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Zwangsrekrutierungen und der Einsatz von Kindersoldaten durch die Partei der Demokratischen Union in Syrien

KURDWATCH, 30. Juni 2015 – Am 13. Juli 2014 hat der von der Partei der Demokratischen Union (PYD) eingesetzte Legislativrat im Kanton Dschazira ein Wehrpfl ichtgesetz mit dem Titel »Pfl icht zur Selbstverteidigung« erlassen. Der vorliegende Bericht analysiert den Gesetzestext und beschäftigt sich mit der Rekrutierungspraxis der Parteimiliz der PYD, den Volksverteidigungseinheiten (YPG), seit Verabschiedung des Gesetzes.

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KURDWATCH, 30. Juni 2015 – Am 24. Juni 2015 explodierte auf dem Weg von ar‑Raqqa nach ʿAin al‑ʿArab (Kobanî) eine Mine unter einem Kleinbus. Dabei kamen sechs kurdische Fahrgäste ums Leben, weitere wurden verletzt. Die Insassen des Kleinbusses hatten die Stadt ar‑Raqqa nach Aufforderung durch den Islamischen Staat (IS) verlassen [weitere Informationen].

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KURDWATCH, 30. Juni 2015 – Am 25. Juni 2015 sind Kämpfer des Islamischen Staats (IS) in die Stadt ʿAin al‑ʿArab (Kobanî) eingedrungen. Sie verschanzten sich in mehreren Gebäuden und schossen willkürlich auf Zivilisten. Darüber hinaus töteten IS‑Kämpfer Zivilisten in mindestens sieben umliegenden Dörfern, darunter Kanʿftar, Manaz Tirmik, Darbazin, Kharus und Barkh Batan. Im fünfundzwanzig Kilometer südlich von ʿAin al‑ʿArab liegenden Barkh Batan wurden mindestens fünfundzwanzig Personen ermordet. Die Gesamtanzahl der Toten wird von der Partei der Demokratischen Union (PYD) mit 201 angegeben. Am 27. Juni konnten Kämpfer der Volksverteidigungseinheiten (YPG) der PYD sämtliche IS‑Kämpfer in ʿAin al‑ʿArab töten.

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KURDWATCH, 30. Juni 2015 – Im Dezember 2014 verschwand der damals fünfzehnjährige Muhammad Khalid Kikiya (geb. 6. Januar 1999 in ad‑Darbasiya) aus Erbil in Irakisch-Kurdistan, wohin er mit seinen Eltern und Geschwistern vor dem Bürgerkrieg in Syrien geflohen war. Seine Familie vermutete ihn bei den Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD). Sie versuchte deshalb monatelang, bei der YPG sowie beim Asayiş, dem Sicherheitsdienst der PYD, Informationen über seinen Verbleib zu erhalten. Sie erhielt jedoch stets die Antwort, man wisse nichts über seinen Verbleib. Im Februar 2015 erfuhr die Familie schließlich, dass ihr Sohn tatsächlich in Tall Tamr für die YPG kämpft. Er war dort auf einem Geländewagen mit aufmontiertem Maschinengewehr eingesetzt und befehligte fünf ebenfalls minderjährige Kämpfer. In März wurde er in al‑Aghibsch bei Tall Tamr lebensgefährlich verwundet. Seine Familie brachte ihn mithilfe der YPG zur Behandlung nach Irakisch-Kurdistan. Sein Cousin ʿAli Dschamil Kikiya erklärte gegenüber KurdWatch: »Muhammad ist auf einem Auge erblindet. Er hat mehrere Finger verloren und kann aufgrund von Splittern im Bein kaum gehen.«

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KURDWATCH, 30. Juni 2015 – Am 25. Juni 2015 haben Kämpfer des Islamischen Staats (IS) einen Großangriff auf die Stadt al‑Hasaka begonnen und nach wenigen Stunden zwei große, mehrheitlich arabisch bewohnte Stadtteile im Süden der Stadt erobert. Zeitgleich haben Regierungstruppen die Stadtteile massiv bombardiert. Bis zum 26. Juni flohen zwischen fünfzig- und achtzigtausend Einwohner in Richtung ʿAmuda und al‑Qamischli oder in den Norden der Stadt. Die Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) haben sich bislang nicht an den Kämpfen gegen den IS im Süden der Stadt beteiligt. Unbestätigten Berichten zufolge soll die PYD als Vorbedingung für ein Eingreifen die Kontrolle über die gesamte Stadt sowie einen strategisch wichtigen Berg östlich der Stadt verlangt haben, das Regime soll lediglich die Regierungsgebäude behalten. Die PYD will ferner in sämtlichen Gebieten, in denen sie operiert, die militärische Führung übernehmen. Weiterhin soll das Regime die YPG mit schweren Waffen ausstatten, ihre arabischen Milizen hingegen entwaffnen.

