisiert von der PYD und dem Kurdischen Nationalrat. In al-Hasaka gab es vier Demonstrationen. In al-Malikiya (Dêrik), ad-Darbasiya, al-Maʿbada (Girkê Legê), al-Dschawadiya (Çil Axa) und Raʾs al-ʿAin (Serê Kaniyê) sowie im mehrheitlich kurdischen Stadtviertel Ruknuddin in Damaskus fand jeweils ein zentraler Protestzug statt. Angriffe der PYD auf regimekritische Demonstrationen wurden, anders als in den vergangenen Wochen, bislang nicht bekannt. In ʿAfrin, wo Anhänger der PYD in der letzten Juliwoche mehrere Kritiker hingerichtet hatten, fand keine Demonstration statt.

ShareThis

KURDWATCH, 17. Juli 2012 – In der letzten Juni- und der ersten Juliwoche 2012 haben bewaffnete Einheiten der Volksschutzkomitees der Partei der Demokratischen Union (PYD) zahlreiche neue Kontrollpunkte errichtet. Mehrfach wurden Kontrollen an den Zufahrtsstraßen nach al‑Qamischli, Amuda, al-Malikiya sowie Tall Ziwan bei al-Qahtaniya beobachtet. Am 2. Juli kam es an einem Kontrollpunkt bei Amuda zu einem Zwischenfall, als mehrere Personen sich weigerten, von Anhängern der PYD kontrollieren zu werden. Angehörige beider Seiten schossen in die Luft, erst nach einigen Stunden beruhigte sich die Lage.

ShareThis

KURDWATCH, 16. Juli 2012 – Das von der Arabischen Liga am 2. und 3. Juli 2012 in Kairo organisierte Treffen der Syrischen Opposition hat nicht den erhofften Durchbruch hinsichtlich einer Einigung der Beteiligten gebracht. Während die Freie Syrische Armee das Treffen von Beginn an boykotierte, verließen Vertreter des Kurdischen Nationalrats und der Partei der Demokratischen Union (PYD) sowie weitere kurdische Delegierte die Zusammenkunft aus Protest. Der Kurdische Nationalrat begründete diesen Schritt damit, dass die »verfassungsrechtliche Anerkennung des kurdischen Volkes und seiner nationalen Identität sowie die Sicherung seiner legitimen nationalen Rechte in Übereinstimmung mit internationalen Normen und Konventionen« in der Abschlusserklärung der Opposition nicht erwähnt werde.
Tatsächlich war nach Einwänden von Seiten der arabischen Opposition gegen das zuvor von ausgewählten Delegierten ausgehandelte Schlussdokument lediglich der Begriff »kurdisches Volk« im Schlussdokument durch den Begriff »kurdische Nation« ersetzt worden.

ShareThis

KURDWATCH, 15. Juli 2012 – Am 20. Juni 2012 ist der Rekrut Hozan Muhammad Zain al-ʿAbidin (geb. 1985 in al-Malikiya) bei dem Versuch, Syrien illegal in Richtung Irakisch-Kurdistan zu verlassen, von Mitarbeitern des Militärischen Nachrichtendienstes festgenommen worden. Obwohl sein regulärer Militärdienst vor rund neun Monaten abgelaufen war, wurde Zain al-ʿAbidin nicht aus der Armee entlassen. Er befindet sich derzeit im Gewahrsam des Militärischen Nachrichtendienstes in al-Qamischli.

ShareThis

KURDWATCH, 12. Juli 2012 – Bei landesweiten Protesten hat es am 6. Juli 2012 erneut zahlreiche Tote und Verletzte gegeben. Im ganzen Land forderten die Demonstranten, die unter dem gemeinsamen Motto »Volksbefreiungskrieg« auf die Straße gingen, den Sturz des Regimes. In den kurdischen Gebieten demonstrierten die Partei der Demokratischen Union (PYD) sowie einige Jugendgruppen unter dem eigenen Slogan »ʿAfrin ist nicht alleine«. In al-Qamischli gab es jeweils eine Demonstration in den Stadtvierteln Qanat Suwais, al-ʿAntariya (organisiert von der Jugendgruppe Biratî sowie Jugendgruppen des Kurdischen Nationalrats), Kurnisch (organisiert von der Kurdischen Zukunftsbewegung in Syrien und unabhängigen Jugendgruppen) sowie Qudurbak (organisiert von arabischen Jugendgruppen). Drei weitere Protestzüge starteten am zentralen Versammlungsort der Demonstranten von al-Qamischli, der Qasimomoschee im Westviertel der Stadt. Organisatoren waren die PYD, der Kurdische Nationalrat sowie die Union der Kurdischen Demokratischen Kräfte in Syrien. In ʿAmuda kam es zu drei getrennten Demonstrationen, organisiert von der PYD, dem Kurdischen Nationalrat sowie von verschiedenen Jugendgruppen. In ad-Darbasiya und ʿAin al-ʿArab (Kobanî) fanden jeweils zwei Demonstrationen statt, organisiert von der PYD und dem Kurdischen Nationalrat. In al-Hasaka gab es vier Demonstrationen. In al-Malikiya (Dêrik), al-Qahtaniya (Tirbesipî), al-Maʿbada (Girkê Legê), al-Dschawadiya (Çil Axa) und Raʾs al-ʿAin (Serê Kaniyê) sowie in den mehrheitlich kurdisch bewohnten Stadtvierteln Schaikh Maqsud in Aleppo sowie Ruknuddin in Damaskus fand jeweils ein zentraler Protestzug statt. Nachdem es am 29. Juni zu organisierten Angriffen von Anhängern der PYD auf Demonstranten in ʿAin al-ʿArab (Kobanî) und ʿAfrin gekommen war [weitere Informationen zum Fall]], fand diese Woche keine Demonstration in ʿAfrin statt. In ʿAin al-ʿArab (Kobanî) hingegen gingen auch diese Woche regimekritische Demonstranten auf die Straße. In al-Malikiya griffen Anhänger der PYD Mitglieder mehrerer Jugendgruppen und andere Demonstrationsteilnehmer an. Sie schossen in die Luft und entwendeten gewaltsam einen Kleintransporter mit Lautsprecheranlage sowie Fahnen und Transparenten.

ShareThis

KURDWATCH, 12. Juli 2012 – Am 28. Juni 2012 haben bewaffnete Einheiten der Volkschutzkomitees der Partei der Demokratischen Union (PYD) die Cousins Nafiʿ und Kusan ʿAdil Schahin in ʿAin al-ʿArab (Kobanî) entführt. Angehörige des Stammes Botan Bage, zu dem auch die beiden Entführten gehören, haben am selben Tag das von der PYD zum Gefängnis umfunktionierte Gebäude des staatliche Tabakunternehmens Ridschi gestürmt und die Gefangenen befreit. Vertreter beider Seiten schossen in die Luft. Nach der Befreiung verlangte die PYD die Auslieferung der befreiten Personen oder die Zahlung von fünf Millionen Syrischen Lira.

ShareThis

KURDWATCH, 9. Juli 2012 – Am 1. Juli 2012 ist Nasruddin Ibrahim [Sekretär der Kurdischen Demokratischen Partei in Syrien (el‑Partî) und Führungsmitglied des Kurdischen Nationalrats] am Flughafen von Damaskus die Ausreise verweigert worden. Ibrahim wurde aufgefordert, beim Nachrichtendienst der Luftwaffe in Damaskus vorstellig zu werden. Dort wurde er mehrere Tage in Folge verhört.

ShareThis

KURDWATCH, 8. Juli 2012 – Am 29. Juni 2012 haben Unbekannte den sechzigjährigen Abdo Murad, Mitglied des Volksrats von Westkurdistan, eines PKK-Gremiums, in dem auch die PYD vertreten ist, in ʿAfrin angeschossen. Er wurde im Bein- und Beckenbereich getroffen. Seine Zustand ist stabil.

ShareThis

KURDWATCH, 8. Juli 2012 – Am 26. Juni 2012 haben Mitglieder der Partei der Demokratischen Union (PYD) Aziz Aibasch und Barkhwadan Mustafa (Mitglieder der Union der Kooperationskomitees der Kurdischen Jugend in Syrien) entführt. Die Entführten wurde drei Stunden lang in einem Haus in ʿAfrin zu ihren Aktivitäten befragt, bevor sie wieder frei gelassen wurden.

ShareThis

KURDWATCH, 7. Juli 2012 – In den späten Nachtstunden des 24. Juni 2012 hat eine Einheit der Volksschutzkomitees der Demokratischen Einheitspartei (PYD) den Vizepräsidenten des Kurdischen Nationalrats und Sekretär der Kurdischen Freiheitspartei in Syrien (Azadî), Mustafa Dschuma, bei dem Versuch, Syrien illegal in Richtung Irakisch-Kurdistan zu verlassen, entführt. Dschuma wurde mit verbundenen Augen in ein zum Gefängnis umfunktioniertes Haus in al-Malikiya gebracht. Nach Verhandlungen zwischen Mitgliedern des Kurdischen Nationalrats und dem PYD-nahen Volksrat von Westkurdistan wurde Dschuma am nächsten Tag dem früheren Vorsitzenden des Kurdischen Nationalrats, Ahmad Sulaiman, übergeben. Am 27. Juni konnte Mustafa Dschuma nach Irakisch—Kurdistan ausreisen.

ShareThis

KURDWATCH, 6. Juli  2012 – Bei landesweiten Protesten hat es am 29. Juni 2012 erneut zahlreiche Tote und Verletzte gegeben. Im ganzen Land forderten die Demonstranten, die unter dem gemeinsamen Motto »Wir glauben an den Sieg Gottes« auf die Straße gingen, den Sturz des Regimes. In den kurdischen Gebieten demonstrierten die Partei der Demokratischen Union (PYD) sowie einige Jugendgruppen unter dem eigenen Slogan »Frauenräte sind der Garant für eine freie Gesellschaft«. In al‑Qamischli gab es jeweils eine Demonstration in den Stadtvierteln Qanat Suwais, al‑ʿAntariya (organisiert von der Jugendgruppe Biratî sowie Jugendgruppen des Kurdischen Nationalrats), Kurnisch (organisiert von der Kurdischen Zukunftsbewegung in Syrien und unabhängigen Jugendgruppen) sowie Qudurbak (organisiert von arabischen Jugendgruppen). Drei weitere Protestzüge starteten am zentralen Versammlungsort der Demonstranten von al-Qamischli, der Qasimomoschee im Westviertel der Stadt. Organisatoren waren die PYD, der Kurdische Nationalrat sowie die Union der Kurdischen Demokratischen Kräfte in Syrien. Obgleich die Demonstration der PYD erst am späten Nachmittag stattfand, okkupierten Dutzende mit Messern und Stöcken bewaffnete Anhänger der PYD den Platz direkt vor der Qasimomoschee den gesamten Tag. In ʿAmuda kam es zu drei getrennten Demonstrationen, organisiert von der PYD, dem Kurdischen Nationalrat sowie von verschiedenen Jugendgruppen. In ad‑Darbasiya fanden zwei Demonstrationen statt, organisiert von der PYD und dem Kurdischen Nationalrat. In al‑Hasaka fanden vier Demonstrationen statt. In al‑Malikiya (Dêrik), al‑Qahtaniya (Tirbesipî), al‑Maʿbada (Girkê Legê), al‑Dschawadiya (Çil Axa) und Raʾsal‑ʿAin (Serê Kaniyê) sowie in den mehrheitlich kurdisch bewohnten Stadtvierteln Schaikh Maqsud in Aleppo sowie Ruknuddin in Damaskus fand jeweils ein zentraler Protestzug statt. In ʿAin al‑ʿArab (Kobanî) und ʿAfrin griffen bewaffnete Anhänger der PYD erneut Regimegegner an [weitere Informationen zum Fall]], so dass diese die von ihnen geplanten Demonstrationen nicht durchführen konnten.

ShareThis

KURDWATCH, 6. Juli 2012 – Am 29. Juni 2012 haben bewaffnete Einheiten der Volkschutzkomitees der Partei der Demokratischen Union (PYD) zu Beginn der Freitagsdemonstration des Kurdischen Nationalrates in ʿAin al‑ʿArab (Kobanî) mehrere Straßen gesperrt, die zum Hauptversammlungsort der Demonstranten führen. Sie postierten Scharfschützen auf den Dächern, schossen in die Luft, griffen Demonstranten an und entführten mehrere Dutzend von ihnen. Die meisten Entführten wurden noch am selben Tag freigelassen. Nicht sofort entlassen wurde Mustafa Scheikho (Mitglied des Kurdischen Nationalrats und Führungsmitglied der Kurdischen Demokratischen Fortschrittspartei in Syrien – Reformbewegung). ʿUmar Kalo, Mitglied des Medienausschusses des Kurdischen Nationalrats, erklärte gegenüber Kurdwatch, »Am 30. Juni hat die PYD dem örtlichen Komitee des Kurdischen Nationalrats mitgeteilt, dass Mustafa Scheikho freigelassen wird, wenn sie ihn abholen . Wir haben dies abgelehnt. Wir akzeptieren ein derartiges Vorgehen der PYD auf keinen Fall. Wir wollten, dass die PYD unseren Gefangenen freilässt und sich entschuldigt«. Scheikho kam am 30. Juni frei.
Nach dem beschriebenen Muster wurden am 29. Juni auch in ʿAfrin die Teilnehmer einer vom Kurdischen Nationalrat geplanten Demonstration angegriffen. Dutzende Personen wurden entführt und brutal geschlagen. Folgende Entführungsopfer sind Kurdwatch namentlich bekannt: Siamend Ahmad Tschawisch, Ahmad Kamal Tschawisch, ʿAbdulrahman Ahmad Bakir, ʿAbdulqadir Nadschar, Zaradascht Muhammad Hadschi, Ahmad ʿAlo, Schiar Bakir, Mustafa Bakir und Haschim Scheikh Naʿsan. Darüber hinaus wurde am selben Tag der von der PYD gesuchte Azad Wali [Mitglied der Kurdischen Freiheitspartei in Syrien (Azadî)] von PYD‑Anhängern in Aleppo entführt. Sämtliche entführte Personen wurden noch am selben Tag wieder freigelassen.

ShareThis

KURDWATCH, 4. Juli 2012 - Am frühen Morgen des 1. Juli 2012 ist Arscham Tschawisch von PYD‑Mitgliedern aus seiner Wohnung entführt worden. Tschawisch gehört dem Jugendkoordinationskomitee in ʿAfrin an.

ShareThis

KURDWATCH, 3. Juli 2012 – Angaben mehrerer Schleuser zufolge kontrolliert die Partei der Demokratischen Union (PYD) inzwischen weite Strecken der syrisch-türkischen bzw. syrischen-irakischen Grenze in den kurdischen Gebieten. Schleuser müssen, um ihrer Tätigkeit weiter nachgehen zu dürfen, Abgaben an die PYD leisten.

ShareThis

KURDWATCH, 2. Juli 2012 – Am 23. Juni 2012 haben die PYD-nahen Volksschutzkomitees entschieden, ihre Kontrollpunkte in den kurdischen Gebieten zu bewaffnen. Laut PYD erfolgte die Entscheidung, nachdem syrische Sicherheitskräfte versucht hatten, einen Kontrollpunkt in al-Malikiya anzugreifen.

ShareThis

KURDWATCH, 1. Juli 2012 – Am 11. Juni 2012 haben der Volksrat von Westkurdistan, ein am 16. Dezember 2011 gegründetes PKK‑Gremium, in dem auch die PYD vertreten ist, und der Kurdische Nationalrat ein Kooperationsabkommen unterzeichnet. Das Abkommen soll die Beziehungen zwischen dem Kurdischen Nationalrat und der PYD verbessern. Der Parteitag der PYD hat das Abkommen im Grundsatz angenommen. Gleichzeitig forderte er die in dem Abkommen vorgesehene Einrichtung eines Obersten Ausschusses mit Vertretern beider Seiten. Sobald der Ausschuss eingerichtet sei, werde sich die PYD an dessen Entscheidungen halten. Unabhängig von diesen Entwicklungen hat die PYD auch nach Unterzeichnung des Abkommens zahlreiche regimekritische Aktivisten entführt. KurdWatch veröffentlicht den Text des Kooperationsabkommens. Dokument herunterladen]

ShareThis

KURDWATCH, 30. Juni 2012 – Am 23. Juni 2012 ist ein Reisebus des Busunternehmens Dschiwan aus al-Qamischli bei Dair az-Zaur beschossen worden. Eine Person wurde getötet; außerdem wurden der Fahrer Fahd ʿAbdulʿaziz Husain, sein Begleiter Muhammad Barawi sowie sechs weitere Personen verletzt, einige von ihnen schwer. Fahrgäste berichteten, die Schüsse seien von einem Stützpunkt der syrischen Armee abgefeuert worden. In den vergangenen Wochen waren bereits mehrfach Reisebusse der aus den kurdischen Gebieten stammenden Unternehmen Haval, Iman, Rafidain, Parwan, Izlah und Akram bei Dair az-Zaur beschossen worden. Dabei wurden u. a. Lazgin Husain Farman und Dschiwan Husain (Fahrer und Fahrbegleiter bei Haval), Barakat Dawud (Fahrer bei Iman) und ʿUmar ʿAli (Fahrer bei Dschiwan) verletzt. Die Reiseunternehmen haben inzwischen Fahrten auf der Strecke zwischen al-Qamischli und Dair az-Zaur eingestellt.

ShareThis

KURDWATCH, 28. Juni 2012 – Bei landesweiten Protesten hat es am 22. Juni 2012 erneut zahlreiche Tote und Verletzte gegeben. Im ganzen Land forderten die Demonstranten, die unter dem gemeinsamen Motto »Wenn die Herrscher nicht helfen, wo bleiben dann die Völker?« auf die Straße gingen, den Sturz des Regimes. In den kurdischen Gebieten demonstrierten die Partei der Demokratischen Union (PYD) sowie einige Jugendgruppen unter dem eigenen Slogan »Selbstverteidigung ist unser Recht«. In al-Qamischli gab es jeweils eine Demonstration in den Stadtvierteln Qanat Suwais, al-ʿAntariya (organisiert von der Jugendgruppe Biratî sowie Jugendgruppen des Kurdischen Nationalrats), Kurnisch (organisiert von der Kurdischen Zukunftsbewegung in Syrien und unabhängigen Jugendgruppen) sowie Qudurbak (organisiert von arabischen Jugendgruppen). In Qudurbak griffen mehrere Personen ʿAbdullah Saʿdun, Kameramann des PYD-nahen Fernsehsenders Ronahî, an. Er erlitt Messerstiche. Drei weitere Protestzüge starteten am zentralen Versammlungsort der Demonstranten von al-Qamischli, der Qasimomoschee im Westviertel der Stadt. Organisatoren waren die PYD, der Kurdische Nationalrat sowie die Union der Kurdischen Demokratischen Kräfte in Syrien. Obgleich die Demonstration der PYD erst am späten Nachmittag stattfand, okkupierten Dutzende mit Messern und Stöcken bewaffnete Anhänger der PYD den Platz direkt vor der Qasimomoschee den gesamten Tag. In ʿAmuda kam es zu drei getrennten Demonstrationen, organisiert von der PYD, dem Kurdischen Nationalrat sowie von verschiedenen Jugendgruppen. In al-Hasaka fanden vier Demonstrationen statt. In ʿAin al-ʿArab (Kobanî) gab es zwei Demonstrationen, organisiert von der PYD sowie dem Kurdischen Nationalrat. Nachdem Anhänger der PYD vorige Woche die Demonstranten des Kurdischen Nationalrats in ʿAfrin angegriffen hatten, fand dort diese Woche keine Demonstration statt. In al-Malikiya (Dêrik), al-Qahtaniya (Tirbesipî), al-Maʿbada (Girkê Legê), al-Dschawadiya (Çil Axa), Raʾs al-ʿAin (Serê Kaniyê) und ad-Darbasiya sowie in den mehrheitlich kurdisch bewohnten Stadtvierteln Schaikh Maqsud in Aleppo sowie Ruknuddin in Damaskus fand jeweils ein zentraler Protestzug statt.

ShareThis

KURDWATCH, 28. Juni 2012 – Bei einer Explosion in der alten Busstation des mehrheitlich kurdisch bewohnten Aleppiner Stadtviertels Schaikh Maqsud sind am 20. Juni 2012 ein Motorradfahrer und sein Beifahrer ums Leben gekommen. Nach Angaben der PYD-nahen Volksschutzkomitees handelt es sich bei den Toten um die Brüder Ahmad ʿAli Muhammad ʿAmaya und ʿUmar Muhammad ʿAmaya aus dem arabischen Dorf Baianun nördlich von Aleppo. Mindestens fünf weitere Personen wurden verletzt. Zu der Explosion soll es aufgrund eines Unfalls beim Transport des Sprengstoffs gekommen sein.

ShareThis

KURDWATCH, 26. Juni 2012 – Am 28. Mai. 2012 ist der Student und Aktivist Dschigarkhwin ʿAbdurrazzaq Mula Ahmad [weitere Informationen zum Fall]] dem Militärischen Untersuchungsrichter in Aleppo vorgeführt worden. Bisher ist unklar, ob dieser Anklage erheben wird.

ShareThis

KURDWATCH, 24. Juni 2012 – Anhänger der Partei der Demokratischen Union (PYD) haben am 15. Juni 2012 in ʿAfrin Teilnehmer der vom Kurdischen Nationalrat organisierten Demonstration angegriffen, die die syrische Unabhängigkeitsfahne trugen. Dabei wurden drei Personen verletzt, einem Demonstranten wurde sein Mobiltelefon entwendet. Im Anschluss an die Kundgebung wurden drei Aktivisten entführt. Faramaz ʿUthman und eine weitere Person wurden noch am selben Tag freigelassen, während Orhan Cafer bis zum 19. Juni in der Gewalt der PYD blieb. Faramaz ʿUthman soll während der Entführung geschlagen worden sein.

