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Al-Qamischli: PYD‑Mitglieder töten drei Personen und verletzen eine schwer
KURDWATCH, 13. Januar 2012 – Am 10. Januar 2012 sind Ahmad ʿAbdullah Badro (geb. 1971), Nidal ʿAbdullah Badro (geb. 1967) und ʿAmar ʿAbdullah Badro (geb. 1973, verheiratet, drei Kinder) in al‑Qamischli von bewaffneten Mitgliedern der Partei der Demokratischen Union (PYD) getötet worden. Bereits am 8. Januar 2012 hatten PYD‑Mitglieder ʿAbdullah Badro, den Vater der getöteten Personen, in seinem Haus überfallen und durch Schüsse schwer verletzt. Dabei wurde einer der Angreifer, Muhammad Mahmud, Deckname Khabat, ein aus al‑Malikiya (Dêrik) stammendes PYD‑Mitglied, das bis vor kurzem für die PKK gekämpft hat, durch einen Querschläger getötet. Die Polizei nahm unmittelbar nach diesem Vorfall ʿImad ʿAbdullah Badro, einen weiteren Sohn ʿAbdullah Badros, fest. ʿAbdullah Badro wird derzeit in einem Krankenhaus in al‑Qamischli behandelt. Zu den Morden an den Brüdern Ahmad, Nidal und ʿAmar ʿAbdullah Badro hat sich eine bislang unbekannte Gruppe bekannt, die sich »Beschützer der Werte des Volkes« nennt. Ihre Erklärung wurde am 10. Januar 2012 in arabischer Sprache über die PKK‑nahe Nachrichtenagentur Firat sowie über die offizielle Website der PYD verbreitet. Die Morde werden mit dem Tod von Muhammad Mahmud sowie der Unterschlagung von Eigentum der PKK bzw. PYD begründet. ʿAbdullah Badro war früher Mitglied der PKK, auf seinen Namen soll eine Villa in Damaskus eingetragen sein, in der PKK‑Führer Abdullah Öcalan während seines Aufenthalts in Syrien lebte. Als Öcalan 1998 Syrien auf Druck der Türkei verlassen musste, soll die Villa im Besitz von ʿAbdullah Badro geblieben sein. Auch, nachdem er der PKK den Rücken kehrte, soll er sich geweigert haben, die Villa zurückzugeben, da Öcalan ihm diese persönlich vermacht habe. Die Kurdische Einheitspartei in Syrien (Yekîtî) hat in einer Erklärung vom 10. Januar 2011 die Morde in al‑Qamischli verurteilt und sie als »abscheuliches Verbrechen« bezeichnet. Die Yekîtî erwähnt nicht, wer für die Morde verantwortlich ist. Auch die Union der Kurdischen Demokratischen Kräfte in Syrien, die Koalition unabhängiger kurdischer Jugendgruppen Avahi sowie die Union der Koordinationskomitees der Kurdischen Jugend in Syrien haben die Morde verurteilt. In einer gemeinsamen Erklärung machen sie die »Schabiha« für die Taten verantwortlich. Mit dem Begriff »Schabiha« werden irreguläre, bewaffnete Gruppen des Regimes bezeichnet.
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