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KURDWATCH, 30. Juni 2015 – KurdWatch liegen zwei Bekanntmachungen des Islamischen Staats (IS) vor, die erste ist datiert auf den 19. Juni 2015. Mit dieser werden die Kämpfer des IS aufgefordert, die als vom Glauben Abtrünnige bezeichneten Kurden aus dem nördlichen Teil der Provinz ar‑Raqqa zu vertreiben, da sich unter ihnen Kollaborateure befänden. Die zweite, undatierte Erklärung, die zur selben Zeit veröffentlich wurde, bezeichnet die kurdischen Bewohnern als Brüder, setzt ihnen jedoch nichtsdestotrotz eine Frist von 72 Stunden, die Region Richtung Palmyra zu verlassen. Tatsächlich scheint es jedoch eine Fluchtbewegung Richtung ʿAin al‑ʿArab (Kobanî) zu geben. Die kurdischen Bewohner werden zudem aufgefordert, ihre Immobilien bei den zuständigen Büros des Islamischen Staats zu registrieren, damit diese nicht für Eigentum des IS gehalten werden. Vermutlich geht es hier jedoch im Gegenteil darum, einen Überblick über die Besitztümer der fliehenden Kurden zu gewinnen, um diese dann beschlagnahmen zu können.

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KURDWATCH, 30. Juni 2015 – Die Kurdische Einheitspartei in Syrien (Yekîtî) hat am 24. Juni 2015 in al‑Qamischli aus Anlass des 41. Jahrestages der Politik des »arabischen Gürtel« eine Kundgebung vor einem ihrer Parteibüros organisiert. Etwa fünfzig Demonstranten forderten die Rückgabe der damals enteigneten Ländereien. In Tall Tamr wurde ein Seminar zum selben Thema organisiert, in al‑Qamischli, ʿAmuda, ad‑Darbasiya und al‑Maʿbada (Girkê Legê) verteilten Parteimitglieder Flugblätter. In al‑Qamischli wurden dabei vier Parteimitglieder vom Asayiş, dem Sicherheitsdienst der Partei der Demokratischen Union (PYD), mitgenommen. Sie kamen noch am selben Tag wieder frei. Die Politik des »arabischen Gürtels« sah vor, auf einer Breite von zehn bis fünfzehn Kilometern entlang der türkischen und irakischen Grenze insgesamt einhundertvierzigtausend Kurden aus mehr als dreihundert Dörfern zu deportieren und durch arabische Siedler zu ersetzen. Mit der Umsetzung des 1965 beschlossenen Plans wurde 1973 begonnen, insgesamt wurden bis 1976 rund fünfundzwanzigtausend arabische Familien in der Provinz al‑Hasaka angesiedelt.

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KURDWATCH, 29. Juni 2015 – Der fünfzehnjährige Iwan Waisi Kikiya (geb. am 17. März 1999 in ad‑Darbasiya) wurde am 7. März 2015 in dem zwei Kilometer westlich von Tall Tamr gelegenen Dorf al‑Aghibsch im Kampf gegen den Islamischen Staat (IS) getötet. Er war im August 2014 den Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) beigetreten. Sein Vater war zu diesem Zeitpunkt seit mehreren Jahren in Damaskus inhaftiert, seine Mutter sympathisierte mit der PYD. Sein Cousin ʿAli Dschamil Kikiya erklärte gegenüber KurdWatch: »Iwan wurde etwa zwanzig Tage nach seiner Rekrutierung an die Front westlich von Raʾs al‑ʿAin (Serê Kaniyê) geschickt. Nachdem Mitkämpfer bei einem Angriff verwundet und getötet worden waren, hat er die YPG verlassen. Doch dann wurde er überredet, erneut in den Kampf zu ziehen.«

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KURDWATCH, 28. Juni 2015 – Am 23. Juni 2015 haben Kämpfer der Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) ein wichtiges Militärlager des Islamischen Staats (IS) übernommen, den ehemals der syrischen Armee gehörenden Stützpunkt der Brigade 93. Wenige Stunden später wurde auch die fünfunddreißig Kilometer südlich von Tall Abyad liegende Stadt ʿAin ʿIsa eingenommen. Die Kämpfer der YPG befinden sich nunmehr nur noch vierzig Kilometer nördlich von ar‑Raqqa, der syrischen Hochburg des IS.