ShareThis

KURDWATCH, 22. Juni 2012 – Unter dem Motto »Ein demokratisches und freies Syrien und eine autonome, demokratische Verwaltung für Westkurdistan« fand am 16. Juni 2012 in al‑Qamischli der außerordentliche fünfte Parteitag der Partei der Demokratischen Union (PYD) statt. An der Veranstaltung nahmen über zweitausend Parteimitglieder und Gäste teil. In einer Abschlusserklärung betonten die Versammelten ihre Unterstützung des Kooperationsabkommens zwischen dem Volksrat von Westkurdistans und dem Kurdischen Nationalrat. Bei dem Volksrat von Westkurdistans handelt es sich um ein am 16. Dezember 2011 gegründetes PYD-Gremium, das in Reaktion auf die Etablierung des Kurdischen Nationalrats geschaffen wurde. Gleichzeitig forderten sie die in dem Abkommen vorgesehene Einrichtung eines Obersten Ausschusses mit Vertretern beider Seiten. Sobald dieser eingerichtet sei, werde sich die PYD an dessen Entscheidungen halten. Darüber hinaus wurde das Zentralkomitee der PYD von 13 auf 25 Mitglieder erweitert und eine Doppelspitze eingeführt. Als Vorsitzende wurden Asiya ʿAbdullah sowie der bisherige Vorsitzende, Salih Muslim Muhammad gewählt.

ShareThis

KURDWATCH, 21. Juni 2012 – Bei landesweiten Protesten hat es am 15. Juni 2012 erneut zahlreiche Tote und Verletzte gegeben. Im ganzen Land forderten die Demonstranten, die unter dem gemeinsamen Motto »Höchste Bereitschaft für die Revolution« auf die Straße gingen, den Sturz des Regimes. In den kurdischen Gebieten demonstrierten die Partei der Demokratischen Union (PYD) sowie einige Jugendgruppen unter dem eigenen Slogan »Eure Massaker vereinen uns«. In al-Qamischli gab es jeweils eine Demonstration in den Stadtvierteln Qanat Suwais, al-ʿAntariya, Qudurbak (organisiert von der Jugendgruppe Biratî sowie Jugendgruppen des Kurdischen Nationalrats) und Kurnisch (organisiert von der Kurdischen Zukunftsbewegung in Syrien und unabhängigen Jugendgruppen). Drei weitere Protestzüge starteten am zentralen Versammlungsort der Demonstranten von al-Qamischli, der Qasimomoschee im Westviertel der Stadt. Organisatoren waren die PYD, der Kurdische Nationalrat sowie die Union der Kurdischen Demokratischen Kräfte in Syrien. Auch in ʿAmuda kam es zu drei getrennten Demonstrationen, organisiert von der PYD, dem Kurdischen Nationalrat sowie von verschiedenen Jugendgruppen. In al-Hasaka fanden vier Demonstrationen statt. In ʿAin al-ʿArab (Kobanî) gab es zwei Demonstrationen, organisiert von der PYD sowie dem Kurdischen Nationalrat. In ʿAfrin organisierten Anhänger des Kurdischen Nationalrats zum ersten Mal seit Monate wieder eine Demonstration. Neben der kurdischen Flagge war eine Fahne der Kurdischen Demokratischen Einheitspartei in Syrien (Demokratische Yekîtî) zu sehen. Im Verlauf der Demonstration kam es zu Angriffen der PYD auf die Protestierenden, dabei wurden mehrere Personen verletzt. In al-Malikiya (Dêrik), al-Qahtaniya (Tirbesipî), al-Maʿbada (Girkê Legê), al-Dschawadiya (Çil Axa), Raʾs al-ʿAin (Serê Kaniyê) und ad-Darbasiya sowie in den mehrheitlich kurdisch bewohnten Stadtvierteln Schaikh Maqsud in Aleppo sowie Ruknuddin in Damaskus fand jeweils ein zentraler Protestzug statt. Darüber hinaus kam es in Ruknuddin im Rahmen der Beisetzung eines am Donnerstag getöteten arabischen Demonstranten vormittags zu einem Trauerzug, an dem zahlreiche Aktivisten sowie Angehörige des Getöteten teilnahmen.

ShareThis

KURDWATCH, 20. Juni 2012 – Die Kurdische Zukunftsbewegung in Syrien hat am 12. April 2012 die von ihr gegründete Union der Kurdischen Demokratischen Kräfte in Syrien verlassen. Dieser Schritt wurde u. a. mit dem Beitritt der Kurdischen Demokratischen Partei – Syrien von ʿAbdurrahman Aludschi und der Einheitspartei Kurdistans in Syrien zum Kurdischen Nationalrat begründet.

ShareThis

KURDWATCH, 19. Juni 2012 – Die am 7. Juni 2012 von der Partei der Demokratischen Union (PYD) entführten Personen [weitere Informationen zum Fall]] sind wieder frei. Am frühen Morgen des 9. Juni wurden Dibo Hasan, Baschir Tschawisch, Husain Tschawisch, Muhammad ʿAbdullah Tschawisch, Zardascht Raschid Hasan, ʿAbdurrahman Hasan, Ibrahim Mahmud, Marwan Ibrahim, ʿAli Marwan Ibrahim, Ibrahim Mamo und Raschid Hasan aus der Gefangenschaft entlassen. Am 13. Juni erfolgte die Entlassung von Nuri Khodscha, Mulla des Dorfes Sinka. Sein Sohn, Tekoschin Nuri Khodscha, stand bis zu diesem Zeitpunkt unter Hausarrest. Die PYD drohte, ihn zu töten, sollte er das Haus verlassen. Aus diesem Grund konnte der Student nicht an den Universitätsprüfungen zum Semesterende teilnehmen. Mindestens drei der Entführten, Baschir Tschawisch, Husain Tschawisch und Dibo Hasan, wurden während der Entführung gefoltert, Baschir Tschawisch und Husain Tschawisch u. a. mit Elektroschocks. Den Entführten wurde vorgeworfen, mit dem türkischen Geheimdienst zusammenzuarbeiten und aus der Türkei sowie aus den Golfstaaten finanziert zu werden.
Die am 8. Juni 2012 von der PYD entführten Mustafa Husain (Mitglied des Zentralkomitees der Azadî) und Ismail Khalil (Mitglied der Kurdischen Freiheitspartei in Syrien [Azadî] sowie des Kurdischen Nationalrats) sind seit dem 10. Juni wieder frei.

ShareThis

KURDWATCH, 18. Juni 2012 – Die Partei der Demokratischen Union (PYD) bringt in ʿAfrin Waffen und Munition zu günstigen Preisen in Umlauf. Einem Informanten zufolge erhalten PYD‑Anhänger ein Maschinengewehr für 20 000 Syrische Lira, während andere Personen 25 000 Lira zahlen müssen. Einigen Personen würden Waffen auch verweigert, so der Informant. So habe etwa ein Anhänger der Kurdischen Freiheitspartei in Syrien (Azadî) vergeblich versucht, eine solche zu erwerben. Einem anderen Informanten zufolge verfügt die PYD auch über schwere Waffen, die aus dem Qandilgebirge (Irakisch-Kurdistan) stammen und über den Iran eingeflogen werden sollen.

ShareThis

KURDWATCH, 17. Juni 2012 – Der Student Muhammad Farhad Sayda (geb. 1988) ist am 4. Juni 2012 vom Strafgerichtshof Erster Instanz in Damaskus gegen Kaution aus der Haft entlassen worden. Er war, aus dem Libanon kommend, am 29. Mai 2012 von Mitarbeitern des Direktorats für politische Sicherheit an der syrisch-libanesischen Grenze festgenommen worden. Während der Haftzeit wurde Sayda teils mehrere Stunden täglich verhört sowie mit Stöcken und Kabeln geschlagen. Ihm wurde vorgeworfen, die Freie Syrische Armee mit Waffen und finanziell unterstützt zu haben. Die nächste Gerichtsverhandlung ist auf den 28. Juni 2012 terminiert.

ShareThis

KURDWATCH, 17. Juni 2012 – Der Syrische Nationalrat (SNC) hat am 10. Juni 2012 das SNC‑Gründungsmitglied ʿAbdulbasit Sayda (geb. 1956 in ʿAmuda) zum Vorsitzenden gewählt. Der parteiunabhängige Kurde folgt Burhan Ghaliun, der im Mai 2012 sein Amt vorzeitig niederlegte. Auf eine Kandidatur verzichtet hat der in Paris lebende Dschurdsch Sabra; Mitglieder der Muslimbruderschaft hatten mehrfach gegen die Kandidatur des Christen protestiert.

ShareThis

KURDWATCH, 12. Juni 2012 – Bei landesweiten Protesten hat es am 8. Juni 2012 erneut zahlreiche Tote und Verletzte gegeben. Im ganzen Land forderten die Demonstranten, die unter dem gemeinsamen Motto »Revolutionäre und Händler, Hand in Hand bis zum Sieg« auf die Straße gingen, den Sturz des Regimes. In den kurdischen Gebieten demonstrierten die Partei der Demokratischen Union (PYD) sowie einige Jugendgruppen unter dem eigenen Slogan »Unsere Forderung ist eine Autonomieverwaltung«. In al‑Qamischli gab es jeweils eine Demonstration in den Stadtvierteln Qanat Suwais, al‑ʿAntariya, Qudurbak und Kurnisch. Drei weitere Protestzüge starteten am zentralen Versammlungsort der Demonstranten von al‑Qamischli, der Qasimomoschee im Westviertel der Stadt. Organisatoren waren die PYD, der Kurdische Nationalrat sowie die Union der Kurdischen Demokratischen Kräfte in Syrien. Am späten Nachmittag errichteten Aktivisten der PYD in al‑ʿAntariya zwei Kontrollpunkte, Passanten sowie Autos wurden durchsucht. In ʿAmuda kam es zu drei getrennten Demonstrationen, organisiert von der PYD, dem Kurdischen Nationalrat sowie von verschiedenen Jugendgruppen, darunter Avahî. In al‑Hasaka fanden vier Demonstrationen statt. Am frühen Morgen gab es eine kleine Explosion neben einer Statue des verstorbenen Hafiz al‑Assad, dabei wurde diese beschädigt. Als Demonstranten mittags versuchten, die Statue zu zerstören, griffen Sicherheitskräfte ein und nahmen mehrere Dutzend Personen fest. In ʿAin al‑ʿArab (Kobanî) gab es zwei Demonstrationen, organisiert jeweils von der PYD und dem Kurdischen Nationalrat. In al‑Malikiya (Dêrik), al‑Qahtaniya (Tirbesipî), al‑Maʿbada (Girkê Legê), al‑Dschawadiya (Çil Axa), Raʾs al‑ʿAin (Serê Kaniyê) und ad‑Darbasiya sowie in den mehrheitlich kurdisch bewohnten Stadtvierteln Schaikh Maqsud in Aleppo sowie Ruknuddin in Damaskus fand jeweils ein zentraler Protestzug statt. In Ruknuddin griffen Sicherheitskräfte die Demonstranten an, nachdem diese Straßensperren errichtet sowie Autoreifen und Mülltonnen in Brand gesetzt hatten.

ShareThis

KURDWATCH, 11. Juni 2012 – Am frühen Morgen des 7. Juni 2012 sind zwölf Personen, die am Abend zuvor an einer Sitzung des Kurdischen Nationalrats im Dorf Sinka im Bezirk ʿAfrin teilgenommen hatten, von Mitgliedern der Partei der Demokratischen Union (PYD) entführt worden. Es handelt sich um Dibo Hasan (Mitglied des Kurdischen Nationalrats und der Kurdischen Freiheitspartei in Syrien [Azadî]), Nuri Khodscha (geb. 1955), Baschir Tschawisch, Husain Tschawisch, Muhammad ʿAbdullah Tschawisch, Zardascht Raschid Hasan, ʿAbdurrahman Hasan (Mitglied des Kurdischen Nationalrats sowie der Kurdischen Demokratischen Partei – Syrien), Ibrahim Mahmud, Marwan Ibrahim, ʿAli Marwan Ibrahim (geb. 1997), Tekoschin Nuri Khodscha (geb. 1985, Mitglied der Kurdischen Zukunftsbewegung in Syrien) und Ibrahim Mamo. Eine weitere Person, Raschid Hasan (Azadî-Mitglied) wurde am Abend des 7. Juni entführt. Der Entführung vorausgegangen war ein Konflikt zwischen Teilnehmern der Veranstaltung des Kurdischen Nationalrats und Mitgliedern der PYD an einem Kontrollpunkt der PYD, bei dem Tekoschin Nuri Khodscha verletzt wurde. Die PYD wirft Khodscha vor, sie angegriffen und die PYD‑Fahne mit Füßen getreten zu haben. Khodscha bestreitet dies. Nachdem Rezan Bahri Schaikhmus, (Vorsitzender des Büros für allgemeine Kommunikation der Kurdischen Zukunftsbewegung) bei der PYD interveniert hatte, wurde Khodscha am Abend des 7. Juni freigelassen. Alle anderen Entführten sind weiterhin in der Gewalt der PYD, sie sollen am 8. Juni vor Gericht gestellt werden [weitere Informationen zu den PYD‑Gerichten]. Khodscha berichtete KurdWatch, dass Mitglieder der PYD am Morgen des 7. Juni das Haus seiner Eltern gestürmt und sowohl ihn als auch seinen Vater mit gefesselten Händen und verbundenen Augen in ein zum Gefängnis umfunktioniertes Haus gebracht hätten. Dort befänden sich auch die anderen Entführungsopfer, die ihn alle am Vorabend, im Anschluss an seine Verletzung, zu Hause besucht hatten. Die PYD habe ihm vorgeworfen, die Freie Syrische Armee zu unterstützen und vom türkischen Ministerpräsidenten Erdoğan finanziert zu werden. Offiziellen Angaben der PYD zufolge waren die Entführungen eine Reaktion auf bewaffnete Angriffe von Azadî-Mitgliedern auf einen Kontrollpunkt der PYD.

ShareThis

KURDWATCH, 11. Juni 2012 – Die Partei der Demokratischen Union (PYD) hat in ʿAfrin ein Gericht etabliert, vor das hauptsächlich PYD‑kritische und unabhängige Aktivisten gestellt werden. Vorsitzender des Gerichts ist Husam Hirkuki, ein arabischer ʿAlawit, der Aktivisten zufolge engen Kontakt zum Geheimdienst unterhält. Weitere (kurdische) Mitglieder sind Mustafa Hamsuru, Iso Toto, ʿUmar Barazi und Husain Biro. In al‑Qamischli, ʿAmuda, ʿAin al‑ʿArab (Kobanî), ad‑Darbasiya und al‑Malikiya existieren vergleichbare Gerichte.

ShareThis

KURDWATCH, 11. Juni 2012 – Am 3. Juni 2012 haben Mitglieder der Partei der Demokratischen Union (PYD) das Dorf Basuta im Bezirk ʿAfrin umstellt und sieben Aktivisten des örtlichen Koordinationskomitees entführt. Dabei kam es zu Handgreiflichkeiten, in die Geheimdienstmitarbeiter aufseiten der PYD eingriffen. Eine Person wurde verletzt. Der Entführung vorausgegangen war ein Konflikt zwischen Dorfbewohnern und PYD: Die Bevölkerung hatte die Errichtung eines PYD‑Kontrollpunkts in ihrem Dorf verweigert. Die Entführten wurden am 6. Juni 2012 freigelassen, nachdem die Dorfbewohner dem Kontrollpunkt zugestimmt hatten. Bei dessen Einrichtung waren Mitarbeiter des Geheimdienstes anwesend.

ShareThis

KURDWATCH, 10. Juni 2012 – Am frühen Morgen des 4. Juni 2012 ist auf den Schriftsteller Taha Ahmad Khalil (geb. 1961 in al-Qamischli) geschossen worden. Zwei Unbekannte klopften an Khalils Haustür und fragten ihn auf Kurdisch, ob er sein Auto verleihen würde. Als Khalil misstrauisch wurde und zurückwich, schoss einer der Männer in seine Richtung, verfehlte ihn jedoch. Khalil erklärte gegenüber KurdWatch: »Ich bin mehrfach im Internet von Unbekannten bedroht worden. Ich glaube, diese Leute handeln auf Anweisung einer kurdischen Gruppe, die immer wieder unter neuem Namen auftritt.«

ShareThis

KURDWATCH, 7. Juni 2012 – Bei landesweiten Protesten hat es am 1. Juni 2012 erneut zahlreiche Tote und Verletzte gegeben. Im ganzen Land forderten die Demonstranten, die unter dem gemeinsamen Motto »Hulas Kinder, Siegesfackeln« auf die Straße gingen, den Sturz des Regimes. In den kurdischen Gebieten demonstrierte die Partei der Demokratischen Union (PYD) unter dem eigenen Slogan »Maʿschuq Khaznawi, der Scheich der Märtyrer«. Khaznawi war im Mai 2005, vermutlich von syrischen Sicherheitskräften, entführt und getötet worden. In al‑Qamischli gab es jeweils eine Demonstration in den Stadtvierteln Qanat Suwais und Kurnisch. Nach dem Angriff von Anhängern des Kurdischen Nationalrats gegen Mitglieder der Union der Koordinationskomitees der Kurdischen Jugend in Syrien letzte Woche fanden in al‑ʿAntariya zwei getrennte Demonstrationen statt. Vier weitere Protestzüge starteten am zentralen Versammlungsort der Demonstranten von al‑Qamischli, der Qasimomoschee im Westviertel der Stadt. Organisatoren waren die PYD, der Kurdische Nationalrat, die Union der Kurdischen Demokratischen Kräfte in Syrien sowie die Kurdische Zukunftsbewegung in Syrien. In ʿAmuda kam es zu drei getrennten Demonstrationen, organisiert von der PYD, dem Kurdischen Nationalrat sowie von verschiedenen Jugendgruppen, darunter Avahî. In al‑Hasaka gab es vier Demonstrationen. In al‑Malikiya (Dêrik), al‑Qahtaniya (Tirbesipî), al‑Maʿbada (Girkê Legê), al‑Dschawadiya (Çil Axa), Raʾs al‑ʿAin (Serê Kaniyê), ad‑Darbasiya, ʿAin al‑ʿArab (Kobanî) sowie in den mehrheitlich kurdisch bewohnten Stadtvierteln Schaikh Maqsud in Aleppo sowie Ruknuddin und Wadi al‑Maschariʿ (Zorava) in Damaskus fand jeweils ein zentraler Protestzug statt.

ShareThis

KURDWATCH, 5. Juni 2012 – Die Apothekerin Dschinni Harsan (geb. 1975 in ʿAmuda) ist am 17. Mai 2012 von der Kriminalpolizei aus der Haft entlassen worden. Sie war am 15. Mai in Damaskus wegen ihrer Teilnahme an regimekritischen Demonstrationen festgenommen worden.

ShareThis

KURDWATCH, 4. Juni 2012 – Am 26. April 2012 hat das Fünfte Strafgericht in Damaskus die Freilassung von sechs der am 5. März 2012 im Damaszener Stadtteil Wadi al‑Maschariʿ (Zorava) vom Militärischen Nachrichtendienst verhafteten Aktivisten angeordnet [weitere Informationen zum Fall]]. Es handelt sich um Dalil Luqman Aiyub, Haqqi Luqman Aiyub, Ahmad Khalaf Khalaf und Dalil Ahmad Khalaf sowie um Khamgin Tamr Yaʿqub und Dschiwan ʿAbdurrahman Khalid.

ShareThis

KURDWATCH, 2. Juni 2012 – Eine Gruppe von Kurden, die sich Befreiung ʿAfrins nennt und sich zur Freien Syrischen Armee zählt, hat am 15. Mai 2012 einen Posten der PYD im Dorf Kafr Dschanna (Bezirk ʿAfrin) durch Schüsse in die Luft eingeschüchtert. Bereits am 14. Mai 2012 hatte die Gruppe einen Posten der syrischen Armee, ebenfalls in der Nähe von Kafr Dschanna, angegriffen und Waffen sowie Munition erbeutet.

ShareThis

KURDWATCH, 2. Juni 2012 – Zwischen dem 21. und 26. Mai 2012 haben syrische Armeehubschrauber mehrere Dörfer im sogenannten Kurdenberg (Dschabal al‑Akrad) bei Latakia bombardiert. Die Angriffe galten vor allem den umliegenden Wäldern, in denen sich Mitglieder der Freien Syrischen Armee verschanzt haben sollen. Mindestens zwei Personen – eine neunundzwanzigjährige Frau und ihr zweijähriger Sohn – wurden getötet.

