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Damaskus: Enwer Naso aus der Haft entlassen – Hesen Ibrahîm Salih, Mihemed Ehmed Mistefa und Meerûf Mele Ehmed bleiben weiterhin inhaftiert
8. Mai 2010 – Am 22. April 2010 wurde Enwer Naso, einfaches Mitglied der Kurdischen Einheitspartei in Syrien (Yekîtî) aus der Haft entlassen. Naso war am 26. Dezember 2009 gemeinsam mit Hesen Salih, Meerûf Mele Ehmed und Mihemed Mistefa, alle drei Politbüromitglieder der Yekîtî, im Büro des Bezirksdirektors von al‑Qamischli von bewaffneten Mitgliedern des Direktorats für politische Sicherheit festgenommen und nach al‑Hasaka gebracht worden. Dort wurden sie zehn Tage inhaftiert, davon neun in Einzelhaft. Während dieser Zeit erhielten sie nur eine Mahlzeit pro Tag, einige Tage erfolgte gar keine Verpflegung. Enwer Naso wurde zudem während der Haftzeit in al‑Hasaka gefoltert. Während eines Verhörs wurde er zunächst ins Gesicht geschlagen, danach folgten Schläge mit einem Wasserrohr auf die Füße. Die vier Inhaftierten mussten schriftliche Angaben dazu machen, ob und gegebenenfalls warum sie für ein Selbstbestimmungsrecht der Kurden eintreten. Am 4. Januar 2010 wurden Hesen Ibrahîm Salih, Mihemed Ehmed Mistefa, Meerûf Mele Ehmed und Enwer Naso ins al‑Faihaʾ-Gefängnis des Direktorats für politische Sicherheit in Damaskus gebracht. Meeruf Mele Ehmed und Enwer Naso wurden in einer gemeinsamen, circa fünf Quadratmeter großen Zelle untergebracht. Diese war kalt und feucht, jedoch im Gegensatz zu den Zellen in al‑Hasaka mit einer Toilette ausgestattet. Ehmed und Naso litten unter Schmerzen im Brustbereich, die sich auf die Ohren ausdehnten und zu erheblichen Gleichgewichtsproblemen sowie Übelkeit führten. Mihemed Mistefa befand sich mit drei ihm unbekannten Gefangenen in einer anderen Zelle. Hesen Salih wurde zunächst im Behandlungsraum des Gefängnisarztes festgehalten, am 10. April 2010 jedoch in die Zelle von Mihemed Mistefa verlegt. Von außerhalb des Gefängnisses erhielten die Gefangenen lediglich die Kleidung, die ihre Familien für sie abgegeben hatten. Diese wurden jedoch bei der Durchsuchung auf verbotene Gegenstände derart beschädigt, dass sie unbrauchbar wurden. Den Gefangenen wurde gleichwohl untersagt, sie zu reparieren. In der ersten Zeit wurde den Inhaftierten fünf Minuten Hofgang pro Tag gewährt, später wurde dieser auf einmal alle vierzehn Tage reduziert. Eine Vorstellung beim Arzt erfolgte zweimal wöchentlich. Die Betroffenen wurden mehrfach in Handschellen verhört, ihre Augen waren zumeist verbunden. Sämtliche Anträge auf Verlegung in ein reguläres Gefängnis wurden abgelehnt. Am 19. April 2010 wurden Hesen Ibrahîm Salih, Mihemed Ehmed Mistefa, Meerûf Mele Ehmed und Enwer Naso dem Hohen Staatsicherheitsgericht vorgeführt. Der Richter überprüfte einen Teil der in den Verhörprotokollen aufgenommenen Aussagen. Im Anschluss an die Verhandlung wurde Enwer Naso am 22. April aus der Haft entlassen, Klage wurde nicht erhoben. Er hatte angegeben, politischer Aktivist, Künstler und Dichter sowie Sympathisant der Yekîtî zu sein. Hesen Ibrahîm Salih, Mihemed Ehmed Mistefa und Meerûf Mele Ehmed hingegen sind weiterhin in Haft. Infolge der erlittenen Schläge und der schlechten Haftbedingungen leidet Naso bis heute unter Schmerzen und Rauschen im linken Ohr sowie unter Nierenschmerzen. Darüber hinaus hat er aufgrund der Beschädigung eines Zahnes Sprachschwierigkeiten. [Weitere Informationen zum Fall]
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