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KURDWATCH, 27. Juni 2015 – Am 16. Juni 2015 hat der Kurdische Nationalrat in al‑Qamischli seine dritte Konferenz abgehalten. Insgesamt 282 Teilnehmer bestimmten ein neues, aus einundachtzig Mitgliedern bestehendes Gremium, den Rat. Dreizehn Parteien erhielten unabhängig von ihrer Bedeutung jeweils drei Sitze:
1. die Kurdische Einheitspartei in Syrien (Yekîtî) (Vorsitzender Ibrahim Biro);
2. die Demokratische Partei Kurdistans – Syrien (PDK‑S) (Vorsitzender Siʿud Mala);
3. die Kurdische Demokratische Fortschrittspartei in Syrien (Vorsitzender ʿAbdulhamid Hadschi Darwisch);
4. die Kurdische Reformbewegung – Syrien (Vorsitzender Faisal Yusuf);
5. die Kurdische Demokratische Gleichheitspartei in Syrien (Vorsitzender Niʿmat Dawud;
6. die Kurdische Demokratische Patriotische Partei in Syrien (Vorsitzender Tahir Saʿdun Sifuk);
7. die Kurdische Demokratische Partei in Syrien (el‑Partî) (Vorsitz vakant);
8. die Kurdische Demokratische Einheitspartei in Syrien (Demokratische Yekîtî) (Vorsitzender Kamiran Hadsch ʿAbdu);
9. die Kurdische Demokratische Linke Partei in Syrien (Vorsitzender Schalal Gado);
10. die Linke Partei Kurdistans – Syrien (Vorsitzender Mahmud Mala);
11. die Kurdische Zukunftsbewegung in Syrien (Vorsitzender Siamand Hadscho);
12. die Kurdische Zukunftsbewegung in Syrien (Leiterin des Kommunikationsbüros Narin Matini);
13. der Syrische Yezidische Rat. Bei den unter 7, 9 und 10 genannten Parteien handelt es sich um Abspaltungen von Parteien, die wegen ihrer Nähe zur PYD aus dem Kurdischen Nationalrat ausgeschlossen worden sind [weitere Informationen]. Die Syrischkurdische Demokratische Versöhnung (Rêkeftin), eine Abspaltung der Partei der Demokratischen Union (PYD), ist im Juni 2015 in der Linken Partei Kurdistans aufgegangen.
Die verbleibenden zweiundvierzig Sitze des Rats wurden mit parteiunabhängigen Personen besetzt, die von den unabhängigen Mitgliedern des Kurdischen Nationalrats gewählt wurden.
Das Vorbereitungskomitee der Konferenz legte den Teilnehmern den Entwurf einer Satzung vor. Über diesen sowie das Programm des Kurdischen Nationalrats sollen die Mitglieder des neu gewählten Rates nach Überarbeitung durch eine juristische Kommission abstimmen. Darüber hinaus reichte die Kurdische Zukunftsbewegung von Siamand Hadscho drei Anträge ein. Der erste schlägt die Gründung eines militärischen Flügels des Kurdischen Nationalrats vor, der zweite fordert den Abbruch jedweder Kontakte mit der Partei der Demokratischen Union (PYD) und der dritte entwirft einen Vorschlag zur zukünftigen Verwaltung der überwiegend kurdisch besiedelten Gebiete in Syrien. Der erste Antrag wurde ausführlich diskutiert und von einer Mehrheit positiv aufgenommen. Das Vorliegen der beiden anderen Anträge wurde lediglich bekannt gegeben. Es wurde nicht, wie in den Anträgen vorgesehen, über sie abgestimmt. Das Vorbereitungskomitee der Konferenz entschied, dass der neu gewählte Rat die Anträge diskutieren und über sie befinden soll.

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KURDWATCH, 25. Juni 2015 – Am 20. Juni 2015 haben die Volksverteidigungseinheiten (YPG) der Partei der Demokratischen Union (PYD) Aussagen von Aktivisten zufolge zahlreiche Dörfer in der Region ʿAfrin überfallen und rund zweihundert junge Männer zwangrekrutiert. Betroffen waren unter anderem die Dörfer Dschindiras (Cindirêsê), Dschuwaiq (Coqê), Radschu (Reco), Schiran (Şêran), Kafr Dschanna (Kefercenê), Maidan (Meydano ), Schaikh Khuruz (Şêxorzê), Zaʿra (Zerê), Bulbul (Bilbilê) und Schaikh al‑Hadid (Şiyê). Unter den Rekrutierten waren mindestens zwei Minderjährige, der sechzehnjährige Muhammad Rascho und der siebzehnjährige Dschiwan Khalo. Am 23. Juni forderten Angehörige der Zwangsrekrutierten deren Freilassung. Aktuell gibt es in der Region ʿAfrin sechsunddreißig Lager, in denen die YPG ihre Milizionäre ausbildet. Darunter befinden sich auch Zwangsrekrutierte.

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Neues Interview:
Nurman Ibrahim Khalifa, Schülerin: »Sie haben zu ihr gesagt: ›Diese PKK-Kugel ist zu gut für dich!‹ und ihr in den Kopf geschossen«

KURDWATCH, 30. Mai 2015 – Nurman Ibrahim Khalifa, geb. 2001 in al-Hasaka, war dreizehn Jahre alt und Schülerin der neunten Klasse, als sie von der Partei der Demokratischen Union (PYD) entführt und in ein Militärcamp der PKK in Irakisch-Kurdistan verschleppt wurde. Dort sollte sie zur Guerillakämpferin ausgebildet werden. Nach anderthalb Monaten gelang ihr die Flucht. Seit der Machtübernahme der PYD in Syrisch-Kurdistan werden dort immer wieder Minderjährige entführt oder gegen den Willen ihrer Eltern rekrutiert und an der Front eingesetzt. Nurman Ibrahim Khalifa ist das erste Opfer, das in einem Interview mit KurdWatch über seine Erfahrungen berichtet. Sie lebt zurzeit versteckt in Europa.

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