ShareThis

KURDWATCH, 2. Juni 2012 – Am 25. Mai 2012 haben Anhänger des Kurdischen Nationalrats während der vom Rat organisierten Demonstration im Stadtviertel al‑ʿAntariya von al‑Qamischli Mitglieder der Union der Koordinationskomitees der Kurdischen Jugend in Syrien, die selbst Mitglied des Kurdischen Nationalrats ist, angegriffen, ihre Transparente zerrissen und sie aufgefordert, die Demonstration zu verlassen. Auslöser des Konflikts war die Tatsache, dass die Union unter ihrem eigenen Namen demonstrierte. Obwohl die Anhänger der Union sich entfernten und eine eigene Kundgebung durchführten, kam es wenig später zu Handgreiflichkeiten. Mitglieder des Kurdischen Nationalrats bestätigten, dass Transparente zerrissen wurden, dementierten jedoch die Handgreiflichkeiten. »Wenn die Union der Koordinationskomitees nicht unter dem Namen des Nationalrats demonstrieren möchte, verstehe ich nicht, warum sie an unserer Kundgebung teilnimmt. Ich verstehe auch nicht, warum sie Mitglied im Nationalrat sein will, aber gleichzeitig Erklärungen gegen den Nationalrat veröffentlicht«, erklärte ein Anhänger des Kurdischen Nationalrats gegenüber KurdWatch. Ein Mitglied der Union der Koordinationskomitees der Kurdischen Jugend in Syrien hingegen kritisierte: »Es ist sehr bedauerlich zu sehen, wie einige kurdische Aktivisten ähnliche Methoden wie das Regime benutzen, um die Freiheit anderer einzuschränken. Es gibt keine Bestimmung, die es Mitgliedern des Kurdischen Nationalrats untersagt, unter ihrem eigenen Namen an Demonstrationen teilzunehmen. Wir hoffen, dass führende Politiker des Kurdischen Nationalrats die Vorfälle verurteilen.«

ShareThis

KURDWATCH, 1. Juni 2012 – Bei landesweiten Protesten hat es am 25. Mai 2012 erneut zahlreiche Tote und Verletzte gegeben. Im ganzen Land forderten die Demonstranten, die unter dem gemeinsamen Motto »Damaskus, bald sehen wir uns« auf die Straße gingen, den Sturz des Regimes. Anhänger der Partei der Demokratischen Union (PYD) protestierten unter dem eigenen Motto »Gefangene der Freiheit«. In al-Qamischli gab es an diesem Freitag jeweils eine Demonstration in den Stadtvierteln Qanat Suwais, al-ʿAntariya und Kurnisch. Vier weitere Protestzüge starteten am zentralen Versammlungsort der Demonstranten von al-Qamischli, der Qasimomoschee im Westviertel der Stadt. Organisatoren waren die PYD, der Kurdische Nationalrat, Anhänger der Union der Kurdischen Demokratischen Kräfte in Syrien sowie Anhänger der Kurdischen Zukunftsbewegung in Syrien. In al-ʿAntariya griffen Anhänger des Kurdischen Nationalrats Anhänger der Union der Koordinationskomitees der Kurdischen Jugend in Syrien an. In ʿAmuda kam es zu drei getrennten Demonstrationen, organisiert von der PYD, dem Kurdischen Nationalrat sowie von verschiedenen Jugendgruppen, darunter Avahî. In al-Hasaka gab es vier Demonstrationen. In al-Malikiya (Dêrik), al-Qahtaniya (Tirbesipî), al-Maʿbada (Girkê Legê), al-Dschawadiya (Çil Axa), Raʾs al-ʿAin (Serê Kaniyê), ad-Darbasiya, ʿAin al-ʿArab (Kobanî) sowie in den mehrheitlich kurdisch bewohnten Stadtvierteln Schaikh Maqsud in Aleppo sowie Ruknuddin und Wadi al-Maschariʿ (Zorava) in Damaskus kam es jeweils zu einem zentralen Protestzug. Die Beteiligung an den Demonstrationen des Kurdischen Nationalrats war vor allem in al-Qamischli sehr gering; Tausende nahmen hingegen am Trauerzug des nach schwerer Krankheit verstorbenen Vorsitzenden der Kurdischen Demokratischen Partei – Syrien, ʿAbdurrahman Aludschi, teil, der bei al-Hasaka beerdigt wurde.

ShareThis

KURDWATCH, 31. Mai 2012 – Am 23. Mai 2012 hat das Strafgericht in al Hasaka im Zuge der Verhandlung gegen Munzir Iskan Ahmad (geb. 1983 in Tanuriya), Dschiwan Yusuf Yusuf (geb. 1986 in al‑Qamischli) und Firas Dschumʿa al‑Ahmad (geb. 1983 in al Qamischli) [weitere Informationen zum Fall]] Yusuf Nabi als Zeugen der Staatsanwaltschaft befragt. Nabi hat Ahmad zufolge ausgesagt, dass die Angeklagten die ihnen vorgeworfenen Polizistenmorde nicht begangen haben. Anschließend hat Firas Dschumʿa al‑Ahmad zu Protokoll gegeben, dass die Angeklagten unter Folter gezwungen worden seien, Falschaussagen zu machen, die sie belasten. Die nächste Sitzung ist auf den 19. Juni 2012 terminiert.

ShareThis

KURDWATCH, 31. Mai 2012 – Angaben der Partei der Demokratischen Union (PYD) zufolge sind am 9. Mai 2012 bei Auseinandersetzungen zwischen PYD‑Anhängern und Anhängern des syrischen Regimes im Aleppiner Stadtviertel Schaikh Maqsud vier PYDler ums Leben gekommen. Nach einem Angriff von Regimeanhängern auf Passanten sei es zu einem Schusswechsel zwischen Angreifern und PYD gekommen. Im Anschluss habe die PYD mehrere Häuser von Verwandten der Angreifer niedergebrannt. Ein PYD‑kritischer Aktivist aus Aleppo erklärte hingegen gegenüber KurdWatch, bei den Getöteten habe es sich nicht um Anhänger der PYD, sondern um zufällig anwesende Passanten gehandelt. Die PYD habe sich in einen Konflikt am Bushalteplatz von Schaikh Maqsud zwischen Mitgliedern der einflussreichen Bagharifamilie sowie Busfahrern eingemischt, von denen die Baghari Parkgebühren kassieren. Daraufhin sei der Konflikt eskaliert und mehrere Personen getötet worden.

ShareThis

KURDWATCH, 30. Mai 2012 – Die am 2. Mai 2012 in Wadi al‑Maschariʿ (Zorava) in Damaskus vom Staatssicherheitsdienst verhafteten Anhänger der Partei der Demokratischen Union (PYD) ʿUthman Hamu und Mahmud ʿAbdurrahman Hasan (geb. 1985 in al-Malikiya) [weitere Informationen zum Fall]] sind am 9. bzw. 7. Mai aus der Haft entlassen worden. Beide Personen waren Folter ausgesetzt.

ShareThis

KURDWATCH, 28. Mai 2012 – Der sechzehnjährige Kharib ʿUthman Mahmud (geb. in al-Qamischli) ist am 21. Mai 2012 in Damaskus während der Arbeit in einem Restaurant bei einem Bombenanschlag ums Leben gekommen.

ShareThis

KURDWATCH, 27. Mai 2012 – Am 16. Mai 2012 ist Sulaiman Muhammad Salih Ibrahim (geb. 1991) bei dem Versuch, Syrien illegal Richtung Irak zu verlassen, von syrischen Grenzposten erschossen worden. Ibrahim hatte seinen regulären Militärdienst bereits vor einem Jahr und neun Monaten beendet, war jedoch bislang nicht aus der Armee entlassen worden. Nach einem Besuch bei seinen Eltern kehrte er nicht zu seiner Einheit zurück. Stattdessen versuchte er gemeinsam mit sechs weiteren kurdischen Rekruten, in den Irak zu fliehen. Als sich die Gruppe bereits auf irakischem Territorium befand, eröffneten syrische Sicherheitskräfte das Feuer. Ibrahim wurde erschossen, zwei weitere Rekruten verletzt. Die Verletzten sollen derzeit in einem Krankenhaus in Zakho behandelt werden.

ShareThis

KURDWATCH, 25. Mai 2012 – Am 7. Mai 2012 haben Sicherheitskräfte den Medizinstudenten Khalil Yusuf Taha (geb. 1991 in al-Bab) während einer Demonstration auf dem Universitätsgelände in Aleppo festgenommen und geschlagen. Angehörige bestreiten seine Teilnahme an der Demonstration, Taha soll sich lediglich zufällig in der Nähe des Protestes aufgehalten haben.

ShareThis

KURDWATCH, 23. Mai 2012 – Am 6. Mai 2012 ist der Zahnarzt und Aktivist Bilind Muhammad Maʿschuq Hamza (geb. 1984 in Damaskus) von Mitarbeitern des Staatssicherheitsdienstes in Damaskus festgenommen worden. Bis zu seiner Entlassung am 12. Mai wurde Hamza in Einzelhaft festgehalten, am ersten Tag seiner Inhaftierung war er Folter ausgesetzt. Bilind Muhammad Maʿschuq Hamza war bereits am 13. Juli 2011 gemeinsam mit weiteren 29 Personen bei der sogenannten Intellektuellendemonstration in Damaskus von der Kriminalpolizei festgenommen und nach vier Tagen wieder entlassen worden.

ShareThis

KURDWATCH, 23. Mai 2012 – Bei landesweiten Protesten hat es am 18. Mai 2012 erneut zahlreiche Tote und Verletzte gegeben. Im ganzen Land forderten die Demonstranten, die unter dem gemeinsamen Motto »Die Helden der Universität von Aleppo« auf die Straße gingen, den Sturz des Regimes. Anhänger der Partei der Demokratischen Union (PYD) protestierten unter dem eigenen Motto »Märtyrer der Freiheit«. In al‑Qamischli gab es an diesem Freitag jeweils eine Demonstration in den Stadtvierteln Qanat Suwais, al‑ʿAntariya und Qudurbak sowie im Stadtzentrum, in unmittelbarer Nähe mehrerer Geheimdienstzentralen. Drei weitere Protestzüge starteten am zentralen Versammlungsort der Demonstranten in al‑Qamischli, der Qasimomoschee im Westviertel der Stadt. Organisatoren waren die PYD, der Kurdische Nationalrat sowie Anhänger der Union der Kurdischen Demokratischen Kräfte in Syrien. Sicherheitskräfte griffen die Demonstranten in Qudurbak sowie im Stadtzentrum an. In ʿAmuda kam es zu drei getrennten Demonstrationen, organisiert von der PYD, dem Kurdischen Nationalrat sowie von verschiedenen Jugendgruppen, darunter Avahî. In al‑Hasaka gab es vier Demonstrationen. In al‑Malikiya (Dêrik), al‑Qahtaniya (Tirbesipî), al‑Maʿbada (Girkê Legê), al‑Dschawadiya (Çil Axa), Raʾs al‑ʿAin (Serê Kaniyê), ad‑Darbasiya, ʿAin al‑ʿArab (Kobanî), sowie in den mehrheitlich kurdisch bewohnten Stadtvierteln Schaikh Maqsud in Aleppo sowie Ruknuddin und Wadi al‑Maschariʿ (Zorava) in Damaskus kam es jeweils zu einem zentralen Protestzug. In ʿAfrin fand – erstmals seit mehreren Wochen – wieder eine Demonstration der PYD statt Insgesamt ist die Beteiligung der Anhänger des Kurdischen Nationalrats in den kurdischen Gebieten derzeit im Sinken begriffen.

ShareThis

KURDWATCH, 21. Mai 2012 – Zwei der fünf am 13. März 2012 von der Erziehungsbehörde in al‑Hasaka zwangsversetzten Lehrer [weitere Informationen zum Fall]] sind mit ihren Familien nach Irakisch-Kurdistan geflüchtet. Es handelt sich um ʿAbdurrahman Dschauhar (geb. 1974 in al-Malikiya, zwei Kinder) und Nizar Bahram ʿIsa (geb. 1966 in al‑Qahtaniya, vier Kinder). Nachdem die Zwangsversetzungen bekannt geworden waren, war es in al‑Qahtaniya zu Protestdemonstrationen gekommen. »Wenige Tage nach den Demonstrationen erhielten wir Morddrohungen. Unbekannte haben weiße Leichentücher mit der Aufschrift ›Verräter, das ist dein Leichentuch‹ in unsere Gärten geworfen«, erklärte ʿIsa gegenüber KurdWatch. Darüber hinaus wurden alle fünf Lehrer aufgefordert, schriftlich zu versichern, nicht mehr an regimekritischen Aktivitäten teilzunehmen und mit dem Büro der Baʿthpartei in al‑Qahtaniya zusammenzuarbeiten. Dschauhar und ʿIsa halten sich derzeit mit ihren Familien in einem Flüchtlingslager nahe der Stadt Duhok auf, in dem rund 250 kurdische Familien aus Syrien untergebracht sind.

ShareThis

KURDWATCH, 19. Mai 2012 – Der am 19. April 2012 in Homs verschwundene Rekrut Sipan Muhammad ʿAli Ose [weitere Informationen zum Fall]] wird nach Angaben seiner Angehörigen im Gefängnis von Tadmur festgehalten. Ein ehemaliger Mitgefangener hatte die Familie über Oses Aufenthalt informiert. Seine Angehörigen haben ihn daraufhin im Gefängnis von Tadmur besucht. »Wir durften Sipan etwa eine halbe Stunde sehen. Obwohl er die Erlaubnis für einen Kurzurlaub hatte, wird ihm vorgeworfen, gegen militärische Befehle verstoßen zu haben. Die erste Gerichtsverhandlung sollte in etwa einem Monat stattfinden«, so ein Angehöriger gegenüber KurdWatch. Ose ist zu Beginn seiner Gefangenschaft gefoltert worden.

ShareThis

KURDWATCH, 16. Mai 2012 – Bei landesweiten Protesten hat es am 11. Mai 2012 erneut zahlreiche Tote und Verletzte gegeben. Im ganzen Land verlangten die Demonstranten den Sturz des Regimes. Auch diese Woche fanden die Proteste in den kurdischen Gebieten nicht unter einem einheitlichen Motto statt. Nur wenige Demonstranten schlossen sich dem gesamtsyrische Slogan »Gottes Unterstützung und baldiger Sieg« an. »Unsere Revolution ist der Freiheit und der Würde verpflichtet. Wir haben kein Verständnis mehr dafür, dass so viele Slogans mit islamischem Hintergrund zum Hauptmotto bestimmt werden«, erklärte ein Aktivist gegenüber KurdWatch. Die meisten Demonstranten wählten ein eigenes Motto, Anhänger der Partei der Demokratischen Union etwa gingen unter dem Slogan »Unterstützung für die Kurden in Aleppo« auf die Straße.
In al‑Qamischli war die Stimmung angespannt, nachdem es am vergangenen Freitag im Stadtteil al‑Hilaliya zu Angriffen der PYD auf andere Demonstrationsteilnehmer gekommen war. Diese Woche fanden, ausgehend vom zentralen Versammlungsort der Demonstranten, der Qasimo-Moschee, drei verschiedene Protestzüge statt: Die PYD organisierte eine zentrale Demonstration, an der Anhänger aus den verschiedenen kurdischen Gebieten teilnahmen. Auch der Kurdische Nationalrat rief zu einem zentralen Demonstrationszug auf, an dem allerdings nur wenige tausend Personen teilnahmen. Darüber hinaus protestierten mehrere hundert Anhänger der Union der Kurdischen Demokratischen Kräfte in Syrien. Zu weiteren Protesten kam es in den Stadtvierteln al‑ʿAntariya, Qudurbak und Qanat Suwais. In Qudurbak griffen Sicherheitskräfte die Demonstranten an und lösten die Demonstration bereits nach kurzer Zeit auf. In ʿAmuda kam es zu drei getrennten Demonstrationen, organisiert von der PYD, dem Kurdischen Nationalrat sowie von verschiedenen Jugendgruppen, darunter Avahî. In al‑Hasaka gab es vier Demonstrationen. In al‑Malikiya (Dêrik), al‑Qahtaniya (Tirbesipî), al‑Maʿbada (Girkê Legê), al‑Dschawadiya (Çil Axa), Raʾs al‑ʿAin (Serê Kaniyê), ad‑Darbasiya, ʿAin al‑ʿArab (Kobanî) sowie in den mehrheitlich kurdisch bewohnten Stadtvierteln Schaikh Maqsud in Aleppo sowie Ruknuddin und Wadi al‑Maschariʿ (Zorava) in Damaskus kam es jeweils zu einem zentralen Protestzug. Insgesamt ist die Zahl der Demonstranten in den kurdischen Gebieten derzeit im Sinken begriffen.

ShareThis

KURDWATCH, 14. Mai 2012 – Hasan ʿAbdulʿazim, Vorsitzender des Nationalen Zusammenschlusses der Kräfte des Demokratischen Wandels, hat sich am 7. Mai 2012 in einem Interview im Chatroom »Widerstand aus dem Westen Kurdistans« zur Kurdenfrage geäußert. Er erklärte, dass es in Syrien Kurden, aber weder ein Syrisch-Kurdistan noch mehrheitlich von Kurden besiedelte Gebiete gebe. Auch in der Provinz al‑Hasaka betrage der Anteil der Kurden nur zwischen 33 und 35 Prozent, mehrheitlich lebten dort Araber. Weiterhin erteilte er jeder Form von politischer Dezentralisierung eine Absage. Vielmehr unterstütze der Nationale Zusammenschluss, gemeinsam mit der Partei der Demokratischen Union (PYD) und in Absprache mit zehn weiteren kurdischen Parteien, das Recht auf administrative Dezentralisierung auf Grundlage des aktuell bestehenden Modells lokaler Verwaltungen. Gleichzeitig betonte ʿAbdulʿazim, er werde sich nicht gegen weitergehende Forderungen der Kurden stellen, wenn diese von der Mehrheit des syrischen Volkes in demokratischen Wahlen akzeptiert werden sollten. Als Reaktion auf die Äußerungen von ʿAbdulʿazim hat der Vorsitzende der PYD, Salih Muslim Muhammad, in einer Presseerklärung mitgeteilt, der von seiner Partei verwendete Begriff Westkurdistan solle nicht zum Ausdruck bringen, dass dieses Gebiet nicht zu Syrien gehöre oder gehören solle.

ShareThis

KURDWATCH, 13. Mai 2012 – Am 9. Mai 2012 kam es während einer Demonstration in ʿAmuda zu Auseinandersetzungen zwischen Anhängern der Kurdischen Demokratischen Einheitspartei in Syrien (Demokratische Yekîtî) und der Kurdischen Einheitspartei in Syrien (Yekîtî). Während die Anhänger der Yekîtî ein Transparent zeigen wollten, auf dem Föderalismus gefordert wird, lehnten die Anhänger der Demokratischen Yekîtî dies mit der Begründung ab, der Kurdische Nationalrat habe sich gegen diese Forderung ausgesprochen. Mehrere Personen beider Parteien wurden verletzt. Ein Aktivist der Yekîtî erklärte gegenüber KurdWatch, in ʿAmuda sei die Stimmung zwischen den Anhängern beider Parteien bereits seit Wochen angespannt.

ShareThis

KURDWATCH, 10. Mai 2012 – Am 27. April 2012 ist Muhammad Dschan Muhammad Saʿid (geb. 1991), Aktivist der Bewegung Junger Kurden (Tevgera Ciwanên Kurd), aus der Haft des Nachrichtendienstes der Luftwaffe entlassen worden. Zwei Tage zuvor war er in der Nähe des Busbahnhofs von al‑Hasaka festgenommen worden. Er war auf dem Weg zu einem Vorbereitungstreffen des »Tags des kurdischen Journalisten« gewesen. Saʿid wurde zunächst mit gefesselten Händen und Füßen sowie verbundenen Augen zum Nachrichtendienst der Luftwaffe in al‑Hasaka gebracht. Dort musste er sich ausziehen und wurde mit einem Stock sowie einer Peitsche auf Rücken und Beine geschlagen, bis einer der Folterer seine Mittäter anwies, nicht länger die Peitsche zu verwenden, da diese Spuren hinterlasse. Saʿid wurde zu seiner Teilnahme an regimekritischen Demonstrationen sowie zu von ihm im Internet veröffentlichten Artikeln befragt. Darüber hinaus warfen ihm die Sicherheitskräfte vor, die Kurden seien schon immer gegen die Regierung gewesen, sie wollten Syrien zerstören, würden vom Ausland gelenkt und erhielten von Europäern, Amerikanern und Türken Waffen sowie Geld. Dem Inhaftierten wurde ferner gedroht, er werde »die Sonne nie wieder sehen«. Am frühen Abend wurde Saʿid zum Quartier des Nachrichtendienstes der Luftwaffe in al‑Qamischli gebracht. Dort wurde er ebenfalls verhört, geschlagen und beleidigt. Am zweiten Hafttag ließen die Folterungen nach, Saʿid war jedoch die gesamt Haftzeit an Händen und Füßen gefesselt, seine Augen blieben verbunden. Er erhielt keine Nahrung und erst nach lautstarken Protesten ein Glas Wasser. Am Morgen des 27. April wurde Saʿid, noch immer mit verbundenen Augen, in der Nähe des Flughafens von al‑Qamischli ausgesetzt. Zuvor musste er unterschreiben, dass er sich nicht mehr an regimekritischen Demonstrationen beteiligen würde. Sein Geld – insgesamt 3 500 Syrische Lira – war verschwunden und sein Mobiltelefon zerstört.
Die Freilassung erfolgte, nachdem Freunde des Inhaftierten in ʿAmuda und ad‑Darbasiya am Abend des 26. April 2012 für seine Freilassung demonstriert hatten. Eine Delegation aus Ärzten und Rechtsanwälten hatte dem Bezirksdirektor von ad‑Darbasiya gedroht, dass die Demonstranten sein Büro in Brand setzen würden, wenn Saʿid nicht bis zum nächsten Tag freigelassen würde. Daraufhin hatte der Bezirksdirektor zugesagt, dass Saʿid noch vor 11 Uhr am nächsten Morgen entlassen werde. Saʿid zufolge werden immer wieder Aktivisten inhaftiert und, im Anschluss an vergleichbare Proteste, nach wenigen Tagen freigelassen.

ShareThis

KURDWATCH, 10. Mai 2012 – Kurdische Parteien, Aktivisten und Jugendgruppen haben zum Boykott der syrischen Parlamentswahlen am 7. Mai 2012 aufgerufen. Der Kurdische Nationalrat gab diese Entscheidung am 5. Mai 2012 in einer Presseerklärung bekannt und rief seine Anhänger zur Beteiligung an Kundgebungen und Demonstrationen auf, um die Umstände zu verurteilen, unter denen die Wahlen stattfinden. »Es kann nicht sein, dass Wahlen durchgeführt werden, während gleichzeitig in vielen Orten unseres Landes mit schwerer Artillerie auf Zivilisten geschossen wird«, erklärte ʿUmar Kalo, Mitglied des Medienbüros des Kurdischen Nationalrats, gegenüber KurdWatch. Auch die Union der Kurdischen Demokratischen Kräfte in Syrien, die Kurdische Zukunftsbewegung in Syrien und die Partei der Demokratischen Union (PYD) riefen zum Wahlboykott auf.

ShareThis

KURDWATCH, 10. Mai 2012 – Bei landesweiten Protesten hat es am 4. Mai 2012 erneut zahlreiche Tote und Verletzte gegeben. Im ganzen Land verlangten die Demonstranten den Sturz des Regimes. Auch diese Woche fanden die Proteste in den kurdischen Gebieten unter zwei Mottos statt: Der gesamtsyrische Slogan lautete »Unsere Treue ist unsere Erlösung«, Aktivisten aus den Reihen des Kurdischen Nationalrates (früher Kurdische Patriotische Konferenz) sowie Anhänger der Partei der Demokratischen Union (PYD) gingen hingegen unter dem Motto »Zorava ist nicht alleine« auf die Straßen. Insgesamt gab es in al‑Qamischli fünf Demonstrationen: in den Stadtvierteln al‑Hilaliya, al‑ʿAntariya, Qudurbak, Qanat Suwais sowie Kurnisch. Im mehrheitlich arabisch bewohnten Stadtviertel Tai verhinderten Sicherheitskräfte diese Woche eine Demonstration. Während der Demonstration in al‑Hilaliya griffen Anhänger der PYD Mitglieder der Union der Kurdischen Demokratischen Kräfte in Syrien an. Mehrere Personen wurden verletzt, darunter ʿAbdussamad ʿUmar, ein führender Politiker der Union. In ʿAmuda kam es zu drei getrennten Demonstrationen, organisiert von der Partei der Demokratischen Union (PYD), dem Kurdischen Nationalrat sowie von verschiedenen Jugendgruppen, darunter Avahî. In al‑Hasaka gab es vier Demonstrationen. In al‑Malikiya (Dêrik), al‑Qahtaniya (Tirbesipî), al‑Dschawadiya (Çil Axa), Raʾs al‑ʿAin (Serê Kaniyê), ad‑Darbasiya, ʿAin al‑ʿArab (Kobanî) sowie in den mehrheitlich kurdisch bewohnten Stadtvierteln Schaikh Maqsud in Aleppo sowie Ruknuddin und Wadi al‑Maschariʿ (Zorava) in Damaskus kam es jeweils zu einem zentralen Protestzug.

ShareThis

KURDWATCH, 9. Mai 2012 – Am 2. Mai 2012 haben Sicherheitskräfte im mehrheitlich von Kurden bewohnten Damaszener Stadtviertel Zorava eine Demonstration von Anhängern der Partei der Demokratischen Union (PYD) mit Schlagstöcken angegriffen. Dabei wurden ʿUthman Hamu und Mahmud ʿAbdurrahman Hasan (geb. 1985 in al‑Malikiya) festgenommen. Als Reaktion darauf haben Anhänger der PYD zu weiteren Demonstrationen aufgerufen. In al‑Qamischli, al‑Malikiya (Dêrik) und ʿAfrin sowie in Zorava selbst gab es am 2. und 3. Mai Proteste unter dem Motto »Zorava ist nicht allein«.

ShareThis

KURDWATCH, 7. Mai 2012 – Am frühen Morgen des 3. Mai 2012 haben Sicherheitskräfte mehrere Studentenwohnheime in Aleppo gestürmt. Mindestens 150 Personen sollen festgenommen worden sein, darunter auch der kurdische Mathematikstudent Ibrahim Sabri Hasan. Augenzeugenberichten zufolge waren auf dem Universitätsgelände Schüsse zu hören. Mindestens fünf Studierende sollen getötet worden sein. Zahlreiche Studenten verletzten sich zudem auf der Flucht, insbesondere bei Sprüngen aus höheren Etagen kam es zu zahlreichen Knochenbrüchen. Aus Angst vor weiteren Angriffen der Sicherheitskräfte übernachteten Dutzende Studenten im Freien. Die Universität teilte noch am 3. Mai auf ihrer Website mit, dass sämtliche Lehrveranstaltungen bis zu den Examen am 13. Mai entfallen. Das Universitätsgelände und die Studentenwohnheime, die Platz für bis zu 18 000 Studenten bieten, wurden geschlossen. Während die Bevölkerung Aleppos sich bisher kaum an regimekritischen Demonstrationen beteiligt hat, fanden an der Universität, die von Studierenden aus ganz Syrien besucht wird, immer wieder Kundgebungen statt.

ShareThis

KURDWATCH, 6. Mai 2012 – Am 19. April 2012 ist der Rekrut Sipan Muhammad ʿAli Ose (geb. 1992 in al‑Malikiya) in Rastan, dreißig Kilometer nördlich von Homs verschwunden. Ose wollte von Homs aus mit dem Bus zu Angehörigen fahren, um dort einen kurzen Urlaub zu verbringen. Er wurde jedoch am Busbahnhof nicht als Fahrgast registriert.

ShareThis

KURDWATCH, 4. Mai 2012 – Am 25. April 2012 ist der am 3. März 2012 verhaftete Student und Aktivist Dschigarkhwin ʿAbdurrazzaq Mula Ahmad (geb. 1985 in al‑Qamischli) [weitere Informationen zum Fall]] ins Zentralgefängnis von Aleppo verlegt worden. Zwei Angehörige durften ihn dort eine halbe Stunde besuchen. Vor seiner Verlegung war Mula Ahmad im Untersuchungsgefängnis des Direktorats für politische Sicherheit in Damaskus festgehalten und gefoltert worden. Die für den 28. April 2012 angesetzte Verhandlung vor dem Militärgericht in Aleppo fand nicht statt, ein neuer Termin steht noch nicht fest. Ein Angehöriger des Festgenommenen erklärte gegenüber KurdWatch: »Dschigarkhwin sitzt derzeit in einem zivilen Gefängnis. Wir hoffen daher, dass seine Akte einem Zivilgericht übergeben wird.«

ShareThis

KURDWATCH, 3. Mai 2012 – Bei landesweiten Protesten hat es am 27. April 2012 erneut zahlreiche Tote und Verletzte gegeben. Im ganzen Land verlangten die Demonstranten den Sturz des Regimes. Auch diese Woche fanden die Proteste in den kurdischen Gebieten unter zwei Mottos statt: der gesamtsyrische Slogan lautete »Der Befehl Gottes ist ergangen, beschleunigt ihn nicht!«. Aktivisten aus den Reihen des Kurdischen Nationalrates (früher Kurdische Patriotische Konferenz) sowie Anhänger der Partei der Demokratischen Union (PYD) gingen hingegen unter dem Motto »Föderalismus und Volksschutz« auf die Straße. Insgesamt gab es in al‑Qamischli fünf Demonstrationen in den Stadtvierteln al‑Hilaliya, al‑ʿAntariya, Qudurbak, Qanat Suwais sowie im mehrheitlich arabisch bewohnten Stadtviertel Tai. Darüber hinaus hatte die PYD zu einer zentralen Demonstration ihrer Anhänger aus den gesamten kurdischen Gebieten mobilisiert, an der mehrere Tausend Menschen teilnahmen. In ʿAmuda kam es zu drei getrennten Demonstrationen, organisiert von der Partei der Demokratischen Union (PYD), dem Kurdischen Nationalrat sowie von verschiedenen Jugendgruppen, darunter Avahî. In al‑Hasaka gab es vier Demonstrationen, in al‑Malikiya (Dêrik), al‑Qahtaniya (Tirbesipî), al‑Dschawadiya (Çil Axa), al‑Maʿbada (Girkê Legê), Raʾs al‑ʿAin (Serê Kaniyê), ad‑Darbasiya, ʿAin al‑ʿArab (Kobanî) sowie im mehrheitlich kurdisch bewohnten Stadtviertel Schaikh Maqsud in Aleppo jeweils einen zentralen Protestzug.

ShareThis

KURDWATCH, 2. Mai 2012 – Angesichts der laufenden Verhandlungen mit dem Syrischen Nationalrat hat der Kurdische Nationalrat (ehemals Kurdische Patriotische Konferenz) am 21. April 2012 ein neues politisches Programm formuliert. Das neue Programm weicht insofern vom alten ab, als das Selbstbestimmungsrecht der Kurden und eine politische Dezentralisierung nicht mehr ausdrücklich gefordert werden. Ismaʿil Hami, Sekretär der Kurdischen Einheitspartei in Syrien (Yekîtî) und Mitglied des Kurdischen Nationalrats betonte in einer Presseerklärung jedoch, dass die Forderung nach Selbstbestimmung weiterhin Bestandteil des Programms sei. Sie finde sich in der Formulierung wieder, dass die verfassungsrechtliche Anerkennung des kurdischen Volkes und seiner nationalen Identität und die Anerkennung der kurdischen Sprache als einer offiziellen Sprache sowie die Anerkennung der legitimen nationalen Rechte des kurdischen Volkes in Übereinstimmung mit internationalen Normen und Konventionen angestrebt werden.

ShareThis

KURDWATCH, 1. Mai 2012 – Am 25. April 2012 ist ʿAbdulkhaliq Hasan, Mitglied der PYD‑nahen Volksschutzkomitees, in al‑Qamischli von der Kriminalpolizei verhaftet worden. Anhänger der Partei der Demokratischen Union‑(PYD) organisierten am nächsten Morgen vor dem Gerichtshof in al‑Qamischli eine Kundgebung, die von Sicherheitskräften mit Schlagstöcken und Tränengas angegriffen wurde. Zwei Demonstranten wurden festgenommen. Daraufhin folgte eine weitere Kundgebung der PYD in ʿAmuda; außerdem wurden ein Mitarbeiter der Sicherheitskräfte in al‑Qamischli sowie zwei weitere Sicherheitskräfte in ʿAmuda von Mitgliedern der PYD in Geiselhaft genommen, um so die Freilassung der Inhaftierten zu erzwingen. Diese erfolgte noch am selben Abend, woraufhin auch die PYD die Geiselnahme beendete.

ShareThis

KURDWATCH, 1. Mai 2012 – Am 26. April 2012 haben Sicherheitskräfte den Studenten der Politikwissenschaft Maʿsum Muhammad Scharif (geb. 1993 in al‑Qamischli) vor einem Studentenwohnheim in Damaskus festgenommen. Die Gründe für seine Festnahme sind bislang nicht bekannt.

ShareThis

KURDWATCH, 28. April 2012 – Am 21. April 2012 ist ʿAdil ʿAbdullah ʿAli (geb. 1952) in seinem Haus in Rumailan bei al‑Dschawadiya von Mitarbeitern des Militärischen Nachrichtendienstes verhaftet und nach Damaskus überstellt worden. Der Grund seiner Verhaftung ist bislang nicht bekannt.

ShareThis

KURDWATCH, 27. April 2012 – Am 25. April 2012 hat das Strafgericht in al‑Hasaka die Verhandlung von Munzir Iskan Ahmad (geb. 1983 in Tanuriya) [weitere Informationen zum Fall]], Dschiwan Yusuf Yusuf (geb. 1986 in al‑Qamischli) und Firas Dschumʿa al‑Ahmad (geb. 1983 in al‑Qamischli) erneut vertagt. Yusuf und al‑Ahmad waren am 4. September 2008 gemeinsam mit Munzir Iskan Ahmad von der Kriminalpolizei in al‑Qamischli festgenommen worden. Grund für die Vertagung war, wie bereits in den Sitzungen am 20. März und am 21. Februar 2012, das Nichterscheinen der Zeugen. Die nächste Sitzung ist auf den 23. Mai 2012 terminiert.

ShareThis

KURDWATCH, 27. April 2012 – Bei landesweiten Protesten gab es am 20. April 2012 trotz der bestehenden Waffenruhe erneut zahlreiche Tote und Verletzte. Im ganzen Land forderten Demonstranten den Sturz des Regimes. Während in der Vorwoche alle kurdischen Demonstranten unter einem einheitlichen, gesamtsyrischen Motto auf die Straßen gingen, gab es diese Woche wieder zwei Slogans. Die Mehrheit demonstrierte unter dem landesweiten Motto »Wir werden siegen, Assad wird verlieren«. Andere Demonstranten gingen unter dem Motto »Hier ist Kurdistan« auf die Straße, mit dem sie gegen die Äußerungen des Vorsitzenden des Syrischen Nationalrats protestierten, es gebe kein »Syrisch-Kurdistan« [weitere Informationen zu den Äußerungen]. In al‑Qamischli gab es wie in den vergangenen Wochen fünf Demonstrationen in den Stadtvierteln al‑Hilaliya, al‑ʿAntariya, Qudurbak, Kurnisch und Qanat Suwais. In ʿAmuda kam es zu drei getrennten Demonstrationen, organisiert von der Partei der Demokratischen Union (PYD), der Kurdischen Patriotischen Konferenz sowie von verschiedenen Jugendgruppen, darunter Avahî. In al‑Hasaka gab es vier Demonstrationen, in al‑Malikiya (Dêrik), al‑Qahtaniya (Tirbesipî), al‑Dschawadiya (Çil Axa), al‑Maʿbada (Girkê Legê), Raʾs al‑ʿAin (Serê Kaniyê), ad‑Darbasiya sowie im mehrheitlich kurdisch bewohnten Stadtviertel Ruknuddin in Damaskus jeweils einen zentralen Protestzug. In al‑Hasaka und al‑Qamischli kam es zu Angriffen der Sicherheitskräfte auf Demonstranten

ShareThis

KURDWATCH, 26. April 2012 – Am 10. April 2012 hat das Strafgericht in al‑Hasaka die nächste Verhandlung gegen den Aktivisten und Schriftstellers Miral ʿAbdulʿaziz Schaikha (geb. 1979) auf den 15. Mai 2012 vertagt. Der als Miral Biroreda bekannte Aktivist war am 26. August 2011 während einer Demonstration in al‑Hasaka durch Mitarbeiter des Direktorats für politische Sicherheit aufgrund seiner Mitarbeit bei der Organisation von Demonstrationen sowie seiner Mitgliedschaft in einer Jugendgruppe festgenommen worden. Schaikha blieb bis zum 6. Oktober 2011 in Einzelhaft, bevor der Untersuchungsrichter ihn gegen Kaution entließ. Noch am selben Tag erfolgte die Inhaftierung durch die Kriminalpolizei, die bis zum 15. Oktober andauerte. Während der Haft wurde Schaikha gefoltert, u. a. erlitt er in Folge von Schlägen in den Bauch innere Blutungen im Nierenbereich. Gegen Schaikha wurde Klage gemäß Artikel 287 und 335 Strafgesetzbuch erhoben.

ShareThis

KURDWATCH, 23. April 2012 – Burhan Ghaliun, Vorsitzender des Syrischen Nationalrats, hat sich am 16. April 2012 in einem Interview mit der irakischkurdischen Zeitschrift Rûdaw zur Kurdenfrage geäußert. Er erklärte, dass es in Syrien lediglich überwiegend kurdisch besiedelte Gebiete gebe, aber kein »Syrisch-Kurdistan« – weder geografisch noch politisch. Wer von Syrisch-Kurdistan spreche, übertrage das irakische Modell auf Syrien. Er erklärte weiterhin, dass ein Festhalten der syrischen Kurden an einem föderalistischen Modell zu Missverständnissen mit anderen Gruppen führen werde, die diese Forderung als Wunsch nach Abspaltung interpretieren würden. Gleichzeitig betonte er, dass die Kurden in den vergangenen Jahrzehnten diskriminiert und marginalisiert worden seien und dass die syrischen Parteien und politischen Bewegungen die nationale Identität der Kurden anerkennen. »Ich sage, dass der syrische Staat und die politischen Herrscher die Bedingungen dafür schaffen müssen, dass diese Identität geschützt wird. Das Recht auf kurdischsprachige Erziehung und auf die Entwicklung der kurdischen Kultur und Literatur als zweiter Kultur in Syrien muss gewährt werden.« Darüber hinaus erklärte er, dass der Syrische Nationalrat für ein dezentralisiertes System stehe, in dem die Provinz- und Stadträte weitreichende Entscheidungskompetenzen erhalten. Als Reaktion auf Ghaliuns Äußerungen fanden am 20. April 2012 zahlreiche regimekritischen Demonstrationen in den kurdischen Gebieten unter dem Motto »Hier ist Kurdistan!« statt. Bereits 2011 hatte Ghaliun Kritik auf sich gezogen, als er die syrischen Kurden mit den Einwanderern in Frankreich verglich – er zog diese Aussage daraufhin zurück.

ShareThis

KURDWATCH, 22. April 2012 – Am 19. April 2012 haben Anhänger der Partei der Demokratischen Union (PYD) in ʿAin al‑ʿArab (Kobanî) eine Kundgebung organisiert, um die Haftentlassung von Kaniwar ʿAli, Ibrahim ʿAli und Zakariya Schaikh zu erzwingen. Sie drohten, die am selben Tag festgenommenen Mitglieder der Volksschutzkomitees der PYD andernfalls selbst zu befreien. Die Inhaftierten wurden wenige Stunden später freigelassen.

ShareThis

KURDWATCH, 21. April 2012 – Am 14. April 2012 fand in Paris eine außerordentliche Konferenz der Exilorganisation des Nationalen Zusammenschlusses der Kräfte des Demokratischen Wandels statt. Dabei wurde auch die Haltung des Bündnisses in der Kurdenfrage neu formuliert. Das Bündnis erklärte, dass es sich internationalen Konventionen entsprechend und im Rahmen der nationalen Einheit für eine verfassungsrechtliche Anerkennung der nationalen Rechte des kurdischen Volkes sowie eine gerechte und demokratische Lösung der Kurdenfrage in Syrien einsetzt. Gefordert wurde zudem die Beendigung aller gegen die Kurden gerichteten rassistischen und diskriminierenden Maßnahmen.

ShareThis

KURDWATCH, 20. April 2012 – Vom 13. bis 16. April 2012 fand in Kairo die Generalversammlung der Syrischen Demokratischen Plattform statt. Insgesamt gehören mehr als zweihundert syrische Aktivisten diesem Zusammenschluss an. Wesentlicher Tagesordnungspunkt war die Entwicklung effektiver Mechanismen zur Unterstützung der syrischen Revolution, insbesondere zur Einigung der Opposition. Bezüglich der kurdischen Frage heißt es in der am 17. April verbreiteten Abschlusserklärung, dass ein demokratisches, pluralistisches Syrien die beste Garantie für die Gleichbehandlung aller Bürger sei. Die Verfassung müsse gewährleisten, dass Bürger unabhängig von ihrer ethnischen Herkunft gleiche Rechte und Pflichten haben. Darüber hinaus wird gefordert, dass die Lösung der kurdischen Frage in Einklang mit internationalen Gruppen- und Menschenrechtserklärungen erfolgt.

ShareThis

KURDWATCH, 18. April 2012 – Bei landesweiten Protesten kamen am 13. April 2012, dem zweiten Tag der von Regierungsseite angekündigten Waffenruhe, weniger Menschen ums Leben als in den Monaten zuvor. Unabhängig davon forderten die Demonstranten, die unter dem gemeinsamen Motto »Die Revolution aller Syrer« auf die Straße gingen, den Sturz des Regimes. In al‑Qamischli gab es fünf Demonstrationen in den Stadtvierteln al‑Hilaliya, al‑ʿAntariya, Qudurbak, Kurnisch und Qanat Suwais. In ʿAmuda kam es zu drei getrennten Demonstrationen, organisiert von der Partei der Demokratischen Union (PYD), der Kurdischen Patriotischen Konferenz sowie von verschiedenen Jugendgruppen, darunter Avahî. In al‑Hasaka gab es vier Demonstrationen. In al‑Malikiya (Dêrik), al‑Qahtaniya (Tirbesipî), al‑Dschawadiya (Çil Axa), al‑Maʿbada (Girkê Legê), Raʾs al‑ʿAin (Serê Kaniyê), ad‑Darbasiya, ʿAin al‑ʿArab (Kobanî) sowie in den mehrheitlich kurdisch bewohnten Stadtvierteln Schaikh Maqsud in Aleppo und Ruknuddin in Damaskus fand jeweils eine zentrale Demonstration statt. Zu weiteren Protesten kam es in Tall Abyad (Girê Sipî) bei ʿAin al‑ʿArab (Kobanî) sowie in Qabbasin (rund 50 km nordöstlich von Aleppo).

ShareThis

KURDWATCH, 16. März 2012 – Der Rekrut Alan Barzan ʿUthman (geb. 1991 in al‑Qamischli) ist am 9. April 2012 im rund dreißig Kilometer nördlich von Aleppo gelegenen Tall Rifʿat getötet worden. Am 10. April kam es im Rahmen der Beisetzung in al‑Qamischli zu einem Trauerzug, an dem zahlreiche Aktivisten sowie Angehörige des Getöteten teilnahmen. Anschließend wurde der Leichnam bei al‑Dschawadiya beigesetzt. Die Trauernden forderten den Sturz des Regimes und skandierten regierungskritische Parolen. Offiziellen Angaben zufolge ist ʿUthman bei einem Angriff von Rebellen ums Leben gekommen. Die näheren Umstände seines Todes sind bislang nicht bekannt.

ShareThis

KURDWATCH, 16. April 2012 – Am 9. März 2012 hat das Zentralkomitee der Kurdischen Linken Partei in Syrien mitgeteilt, dass ihr Vorsitzender Muhammad Musa Muhammad aus der Partei ausgeschlossen wurde. Dieser hatte laut Zentralkomiteemitglied Salih Gado einen illegitimen Parteikongress einberufen. Gado zufolge existieren derzeit zwei Parteien mit dem Namen »Kurdische Linke Partei«. Die eine führt den Zusatz »Zentralkomitee«, die zweite den Zusatz »Kongress«.
In einer Erklärung vom 12. März 2012 gab die Kurdische Linke Partei in Syrien (Kongress) bekannt, dass auf dem Parteikongress am 9. März 2012 Salih Gado aus der Partei ausgeschlossen und Muhammad Musa Muhammad zum Sekretär gewählt wurde.

ShareThis

KURDWATCH, 14. April 2012 – Der am 29. März 2012 entführte und später getötete Aktivist Khalaf Muhammad al‑Qatna, genannt Dschiwan, ist anscheinend doch von Mitgliedern der Partei der Demokratischen Union (PYD) entführt worden. Vier Mitglieder der Volkskomitees der PYD in ad‑Darbasiya – Kamal Husain Ibrahim, Schivan Salamas Khalil, Rezan Ahmad ʿAli und Muhammad Ibrahim ʿIsa – wurden von einem Aktivisten, der während der Entführung zugegen war, als Täter identifiziert. Sie befinden sich derzeit in Haft, Schivan Salamas Khalil und Rezan Ahmad ʿAli sind verletzt. An der Entführung soll zudem das PYD‑Mitglied ʿAli Ismaʿil Ibrahim aus ʿAin al‑ʿArab (Kobanî) beteiligt gewesen sein. [Weitere Informationen zum Fall.]

ShareThis

KURDWATCH, 12. April 2012 – Einem Bericht des katarischen Nachrichtensenders Al‑Jazeera zufolge wird in einem internen Papier der regierenden syrischen Baʿthpartei vorgeschlagen, regierungskritische Proteste in den von Kurden bewohnten Bezirken von Aleppo nicht mithilfe regulärer Sicherheitskräfte, sondern in Kooperation mit der PKK zu unterdrücken.

ShareThis

KURDWATCH, 11. April 2012 – Bei landesweiten Protesten am 6. April 2012 hat es erneut zahlreiche Tote und Verletzte gegeben. Im ganzen Land forderten Demonstranten den Sturz des Regimes. Während letzte Woche alle Demonstranten in den kurdischen Gebieten unter einem eigenen Motto auf die Straßen gingen, folgten diese Woche einige Gruppen dem landesweiten Motto »Wer einen Eroberer ausrüstet, der erobert«. Andere kurdische Jugendgruppen gingen unter dem eigenen Motto »Die nationalen Rechte des kurdischen Volks stehen über allen Gremien« auf die Straßen. In al‑Qamischli gab es fünf Demonstrationen in den Stadtvierteln al‑Hilaliya, al‑ʿAntariya, Qudurbak, Kurnisch und Qanat Suwais. In ʿAmuda kam es zu drei getrennten Demonstrationen, organisiert von der Partei der Demokratischen Union (PYD), der Kurdischen Patriotischen Konferenz sowie von verschiedenen Jugendgruppen, darunter Avahî. In al‑Hasaka gab es vier Demonstrationen, in al‑Malikiya (Dêrik), al‑Qahtaniya (Tirbesipî), al‑Dschawadiya (Çil Axa), al‑Maʿbada (Girkê Legê), Raʾs al‑ʿAin (Serê Kaniyê), ad‑Darbasiya, ʿAin al‑ʿArab (Kobanî) sowie in ʿAfrin jeweils einen zentralen Protestzug. Die Demonstrationen verliefen weitgehend friedlich.

ShareThis

KURDWATCH, 8. April 2012 – Am 27. März 2012 ist der Aktivist und Jurastudent Rodi ʿAbdurrahman ʿUthman (geb. 1987 in al‑Qamischli) nach zwölf Tagen Haft entlassen worden. Er war am 15. März 2012 von Mitarbeitern des Staatssicherheitsdienstes in Damaskus festgenommen worden. Während der Haft war er unter anderem Elektroschocks, Peitschenhieben und Stockschlägen ausgesetzt, außerdem wurde er mit einem Gewehrkolben auf den Rücken geschlagen. ʿUthman war bereits zuvor mehrfach festgenommen worden, zum ersten Mal im Rahmen der Unruhen in den kurdischen Gebieten im Jahr 2004. Es folgten Inhaftierungen im Mai und August 2011. Zuletzt war der Aktivist 120 Tage im ʿAdra-Gefängnis bei Damaskus inhaftiert. Rodi ʿAbdurrahman ʿUthman ist nach seiner Freilassung nach Jordanien geflohen.

ShareThis

KURDWATCH, 7. April 2012 – Am 30. März 2012 sind Ibrahim Khalil Biro (Politbüromitglied der Yekîtî und Mitglied des Exekutivkomitees der Kurdischen Patriotischen Konferenz), Muhammad Yusuf (Mitglied des Exekutivkomitees der Kurdischen Patriotischen Konferenz), Salih ʿUmar Sufi (Mitglied des Politbüros der Syrischkurdischen Demokratischen Versöhnung [Rêkeftin]) sowie ihre Schlepper Muhammad Salah ʿUthman und ʿUmar Ibrahim aus der Haft in al‑Qamischli entlassen worden [weitere Informationen zum Fall]]. Das Zivilgericht in al‑Qamischli hatte den Vorwurf der Beteiligung an ungenehmigten Versammlungen sowie der Beleidigung des Staatsoberhauptes fallengelassen, die Angeklagten jedoch des illegalen Grenzübertritts für schuldig befunden. Die Zeit in Untersuchungshaft wurde auf die Haftzeit angerechnet und die Inhaftierten entlassen. Auf die Frage nach der Mitwirkung der Partei der Demokratischen Union (PYD) bei ihrer Festnahme erklärte Ibrahim Biro gegenüber KurdWatch, dass reguläre Grenzbeamte ihn und seinen Begleiter festgenommen hätten. Die PYD sei nicht in die Festnahme involviert gewesen.

ShareThis

KURDWATHCH, 7. April 2012 – Am 30. März 2012 haben kurdische Jugendgruppen erstmals unter einem eigenen Motto demonstriert. Bislang waren alle Jugendgruppen unter einem einheitlichen, gesamtsyrischen Motto auf die Straße gegangen. Die Entscheidung wurde als Reaktion auf die Konferenz der syrischen Opposition am 27. März 2012 in Istanbul getroffen [weiter Informationen zur Konferenz]. Bereits in September 2011 hatten kurdische Jugendgruppen angekündigt, unter einem eigenem Slogan auf die Straßen zu gehen, falls die Facebookseite »The Syrian Revolution 2011« sich weiterhin weigern sollte, die Slogans der Demonstrationen auch in kurdischer Sprache zu publizieren.

ShareThis

KURDWATCH, 5. April 2012 – Am 29. März 2012 ist Khalaf Muhammad al‑Qatna (geb. 1990) unter bislang nicht vollständig geklärten Umständen ums Leben gekommen. Einer Version zufolge stürmten vier bewaffnete Mitglieder der Partei der Demokratischen Union (PYD) in ad‑Darbasiya seine Wohnung und warfen ihm vor, Abdullah Öcalan beleidigt zu haben. Sie verschleppten den unter dem Decknamen Dschiwan bekannten Aktivisten der Jugendgruppe Ahrar in ein nahe gelegenes Dorf. Als Sicherheitskräfte in das Geschehen eingriffen, wurde Kamal Husain, Mitglied der PYD‑nahen Volkskomitees, getötet, ein weiterer Entführer verletzt und einer festgenommen. Dschiwan soll bereits tot gewesen sein, als die Sicherheitskräfte eintrafen. Neben Einschüssen soll sein Körper Folterspuren am Kopf aufgewiesen haben.
Einer zweiten Version zufolge versuchten Mitglieder der PYD, Dschiwan aus der Gewalt einer bewaffneten Bande zu befreien, als Sicherheitskräfte eingriffen und sowohl das PYD‑Mitglied als auch Dschiwan töteten. Tatsächlich hatte die Familie von Dschiwan zuvor Kontakt zur PYD aufgenommen und sie aufgefordert, Dschiwan entweder freizulassen oder aber, sollte sie nicht für die Entführung verantwortlich sein, in der Angelegenheit zu vermitteln.
Während einige Aktivisten der Gruppe Ahrar scharfe PKK‑Kritiker sind, galt Dschiwan als zurückhaltend. Ein Aktivist erklärte gegenüber KurdWatch, die PYD habe sich den »Schwächsten aus der Gruppe ausgesucht, um alle anderen einzuschüchtern«. Anlässlich der Beerdigung der beiden Getöteten gab es zwei getrennte Trauerzüge.

ShareThis

KURDWATCH, 4. April 2012 – Bei landesweiten Protesten am 30. März 2012 hat es erneut zahlreiche Tote und Verletzte gegeben. Im ganzen Land forderten die Demonstranten den Sturz des Regimes. Während Demonstranten in den kurdischen Gebieten unter dem Motto »[Wir fordern] die Rechte des kurdischen Volkes«, auf die Straße gingen, fanden die Demonstrationen im Rest des Landes unter dem Motto »Muslime und Araber haben uns enttäuscht« statt. In al‑Qamischli gab es fünf Demonstrationen in den Stadtvierteln al‑Hilaliya, al‑ʿAntariya, Qudurbak, Kurnisch und Qanat Suwais. In ʿAmuda kam es zu drei getrennten Demonstrationen, organisiert von der Partei der Demokratischen Union (PYD), der Kurdischen Patriotischen Konferenz sowie von verschiedenen Jugendgruppen, darunter Avahî. In ʿAin al‑ʿArab (Kobanî) fanden zwei separate Demonstrationen statt, organisiert von der PYD bzw. der Kurdischen Patriotischen Konferenz. In al‑Hasaka gab es drei Demonstrationen, in al‑Malikiya (Dêrik), al‑Qahtaniya (Tirbesipî), al-schawadiya (Çil Axa), al‑Maʿbada (Girkê Legê), Raʾs al‑ʿAin (Serê Kaniyê), ad-rbasiya sowie in Aleppo jeweils einen zentralen Protestzug. Im mehrheitlich von Kurden bewohnten Stadtviertel al-schrafiya in Aleppo griff die Polizei Demonstrationsteilnehmer an, führte Hausdurchsuchungen durch und nahm mehrere Personen fest.

ShareThis

KURDWATCH, 01. April 2012 – Am 29. März 2012 wurde gegen achtzehn Uhr ein Linienbus des Busunternehmens Haval auf dem Weg von al‑Qamischli nach al‑Malikiya (Dêrik) mit einem Maschinengewehr beschossen. »Wie durch ein Wunder« überlebte der Busfahrer den Anschlag, so ein Aktivist aus al‑Qamischli. Bei dem Fahrer handelt es sich um einen Aktivisten und Kritiker der Partei der Demokratischen Union (PYD). Vor diesem Hintergrund wird vermutet, dass die PYD für den Anschlag verantwortlich ist. Anderen Gerüchten zufolge galt der Überfall dem Busunternehmen. Dieses soll sich geweigert haben, zu Newroz Busse für Anhänger der PYD zur Verfügung zu stellen. Der Besitzer des Unternehmens, Ilyas Ramo, erklärte hingegen gegenüber KurdWatch, es habe keinerlei Konflikt mit der PYD gegeben.

ShareThis

KURDWATCH, 31. März 2012 – Die Kurdische Patriotische Konferenz hat am 27. März 2012 die vom Syrischen Nationalrat vorbereitete Zusammenkunft der syrischen Opposition in Istanbul unter Protest verlassen. In seiner Rede begründete ʿAbdulhakim Baschar, Vorsitzender der Kurdischen Demokratischen Partei in Syrien (el‑Partî) und Mitglied der Kurdischen Patriotischen Konferenz, diesen Schritt damit, dass das kurdische Parteienbündnis an den Vorbereitungen nicht beteiligt worden war und die zur Diskussion gestellte Abschlusserklärung die Forderungen der Kurden nicht berücksichtigt. Sardar Murad, Vertreter der Kurdischen Zukunftsbewegung in Syrien, erklärte gegenüber KurdWatch, die vom Syrischen Nationalrat vorgeschlagene Abschlusserklärung sei weit hinter der Erklärung von Tunis zurückgeblieben, was die kurdenspezifischen Forderungen anbelangt.
Auf dem Treffen wurde entschieden, dass der Syrische Nationalrat der offizielle Ansprechpartner und Vertreter des syrischen Volkes sein soll. Das Gremium soll umstrukturiert werden und weitere Gruppen sollen sich ihm anschließen. Die meisten kurdischen Gruppierungen und Einzelpersonen, die Mitglied im Syrischen Nationalrat sind, erklärten hingegen ihren Rücktritt aus dem Zusammenschluss.

ShareThis

KURDWATCH, 28. März 2012 - Am 20. März hat das Strafgericht in al-Hasaka die Verhandlung von Munzir Oskan Ahmad (geb. 1983 in Tanuriya) vertagt. Grund für die Vertagung war, wie bereits in der Sitzung am 21. Februar, das Nichterscheinen der Zeugen. Ahmad ist gemäß Artikel 287, 267 und 305 Strafgesetzbuch angeklagt. Munzir Oskan Ahmad war am 4. September 2008 von der Kriminalpolizei in al-Qamischli festgenommen und dem Direktorat für politische Sicherheit in al-Hasaka bzw. im Anschluss dem Direktorat für politische Sicherheit in Damaskus überstellt worden. Dort wurde er im Untersuchungsgefängnis al Faihaʾ inhaftiert.
Am 14. Oktober 2008 wurde Ahmad dem Staatssicherheitsdienst übergeben. Ab dem 16. März 2009 war erneut das Direktorat für politische Sicherheit für ihn zuständig, er wurde im ʿAdra-Gefängnis bei Damaskus inhaftiert. Während der ersten fünf Monate seiner Haft wurde Ahmad massiv gefoltert.
Am 8. Januar 2011 kam Ahmad erstmals vor Gericht – zuständig war das Hohe Staatssicherheitsgericht in Damaskus. Nach dessen Auflösung im Mai 2011 Dekret herunterladen] wurde Ahmad am 19. Mai 2011 nach al-Qamischli und am 1. Juni 2011 ins Gefängnis von al-Hasaka verlegt. Zuständig für seinen Fall war das Strafgericht in al-Hasaka. Vor diesem Gericht fanden bisher vier Verhandlungen statt. Die nächste Sitzung ist auf den 25. April 2012 terminiert.

ShareThis

KURDWATCH, 27. März 2012 – Bei landesweiten Protesten am 23. März 2012 hat es erneut zahlreiche Tote und Verletzte gegeben. Im ganzen Land forderten die Demonstranten, die unter dem gemeinsamen Motto »Wir kommen, Damaskus« auf die Straße gingen, den Sturz des Regimes. In al‑Qamischli gab es fünf Demonstrationen in den Stadtvierteln al‑Hilaliya, al‑ʿAntariya, Qudurbak, Kurnisch und Qanat Suwais. In ʿAmuda kam es zu drei getrennten Demonstrationen, organisiert von der Partei der Demokratischen Union (PYD), der Kurdischen Patriotischen Konferenz sowie von verschiedenen Jugendgruppen, darunter Avahî. In al‑Hasaka fanden drei Demonstrationen statt, in al‑Qahtaniya (Tirbesipî), al‑schawadiya (Çil Axa), al‑Maʿbada (Girkê Legê), Raʾs al‑ʿAin (Serê Kaniyê), Darbasiya, ʿAin al‑ʿArab (Kobanî) und ʿAfrin sowie in Aleppo gab es jeweils eine zentrale Demonstration. Die Demonstrationen in ʿAfrin und Aleppo wurden von der PYD organisiert. Alle Proteste verliefen weitgehend friedlich.

ShareThis

KURDWATCH, 24. März 2012 – Am 13. März 2012 hat die Erziehungsbehörde in al-Hasaka die Zwangsversetzung von fünf Lehrern angeordnet. Es handelt sich um Asʿad Sulaiman, ʿAli Sallum as-Sandschar, Dschihad Yusuf ʿAiasch, ʿAbdurrahman Dschauhar und Nizar Bahram ʿIsa. Dschauhar und ʿIsa sind Kurden aus al-Qahtaniya (Tirbesipî). Der sechsunddreißigjährige ʿAbdurrahman Dschauhar erklärte gegenüber KurdWatch, er habe mit drei der versetzten Kollegen, die wie er in al-Qahtaniya unterrichteten, die dortige Zweigstelle der Erziehungsbehörde aufgesucht und nach den Gründen für die Versetzung gefragt. Die Verantwortlichen hätten jedoch lediglich erklärt, die Entscheidung liege im Interesse der Allgemeinheit. Nachdem Regierungsangestellte die Versetzung öffentlich gemacht hatten, beteiligten sich Hunderte Personen, darunter viele Schüler, am 13. März an einer Kundgebung vor der Erziehungsbehörde in al-Qahtaniya und forderten die Rücknahme der Versetzung. Mehrere Personen wurden verletzt, als Sicherheitskräfte die Versammelten angriffen.

ShareThis

KURDWATCH, 23. März 2012 – Am 7. März 2012 hat die Union der Koordinationskomitees der Kurdischen Jugend in Syrien, eine der größten Jugendgruppen, ihren Beitritt zur Kurdischen Patriotischen Konferenz erklärt. Dieser erfolgte nach mehreren Verhandlungsrunden, bei denen die Union ihre Forderung aufgeben musste, Jugendliche sollten in der Konferenz mit einem Anteil von dreißig Prozent vertreten sein. Bereits vor einer Woche, am 29. Februar 2012, hatte die Kurdische Patriotische Konferenz den Beitritt von vier Parteien und siebzehn Jugendgruppen bekannt gegeben [weitere Informationen]. Von den großen kurdischen Jugendgruppen ist nunmehr allein Avahî, ein Zusammenschluss verschiedener Gruppierungen, nicht Mitglied der Kurdischen Patriotischen Konferenz.

ShareThis

KURDWATCH, 22. März 2012 – Am 18. März 2012 ist der Aktivist und Arzt Dr. Farzand ʿUmar (geb. 1970 in Aleppo, verheiratet, zwei Kinder) am internationalen Flughafen von Damaskus festgenommen worden. ʿUmar ist Mitglied der oppositionellen Gruppe »Kurdischer Frühling«. Die Gründe seiner Festnahme sind bisher nicht bekannt.

ShareThis

KURDWATCH, 20. März 2012 – Bei landesweiten Protesten am 16. März 2012 hat es erneut zahlreiche Tote und Verletzte gegeben. Im ganzen Land forderten die Demonstranten, die unter dem gemeinsamen Motto »Sofortiger militärischer Eingriff« auf die Straße gingen, den Sturz des Regimes. In al-Qamischli gab es fünf Demonstrationen in den Stadtvierteln al-Hilaliya, al-ʿAntariya, Qudurbak, Kurnisch und Qanat Suwais. In ʿAmuda kam es zu zwei getrennten Demonstrationen, in al-Hasaka fanden vier Demonstrationen statt. Aus einem mehrheitlich arabisch bewohnten Stadtviertel von al-Hasaka versuchten Demonstranten, ins Stadtzentrum vorzudringen. Sicherheitskräfte griffen mit Schlagstöcken und Tränengas ein und schossen in die Menge, es gab mehrere Verletzte. Auch im mehrheitlich kurdisch bewohnten Stadtviertel al-Mufti schossen Sicherheitskräfte in die Menge, dabei kam Idris Ahmad Rascho (geb. 1992) ums Leben. In al-Qahtaniya (Tirbesipî), al-Dschawadiya (Çil Axa), al-Maʿbada (Girkê Legê), Raʾs al-ʿAin (Serê Kaniyê) und ʿAin al ʿArab (Kobanî) sowie in den mehrheitlich kurdisch bewohnten Stadtvierteln Schaikh Maqsud in Aleppo und Ruknuddin in Damaskus gab es jeweils eine zentrale Demonstration.

ShareThis

KURDWATCH, 19. März 2012 – Ibrahim ʿAbdullatif Tamr (geb. 1990 in ad‑Darbasiya) ist am 7. März 2012 in al‑Harak bei Darʿa (rund 85 km südlich von Damaskus) getötet worden. Offiziellen Angaben zufolge ist er im Rahmen einer Operation der syrischen Armee ums Leben gekommen. Da der Leichnam mehrere Schüsse im Rückenbereich aufwies, äußerten die Angehörigen Zweifel an dieser Version. Im Rahmen der Beisetzung kam es am 8. März in ad‑Darbasiya zu einem Trauerzug, an dem tausende Oppositionelle teilnahmen. Die Trauernden forderten den Sturz des Regimes und skandierten regierungskritische Parolen.

ShareThis

KURDWATCH, 17. März 2012 – Am 12. März 2012, dem achten Jahrestag der Unruhen von 2004 Bericht herunterladen], nahmen um 11 Uhr Ortszeit Hunderttausende an einer Schweigeminute teil, um an die Opfer zu erinnern. Anschließend beteiligten sich Zehntausende an Demonstrationen in al‑Qamischli, ʿAmuda, al‑Hasaka, al‑Malikiya (Dêrik), al‑Qahtaniya (Tirbesipî), al‑Dschawadiya (Çil Axa), ad‑Darbasiya, al‑Maʿbada (Girkê Legê), Raʾs al‑ʿAin (Serê Kaniyê), ʿAin al‑ʿArab (Kobanî), ʿAfrin, Dschindiras und Aleppo. Demonstrationsteilnehmer der Kundgebung in Qudurbak (al‑Qamischli) wurden von Sicherheitskräften mit Schlagstöcken und Tränengas daran gehindert, ins Stadtzentrum zu marschieren. Sie antworteten mit Steinwürfen, woraufhin die Sicherheitskräfte das Feuer eröffneten. Bei der Kundgebung in al‑Hilaliya (al‑Qamischli) gingen Sicherheitskräfte mit Schlagstöcken gegen Demonstranten vor. Mehrere Menschen wurden in al‑Qamischli verletzt, darunter ʿAbdussalam ʿAbdulghani (geb. 1995) und Nojdar Muhammad Khair (geb. 1995). Zahlreiche Geschäfte blieben in den kurdischen Gebieten geschlossen, mehrere Läden in Qudurbak und al‑Hilaliya, die sich an dem Boykott beteiligten, wurden von Sicherheitskräften zerstört und geplündert. In ʿAmuda besetzen Demonstranten das alte Gebäude des Militärischen Nachrichtendienstes und warfen eine Statue des verstorbenen Präsidenten Hafiz al‑Assad aus dem Fenster. Zu Auseinandersetzungen mit Sicherheitskräften soll es nicht gekommen sein.

ShareThis

KURDWATCH, 17. März 2012 – Zwölf im Untersuchungsgefängnis al‑Faihaʾ in Damaskus inhaftierte Anhänger der Partei der Demokratischen Union (PYD) sind am 12. März 2012 in den Hungerstreik getreten. Es handelt sich um Dalil Muhammad Amin Muhammad, Bahzad Nayif Hasan, Hogir Muhammad Ismaʿil, Hamdi Salah Hasan, Raman Tamr, Farhan Muhammad Baschir, Ahmad Muhammad Saʿid Hasan, Azad Muhammad Scharif Ramadan, Dschigar ʿAbdulkarim Hadschi, Ahmad ʿAbdullah Hadschi, Mariam Muhammad Salmo und Hadiya ʿAli Yusuf. Angaben der Familienangehörigen zufolge soll der Hungerstreik bis zum 16. März andauern. Die Hungernden wollen auf diese Weise an die Opfer des kurdischen Aufstands von 2004 sowie an den Giftgasangriff auf Halabdscha 1988 erinnern.

ShareThis

KURDWATCH, 15. März 2012 – Nach Angaben der Kurdischen Einheitspartei in Syrien (Yekîtî) befinden sich Ibrahim Biro (Politbüromitglied der Yekîtî und Mitglied des Exekutivkomitees der Kurdischen Patriotischen Konferenz), Muhammad Yusuf (Mitglied des Exekutivkomitees der Kurdischen Patriotischen Konferenz), Salih Sufi (Mitglied des Politbüros der Syrischkurdischen Demokratischen Versöhnung [Rêkeftin]) sowie die beiden Schleuser, die mit ihnen am 6. Februar 2012 bei der illegalen Überquerung der irakisch-syrischen Grenze festgenommen worden waren, seit dem 7. März 2012 im Hungerstreik [weitere Informationen zum Fall]. Die Inhaftierten, die derzeit im Untersuchungsgefängnis al‑Faihaʾ des Direktorats für politische Sicherheit in Damaskus festgehalten werden, waren nach ihrer Verhaftung dem Militärischen Nachrichtendienst in Damaskus übergeben worden, der sie dem Direktorat für politische Sicherheit überstellte. Sie fordern ihre zügige Verlegung ins Gefängnis von al‑Qamischli, eine Maßnahme, die bereits durch das Direktorat für politische Sicherheit angeordnet, aber noch nicht vollzogen worden ist.

ShareThis

KURDWATCH, 15. März 2012 – Regimeanhänger haben am 10. März 2012 ein Fernsehteam des PYD‑nahen Senders Ronahî im mehrheitlich von Kurden bewohnten Aleppiner Viertel Schaikh Maqsud angegriffen. Dabei wurde die unter dem Namen Gule bekannte Aktivistin der Frauenorganisation »Yekîtiya Star« der Partei der Demokratischen Union (PYD), Mariam Dschamil Salmo (geb. 1961) schwer verletzt. Sie erlag am Morgen des 13. März ihren Verletzungen. Als Reaktion auf den Angriff attackierten PYD‑Anhänger und andere Aktivisten eine arabische Familie, deren Mitglieder als Milizen für die Regierung arbeiteten, und setzten ihre Häuser und Autos in Brand. Die Familie floh daraufhin aus Schaikh Maqsud. Als wenig später die Armee in das Viertel einrückte, kam es zu einer kurzen Schießerei mit PYD‑Anhängern. Am 11. März zog sich das Militär aus Schaikh Maqsud zurück, am 12. März hob auch die PYD die von ihr und anderen Aktivisten errichteten Straßensperren auf.

https://www.youtube.com/watch?v=xDJx-o1nLWQ

https://www.youtube.com/watch?v=L29SSLfvdSM

ShareThis

KURDWATCH, 14. März 2012 – Netschirvan Dschamil Salih Ramo (geb. 1993 in al‑Qamischli) ist am 6. Februar 2012 in ad‑Dumair (rund 30 km nordöstlich von Damaskus) getötet worden. Offiziellen Angaben zufolge starb er im Zuge einer militärischen Operation der syrischen Armee. Familienangehörige äußerten gegenüber KurdWatch Zweifel an dieser Version. Ramo wurde am 8. Februar im Rahmen eines Trauerzuges, an dem Tausende Oppositionelle teilnahmen, in al‑Qamischli beigesetzt. Die Trauernden forderten den Sturz des Regimes und skandierten regierungskritische Parolen.

ShareThis

KURDWATCH, 13. März 2012 – Bei landesweiten Protesten hat es am 9. Februar 2012 erneut zahlreiche Tote und Verletzte gegeben. Im ganzen Land verlangten die Demonstranten, die unter dem gemeinsamen Motto »Wir erinnern an den kurdischen Aufstand von 2004« auf die Straße gingen, den Sturz des Regimes. Auch in al‑Qamischli, ʿAmuda, al‑Hasaka, al‑Malikiya (Dêrik), al‑Qahtaniya (Tirbesipî), al‑Dschawadiya (Çil Axa), ad‑Darbasiya, al‑Maʿbada (Girkê Legê), Raʾs al‑ʿAin (Serê Kaniyê) und ʿAin al‑ʿArab (Kobanî) gab es Proteste. In ad‑Darbasiya, Raʾs al‑ʿAin, al‑Malikiya, al‑Qahtaniya, al‑Maʿbada, al‑Dschawadiya und Ain al‑ʿArab fand jeweils eine zentrale Demonstration statt. In al‑Qamischli gab es insgesamt sechs Demonstrationen in den Stadtvierteln al‑Hilaliya, al‑ʿAntariya, Qudurbak, Kurnisch und Qanat Suwais sowie nördlich des Stadtzentrums. Sicherheitskräfte griffen eine Gruppe von Demonstranten an, die auf dem Weg zur Demonstration in al‑Hilaliya waren, mehrere Personen wurden festgenommen. In ʿAmuda gab es zwei Demonstrationen, in al‑Hasaka vier. Sicherheitskräfte griffen Demonstranten mit Schlagstöcken an und setzten Tränengas ein. Mehrer Personen wurden inhaftiert, jedoch am 10. März wieder freigelassen. Darunter befanden sich Husain Ahmad Schaikhi, Mahmud ʿAziz und Ahmad ʿIsa. In ʿAfrin wurde am 9. März nicht demonstriert. Im Stadtviertel Schaikh Maqsud in Aleppo hingegen organisierte die Partei der Demokratischen Union (PYD) eine Demonstration.

ShareThis

KURDWATCH, 13. März 2012 – Der Rekrut Awaz ʿAbdulkarim Muhammad (geb. 1991 in Schabak) ist Anfang Februar in Homs getötet worden. Die Militärpolizei übergab den Angehörigen in al‑Qamischli am 26. Februar den Leichnam, mehr als eine Woche nach seinem Tod. Am 27. Februar kam es im Rahmen der Beisetzung in Schabak (40 km östlich von al‑Qamischli) zu einem Trauerzug, an dem zahlreiche Aktivisten sowie Angehörige des Getöteten teilnahmen. Die Trauernden forderten den Sturz des Regimes und skandierten regierungskritische Parolen. Offiziellen Angaben zufolge ist Muhammad bei militärischen Operationen der syrischen Armee gestorben. Die näheren Umstände seines Todes sind bislang nicht bekannt.

ShareThis

KURDWATCH, 10. März 2012 – Am 3. März 2012 ist der Student Dschigarkhwin ʿAbdurrazzaq Mula Ahmad (geb. 1985 in al-Qamischli) in Aleppo verschwunden. Wenige Stunden, nachdem er seine Wohnung verlassen hatte, wurde diese von Sicherheitskräften in Zivil durchsucht. Familienangehörige erklärten gegenüber KurdWatch, Mula Ahmad werde seit drei Monaten vom Geheimdienst gesucht. Die Familie geht daher davon aus, dass er festgenommen worden ist. Genaueres ist bislang nicht bekannt.

ShareThis

KURDWATCH, 8. März 2012 – Am Morgen des 5. März 2012 haben Mitarbeiter des Militärischen Nachrichtendienstes sowie Angehörige weiterer syrischer Sicherheitsdienste mehrere Häuser im mehrheitlich von Kurden bewohntem Stadtviertel Wadi al‑Maschariʿ in Damaskus gestürmt. Mindestens elf Personen wurden festgenommen. Es handelt sich dabei um Luqman Aiyub (Mitglied der Volkskonferenz Westkurdistans, einer Organisation der PYD), Dalil Luqman Aiyub, Haqqi Luqman Aiyub, Ahmad Khalaf, Dalil Ahmad Khalaf, Fayruschah Hadschi ʿAli (Mitglied der Volkskonferenz Westkurdistans), Schapal Tamr Yaʿqub, ʿAbdurrahman Khalid, Dschiwan Khalid, Dschigarkhwin Khalid und Schorasch Khalid. ʿAbdurrahman Khalid, Dschigarkhwin Khalid und Schorasch Khalid wurden noch am selben Tag wieder freigelassen. Der Hintergrund der Festnahmen ist bisher nicht bekannt.

ShareThis

KURDWATCH, 6. März 2012 – Bei landesweiten Protesten am 2. März 2012 hat es erneut zahlreiche Tote und Verletzte gegeben. Im ganzen Land forderten die Demonstranten, die unter dem gemeinsamen Motto »Bewaffnung der Freien Armee« auf die Straße gingen, den Sturz des Regimes. Auch in al‑Qamischli, ʿAmuda, al‑Hasaka, al‑Malikiya (Dêrik), al‑Qahtaniya (Tirbesipî), al‑Dschawadiya (Çil Axa), al‑Darbasiya, al‑Maʿbada (Girkê Legê), Raʾs al‑ʿAin (Serê Kaniyê) und ʿAin al‑ʿArab (Kobanî) fanden Proteste statt. In al‑Qamischli gab es insgesamt sieben Demonstrationen in den Stadtvierteln al‑Hilaliya, al‑ʿAntariya, Qudurbak, Kurnisch und Qanat Suwais, wobei in Kurnisch und al‑Hilaliya jeweils zwei Demonstrationen stattfanden. Die Sicherheitskräfte griffen die Demonstranten in al‑Hilaliya mit Schlagstöcken an und setzten Tränengas ein. Es gab mehrere Festnahmen, die Gefangenen sollen jedoch, wie schon in den vergangenen Wochen, schnell wieder frei gelassen worden sein. In al‑Darbasiya, Raʾs al‑ʿAin, al‑Malikiya, al‑Qahtaniya, al‑Maʿbada (Girkê Legê) und al‑Dschawadiya fand jeweils eine zentrale Demonstration statt, in ʿAmuda und Ain al‑ʿArab kam es zu zwei getrennten Demonstrationen. In al‑Hasaka gab es drei Demonstrationen, in ʿAfrin fand ausschließlich eine Demonstration der PYD statt.

ShareThis

KURDWATCH, 4. März 2012 – Am 29. Februar 2012 gab die Kurdische Patriotische Konferenz bekannt, dass weitere Parteien dem Bündnis beigetreten sind: Die Kurdische Demokratische Partei – Syrien von ʿAbdurrahman Aludschi, die Einheitspartei Kurdistans in Syrien, die Syrischkurdische Demokratische Versöhnung (Rêkeftin) und die Kurdische Demokratische Fortschrittspartei in Syrien – Reformbewegung von Faisal Yusuf, selbst eine Abspaltung der Fortschrittspartei von ʿAbdulhamid Hadschi Darwisch. Die zwei erstgenannten Parteien befanden sich zuvor in einem Bündnis mit der Kurdischen Zukunftsbewegung in Syrien. Mit dem Beitritt der vier Parteien sind alle syrischkurdischen Parteien mit Ausnahme der Partei der Demokratischen Union (PYD) und der Zukunftsbewegung Mitglied der Kurdischen Patriotischen Konferenz. Nach Angaben der Kurdischen Patriotischen Konferenz sind ihr außerdem siebzehn Jugendgruppen beigetreten. Bei vielen von ihnen handelt es sich allerdings um sehr kleine Gruppierungen bzw. um Jugendgruppen einzelner Parteien.

ShareThis

KURDWATCH, 1. März 2012 – Das Ministerium für Peschmergaangelegenheiten  der Region Kurdistan/Irak hat am 27. Februar 2012 bekannt gegeben, dass mehr als dreißig kurdische Rekruten aus der syrischen Armee desertiert und nach Irakisch-Kurdistan geflohen sind. Offiziere seien nicht unter den Geflohenen. Ein Sprecher betonte, dass man die Flüchtlinge nicht nach Syrien ausliefern werde.

ShareThis

KURDWATCH, 29. Februar 2012 – Am 24. Februar 2012 hat die Kurdische Demokratische Einheitspartei in Syrien (Demokratische Yekîtî) in einer Presseerklärung bekannt gegeben, die mutmaßlichen Mörder ihres Parteimitglieds Scharzad Hadsch Raschid [weitere Informationen zum Fall] seien identifiziert. Der Sekretär der Demokratischen Yekîtî, Muhiyuddin Schaikh Ali, erklärte gegenüber KurdWatch, er habe gemeinsam mit Vertretern der Partei der Demokratischen Union (PYD), die bei der Festnahme der Mörder geholfen hätte, die aus der Region stammenden arabischen Syrer Hasan Hamidu Muhammad Dschamil (geb. 1977) und Muhammad Muhammad ʿAli (geb. 1978) dem Vater am Grab des Getöteten symbolisch übergeben. Anschließend seien die Mörder in ihrem Herkunftsort ʿAnadan den syrischen Behörden ausgehändigt worden. Ein Aktivist aus ʿAfrin bezeichnete diese Geschichte als »Schmierentheater«.
Die PYD, so der Informant, sei unsicher geworden, weil die Freie Syrische Armee auch in ʿAfrin zunehmend stärker werde, und habe deshalb gemeint, zu ihrer eigenen Entlastung »Mörder« präsentieren zu müssen. Insgesamt agiere die PYD derzeit zurückhaltender als in den vergangenen Wochen und patrouilliere zumindest tagsüber nicht mehr mit Waffen in den Straßen. Seinen Informationen zufolge gebe es zwischen Aleppo und ʿAfrin immer wieder Checkpoints der Freien Syrischen Armee.

ShareThis

KURDWATCH, 29. Februar 2012 – Bei landesweiten Protesten am 24. Februar 2012 hat es erneut zahlreiche Tote und Verletzte gegeben. Im ganzen Land forderten die Demonstranten, die unter dem gemeinsamen Motto »Wir werden für dich kämpfen, Baba ʿAmru« auf die Straße gingen, den Sturz des Regimes. Auch in al‑Qamischli, ʿAmuda, al‑Hasaka, al‑Malikiya (Dêrik), al‑Qahtaniya (Tirbesipî), al‑Dschawadiya (Çil Axa), al‑Darbasiya, Raʾs al‑ʿAin (Serê Kaniyê) und ʿAin al‑ʿArab (Kobanî) fanden Proteste statt. In al‑Qamischli gab es wie bereits in den vergangenen Wochen fünf Demonstrationen in den Stadtvierteln al‑Hilaliya, al‑ʿAntariya, Qudurbak, Kurnisch und Qanat Suwais. In al‑Darbasiya, Raʾs al‑ʿAin, al‑Malikiya und al‑Dschawadiya fand jeweils eine zentrale Demonstration statt, in ʿAmuda kam es zu zwei getrennten Demonstrationen. In ʿAin al‑ʿArab und al‑Qahtaniya fanden ebenfalls zwei Demonstrationen statt, jeweils eine davon wurde von der Partei der Demokratischen Union (PYD) organisiert. In al‑Hasaka versuchten Demonstranten, in einem mehrheitlich arabischen Stadtviertel eine Statue von Basil al‑Assad, des verstorbenen Bruders von Baschar al‑Assad, zu stürzen. Sicherheitskräfte schossen in die Menge, dabei kamen mindestens vier arabische Syrer ums Leben, mehrere Personen wurden verletzt. Aus Protest gegen das Vorgehen der Sicherheitskräfte fanden in mehreren anderen Stadtteilen von al‑Hasaka Protestdemonstrationen statt. Nachdem es in ʿAfrin vor drei Woche zu bewaffneten Übergriffen der PYD auf regimekritische Demonstranten gekommen war, fand dort ausschließlich eine Demonstration der PYD statt.

ShareThis

KURDWATCH, 27. Februar 2012 – Am 4. Februar 2012 haben achtzig syrische Aktivisten in Istanbul die Patriotische Bewegung des Wandels gegründet. Zu den Gründungsmitgliedern gehören bekannte Juristen, religiöse Persönlichkeiten sowie Journalisten und Schriftsteller, darunter auch einige Kurden. In der Gründungserklärung der Patriotischen Bewegung des Wandels findet sich kein Hinweis auf die Position des Bündnisses zur »kurdischen Frage«.

ShareThis

KURDWATCH, 27. Februar 2012 – Das Militärgericht in Aleppo hat gemäß Artikel 305 und 573 Strafgesetzbuch vier Anhänger der Partei der Demokratischen Union (PYD) zu hohen Haftstrafen verurteilt. Givara Faridun Ibrahim (geb. 1986), Bangin ʿAli Schahin und Rezan Bakr Husain (geb. 1991) sind am 22. Februar 2012 vom Militärgericht in Aleppo zu jeweils fünfzehn Jahren Freiheitsstrafe sowie zu Schwerstarbeit verurteilt worden. Die Strafe wurde aufgrund mildernder Umstände auf siebeneinhalb Jahre herabgesetzt. Maryam Sabri Habasch (geb. 1974) wurde zu drei Jahren und drei Monaten Freiheitsstrafe sowie zu Schwerstarbeit verurteilt. Während der Untersuchungshaft sind die Inhaftierten gefoltert worden.

ShareThis

KURDWATCH, 24. Februar 2012 – Nasruddin Birhik, Mitglied des Zentralkomitees der Kurdischen Demokratisch Partei in Syrien (el‑Partî) von ʿAbdulhakim Baschar ist am 21. Februar 2012 seinen Verletzungen erlegen. Birhik war am 13. Februar 2012 alleine mit dem Auto auf dem Weg nach al‑Dschawadiya, als er östlich von al‑Qahtaniya aus zwei fahrenden Wagen heraus mit Dumdumgeschossen angegriffen wurde. Arabischen Bauern, die den Angriff beobachtet hatten, berichteten, dass die Fahrzeuge der Angreifer Nummernschilder aus Latakia hatten. Der Verletzte wurde ins Krankenhaus von al‑Qamischli gebracht, am 14. Februar wurde er nach Aleppo verlegt. Zunächst wurde vermutet, dass Birhik aufgrund eines Konflikts mit Regierungsanhängern von diesen angegriffen worden sein könnte. Ein führendes Mitglied einer kurdischen Partei erklärte jedoch gegenüber KurdWatch, dass Birhik im Vorfeld des Attentats von Anhängern der Partei der Demokratischen Union (PYD) bedroht worden sei. Mitglieder des Zentralkomitees von ʿAbdulhakim Baschars el‑Partî wollten sich nicht zu der Frage äußern, ob und von wem Nasruddin Birhik bedroht worden ist.

ShareThis

KURDWATCH, 23. Februar 2012 – Am 20. Februar 2012 haben rund fünfundzwanzig Aktivisten versucht, vor dem Rathaus von al-Qamischli eine ungenehmigte Kundgebung abzuhalten. Die Polizei löste die Veranstaltung innerhalb kurzer Zeit auf, dabei setzte sie Schlagstöcke ein und ging mit Tritten gegen die Demonstranten vor. Der Aktivist und Student Iwan Muhammad al-Tahir (geb. 1987), Mitglied der Syrischen SAWA-Koalition, wurde festgenommen; er befindet sich derzeit bei der Kriminalpolizei in Untersuchungshaft.

ShareThis

KURDWATCH, 23. Februar 2012 – Anhänger der Partei der Demokratischen Union (PYD) bedrohen offenbar systematisch Regimekritiker und politische Gegner. Dr. Lazgin Salih (geb. 1973, verheiratet) erklärte gegenüber KurdWatch, sowohl er als auch ein weiterer Arzt aus ʿAfrin, Dr. Farzand ʿUmar, sowie der Apotheker Haschim Schaikh Nahasan seien mit dem Tod bedroht worden. Er führte die Drohungen darauf zurück, dass er die PYD auf seiner Facebook-Seite kritisiert hatte. Dr. ʿUmar seinerseits gehöre einer oppositionellen Gruppierungen namens »Kurdischer Frühling« an, und Haschim Schaikh Nahasan solle die PYD beleidigt haben. Später, so Dr. Salih, habe die PYD ihre Drohungen ihm gegenüber zurückgenommen. Ebenfalls bedroht wurde der aus ʿAfrin stammende Zahnarzt Dr. Ahmad Yusif.

ShareThis

KURDWATCH, 22. Februar 2012 – Am 15. Februar 2012 kam es zwischen Anhängern der Partei der Demokratischen Union (PYD), vermeintlichen Anhängern des Regimes sowie Mitarbeitern des Nachrichtendienstes der Luftwaffe in ʿAin al‑ʿArab (Kobanî) zu einer Schießerei. Dabei soll ein Luftwaffenoffizier getötet worden sein. Auch Faruq ʿIsa (geb. 1984, verheiratet, 3 Kinder), der sich zufällig in der Nähe befand, wurde von einem Querschläger getötet. ʿIsa war Mitglied der Kurdischen Demokratischen Fortschrittspartei in Syrien. Der Schießerei vorausgegangen war ein Konflikt zwischen der PYD und mehreren als regimetreu geltenden arabischen Familien. Anhänger der PYD hatten diese aufgefordert, ʿAin al‑ʿArab innerhalb von fünf Tagen zu verlassen. Nach der Schießerei flohen die Familien aus der Stadt, ihre Häuser wurden von PYD‑Anhängern in Brand gesetzt. Tausende Aktivisten und Mitglieder kurdischer Parteien beteiligten sich an einem Trauerzug, der noch am gleichen Tag im Rahmen der Beisetzung von Faruq ʿIsa stattfand. ʿIsa wurde in Tarmik, circa drei Kilometer südlich von ʿAin al‑ʿArab, beigesetzt.

ShareThis

KURDWATCH, 22. Februar 2012 – Bei landesweiten Protesten am 17. Februar 2012 hat es erneut zahlreiche Tote und Verletzte gegeben. Im ganzen Land forderten die Demonstranten, die unter dem gemeinsamen Motto »Volkswiderstand« auf die Straße gingen, den Sturz des Regimes. Auch in al‑Qamischli, ʿAmuda, al‑Malikiya (Dêrik), al‑Qahtaniya (Tirbesipî), al‑Dschawadiya (Çil Axa), al‑Darbasiya, Raʾs al‑ʿAin (Serê Kaniyê) und ʿAin al‑ʿArab (Kobanî) fanden Proteste statt. In al‑Qamischli gab es wie bereits in der vergangenen Wochen fünf Demonstrationen in den Stadtvierteln al‑Hilaliya, al‑ʿAntariya, Qudurbak, Kurnisch und Qanat Suwais. In al‑Darbasiya, Raʾs al‑ʿAin, al‑Qahtaniya und al‑Dschawadiya (Çil Axa) fand jeweils eine zentrale Demonstration statt, in ʿAmuda kam es zu zwei getrennten Demonstrationen. In ʿAin al‑ʿArab fanden ebenfalls zwei Demonstrationen statt. Eine davon wurde von der Partei der Demokratischen Union (PYD) organisiert; bei der zweiten kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Anhängern der Kurdischen Zukunftsbewegung in Syrien und der Kurdischen Patriotischen Konferenz. In al‑Malikiya (Dêrik) vereinten sich die Demonstranten der Freitagsdemonstration mit den Teilnehmern eines Trauerzuges, der im Rahmen der Beisetzung von Schavgar Salah ʿAli (geb. 1992) stattfand. Der Rekrut war am 12. Februar in az‑Zabadani bei Kampfhandlungen getötet worden. Teilnehmer des Trauerzuges berichteten gegenüber KurdWatch, an der Demonstration hätten zwischen zehn- und fünfzehntausend Menschen teilgenommen. Nachdem es in ʿAfrin vor zwei Woche zu bewaffneten Übergriffen der PYD auf regimekritische Demonstranten gekommen war, fand dort auch in dieser Woche ausschließlich eine Demonstration der PYD statt.

ShareThis

KURDWATCH, 20. Februar 2012 – Am 29. Dezember 2011 ist Ismail Mustafa Hadschi (geb. 1970 in al‑Malikiya [Dêrik]) aus der Haft entlassen worden. Das Strafgericht in al‑Hasaka hatte ihn am selben Tag von dem Vorwurf freigesprochen, zu einer nicht genehmigten Demonstration aufgerufen zu haben. Hadschi war am 25. Dezember 2011 in al‑Malikiya aufgrund eines Haftbefehls des Direktorats für politische Sicherheit von der Polizei festgenommen worden. Nach einer Nacht in al‑Malikiya wurde er dem Direktorat für politische Sicherheit in al‑Hasaka überstellt. Die letzte Nacht vor seiner Freilassung verbrachte er im Zentralgefängnis von al‑Hasaka. Während der Haft wurde Hadschi mit Fäusten geschlagen und beleidigt.

ShareThis

KURDWATCH, 20. Februar 2012 – Barzan Iskan ʿUmar (geb. 1992 in al‑Malikiya [Derik]) ist am 10. Februar 2012 im Rahmen einer Operation der syrischen Armee in az‑Zabadani (rund 50 km nordwestlich von Damaskus) ums Leben gekommen. Am 11. Februar wurde der Leichnam seiner Familie übergeben. Am 12. Februar kam es im Rahmen seiner Beisetzung in al‑Malikiya zu einem Trauerzug, an dem zahlreiche Aktivisten sowie Angehörige des Getöteten teilnahmen. Die Trauernden forderten den Sturz des Regimes und skandierten regierungskritische Parolen. Neben arabischen und kurdischen revolutionären Liedern wurde auch die kurdische Hymne gespielt. Die näheren Umstände von ʿUmars Tod sind bislang nicht bekannt.

ShareThis

KURDWATCH, 18. Februar 2012 – Bei landesweiten Protesten am 10. Februar 2011 hat es erneut zahlreiche Tote und Verletzte gegeben. Im ganzen Land forderten die Demonstranten, die unter dem gemeinsamen Motto »Russland tötet unsere Kinder« auf die Straße gingen, den Sturz des Regimes. Auch in al‑Qamischli, ʿAmuda, al‑Darbasiya, Raʾs al‑ʿAin (Serê Kaniyê) und ʿAin al‑ʿArab (Kobanî) fanden Proteste statt. In al‑Qamischli gab es wie bereits vergangene Woche fünf Demonstrationen: In den Stadtvierteln al‑Hilaliya, al‑ʿAntariya, Qudurbak, Kurnisch und Qanat Suwais. Sicherheitskräfte griffen die Demonstranten in al‑Hilaliya mit Schlagstöcken an, es gab mehrere Verletzte. In al‑Darbasiya, Raʾs al‑ʿAin und ʿAin al‑ʿArab fand jeweils eine zentrale Demonstration statt, in ʿAmuda gab es drei getrennte Demonstrationen. Nachdem es in ʿAfrin in der vergangenen Woche zu bewaffneten Übergriffen der Partei der Demokratischen Union (PYD) auf Demonstranten gekommen war, fand dort keine Demonstration statt. Stattdessen nutzen Teilnehmer des Trauerzuges, der im Rahmen der Beisetzung von Scharzad Hadsch Raschid [weitere Informationen zum Fall] am 12. Februar stattfand, die Gelegenheit zu regimekritischen Protesten. Tausende Aktivisten forderten den Sturz des Regimes und die Hinrichtung von Präsiden Baschar al‑Assad durch Erhängen. Mitglieder verschiedener kurdischer Parteien hielten Reden, Anhänger der PYD verlasen einen Brief ihres Vorsitzenden Salih Muslim Muhammad. Bislang ist unklar, wer Hadsch Raschid, der im Vorfeld seiner Ermordung von der PYD bedroht worden sein soll, getötet hat.

ShareThis

KURDWATCH, 16. Februar 2012 – Am 12. Februar 2012 haben hochrangige Mitglieder der Kurdischen Patriotischen Konferenz und der Partei der Demokratischen Union (PYD) ein Abkommen unterzeichnet, das Eskalationen, insbesondere im öffentlichen Bereich, verhindern soll. Ismaʿil Hami, Sekretär der Kurdischen Einheitspartei in Syrien (Yekîtî), erklärte gegenüber KurdWatch, das Abkommen sehe vor, dass die Vertragspartner auch abweichende Meinungen der jeweils anderen Seite tolerieren würden. Darüber hinaus werde man dafür sorgen, dass sich Konflikte nicht zu gewalttätigen Auseinandersetzungen entwickeln. Es sei beschlossen worden, aus Anhängern beider Lager bestehende örtliche Komitees zu bilden, die bei Problemen zügig intervenieren könnten.

ShareThis

KURDWATCH, 14. Februar 2012 – Am 9. Februar 2012 ist ein hochrangiges Mitglied der Kurdischen Demokratischen Einheitspartei in Syrien (Demokratische Yekîtî), der Arzt Scharzad Hadsch Raschid (geb. 1987) kurz nach Verlassen seines Arbeitsplatzes im Aleppiner al‑Amal-Krankenhaus von vier bewaffneten Männern entführt worden. Den Aussagen einer Arbeitskollegin zufolge, die sich mit Hadsch Raschid im Wagen befand, verfolgten die Angreifer sie bis in eine Sackgasse, wo die Frau aus dem Auto geworfen und Hadsch Raschid mit seinem eigenen Wagen entführt wurde.
Am 10. Februar gegen 3 Uhr früh teilte die Polizei den Angehörigen des Entführten mit, dass Hadsch Raschids Leichnam am Stadtrand, auf dem Weg nach ʿAfrin, gefunden worden sei. Der Körper von Hadsch Raschid wies Messerstiche und andere Folterspuren auf, der Tod trat infolge eines Bauchschusses ein. Das Auto des Getöteten blieb verschwunden. Bislang ist unklar, wer für den Mord verantwortlich ist.

ShareThis

KURDWATCH, 12. Februar 2012 – Am 6. Februar 2012 sind fünf Personen bei dem Versuch, die irakisch-syrische Grenze illegal zu überqueren, entführt worden. Es handelt sich um Ibrahim Biro (Politbüromitglied der Kurdischen Einheitspartei in Syrien [Yekîtî] sowie Mitglied des Exekutivkomitees der Kurdischen Patriotischen Konferenz), Muhammad Yusuf (Mitglied des Exekutivkomitees der Kurdischen Patriotischen Konferenz), Salih Sufi (Mitglied des Politbüros der Syrischkurdischen Demokratischen Versöhnung [Rêkeftin], einer Abspaltung der Partei der Demokratischen Union [PYD]) sowie ihre beiden Schleuser. Biro und Yusuf hatten am 28. und 29. Januar 2012 an der Konferenz der im Ausland lebenden syrischen Kurden in Erbil (Kurdistan/Irak) teilgenommen.
Gegenüber KurdWatch erklärte ein hochrangiges Mitglied der Kurdischen Einheitspartei in Syrien (Yekîtî), einer der Schleuser habe kurz nach der Entführung einem Bekannten telefonisch mitgeteilt, dass die Gruppe von Anhängern der PKK bzw. der PYD entführt worden sei. Führende Persönlichkeiten der Kurdischen Patriotischen Konferenz sowie der Yekîtî forderten daraufhin von der PYD die Freilassung der Entführten. Die PYD bestritt jede Verantwortung. Wenige Stunden später wurden die Entführten Grenzbeamten übergeben, die sie ihrerseits Mitarbeitern des Militärischen Nachrichtendienstes überstellten. 

ShareThis

KURDWATCH, 10. Februar 2012 – Am 6. Februar 2012 haben rund siebzig Aktivisten an einer halbstündigen Kundgebung vor dem Strafgericht in al‑Hasaka teilgenommen. Straßensperren trugen dazu bei, dass viele Aktivisten den Versammlungsort nicht erreichen konnten. Die Versammelten forderten die Freilassung des Schriftstellers Husain ʿIso [weitere Informationen zum Fall] und des Aktivisten Schapal Ibrahim [weitere Informationen zum Fall]. Ein Demonstrant erklärte gegenüber KurdWatch, Regimeanhänger hätten die Kundgebung fotografiert, um die Teilnehmenden einzuschüchtern.

ShareThis

KURDWATCH, 9. Februar 2012 – Am 30. Januar 2012 ist Nihru Scharif Schaikhi (geb. 1984) aus der Haft entlassen worden. Nach seiner Festnahme am 3. Januar 2012 war er in das Untersuchungsgefängnis al‑Faihaʾ des Direktorats für politische Sicherheit in Damaskus verlegt worden. Die gegen ihn erhobene Klage wurde aufgrund von Amnestieerlass 10 vom 15. Januar 2012 fallengelassen. [Weitere Informationen zum Fall]

ShareThis

KURDWATCH, 8. Februar 2012 – Bei organisierten Angriffen von Sympathisanten der Partei der Demokratischen Union (PYD) in ʿAfrin sind am 3. Februar 2012 mindestens 17 Personen verletzt worden. Etwa dreihundert Anhänger der Kurdischen Patriotischen Konferenz wurden von bewaffneten Anhängern der PYD umzingelt, als sie sich zu einer regimekritischen Demonstration versammelten. Die PYD‑Anhänger forderten die Demonstranten auf, hinter ihrer Fahne zu laufen. Als diese sich weigerten und »Azadî« (»Freiheit«) skandierten, wurden sie mit Schlagstöcken, Messern, Ketten und Schusswaffen angegriffen.
Dabei riefen die Angreifer unter anderem: »ʿAfrin ist die Stadt der Märtyrer, Anhänger von Erdoğan und Barzani haben hier nichts zu suchen« und hielten Bilder von Abdullah Öcalan hoch. Syrische Sicherheitskräfte griffen nicht ein. Zahlreiche Demonstranten wurden ins Krankenhaus eingeliefert, einige von ihnen konnten jedoch nicht behandelt werden, da die PYD auch dort ihre Angriffe fortsetzte. Die folgenden Demonstranten wurden verletzt, acht weitere Verletzte waren nicht bereit, ihre Namen zu nennen: ʿAbdurrahman Nadschar (Rechtsanwalt), Muhammad Dschaʿfar, ʿUthman Khalil, Saurazan Muhammad, Dr. Ahmad Yusuf (Mitglied der Kurdischen Patriotischen Konferenz), ʿAbdurrahman Apo (Mitglied des Politbüros der Kurdischen Freiheitspartei in Syrien [Azadî] sowie Mitglied der Kurdischen Patriotischen Konferenz), Riyad Hanan Dschamo, Fakhri Raschid, Masʿud Raschid, ʿAli Hasan, Hikmat Schaikh Amad, Schiyar Bakr, Ahmad Mustafa, Hasan Abdo, Muhammad Ahmo, Rasul Aino und Dschigar (Nachnamen unbekannt).
Sie erlitten vor allem Verletzungen an Kopf und Händen, einem Aktivisten wurden die Rippen gebrochen. Mehrere Personen mussten operiert werden. Darüber hinaus wurde der Personalausweis von Riyad Hanan Dschamo entwendet.
Augenzeugenberichten zufolge stammten nur wenige der Angreifer aus ʿAfrin. Einige von ihnen, so ein Teilnehmer der Demonstration gegenüber KurdWatch, sprachen einen in der Türkei verbreiteten kurdischen Dialekt.
In al‑Qamischli fanden am 3. Februar insgesamt fünf Demonstrationen statt: In den Stadtvierteln al‑Hilaliya, al‑ʿAntariya, Qudurbak, Kurnisch und Qanat Suwais. Syrische Sicherheitskräfte nahmen mehrere Personen fest. 
Schläger der PYD griffen während der Demonstration in al‑ʿAntariya Aktivisten, die die Proteste filmten, mit der Begründung an, nur Mitarbeiter der PKK‑Sender Roj TV und Ronahî TV dürften solche Aufnahmen machen. Drei Aktivisten erlitten schwere Kopfverletzungen.
In ʿAmuda gab es zwei parallele Demonstrationen, die Anhänger der PYD demonstrierten nicht. Auch in anderen Landesteilen gingen Demonstranten auf die Straße und forderten den Sturz des Regimes. Bei Auseinandersetzungen zwischen syrischen Sicherheitskräften, Zivilisten und Soldaten der »Freien Syrischen Armee« wurden insbesondere in Homs hunderte Demonstranten getötet und verletzt. Die Proteste standen unter dem Slogan »Verzeih uns, Hama«, der an die Bombardierung der Stadt Hama durch die syrische Armee im Jahr 1982 erinnern sollte.

https://www.youtube.com/watch?v=OduiZPhSKqs

https://www.youtube.com/watch?v=XaVL8IQ0sAM

https://www.youtube.com/watch?v=T0YIiWmJAaQ

https://www.youtube.com/watch?v=FKI9metK7wQ

https://www.youtube.com/watch?v=HtVARgygZxw

https://www.youtube.com/watch?v=HxyZZhGFp5I

ShareThis

KURDWATCH, 8. Februar 2012 – Schindar Salah Schakir (geb. 1992 in al‑Qamischli) ist am 2. Februar 2012 während seines Militärdienstes in az‑Zabadani (rund 50 km nordwestlich von Damaskus) ums Leben gekommen. Schakir war vor knapp einem Jahr zum Militärdienst eingezogen worden, er war Rekrut bei der in der Nähe von Qatna stationierten 10. Division. Am 4. Februar übergab die Militärpolizei in al‑Qamischli seinen Leichnam der Familie. Am 5. Februar kam es im Rahmen seiner Beisetzung in al‑Latifiya bei al‑Qamischli zu einem Trauerzug, an dem Tausende Aktivisten sowie Angehörige des Getöteten teilnahmen. Die näheren Umstände seines Todes sind bislang nicht bekannt.

ShareThis

KURDWATCH, 6. Februar 2012 – Aras Sabri Schakir (geb. 1990 in Maʿschuq bei al-Malikiya) ist am 31. Januar 2012 während seines Militärdienstes in Homs ums Leben gekommen. Die Militärpolizei übergab am 2. Februar seinen Leichnam der Familie in al-Qamischli. Am 3. Februar gab es aus Anlass der Beisetzung in Maʿschuq einen Trauerzug, an dem Tausende Aktivisten sowie Angehörige des Getöteten teilnahmen.
Offiziellen Angaben zufolge ist Aras Sabri Schakir an Verletzungen gestorben, die er bei Gefechten in Homs erlitt. Augenzeugen berichteten jedoch gegenüber der Familie, er habe sich geweigert, auf Zivilisten zu schießen. Daraufhin, so ein Angehöriger gegenüber KurdWatch, habe sein Vorgesetzter den Befehl gegeben, ihn zu erschießen. Weiteren Angaben zufolge soll der Angeschossene mehrere Stunden um Hilfe gerufen haben, ehe er seinen Verletzungen erlag.

ShareThis

KURDWATCH, 5. Februar 2011 – Am 29. Januar 2012 ist Khalid Oso (geb. 1984) an seinem Arbeitsplatz in al-Darbasiya von Mitarbeitern des Direktorats für politische Sicherheit verhaftet worden. Der Grund für seine Verhaftung ist noch nicht bekannt.

ShareThis

KURDWATCH, 2. Februar 2012 – Das Berufsgericht der Rechtsanwaltskammer in al‑Hasaka hat am 31. Januar 2011 die Rechtsanwälte Mustafa Khidr Oso und Faisal Badr freigesprochen. [Weitere Informationen zum Fall]

ShareThis

KURDWATCH, 1. Februar 2012 – Vom 28. bis zum 29. Januar 2012 fand in Erbil (Kurdistan/Irak) eine Konferenz der im Ausland lebenden syrischen Kurden statt. Vertreter der Parteien der Kurdischen Patriotischen Konferenz in Syrien sowie von ihnen ausgewählte Personen aus dem Ausland nahmen an der vom Präsidialamt der Region Kurdistan/Irak unter Führung von Präsident Masʿud Barzani organisierten und finanzierten Veranstaltung teil. In einer Abschlusserklärung unterstützten die Beteiligten die Beschlüsse der Kurdischen Patriotischen Konferenz in Syrien [weitere Informationen zu den Beschlüssen] und verurteilten die Gewalt der syrischen Regierung gegen die Bevölkerung.

ShareThis

KURDWATCH, 27. Januar 2012 – Bereits am 3. September 2011 ist der Aktivist und Schriftsteller Husain ʿIso in al-Hasaka wegen regimekritischer Aktivitäten festgenommen worden. ʿIso, der derzeit in al-Qamischli inhaftiert ist, ist herzkrank. Sein Zustand hat sich in den letzten Monaten akut verschlechtert.

ShareThis

KURDWATCH, 26. Januar 2012 – ʿAbdulmadschid Tamr ist am 19. Januar 2012 in Aleppo aufgrund von Amnestieerlass 10 vom 15. Januar 2012 aus der Haft entlassen worden. Mitarbeiter des Direktorats für politische Sicherheit hatten den Aktivisten am 31. Mai 2011 in al‑Qamischli festgenommen und dem Direktorat für politische Sicherheit in al‑Hasaka überstellt. Während der Verhöre wurden Tamr die Augen verbunden und die Hände gefesselt, er wurde mit Elektroschockstäben gefoltert sowie in einen Reifen gezwängt und geschlagen (Dulab-Methode). Darüber hinaus erhielt er Schläge auf die Fußsohlen (Falaqa-Methode, Bastonade). Tamr wurde gezwungen, seine Facebook- und Skype-Zugangsdaten sowie die Passwörter zu seinen E‑Mail-Accounts offenzulegen. Fünfzehn Tage später wurde er dem Direktorat für politische Sicherheit in Damaskus überstellt und dort ebenfalls verhört. Nach weiteren fünfundzwanzig Tagen brachte man ihn gemeinsam mit anderen Häftlingen nach Aleppo. Dort erhob die Militärische Staatsanwaltschaft Klage gemäß Artikel 285 Strafgesetzbuch. [Weitere Informationen zum Fall]

ShareThis

KURDWATCH, 25. Januar 2012 – Am 17. Januar 2012 ist der Fotoladen von Ahmad ʿAbdullah Badro in al‑Qamischli niedergebrannt worden. Es wird vermutet, dass Mitglieder oder Sympathisanten der Partei der Demokratischen Union (PYD) für die Tat verantwortlich sind. Badro selbst war am 10. Januar 2012 gemeinsam mit zwei seiner Brüder von der PYD ermordet worden. [Weitere Informationen zum Fall]

ShareThis

KURDWATCH, 25. Januar 2012 – Mitglieder der Partei der Demokratischen Union (PYD), der syrischen Zweigstelle der PKK, haben gedroht, den Aktivisten Saʿdun Sino zu töten. Sino, der zu den aktivsten Regimekritikern al‑Darbasiyas gehört und eine führende Rolle bei der Organisation der dortigen Demonstrationen spielt, hatte während der Freitagsdemonstration am 20. Januar 2012 die Tötung von Ahmad ʿAbdullah Badro, Nidal ʿAbdullah Badro und ʿAmar ʿAbdullah Badro durch die PYD [weitere Informationen zum Fall]] öffentlich verurteilt. Nachdem führende Persönlichkeiten aus al‑Darbasiya sich für Sino eingesetzt und dieser sich bei der PYD für seine Aussagen entschuldigt hatte, sagten deren Funktionäre zu, auf die Tötung zu verzichten, die ihnen befohlen worden sei.

ShareThis

KURDWATCH, 24. Januar 2012 – Bei landesweiten Protesten hat es am 20. Januar 2012 erneut zahlreiche Tote und Verletzte gegeben. Im ganzen Land verlangten die Demonstranten, die unter dem gemeinsamen Motto »Die Gefangenen der Revolution« auf die Straße gingen, den Sturz des Regimes. Auch in al‑Qamischli, ʿAmuda, Darbasiya, ʿAin al‑ʿArab (Kobanî), al‑Malikiya (Dêrik) und Raʾs al‑ʿAin (Serê Kaniyê) wurde demonstriert. In al‑Qamischli fanden erneut Demonstrationen in mehreren Stadtteilen statt, die Kurdische Patriotische Konferenz organisierte einmal mehr eine eigene Kundgebung. In ʿAmuda gab es wie bereits in den Wochen zuvor drei getrennte Demonstrationen.

Die Demonstration in al-Qamischli:
https://www.youtube.com/watch?v=URp_2CXyq-Y

ShareThis

KURDWATCH, 22. Januar 2012 – Der Ingenieur Saʿid Fahd Deriki (geb. 1970, verheiratet, drei Kinder) ist am 14. Januar 2011 an seinem Arbeitsplatz beim syrischen Staatsfernsehen in Damaskus festgenommen worden. Deriki wird vorgeworfen, er habe heimlich Aufnahmen einer Pro-Assad-Demonstration gedreht, die zeigen, dass die Zahl der Teilnehmer viel geringer war als zuvor von offiziellen syrischen Stellen behauptet.

ShareThis

KURDWATCH, 21. Januar 2012 – Fahima Salih Usi, alias Harvin Usi, Aktivistin der Kurdischen Zukunftsbewegung in Syrien, hat ihren Rückzug aus der Partei erklärt. Sie begründete diesen Schritt mit dem geänderten Kurs ihrer Partei nach der Ermordung von Parteisprecher Mischʿal at‑Tammu und erklärte, sie wolle wieder stärker »auf der Straße« aktiv sein.

ShareThis

KURDWATCH, 18. Januar 2012 – Die Kurdische Patriotische Konferenz hat am 15. Januar 2012 entschieden, dass ihre Mitglieder die Zugehörigkeit zu den syrischen Oppositionsbündnissen (Syrischer Nationalrat, Nationaler Zusammenschluss der Kräfte des Demokratischen Wandels und Erklärung von Damaskus) bis auf Weiteres einfrieren. Ziel ist es, dass die kurdischen Parteien als geschlossener Block mit der syrischen Opposition verhandeln.

ShareThis

KURDWATCH, 18. Januar 2012 – Maschdal ʿAbdulfatah ʿUdschi ist am 15. Januar 2012 aus der Haft in al‑Qamischli entlassen worden. Der Ingenieur, der sich seit dem 26. August 2011 in Haft befand und gegen den Klage gemäß Artikel 285 erhoben worden war, profitierte vom Amnestieerlass 10 vom 15. Januar 2012. [Weitere Informationen zum Fall]

ShareThis

KURDWATCH, 18. Januar 2012 – Bei landesweiten Protesten hat es am 13. Januar 2012 erneut zahlreiche Tote und Verletzte gegeben. Im ganzen Land verlangten die Demonstranten, die unter dem gemeinsamen Motto »Unterstützung für die Freie Armee« auf die Straße gingen, den Sturz des Regimes. Auch in al‑Qamischli, ʿAmuda, Darbasiya, ʿAin al‑ʿArab (Kobanî), al‑Malikiya (Dêrik) und Raʾs al‑ʿAin (Serê Kaniyê) wurde demonstriert. In al‑Qamischli fanden mehrere Demonstrationen in verschiedenen Stadtteilen statt; u. a. organisierte die Kurdische Patriotische Konferenz ihre eigene Kundgebung. Im Stadtteil al‑ʿAntariya schossen Anhänger des Regimes über die Köpfe der Demonstranten hinweg, diese antworteten mit Steinwürfen. Auch in Raʾs al‑ʿAin störten Anhänger des Regimes die dortige Demonstration. In ʿAmuda fanden wie bereits in den Wochen zuvor drei getrennte Demonstrationen statt. Die Partei der Demokratischen Union (PYD) demonstrierte unter dem Motto »Ein würdiges Leben«.

Die Demonstration in al-Qamischli:
https://www.youtube.com/watch?v=a4FwW5UBiss

ShareThis

KURDWATCH, 17. Januar 2012 – Präsident Baschar al‑Assad hat mit Erlass 10 vom 15. Januar 2012 all diejenigen Personen amnestiert, die seit dem 15. März 2011 wegen Straftaten oder Vergehen gemäß Artikel 285, 286, 287, 291, 294, 307, 308, 327 und 328 Strafgesetzbuch angeklagt worden sind. Ebenfalls amnestiert wurden Personen, die wegen Vergehen gemäß Artikel 335 bis 339 Strafgesetzbuch angeklagt wurden. Diese Artikel betreffen das Demonstrationsrecht, das mit Präsidialdekret 54 vom 21. April 2011 neu geregelt worden war. Personen, die sich aufgrund unerlaubten Waffenbesitzes strafbar gemacht haben sowie all diejenigen, die desertiert sind, werden ebenfalls amnestiert. Wer bislang nicht festgenommen wurde, profitieren von dieser Amnestie, wenn er sich bis zum 31. Januar 2012 stellt.

ShareThis

KURDWATCH, 15. Januar 2012 – Am 11. Januar 2012 haben die Beobachter der Arabischen Liga mehrere kurdische Städte besucht. In al‑Qamischli eskortierten syrische Sicherheitskräfte sie zu einer vom Regime organisierten Pro-Assad-Demonstration und hinderten sie daran, die regimekritischen Proteste zu beobachten. Auch in ʿAmuda wurden die Bobachter von syrischen Sicherheitskräften begleitet. Anders als in al‑Qamischli wurden sie hier jedoch von einer großen Anzahl regimekritischer Demonstranten empfangen, die den Sturz des Präsidenten forderten.

ShareThis

KURDWATCH, 13. Januar 2012 – Am 10. Januar 2012 sind Ahmad ʿAbdullah Badro (geb. 1971), Nidal ʿAbdullah Badro (geb. 1967) und ʿAmar ʿAbdullah Badro (geb. 1973, verheiratet, drei Kinder) in al‑Qamischli von bewaffneten Mitgliedern der Partei der Demokratischen Union (PYD) getötet worden. Bereits am 8. Januar 2012 hatten PYD‑Mitglieder ʿAbdullah Badro, den Vater der getöteten Personen, in seinem Haus überfallen und durch Schüsse schwer verletzt. Dabei wurde einer der Angreifer, Muhammad Mahmud, Deckname Khabat, ein aus al‑Malikiya (Dêrik) stammendes PYD‑Mitglied, das bis vor kurzem für die PKK gekämpft hat, durch einen Querschläger getötet. Die Polizei nahm unmittelbar nach diesem Vorfall ʿImad ʿAbdullah Badro, einen weiteren Sohn ʿAbdullah Badros, fest. ʿAbdullah Badro wird derzeit in einem Krankenhaus in al‑Qamischli behandelt.
Zu den Morden an den Brüdern Ahmad, Nidal und ʿAmar ʿAbdullah Badro hat sich eine bislang unbekannte Gruppe bekannt, die sich »Beschützer der Werte des Volkes« nennt. Ihre Erklärung wurde am 10. Januar 2012 in arabischer Sprache über die PKK‑nahe Nachrichtenagentur Firat sowie über die offizielle Website der PYD verbreitet. Die Morde werden mit dem Tod von Muhammad Mahmud sowie der Unterschlagung von Eigentum der PKK bzw. PYD begründet. ʿAbdullah Badro war früher Mitglied der PKK, auf seinen Namen soll eine Villa in Damaskus eingetragen sein, in der PKK‑Führer Abdullah Öcalan während seines Aufenthalts in Syrien lebte. Als Öcalan 1998 Syrien auf Druck der Türkei verlassen musste, soll die Villa im Besitz von ʿAbdullah Badro geblieben sein. Auch, nachdem er der PKK den Rücken kehrte, soll er sich geweigert haben, die Villa zurückzugeben, da Öcalan ihm diese persönlich vermacht habe.
Die Kurdische Einheitspartei in Syrien (Yekîtî) hat in einer Erklärung vom 10. Januar 2011 die Morde in al‑Qamischli verurteilt und sie als »abscheuliches Verbrechen« bezeichnet. Die Yekîtî erwähnt nicht, wer für die Morde verantwortlich ist.
Auch die Union der Kurdischen Demokratischen Kräfte in Syrien, die Koalition unabhängiger kurdischer Jugendgruppen Avahi sowie die Union der Koordinationskomitees der Kurdischen Jugend in Syrien haben die Morde verurteilt. In einer gemeinsamen Erklärung machen sie die »Schabiha« für die Taten verantwortlich. Mit dem Begriff »Schabiha« werden irreguläre, bewaffnete Gruppen des Regimes bezeichnet.

ShareThis

KURDWATCH, 11. Januar 2012 – Renas Dschamil Schaikhi, Philosophiestudent an der Universität von Aleppo, und Raman Ismaʿil Ramo, Chemiestudent an der Universität von Dair az‑Zaur, sind am 4. Januar 2012 während einer regimekritischen Demonstration im Dorf Mufti in al‑Hasaka festgenommen worden.

ShareThis

KURDWATCH, 9. Januar 2012 – Bei landesweiten Protesten am 6. Januar 2012 hat es erneut zahlreiche Tote und Verletzte gegeben. Im ganzen Land verlangten die Demonstranten, die unter dem gemeinsamen Motto »Wenn ihr Allah[s Sache] helft, hilft Er euch« auf die Straße gingen, den Sturz des Regimes. Auch in al‑Qamischli, ʿAmuda, Darbasiya, ʿAin al‑ʿArab (Kobanî) und Raʾs al‑ʿAin (Serê Kaniyê) wurde demonstriert. Anhänger der Partei der Demokratischen Union (PYD) versuchten erfolglos, eine Demonstration in al‑Qamischli zu stören, indem sie PKK‑Fahnen und Bilder von Abdullah Öcalan hochhielten. In ʿAmuda fanden wie bereits in den Wochen zuvor drei getrennte Demonstrationen statt. In al‑Qahtaniya (Tirbesipî) verhinderten Sicherheitskräfte die Durchführung einer Demonstration.

ShareThis

KURDWATCH, 8. Januar 2012 – Der politische Aktivist ʿAbdulhamid Hasan Biro ist am 3. Januar 2012 aufgrund seiner Teilnahme an regimekritischen Demonstrationen in Aleppo festgenommen worden.

ShareThis

KURDWATCH, 7. Januar 2011 – Mehrere kurdische Parteien haben am 22. Dezember 2011 die Union der Kurdischen Demokratischen Kräfte in Syrien gegründet. Dem neuen Bündnis gehören neben der Kurdischen Zukunftsbewegung in Syrien auch die Kurdische Demokratische Partei ‒ Syrien von ʿAbdurrahman Aludschi und die Einheitspartei Kurdistans in Syrien an.
Das neue Bündnis hat folgende Positionen formuliert:
1. Sturz des Regimes und aller seiner Symbole und Strukturen, Fortführung der friedlichen Revolution in allen Teilen Syriens, Fortführung derselben in den kurdischen Gebieten und Intensivierung der Aufrufe zu Streiks und zivilem Ungehorsam in allen kurdischen Gebieten.
2. Vereinigung der Bemühungen der rebellierenden Jugend in den kurdischen Gebieten, Koordinierung zwischen ihr sowie zwischen ihr und den anderen Akteuren der syrischen Revolution.
3. Gemeinsam mit allen zuständigen Stellen soll der Schutz von Zivilisten sichergestellt werden, alle diesbezüglichen arabischen und internationalen Bemühungen sollen unterstützt und die Umsetzung durch internationale Organisationen schnellstmöglich sichergestellt werden.
4. Dialog mit allen kurdischen politischen Kräften außerhalb des Bündnisses, Koordinierung der Bemühungen zur Wahrung der Einheit der Kurden.
5. Kommunikation mit allen Akteuren der syrischen Opposition im In- und Ausland sowie insbesondere mit dem Syrischen Nationalrat sowie syrischpatriotischen Persönlichkeiten, um Kooperation, Verständigung und gemeinsames Handeln zu ermöglichen und so gemeinsam die Ziele der Revolution zu verwirklichen.
6. Das Bündnis stellt fest, dass denjenigen Personen Legitimität zugebilligt wird, die sich im Kampf gegen das autoritäre Regime geopfert und widersetzt haben und die gefoltert wurden.
7. Das Bündnis macht deutlich, dass die patriotischen Entscheidungen der syrischen Kurden unabhängig getroffen werden und gleichzeitig die nationalen kurdischen Interessen gewahrt werden.
8. Einführung eines parlamentarischen Systems und Demokratisierung des Alltags auf Grundlage von Vielfalt, friedlicher Machtübergabe, Rechtsstaatlichkeit, Gewaltenteilung und des Schutzes der Rechte und besonderen Charakteristika aller Teile der syrischen Gesellschaft.
9. Verfassungsrechtliche Anerkennung, dass Syrien ein ziviler Staat mit mehreren Religionen, Konfessionen und Ethnien (Araber, Kurden, Chaldäer, Assyrer, Aramäer, Armenier, Tschetschenen, Tscherkessen, Turkmenen und Yeziden) ist, damit die politischen und kulturellen Rechte aller garantiert werden.
10. Verfassungsrechtliche Anerkennung der nationalen Rechte des kurdischen Volkes in Syrien im Rahmen eines demokratischen, patriotischen Konsenses und auf Grundlage der staatlichen Gleichberechtigung der Kurden als einer Hauptethnie neben der arabischen Ethnie; Anerkennung, dass die Kurdenfrage die Frage eines Volkes ist, das aus freiem Willen auf seinem historischen Territorium lebt. Die Kurdenfrage muss demokratisch und gerecht gelöst werden; alle Gesetze, Erlasse und rassistischen Projekte gegen das kurdische Volk wie beispielsweise der arabische Gürtel, die Sondervolkszählung, die Politik der Arabisierung und Vernachlässigung der kurdischen Gebiete sowie all ihre negativen Folgen müssen aufgehoben und die Geschädigten entschädigt werden.
11. Das Recht aller Bürger auf freie Meinungsäußerung, Versammlungsfreiheit, Ausübung von persönlichen Freiheiten und [religiösen] Riten sowie Beteiligung an allen öffentlichen Angelegenheiten muss gewährleistet werden. Ferner muss die Menschenwürde aller Bürger auf Grundlage der Konsolidierung der zivilen und bürgerlichen Rechte respektiert werden.
12. Ablehnung von Gewalt sowie Förderung von Vergebung, Versöhnung und Toleranz zwischen allen Bürgern und Respektierung aller internationalen Abkommen und Konventionen sowie der Menschenrechte.
13. Abschaffung aller Formen totalitärer, autoritärer und ausgrenzender Gedanken und Praktiken, gleich unter welchem Vorwand; Gewaltverzicht im Kontext politischer Aktivitäten und Garantierung von Transparenz im Rahmen politischer Beziehungen; Neutralisierung des Militärs und der Sicherheitsbehörden, sodass diese sich weder politisch betätigen, noch sich zur Wahl stellen oder selbst wählen können.
14. Dezentralisierung des Staates in Übereinstimmung mit den Anforderungen des Fortschritts und der Entwicklung der Regionen; Gewährleistung von Chancengleichheit und gerechter Verteilung des nationalen Reichtums sowie der Anhebung des Lebensstandards aller syrischen Bürger; Schaffung neuer Verwaltungseinheiten, die die Interessen der Bürger der jeweiligen Regionen berücksichtigen; Festlegung von Anteilen aus den Einnahmen der einzelnen Provinzen, die für Infrastruktur und Entwicklungsprojekte in diesen Provinzen ausgegeben werden.
15. Der neue syrische Staat garantiert den Frauen ihre sämtlichen Rechte, einschließlich der aktiven Beteiligung am politischen Leben sowie in allen anderen Bereichen. Der Jugend und ihren Angelegenheiten muss ernsthafte Beachtung geschenkt werden und ihre Einbindung in die zivilen, kulturellen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Bereiche der Gesellschaft muss garantiert werden.
16. Der neue syrische Staat ist ein zivilisierter, ziviler Staat und ein echter Stabilitätsfaktor im arabischen, regionalen und internationalen Kontext.
17. Die Zukunft der besetzten syrischen Gebiete muss auf Grundlage der Resolutionen des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen und mit internationaler Legitimation bestimmt werden.
18. In der Übergangszeit im Anschluss an den Sturz des Regimes gewährleistet die Union der Kurdischen Demokratischen Kräfte in Syrien gemeinsam mit dem Syrischen Nationalrat die Sicherheit in den kurdischen Gebieten durch die Einrichtung lokaler Räte. Die Union der Kurdischen Demokratischen Kräfte in Syrien wird sich gemeinsam mit dem Syrischen Nationalrat an einer Übergangsregierung beteiligen, um die Angelegenheiten des Landes zu verwalten.
19. Die Union ruft zu einer patriotischen Konferenz unter dem Leitgedanken des demokratischen Wandels auf, um ein Programm für die Übergangszeit gemeinsam mit allen Vertretern der syrischen Gesellschaft zu erarbeiten, die keine Verbrechen gegen das Volk begangen und sich nicht auf Kosten des Staates bereichert haben.
20. Die Übergangsregierung wird innerhalb eines Zeitraums von maximal einem Jahr freie Wahlen zu einer Gründungsversammlung unter internationaler Beobachtung organisieren; die Gründungsversammlung hat die Aufgabe, eine neue Staatsverfassung zu erarbeiten, die dem Volk in einem allgemeinen Referendum zur Abstimmung vorgelegt wird.
21. Gemäß der neuen Verfassung sollen innerhalb von maximal sechs Monaten Parlamentswahlen stattfinden.

ShareThis

KURDWATCH, 5. Januar 2012 – Nihru Scharif Schaikhi (geb. 1984, verheiratet, ein Kind) ist am 3. Januar 2012 am Grenzübergang Bab al‑Haua an der syrisch-türkischen Grenze festgenommen worden, als er Syrien verlassen wollte. Die Polizei überstellte ihn dem Direktorat für politische Sicherheit in Damaskus. Schaikhi stammt aus al-Darbasiya, dort hat er an regimekritischen Demonstrationen teilgenommen.

ShareThis

KURDWATCH, 4. Januar 2012 – Bei landesweiten Protesten am 30. Dezember 2011 hat es erneut zahlreiche Tote und Verletzte gegeben. Im ganzen Land verlangten die Demonstranten, die unter dem gemeinsamen Motto »Marsch zu den Plätzen der Freiheit« auf die Straße gingen, den Sturz des Regimes. Auch in al‑Qamischli, ʿAmuda, Darbasiya, al‑Qahtaniya (Tirbesipî), al‑Malikiya (Dêrik), ʿAin al‑ʿArab (Kobanî) und Raʾs al‑ʿAin (Serê Kaniyê) wurde demonstriert. In al‑Qamischli versuchte die Polizei, Bewohner der östlichen Stadteile an der Demonstrationsteilnahme zu hindern. Sie setze Tränengas ein und schoss auf die Demonstranten; dabei wurden drei Personen verletzt. In ʿAmuda fanden wie bereits in den Wochen zuvor drei getrennte Demonstrationen statt.

Die Demonstration in al-Qamischli:
https://www.youtube.com/watch?v=57yCtyhCRk0

ShareThis

KURDWATCH, 1. Januar 2012 – Sipan Schaikhmus Schuwaisch (geb. 1994) ist am 26. Dezember 2011 aus al‑Qamischli kommend am Flughafen von Damaskus festgenommen worden. Schuwaisch war wegen eines Studentenvisums auf dem Weg zur tschechischen Botschaft in Damaskus. Über die Hintergründe der Verhaftung ist noch nichts bekannt.

ShareThis

KURDWATCH, 1. Januar 2012 – Das Berufsgericht der Rechtsanwaltskammer in al‑Hasaka hat am 28. Dezember 2011 die Verhandlung gegen die Rechtsanwälte Mustafa Khidr Oso und Faisal Badr auf den 31. Januar 2012 vertagt. [Weitere Informationen zum Fall]

ShareThis

www.kurdwatch.org -  © 2009 - 2015 [ E-Mail: info@kurdwatch.org ]